AMD Radeon R7 250X: Neuer Name und neuer Preis für die "alte" Radeon HD 7770

Der Name mag zwar neu sein, aber letztlich kennen wir die Radeon R7 250 in ihrer früheren Inkarnation als Radeon HD 7770 schon in- und auswändig. Kann AMD eine alte Karte in etwas verwandeln, für das man 2014 Geld hinlegen will? Schauen wir mal.

Abgesehen von den Karten der Radeon R9-Serie mit AMDs Hawaii-GPUs sind alle anderen bisher gezeigten Radeon-R7- und Radeon-R9-Karten neu benannte Version der Modelle der Radeon-HD-7000-Familie. Die Radeon R9 280X platziert sich zwischen der Radeon HD 7970 und der Radeon HD 7970 GHz Edition. Die Radeon R7 270 und die Radeon R7 270X basieren auf der Pitcairn-GPU und die Radeon R7 260X hat den gleichen Grafikprozessor wie die Radeon HD 7790.

Offensichtlich ist AMD der Meinung, dass die Grafikkarten der ersten GCN-Generation immer noch viel zu bieten haben – besonders dann, wenn man ein bisschen an Taktfrequenzen herumspielt. Wir würden dem nicht einmal widersprechen; die Radeon-Modellreihe bietet vom Einstiegsmodell Radeon R7 240 bis hin zum Topmodell Radeon R9 290X ein ordentliches Performancespektrum.

Wir bevorzugen es natürlich selbstredend, wirklich neue Hardware anstelle neu benannter Versionen alter Modelle zu testen. Es scheint aber eine Formel zu geben, mit der man altbekannte Grafikkarten erfolgreicher platzieren kann: Performance erhöhen, Preis senken. Wir sahen das bei Nvidias GeForce GTX 770, die bei ihrer Markeinführung(Testbericht Nvidia GeForce GTX 770: Die Radeon HD 7970 im Fadenkreuz) im Prinzip eine stark übertaktete GeForce GTX 680 mit einem niedrigeren Preis war. Noch beeindruckender war AMDs Radeon R9 280X, die bei ihrem Launch (AMD Radeon R9 280X, R9 270X und R7 260X: Alte GPUs, neue Namen) im Kern wie eine übertaktete Radeon HD 7970 aussah, aber einen deutlich niedrigeren Preispunkt als das Produkt hatte, das sie ersetzte.


Als AMD uns von seinen Plänen erzählte, die Radeon HD 7770 zur "neuen" Radeon R7 250X umzubenennen, hofften wir daher wirklich, dass die Firma die Taktfrequenzen anheben und den Preis senken würde, so dass wir uns für sie begeistern könnten. Leider haben sich die Taktfrequenzen nicht geändert, auch wenn der Preis laut AMD auf 100 Dollar fallen soll. Stand jetzt bewegen sich die günstigsten ersten Angebote in Preisvergleichsdiensten bei knapp unter 100 Euro.


GeForce GTX 650 Ti
Radeon R7 250
GDDR5
Radeon HD 7770 / Radeon R7 250X
Radeon R7 260
Radeon R7 260X
Shader:
768384
640
768
896
Textur-Einheiten:
64
24
40
48
56
ROPs:168
16
16
16
Prozesstechnik:
28 nm (Kepler)
28 nm (GCN)
28 nm (GCN)
28 nm (GCN)
28 nm (GCN)
Kern-/Boost-Takt:
925 MHz1000/1050
MHz
1 GHz
1000 MHz
1100 MHz
Speichertakt:
1350 MHz
1150 MHz
1125 MHz
1500 MHz
1625 MHz
Speicherinterface:
128 Bit128 Bit
128 Bit128 Bit128 Bit
Speicherbandbreite:
86,4 GByte/s73,6 GByte/s
72 GByte/s
96 GByte/s
104 GByte/s
Grafikspeicher:
 1 oder 2 GByte GDDR5
1 oder 2 GByte GDDR5
1 oder 2 GByte GDDR5
 1 oder 2 GByte GDDR51 oder 2 GByte GDDR5
Stromanschlüsse:
1x 6-Pin
-
1x 6-Pin1x 6-Pin1x 6-Pin
Maximale TDP:
110 Watt
60 Watt
80 Watt
95 Watt
115 Watt
Geizhals-Preis:
ab 101 Euro
ab 64 Euro
ab 82 Euro / ab 92 Euro
ab 100 Euro
ab 101 Euro

