AMD Radeon HD 6670 und 6570 im Test: Turks vor den Toren
Inhaltsverzeichnis
- 1. Die neuen Radeons unter 100 Euro
- 2. Radeon HD 6570 und HD 6670 mit GDDR5
- 3. Test-Hardware und Benchmarks
- 4. Benchmarks: Synthetische Messungen
- 5. Benchmarks: Crysis 2
- 6. Benchmarks: Bulletstorm
- 7. Benchmarks: Metro 2033
- 8. Benchmarks: Aliens Vs. Predator
AMDs neue Radeon HD 6570 und 6670 mit Turks-GPU sollen im Preissegment zwischen 60 und 90 Euro mitmischen. Doch haben die Neueinsteiger das Zeug sich in diesem heiß umkämpften Markt zu behaupten oder geht AMDs Evolution zu zaghaft voran?
Nach der Radeon HD 6790 und der Einsteiger-Karte HD 6450 bringt AMD im dritten Launch diesen Monat zwei weitere Karten auf den Markt – die Radeon HD 6670 und HD 6570.

Diese neuen Produkte sind deutlich evolutionäre Überarbeitungen ihrer Vorgängerinnen, der Radeon HD 5570 und 5670, die beide im Grafikkartensegment unter 100 Euro eine sehr wichtige Rolle spielen. Für viele ist die Radeon HD 5570 mit ihrem budgetverträglichen Einstandspreis von um die 50 Euro die perfekte Einsteigerkarte, wenn man ab und an spielen möchte. Die HD 5670 ist derweil die leistungsfähigste Karte mit Referenzdesign, die ohne zusätzlichen PCIe-Stromanschluss auskommt.
Bislang war allen AMD-Karten der HD-6000-Familie gemein, dass sie leichte aber dennoch deutliche Anpassungen gegenüber ihren Vorgängern der HD-5000-Serie erfahren haben, und das ist auch bei den beiden Neuvorstellungen nicht anders. Schauen wir uns die Turks-GPU einmal genauer an:

Auch hier haben wir es mit einem Abkömmling des Barts-Grafikprozessors zu tun, der mit den Radeons der HD-6800-Reihe eingeführt wurde und seinerseits eine evolutionäre Entwicklung des Cypress-Chips (HD 5000 Serie) war. Turks besitzt allerdings nur 6 SIMD Engines, die aus jeweils 16 Thread Processors zu je fünf Stram Processors (ALUs) bestehen. Außerdem hängen an jedem SIMD-Block vier Textureinheiten. Insgesamt kommt ein Turks-Chip damit auf 24 Textureinheiten und 480 ALUs. Zwei 64-Bit-Speicherinterfaces binden den Speicher mit insgesamt 128 Bit an. Die beiden Render-Back-Ends des Chips verfügen derweil über je vier Color-ROPs, also insgesamt acht.
Natürlich können die beiden Neueinsteiger auch mit denselben Features aufwarten, die der Rest der HD-6000-Familie zu bieten hat. Das wären also verbesserte Tessellation-Leistung, Eyefinity (bei diesen Modellen sogar mit bis zu vier Monitoren) sowie in Hardware beschleunigte Wiedergabe von 3D-Blu-rays. Vorerst wird diese GPU auf zwei Grafikkartentypen erscheinen, nämlich der Radeon HD 6570 und 6670. Die folgende Tabelle hilft, diese beiden Modelle einzuordnen:
| Radeon HD 5570 | Radeon HD 6570 | Radeon HD 6670 | Radeon HD 5670 | GeForce GT 240 | GeForce GTS 450 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Shader Cores | 400 | 480 | 480 | 400 | 96 | 192 |
| Textureinheiten | 20 | 24 | 24 | 20 | 32 | 32 |
| ROPs | 8 | 8 | 8 | 8 | 8 | 16 |
| Herstellungsprozess | 40 nm | 40 nm | 40 nm | 40 nm | 40 nm | 40 nm |
| GPU-/Shader-Takt | 650 MHz | 650 MHz | 800 MHz | 775 MHz | 550/1360 MHz | 783/1566 MHz |
| Speichertakt | 900 MHz DDR3 900-1000 MHz GDDR5 | 900 MHz DDR3 900-1000 MHz GDDR5 | 1000 MHz GDDR5 | 1000 MHz GDDR5 | 850 MHz GDDR5 | 902 MHz GDDR5 |
| Speicherbus | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit | 128 Bit |
| Speicherdurchsatz | 28.8 GB/s DDR3 64 GB/s GDDR5 | 28.8 GB/s DDR3 64 GB/s GDDR5 | 64 GB/s | 64 GB/s | 54,4 GB/s | 57,7 GB/s |
| Leistungsaufnahme Leerlauf/Maximum (W) | 9,7/43 W | 10/44 W | 11/60 W | 14/61 W | 69 W Max. | 106 W Max. |
| Preis | ab ca. 50 € (online) | $79/65€ (UVP/online) | $99/80€ (UVP/online) | ab ca. 60 € (online) | ab ca. 50 € (online) | ab ca. 80 € (online) |
Dieser Direktvergleich zeigt umso deutlicher, das die HD 6570 und HD 6670 nur einen evolutionären Schritt von der HD 5570 bzw. HD 5670 entfernt sind. Die SIMD-Einheiten beider Generationen ähneln sich von den technischen Daten stark, doch die neueren Modelle beinhalten sechs anstatt fünf dieser Einheiten, weshalb sie es auf 80 zusätzliche ALUs und vier weitere Textureinheiten bringen. Die Radeon HD 5570 und 6570 laufen sogar mit den gleichen Taktraten. Die HD 6670 rechnet hingegen 25 MHz schneller als ihre Vorgängerin. Man darf also erwarten, dass die beiden Karten mit Turks-GPU ihre Vorgängermodelle bei der Performance hinter sich lassen können. Allzu groß wird der Abstand indes nicht ausfallen, was am identischen 128-Bit-Speicherinterface und der unveränderten ROP-Zahl liegt.
Von der GeForce GT 240, die sich in ähnlichen preislichen Regionen wie die Radeon HD 5670 bewegt (aber deutlich schwächer ist), erwarten wir ehrlich gesagt nicht unbedingt viel. Anders sieht es bei der GeForce GTS 450 aus, die inzwischen schon ab 80 Euro zu finden ist und damit auf jeden Fall im selben Preissegment wie die HD 6670 wildert. Dabei hat die größere Nvidia-Karte doppelt so viele CUDA-Cores und ROPs wie die GT 240, was sie schon zu einem ernstzunehmenden Gegner macht. Doch bevor wir diese Einsteigerkarten auf einander loslassen, wollen wir uns AMDs Referenzkarten der neuen Radeon HD 6570 und HD 6670 noch einmal genauer anschauen.
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