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Display-Ausgänge und AMDs Tessellation Coup

AMD Radeon HD 6990 im Test: Viel Lärm um Antilles
Von , Chris Angelini

Mit dem Zweiten Dritten Vierten Fünften sieht man besser

Bedenkt man, wie brachial AMD bei Performance und Kühlung vorgegangen ist, freuen wir uns, dass man den Blick für elegante Lösungen nicht komplett aus den Augen verloren hat. Auf nur einem Slotblech bringt AMD bislang unerhörte fünf gleichzeitig nutzbare Monitorausgänge unter: einen Dual-Link DVI-Anschluss und vier Mini-DisplayPort-Buchsen. Im Handel soll die Radeon HD 6990 mit drei Adaptern ausgeliefert werden, die für Flexibilität sorgen, denn es werden wohl je ein passiver Mini-DP-auf-DVI (Single-Link),  ein aktiver Mini-DP-auf-DVI (Single-Link) und ein passiver Mini-DP-auf-HDMI Adapter beiliegen.

Multi-Monitor-Konfigurationen können nicht nur bei Spielen von Interesse sein sondern auch am Arbeitsplatz das Sichtfeld erhöhen. Unser Kollege Chris Angelini von Tom’s Hardware US beispielsweise kann sich inzwischen nicht mehr vorstellen, ohne seine drei Monitore sinnvoll zu arbeiten. Fünf Monitore wären aber wohl auch ihm zu viel. Bei Spielen sieht das aber wieder anders aus, und fünf Monitore an einer Karte anschließen zu können, hat schon einen gewissen Reiz.

Abgesehen davon, dass man mit drei, vier oder fünf Monitoren möglicherweise effizienter arbeiten kann, ist eine solche Display-Wand auf jeden Fall eine hervorragende Möglichkeit, die geballte Grafikpower einer 375-Watt-Karte mit zwei GPUs auch wirklich nutzen zu können. Wie die Benchmarks zeigen werden, langweilt sich die HD 6990 bei 1680 x 1050 und auch 1920 x 1080 durchweg auf sehr hohem Niveau – und zwar selbst mit anisotropem Filter und aktivierter Kantenglättung.

Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass die Leistungsaufnahme bei Karten wie der Radeon HD 6990 schon im Leerlauf höher ausfällt, wenn mehrere Monitore angeschlossen sind. Tatsächlich steigt sie sprunghaft an, weil die GPU dann bei deutlich höheren Taktraten laufen muss. War über den DVI-Ausgang nur ein Display angeschlossen, lag der Leerlaufverbrauch des gesamten Systems bei 148,5 Watt. Hingen drei Monitore per Mini-DisplayPort an der Karte, genehmigt sich die HD 6990 187,2 Watt.

Das Geometrie-Rennen

Als Nvidia seine ersten GF100-Karten GeForce GTX 470 und GTX 480 vorstellte, präsentierte die Firma Geometrie als den nächsten logischen Schritt, um den Realitätsgrad von Spielen zu erhöhen. In der Tat folgten viele eindrucksvolle Tech-Demos und Vorführungen von Spiele-Engines, die diese Meinung zu untermauern schienen. Andererseits wollten wir Nvidia nicht einfach für etwas loben, das (damals) noch nicht oder nur kosmetisch eingesetzt wurde. HAWX 2 war das erste Spiel, das Tessellation sinnvoll und sichtbar einsetzte, und so avancierte es in unserem Benchmark-Parcours zum Test der Wahl um Tessellation-Performance zu messen. Dabei stießen wir im Laufe der Zeit auf ein paar interessante Ergebnisse.