Dieser Preis klingt im Vergleich zum 160-Euro-Einstiegspreis der Radeon HD 7770 bei ihrem Launch richtig günstig. Das Ganze sieht wesentlich weniger beeindruckend aus, wenn man einfach mal Preisvergleichsdienste bemüht: Die 7770 geht heutzutage zu Preisen von unter 90 Euro über den Tisch. Es steht zu erwarten, dass die 250X in den Wochen nach ihrer Markteinführung noch günstiger werden und sich im Idealfall preislich unterhalb der 7770 einordnen wird. Aber selbst wenn das passiert, ist das angesichts der fehlenden Leistungssteigerung kaum etwas, über das man aus dem Häuschen geraten würde.

Um ganz ehrlich zu sein: Wenn wir nicht der Meinung wären, dass die Radeon HD 7770 eine wichtige Mainstream-Grafikarte wäre, hätten wir vermutlich nur eine kurze Newsmeldung zum Namenswechsel veröffentlicht und ansonsten mit dem Alltagsgeschäft weitergemacht. Aber unserer Meinung nach ist die HD 770 – und damit nun die R7 250X – die wichtigste Budget-orientierte Grafikkarte am Markt. Für knapp 100 Euro kann man mit ihr die meisten Games komfortabel mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln spielen – im schlimmsten Fall muss man die Detaileinstellungen auf mittel oder niedrig stellen.

Wer an den technischen Aspekten und Features von AMDs Cape-Verde-GPU interessiert ist, sollte sich unseren damaligen Launch-Artikel zur HGD 7770 – AMDs Radeon HD 7770 und 7750 im Test: Sehr effizienter Performance-Stillstand – durchlesen. Der heutige Artikel fokussiert auf die Gaming-Performance und Gegenwertbetrachtungen. Also los, auf zu den Benchmarks.

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3 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Ja, für Leute, die nicht immer die neuesten Spiele haben müssen definitiv noch immer eine gute Karte - etwas traurig nur, dass sie sogar mehr kostet als vor etlichen Monaten noch (pendelt sich ja nun wahrscheinlich wieder bei knapp 80€ ein).
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  • Schöne Einsteigerkarte. Hat Mantle hier auch bei BF4 was gebracht?
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  • @Stefan, mit einer besseren Mittelklasse CPU wie ein i5 od. FX6xxx wird die 250X wohl ziemlich ausgereizt sein, auf jeden Fall mit diesem Test-Setup. Da wird die mit Mantle nicht spürbar mehr leisten. Ist was kleineres wie ein Pentium, i3 oder Phenom/Athlon II X4 verbaut, schon eher. Das wird aber noch dauern, erst wenn annähernd alle grossen Engines (mindestens die persönlich verwendet werden..) Mantle unterstützen würde ich eine Kaufentscheidung dementsprechend treffen.Wichtig beim Gaming ist eben immer ein ausgewogenes System, und mit Mantle braucht man dafür keine dicke CPU mehr ;)

    @Don
    Zitat:"Wenn wir Preise festlegen könnten, würde die Radeon R7 240 45 Euro kosten, die Radeon R7 250 GDDR5 60 Euro und die Radeon R7 260 75 Euro. In einer Welt, in der die Radeon R7 250X 80 bis 90 Euro kostet, würden diese Zahlen mehr Sinn machen. "Warum sollte die 260 (75€) billiger sein als die 250X (80-90€), wo sie doch mehr leistet? Auch wenn's schön wäre, ich versteh's nicht...
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