Wer braucht 3.3 Volt? Die R9 295X2 jedenfalls nicht
Die erste interessante Feststellung bei der Auswertung der Messungen am Mainboard-Slot war das fast komplette Fehlen einer Last auf der 3.3-Volt-Schiene. Die 0,1 Watt gehen schon in Richtung Messungenauigkeit, auch wenn nachweislich noch ein sehr geringer Strom floss. Für die Gesamtbetrachtung spielt diese winzige Last jedenfalls keine Rolle mehr. Alle Komponenten der R9 295X2 inklusive des Speichers werden komplett über die 12-Volt-Schienen versorgt.
Die Lust mit der Last am Mainboard-Slot
Die zweite und dritte Erkenntnis betreffen die 12-Volt-Lasten am Mainboard-Slot: Erstens erreicht die durchschnittliche Leistungsaufnahme über den Slot selbst bei 100 Prozent Auslastung der GPU keine 28 Watt mehr und zweitens verhält sich die R9 295X2 im Vergleich zu allen anderen hier gemessenen Nicht-Hawaii-Karten im Idle höchst interessant. Die Leistungsaufnahme erfolgt dann nämlich überwiegend nur noch über den Slot, während die PCI-E-Stromanschlüsse mit gerade mal fünf Watt belastet werden!
Der Trend, den PCI-E-Slot auf den Mainboards nicht mehr mit den vollen, möglichen 75 Watt zu belasten, zeichnete sich bei den Karten mit separater Stromversorgung schon seit einiger Zeit ab. Aber die Radeon R9 295X2 setzt sich hier die Krone auf, denn man bleibt in allen Lebenslagen deutlich unter 28 Watt.
Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass alle Rechnungen, die pauschal 75 Watt für das Mainbaord ansetzen, geradezu falsch und irreführend sind! Vielleicht erklärt dies auch, warum viele Messergebnisse, die nur die externen PCI-Express-Stromzuführungen berücksichtigen und pauschal für den Slot 75 Watt ansetzen, viel zu hohe Werte ausweisen.
Dual-GPU-Lösungen mit Einzelkarten
Für die Messung der SLI- und CrossFire-Systeme mussten wir einen kleinen Kunstgriff anwenden, da uns weder sechs Stromzangen noch die Speichermöglichkeit für diesen gewaltigen Datenumfang zur Verfügung standen. Deshalb haben wir die (erwärmten) Karten in zwei Durchläufen gemessen, denn zwei Riser-Cards haben wir Gott sei Dank.
Da sich Oszilloskop und Desktop perfekt fernsteuern lassen, haben wir die Stromzangen für je einen Durchlauf ohne zwischenzeitlichen Umbau an der ersten Karte und danach an der zweiten Karte genutzt und den Loop sowie die Messungen dann auch auch annähernd synchron starten können.
Auswertung des Idle-Verbrauchs
28,5 Watt für beide GPUs sind kein Bestwert, aber immer noch besser als zwei der R9-290X-Einzelkarten im CrossFire, solange keine GPU durch das Stromspar-Feature ZeroCore Power abschaltet. Mit aktiviertem Stromsparmechanismus sind die 13,5 Watt dann hingegen nicht zu unterbieten.

Gaming Loop
Auch hier noch einmal die Messergebnisse im direkten Vergleich zu den Einzelkarten. Aufgrund der sehr guten Kühlung spart die R9 295X2 gegenüber den Einzelkarten fast 40 Watt ein. Diese Ersparnis ist auf die deutliche Verringerung der Leckströme zurückzuführen.
Wir konnten in eigenen Experimenten mit einer bis auf 50°C heruntergekühlten einzelnen R9 290X sogar 30 Watt bei gleichzeitig gesteigerter Performance durch einen konstanteren Takt erreichen! Im Vergleich zum SLI mit zwei GeForce GTX 780 Ti ist die Leistungsaufnahme hier sogar fast identisch, während die beiden Einzelkarten im Referenzdesign geradezu Heißhunger zeigen.

Maximale Last: GPGPU
Hier kann sich die Radeon R9 295X bei den Balken sehr augenscheinlich von dem aus den beiden GeForce GTX 780 Ti bestehenden SLI-Gespann absetzen. Allerdings ist das Ganze auch dem sehr restriktiven Eingreifen von Power Tune geschuldet, weil die Performance bereits gedrosselt wird, obwohl die Temperatur keine 66°C erreicht.
Die Karte würde mit einem fiesen Power-Virus und Erhöhung des Power-Targets sicher die 500-Watt-Marke knacken können, nur einen wirklich Sinn ergäbe so ein Szenario eher nicht. Deshalb verzichten wir auch mangels Praxisrelevanz darauf. Über die Werte des CrossFire-Gespanns aus zwei Radeon R9 290X möchten wir am liebsten nichts schreiben, denn bevor der Limiter einsetzte, waren wir bei knapp 600 Watt.