Beispielsweise scheinen die PolyMorph Engines, die bei Nvidias neuen Karten in jedem der Streaming Multiprocessors stecken, nicht wirklich gut zu skalieren. Eine GeForce GTX 560 Ti besitzt beispielsweise acht SMs und dementsprechend auch acht PolyMorph Geometry-Einheiten. Demgegenüber stecken in einer GeForce GTX 570 15 SMs. Nun haben wir beobachten können, dass eine GTX 570 in HAWX 2 noch mit 71 Prozent ihrer vollen Geschwindigkeit läuft, wenn Tessellation aktiviert wird. Bei der GTX 560 Ti bleiben 70 Prozent übrig. Wie kommt es, dass sieben zusätzliche PolyMorph Engines nur 1 Prozent mehr Leistung bedeuten? Offenbar bringen weitere Tessellation-Einheiten (bzw. konkret PolyMorph Engines) ab einem bestimmten Punkt nur noch wenig.

Immerhin konnte Nvidia bislang darauf verweisen, dass AMDs Karten fast 40 Prozent ihrer Leistung einbüßen, wenn Tessellation aktiviert wird. Wie es scheint, ändert sich das aber, wenn zwei Cayman-GPUs im Verbund vier Primitives pro Takt ausspucken. Die Radeon HD 6990 beeindruckt uns nicht deshalb, weil sie sich knapp vor die GeForce GTX 580 schieben kann. Das beeindruckende ist, dass sie dabei noch 76 Prozent ihrer Maximalleistung ohne Tessellation beibehält. Zum Vergleich: Nvidias GeForce GTX 580 schafft 75 Prozent. Nvidias 16 PolyMorph Engines sind also schön und gut, doch vier von AMDs Tessellation-Einheiten scheinen einen Tick besser zu skalieren.

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  • jake_b , 8. März 2011 06:11
    Hammerteil... Klar, es ist erstmal wichtig an der Spitze zu stehen. Wenn ich das schnellste Auto bauen will, ist der Verbrauch ja auch erstmal nebensächlich. Es ist das SCHNELLSTE Auto. Punkt.

    nVidia.... du bist!
  • Jack67 , 8. März 2011 08:00
    jake_bHammerteil... Klar, es ist erstmal wichtig an der Spitze zu stehen. Wenn ich das schnellste Auto bauen will, ist der Verbrauch ja auch erstmal nebensächlich. Es ist das SCHNELLSTE Auto. Punkt. nVidia.... du bist!


    die neu doppel chip Karte kommt noch nicht zu früh freuen
  • derwolf92 , 8. März 2011 08:03
    Klasse Gerät :D 
    *räusper
    Naja was tut man nicht alles für die Leistungskrone.
  • FormatC , 8. März 2011 08:12
    Die Karte ist so was von heiß...

    Ich hatte gestern nach 2 Stunden Crysis eine Lufttemperatur von 48° im Case, das Acryl vom Seitenwandfenster war außen noch 37,2° warm - bei einer Raumtemperatur von anfangs 22°. Ich habe es ohne Heizung geschafft, die knapp 24m² Arbeitszimmer in den 2 Stunden auf immerhin 25,4° Raumtemperatur aufzuheizen. Da die Hälfte der Abwärme ins Gehäuse abgegeben wird, war die Abdeckung des Festplattenkäfigs auch über 50° - das ist quasi gaga. Gemessener Lärmpegel bei 50 cm Abstand und geschlossenem Case: 68,4 dbB(A). AMD ist sich sicher, dass sowohl Chris, als auch ich eine Karte mit defekter Kühlung bekommen haben müssen und will zeitnah austauschen.

    Achtung! Teaser!

    Damit das Ganze im Nachtest auch Hand und Fuß bekommt, werden wir mit der ausgetauschten Karte und verschiedenen Gehäusekonstellationen einen Praxistest machen. Denn es ist geradezu Wahnsinn, so eine Karte ohne vorherige Planung und Schutzmaßnahmen überhaupt in der Praxis zu betreiben. Wir haben weitere Lüfter bestellt und werden versuchen, das Biest zu zähmen. Denn das laute Gebläse hat sogar die Alarmpiepese der überlasteten Lüftersteuerung locker übertönt :D 

    In einer offenen Workbench mag das alles noch locker angehen. Aber ein Gehäuse wird ganz schnell zum Muffelofen. Hier kann dann Johanna von den Grünen Panthern die selbstgetöpferten Vasen fertig backen. :D 

  • Derpet , 8. März 2011 08:32
    Jetzt fehlt mir noch eine passende CPU, ich möchte gern die 6990 im CF-Gespann betreiben und benötige noch einige andere leistungsfähige Teile.

