Anmelden mit
Registrieren | Anmelden

Aus Cypress wird Radeon HD 5800

ATI Radeon 5870: DirectX 11, Eyefinity und jede Menge Power
Von , Chris Angelini, Fedy Abi-Chahla

Vorerst wird die HD 5870 ATIs Flaggschiff darstellen. Mit der Cypress-GPU ausgestattet, deren 1.600 ALU mit 850 MHz getaktet sind, leistet dieses Board bis zu 2,72 TFLOPS. Diese Karte stellt sozusagen die Vollversion dar, die über die vollen 80 Textureinheiten sowie 32 ROPs verfügen wird. Der Framebuffer besteht aus 1 GB GDDR5-Speicher, der mit 1.200 MHz getaktet ist und es dank seiner Datenrate von 4,8 GB/s auf einen Speicherdurchsatz von 153,6 GB/s bringt. Interessanterweise ist das nicht erheblich mehr als bei der HD 4890. Laut ATI fehlte es der HD 4890 wenn ihr die Puste ausging aber eher an Rechenleistung als an Speicherdurchsatz. Deshalb soll die 5870 auch eine ausgewogener Grafikkarte darstellen.

ATI beziffert den Stromverbrauch der Radeon HD 5870 mit 27 Watt im Leerlauf und 188 Watt unter Volllast. Zum Vergleich: Die HD 4890 zog im Leerlauf noch 90 Watt aus der Steckdose, während es im 3D-Betrieb 160 Watt waren. Wir werden in Kürze noch darauf eingehen, wie man es geschafft hat, die Leistungsaufnahme (zumindest im Leerlauf) so drastisch zu senken.

Die Radeon HD 5870 ist eine wirklich große Karte. Sie ist mit 11 Zoll sogar noch länger als die riesige 4870 X2, die 10,5 Zoll misst. Außerdem ist sie in doppelter Bauhöhe ausgeführt und blockiert zwei Erweiterungsplätze des Mainboards. Eine schwarze Plastikverschalung umhüllt die Karte. Die vermeintlichen Lüftungsschlitze entlang der Kartenseite und die beiden Öffnungen am Kartenende sind reine Designelemente, denn der Kühler saugt Frischluft ausschließlich direkt über dem Lüfter an. Das erschwert in einer CrossFire-Konfiguration die Kühlung der oberen Karte erheblich, wenn zwischen den Boards kein Steckplatz frei bleiben kann. Deshalb heizten sich unsere Testkarten während des Belastungstests auch auf 100 Grad Celsius auf, woraufhin sie sich per Throttling selbst ausbremsten.

Aufgrund der gut bestückten Anschlussblende der HD 5870 ist auch das Abführen der Kühlluft nicht unproblematisch. Die meisten Karten in doppelter Bauhöhe versammeln die diversen Display-Anschlüsse normalerweise an einer der beiden Blenden, während die andere komplett als Luftauslass dient. Bei unserer Referenzkarte liegen aber ein DisplayPort-, ein HDMI- und ein dual-link DVI-Anschluss auf einer Blende, während ein zweiter Dual-Link-DVI-Port die Hälfte der zweiten Blende einnimmt. Deshalb steht als Luftauslass nur eine gut anderthalb Zoll breite Öffnung zur Verfügung. Da das nicht ausreicht, entlässt der Kühler kurz vor dem Slotblech einen Teil seiner warmen Abluft auch wieder ins Gehäuse. Neben diesem internen Luftauslass befinden sich noch zwei CrossFire-Kontakte, mit denen man bis zu vier Karten zusammenschalten kann.

Die zweite Karte, die Radeon HD 5850, verfügt über eine auf 725 MHz gedrosselten Cypress-GPU, bei der zwei SIMD-Arrays deaktiviert worden sind. Damit kommt dieses Board auf 1.440 ALUs (18 Arrays mal 16 Stream-Prozessoren mal fünf ALUs). Da die Textureinheiten an die SIMD-Cores gebunden sind, schrumpft deren Zahl bei der HD 5850 um acht auf 72. Die Render-Back-Ends der GPU bleiben komplett erhalten, sodass die Pixel-Füllrate und die Z/stencil-Geschwindigkeit nur von der geringeren Taktrate eingeschränkt werden. Auch dieses Modell soll über 1 GB GDDR5-Speicher verfügen, der hier allerdings nur bei 1 GHz läuft und damit auf eine Datenrate von 4 GB/s und einen Speicherdurchsatz von 128 GB/s kommt. Da sie über dieselben Optimierungen wie das Spitzenmodell verfügt, liegt die Leistungsaufnahme im Leerlauf auch hier bei 27 Watt, während sie unter Volllast aufgrund der geringeren Taktraten 170 Watt beträgt.

Derzeit haben wir leider noch kein Exemplar der HD 5850 im Labor. Wenn die Produktfotos allerdings maßstabsgetreu sind, sollte die 5850 kürzer ausfallen. Dennoch wird auch sie in doppelter Bauhöhe ausgeführt werden. Sobald wir unser Testexemplar erhalten, folgt selbstverständlich ein Review zu dieser Karte. Unserer Meinung nach ist das hier fast schon die spannendere der beiden neuen Karten. Wenn die Karte ATIs Versprechen halten kann, zu einem Preis von 259 US-Dollar die GeForce GTX 285 bei der Performance auszustechen, darf sich Nvidia auf eine unangenehme Aufholjagd gefasst machen.

Ihre Reaktion auf diesen Artikel