Seit 2011 warten wir - und heute endlich enthüllt AMD die Radeon HD 7990 mit zwei Tahiti-GPUs. Überzeugt die Dual-Slot-Karte mit überlegener Rechenleistung und 3D-Performance, oder geht diese Runde an Nvidia?
Wie schnell die Zeit vergeht. Ist es wirklich schon beinahe anderthalb Jahre her, dass wir die Radeon HD 7970 im Launch-Artikel AMD Radeon HD 7970 im Test: Powerprotz mit Paperlaunch vorstellten? Damals sah der Grafikkartenmarkt noch ganz anders aus. AMDs jungfräuliche Graphics-Core-Next-Architektur hatte damals ihr Debüt noch gegen Nvidias Fermi-basierte GeForce GTX 580 gegeben und die hauseigene Radeon HD 6970 was die Performance anbelangt eiskalt abserviert.
Außerdem hatte man recht deutlich angekündigt, dass auch eine Karte mit zwei GPUs nicht lange auf sich warten lassen würde. Also warteten wir. Und wir warteten. Und dann? Warteten wir noch ein wenig.
Doch in den folgenden 12 Monaten folgte dann doch keine offizielle Radeon HD 7990. Stattdessen versuchten sich einige Boardpartner mehr oder minder beherzt daran, einen solchen Grafikboliden aus eigener Kraft zu stemmen. PowerColor schaffte den Start mit der PowerColor HD 7990 Devil 13 als erster und brachte ein Dual-Tahiti-Board heraus, das ganze drei Steckplätze für sich beanspruchte – und ebenso viele 8-Pin-Stromstecker. Zudem machte ihr Kühlsystem unter Last einen derartigen Krach, dass ein Reisefön vor Neid erblassen würde. Dann zog HIS nach und schickte uns mehrere HD-7990-Prototypen, verwarf aber kurz darauf alle Pläne, überhaupt eine Dual-GPU-Karte anzubieten. Zuletzt trat dann Asus mit der nicht nur vom Namen her martialisch anmutenden Karte Ares II an: hoher Takt, hoher Preis, hoher Stromverbrauch – und natürlich streng limitiert. Alle marschierten sie durch unser Labor und mussten sich im Artikel Asus Ares II - Doppeltes Flottchen mit Wasserkühlung und viel Hunger nicht nur dem Vergleich untereinander sondern auch der GeForce GTX 690 stellen. Das Fazit fiel klar aus: Auch wenn sie ein wenig langsamer als die Radeon war, erschien uns die GeForce GTX 690 am Ende die sinnvollste Wahl.

Nun also nimmt AMD den Fehdehandschuh auf. Heute haben wir es mit einer echten Radeon HD 7990 zu tun, direkt vom hauseigenen Ingenieursteam entwickelt. Die Karte nimmt nur zwei Steckplätze auf. Sie trägt zudem nur zwei 8-Pin-Stromanschlüsse. Und – man mag es kaum glauben – die Karte läuft sogar recht leise. Unhörbar ist sie nun zwar auch wieder nicht, aber dazu kommen wir zu gegebener Zeit noch.
Oberstes Gebot: Performance
Ein Blick auf die nackte Platine zeigt uns, dass die Radeon HD 7990 aus zwei Tahiti-GPUs besteht, die von jeweils 3 GB GDD5-Speicher umringt sind und durch einen PEX 8747-Switch von PLX Technology verbunden sind.

Die Grafikprozessoren treten dabei im Vollausbau an. Jede der beiden GPUs verfügen also über 2.048 Stream Processors, 128 Textureinheiten, 32 ROPs und einen 384-Bit-Speicherbus. Außerdem erlaubt die Grafikschmiede den Prozessoren mit 950 MHz zu laufen und sich im Bedarfsfall per Boost auf 1 GHz hochzutakten. Damit liegt die Radeon HD 7990 genau zwischen einer normalen Radeon HD 7970 und deren GHz Edition, die nominal mit 1 GHz taktet und per Boost bis zu 1,05 GHz erreicht.
Die 3 GB GDDR5-RAM pro GPU laufen derweil wie bei der Radeon HD 7970 GHz Edition mit 1,5 GHz und liefern einen Durchsatz von 288 GB/s, wohingegen die normale HD 7970 einen Speichertakt von 1.375 MHz aufwies.
Zwischen den beiden 4,3 Milliarden Transistoren schweren Chips sitzt der erwähnte PEX 8747-Switch, der übrigens auch auf der GeForce GTX 690 für die Kommunikation zwischen den beiden GPUs dient. Dieser in 40 nm gefertigte Chip beherrscht PCI Express 3.0 besitzt 48 Lanes und fünf Ports; damit kann er jede der beiden GPUs mit 16 Lanes anbinden, während die verbleibenden 16 Lanes der gemeinsamen Kommunikation nach außen dienen.