    Dann könnte ich mittels ner extern verbauten Wasserkühlung im Winter die Gehwege und meinen Parkplatz vorm Haus Eis/Schneefrei halten :D 
  • benkraft , 8. März 2011 08:34
    Da bleibt doch eigentlich nur der Pentium 840 EE, oder?
  • derwolf92 , 8. März 2011 08:49
    EVGA SR-2 :D 

    Ich bin gespannt was die Wasserkühler zu leisten vermögen. Aber die Radiotorfläche sollte schon mal ordentlich gross sein, damit nicht der ganze Kreislauf gegrillt wird :) 
    Ich hatte die Karte für mich als Option in betracht gezogen, aber was da nun draus geworden ist... Mal schauen. Wenn der Preis langsam runter geht...
  • n4pst3r , 8. März 2011 08:50
    Übermächtiges Teil, das braucht echt kein normaler Mensch.

    Wir wärs, wenn Haushalte ab jetzt keinen Gas-/Ölofen mehr bekommen, sondern einfach 4 von den Dingern? Anschaffungspreis sollte ein bisschen geringer sein als bei nem normalen Heizkessel. Und für ne kleine Wohnung mit ~50m² dürfte das ja reichen :D 
  • derwolf92 , 8. März 2011 08:52
    Ich bin grad verwundert... Die Karte ist nirgends gelistet oder bin ich blind?
  • Derfnam , 8. März 2011 08:58
    Ja, nicht bei PC und Hardware gucken. Versuch es mal unter Haushaltswaren--> Küchengeräte--> Doppelkochplatten. Oder vielleicht Heizlüfter.
  • FormatC , 8. März 2011 09:00
    Ersteres stimmt, Letzteres weißt Du sicher besser als wir :D 
  • bleikrone , 8. März 2011 09:02
    Ich hab da nur eine kurze Frage.
    Bei CB wurde die 6990 auch getestet. Dort sind aber die Testresultate ganze andere.
    Zb. schaft die 6990 bei TH im BF2BC Bench bei / 2560x1600 8xMSAA/16xAF
    85,6 FPS wobei bei CB sie nur auf 70,3 kommt (bin vom Mindestwert ausgegangen).
    Die haben sogar eine stärkere CPU wie die von euch.
    Auch die Treiber der Grafikkarte waren wohl die selben. Wie kann es dennoch sein das die Testergebnisse unter fast den selben Bedingungen ziemlich unterschiedlich sind?

    Metro 2033 selbe Einstellungen:
    CB hat dort ca 50,70fps
    TH hat dort ca 29,70fps
    ht4u dort ca 31,10fps

    Gibt es nicht bestimmte Einheitstest die nicht alle das gleiche darstellen bzw. aussagen?
    Ich finde CB von haus aus übertrieben in einigen Dingen, aber es ja komisch das von den einzelnen Boards die Ergebnisse so unterschiedlich sind.
    Wie wird denn BF2BC oder Metro 2033 getestet?
  • Derfnam , 8. März 2011 09:19
    Der Vorschlag 'Heizlüfter' wurde nur wegen deiner oben erwähnten Erfahrungen/Beobachtungen ergänzt, FormatC :p 
  • derwolf92 , 8. März 2011 09:25
    Ich dachte das war an mich gerichtet.
  • Derfnam , 8. März 2011 09:28
    Paßte aber grad so gut :D 
  • benkraft , 8. März 2011 09:30
    bleikroneIch hab da nur eine kurze Frage.Bei CB wurde die 6990 auch getestet. ... .Die haben sogar eine stärkere CPU wie die von euch.Auch die Treiber der Grafikkarte waren wohl die selben.


    Ich würde widersprechen. Ein Core i7-965 (Bloomfield) @3,87 GHz ist nicht stärker als ein Core i7-990X (Gulftown) @ 4 GHz.

    Das könnte erklären, warum wir in BF:BC2 mehr Frames haben... Mehr Kerne, mehr Takt, effizientere Architektur... Das sieht auch beim TechReport genauso aus.

    Bei Metro bin ich geneigt, an einen Messfehler bei CB zu glauben, wenn HT4U das ähnlich sehen wie wir. Es kann auch einfach ein anderes Szenario zu Grunde gelegt sein. HT4U testen mit einem Savegame, CB und wir mit dem eingebauten Benchmark... Oder CB hat nicht die neueste Version der Catalyst Application Profiles für CrossFire bekommen - die kamen am Ende echt fast halbtäglich.... Es gibt eben zu viele Variablen.
  • Warthog , 8. März 2011 09:51
    Was hier in dem Test auch noch fehlt, ist das Problem Microruckler. AMD wollte es ja angehen, aber in anderen Tests habe ich gelesen, dass sich in dieser Hinsicht absolut nix getan hat. Was nützen mir 40fps in höchster Qualität, wenn das Spiel trotzdem stockt? Soll ich da für 650 Euronen die fps-Zahl bestaunen?? Dann gibt es viele Games, in denen auf Grund von Treiberproblemen nur 1 Chip aktiv ist. Ich wollte mir diese Karte kaufen, um wenigstens 1x im Leben einen "Ferrari" zu haben, scheiß auf Stromverbrauch und Lautstärke. Aber da bleib ich doch lieber noch ne Weile bei meiner 5870. Die 6990 ist für mich eine riesen Enttäuschung.
  • derwolf92 , 8. März 2011 09:57
    Mikroruckler? Für mich ein Mythos. Bei meiner 4870x2 hab ich im Bereich von 30fps nie welche gehabt. Zumindest nicht offensichtlich. Und bei welchen Game hat die 6990 weniger als 40fps?
  • lrlr , 8. März 2011 09:57
    @formatC: an deiner gehäuse- und vorallem raumtemperatur wird sich nichts ändern, egal welchen lüfter, und wie laut/leise/drehzahl die verbauen...

  • bluray , 8. März 2011 10:07
    Ich kann nur bestätigen, dass ein gutes Gehäuse Gold wert ist. Ich habe 2 6970er rennen, die selbst unter Last den Lüfter nicht über 35% drehen lassen, was zu einer leisen Gesamtkulisse führt.

    Zum Spass habe ich mal die Lüfter per Overdrive auf 100% gesetzt, aber dann kann man sagen, sind die karten extrem laut (die 62db könnten dann gut hinhauen!)

    von daher ist die 6990 wirklich nur für jene, die platztechnisch oder slottechnisch nur eine Karte verbauen können...

    Und ob Quad-Crossfire wirklich Sinn macht, wird sich zeigen, wie AMD die Gamingprofile hin optimieren wird. Aber auch hier dürfte die CPU wieder die limitierende Grösse darstellen, da selbst eine 580 oder eine 6970 einen Vierkerner schon gut beschäftigen können, je nachdem, wie das Spiel gestaltet ist.

    Was mich allerdings etwas verwundert: Warum wird WoW noch im DX9-Modus getestet, ist doch seit Patch 4.0.3 auch ein DX11-Modus verfügbar (welcher das Spiel die Grafikkarte auch gut auslasten lässt)?

    Somit würde sich nämlich auch aufzeigen, dass eine 6970 weniger Performance an den Tag legt, als 2 6970er...

    Nichtsdestotrotz kann man sagen, hat AMD seine Hausaufgaben wohl doch gemacht, was die 6990 zeigt. Der Preis ist einführungstechnisch bedingt dund dürfte von 600 Euro auf 500 Euro runtergehen.

    Es wird interessant, wie sich dann eine 590GTX schlagen wird... ich vermute, die 590GTX wird zwar schon schneller sein, aber zu welchem Preis... (Lautstärke, Temperatur, Stromverbrauch).

    Sobald also die 590GTX am Start ist, wäre ein Vergleichstest aus

    2x6970, 2x580GTX, 6990 und 590GTX sehr interessant. In vielerlei Hinsicht...
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