Diese eindrucksvolle Ansammlung von Hardware kann bis zu fünf Displays gleichzeitig antreiben. Eines davon findet per Dual-Link DVI Anschluss, die anderen vier müssen den Weg über einen mini-DisplayPort nehmen. Nvidias GeForce GTX 690 kann hingegen maximal vier Monitore parallel mit Bildern befüttern, und zwar in einer Drei-Plus-Eins-Konfiguration. Fünf Bildschirme in einer 5x1-Aufstellung sind aber für Enthusiasten, die am gleichen Rechner auch arbeiten wollen, die bessere Option.
Von den reinen technischen Daten her ist die Radeon HD 7990 also eher mit zwei HD 7970 GHz Edition im CrossFire-Verbund zu Vergleichen, während diese parallele zwischen der GeForce GTX 690 und zwei GTX 680 als SLI-Gespann nicht aufgeht. Bedenkt man noch die riesigen Performance-Zuwächse, die AMDs Treiber-Team im Laufe des vergangenen Jahres ermöglicht hat, dann sollten diese Eckdaten dafür sorgen, dass die Radeon HD 7990 die schnellste Dual-Slot-Karte auf dem Markt wird. Doch wie steht es mit dem restlichen Board?
| Radeon HD 7990 | Radeon HD 7970 GHz Ed. | GeForce GTX Titan | GeForce GTX 690 | GeForce GTX 680 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Shader | 2 x 2.048 | 2.048 | 2.688 | 2 x 1.536 | 1.536 |
| Textureinheiten | 2 x 128 | 128 | 224 | 2 x 128 | 128 |
| Full Color ROPs | 2 x 32 | 32 | 48 | 2 x 32 | 32 |
| GPU-Takt | 950 MHz | 1,000 MHz | 836 MHz | 915 MHz | 1,006 MHz |
| Textur-Füllrate | 2 x 121,6 GT/s | 128 GT/s | 187,5 GT/s | 2 x 117,1 GT/s | 128,8 GT/s |
| Speichertakt | 1.500 MHz | 1.500 MHz | 1.502 MHz | 1.502 MHz | 1.502 MHz |
| Speicherbus | 2 x 384-bit | 384-bit | 384-bit | 2 x 256-bit | 256-bit |
| Speicherdurchsatz | 2 x 288 GB/s | 288 GB/s | 288,4 GB/s | 2 x 192,3 GB/s | 192,3 GB/s |
| Grafikspeicher | 2 x 3 GB GDDR5 | 3 GB GDDR5 | 6 GB GDDR5 | 2 x 2 GB GDDR5 | 2 GB GDDR5 |
| Die-Größe | 2 x 365 mm² | 365 mm² | 551 mm² | 2 x 294 mm² | 294 mm² |
| Transistoren (Milliarden) | 2 x 4,31 | 4,31 | 7,1 | 2 x 3,54 | 3,54 |
| Strukturgröße | 28 nm | 28 nm | 28 nm | 28 nm | 28 nm |
| Stromanschlüsse | 2 x 8-pin | 1 x 8-pin, 1 x 6-pin | 1 x 8-pin, 1 x 6-pin | 2 x 8-pin | 2 x 6-pin |
| max. Stromverbrauch | 375 W | 250 W | 250 W | 300 W | 195 W |
| Preis (Straße) | $1,000 | ab 345 Euro | ab 920 Euro | ab 880 Euro | ab 420 Euro |
- Aus Malta wird die Radeon HD 7990
- Viel leiser, aber mit einem Problemchen
- Test-Hardware, FCAT und Benchmarks
- Benchmarks: 3DMark
- Benchmarks: Battlefield 3
- Benchmarks: BioShock Infinite
- Benchmarks: Borderlands 2
- Benchmarks: Crysis 3
- Benchmarks: Far Cry 3
- Benchmarks: Hitman: Absolution
- Benchmarks: The Elder Scrolls V: Skyrim
- Benchmarks: Tomb Raider
- Radeon HD 7990 Vs. GeForce GTX 690: Der Pepsi-Test
- Lautstärkemessungen und Lüfterkurve
- Analyse des Frequenzspektrums und Lautstärkevideos
- OpenCL: General-Purpose Computing
- OpenGL: Synthetisch ermittelte Gamingperformance
- Rettet das weltbeste Spielebundle die Radeon HD 7990?
Allerdings werden Enthusiasten wohl nicht unbedingt mit einem mATX oder ITX Board in der Preisregion von 100 € unterwegs sein.^^
Nur ein Faktor spielt gegen AMD: Die Zeit!
Wenn sie wirklich noch Monate für den neuen Treiber brauchen, ist das Potenzial der Karte leider verschenkt.
Die Geräuschkulisse hat mich aber doch etwas abgeschreckt. Etwas Fiepen ist eine Sache, aber das ist ja schon extrem störend.
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Gruß
Titan rulez, nur der Preis ist Kacke. Ich teste gerade die 7990 mit dem RadeonPro-Tool, das sieht bei einigen Spielen noch nicht mal schlecht aus. Ich verstehe nur nicht, warum eine S10000 keine Geräusche macht, obwohl die Karten sehr ähnlich sind.
Warum sind meine FX4800er deutlich leiser als die zu der Zeit vergleichbaren Desktop-Karten? Warum werden die unter Last nicht lauter?
Ich vermute einfach, daß da handverlesene Komponenten verbaut werden und eben nicht ganz auf "geiz-ist-geil" hin optimiert wird.
Ich bin mir immernoch nicht ganz sicher, was ich mir für eine Graka kaufen soll. Titan ist mir "für die gebotene Leistung" etwas zu teuer. Da ist dann die Frage, ob es die neuen 7xx richten können und nahe genug an der Titan liegen - ohne gleich klapprig und laut zu werden.
Gruß
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Ja, FormatC...du hast hier einfach den Längsten!
Ist alles relativ und auch ich trenne strikt zwischen Labor und Privat, auch wenn ich zum Zocken schon gern mal ins Regal greife. Meine eigenen PC finanziere ich immer noch zum Großteil selbst, nur bei Gehäusen werde ich ganz schnell schwach