- Laut AMD nichts für Zaghafte
- Energieaufnahme und Design-Entscheidungen
- Diese Hardware braucht man für die Radeon R9 295X2
- Test-Hardware und Benchmarks
- Benchmark-Ergebnisse: Arma 3
- Benchmark-Ergebnisse: Assassin’s Creed IV: Black Flag
- Benchmark-Ergebnisse: Battlefield 4
- Benchmark-Ergebnisse: Grid 2
- Benchmark-Ergebnisse: Metro: Last Light
- Benchmark-Ergebnisse: Thief
- Benchmark-Ergebnisse: Tomb Raider
- Leistungsaufnahme: Einführung und Setup
- Leistungsaufnahme: Idle
- Leistungsaufnahme: Gaming
- Leistungsaufnahme: GPGPU
- Leistungsaufnahme: Vergleich und Übersicht
- Temperaturen und Geräuschentwicklung
- Fazit: AMDs Radeon R9 295X2 macht vieles richtig
P.S.: Mein Account macht immer noch Probleme. Kann nur von einem Rechner posten.
Ich freue mich ja das wir immerhin im GPU bereich noch Wettbewerb sehen von AMD.
Weil Mantle auf so einer CPU kaum noch echte Zuwächse ergibt. Wenn man den Sinn und die Absicht hinter Mantle verstehen will, dann muss man eine langsamere CPU einbauen. Denn nur wenn diese ins Limit läuft, bringt Mantle auch echte Vorteile. Sonst ist es eher marginal.
Buh AMD buuuuh.
<3 Test
Buh AMD buuuuh.
<3 Test
"Weil Mantle auf so einer CPU kaum noch echte Zuwächse ergibt. Wenn man den Sinn und die Absicht hinter Mantle verstehen will, dann muss man eine langsamere CPU einbauen. Denn nur wenn diese ins Limit läuft, bringt Mantle auch echte Vorteile. Sonst ist es eher marginal."
ist eher eine Ausrede , klar , skaliert es mit schwächeren CPU´s besser aber was hindert euch Mantle Benches zu machen wenn ihr schon so n Geschoss da habt .
Großes Lob an dieser Stelle, der Artikel hat mich echt fasziniert!
Sich über so ein Stück feine Hardware negativ auszulassen, das wäre schon borniert.
Schöner Artikel!
BTW:
Wir haben 550 USD für den Kurierversand zahlen müssen, damit die Karte aus den Staaten hierher zu mir ins Labor kommt. AMD in Deutschland hat uns leider bei diesem Sample ausgeschlossen. Wir waren wohl nicht liebevoll genug... Die Karte schicke ich auch wieder zeitnah zurück zu Chris. Tut mir leid, AMDs Bemusterung in DE ist schon sehr eigenartig.
"Weil Mantle auf so einer CPU kaum noch echte Zuwächse ergibt. Wenn man den Sinn und die Absicht hinter Mantle verstehen will, dann muss man eine langsamere CPU einbauen. Denn nur wenn diese ins Limit läuft, bringt Mantle auch echte Vorteile. Sonst ist es eher marginal."
ist eher eine Ausrede , klar , skaliert es mit schwächeren CPU´s besser aber was hindert euch Mantle Benches zu machen wenn ihr schon so n Geschoss da habt .
Wenn ein Feature richtig interessant ist, wird ihm auch irgendwann ein eigener Artikel gewidmet. Hier war es aus den von Igor genannten Gründen (noch) nicht für uns relevant. Und ich glaube wirklich nicht, dass man uns Nvidia-Fanboyz schimpfen kann.
Und @"mal schnell mittesten" (sinngemäß): Dieser Artikel ist wie alle unserer Grafikkarten-Launch-Artikel in enger Kooperation mit unseren US-Kollegen entstanden. Normalerweise haben wir eigene Test-Hardware, haben diesmal aber keine bekommen - komische Bemusterung seitens AMD.
Die Karte, mit der Igor letztlich getestet hat, war die unserer US-Jungs - und die kam am Motag vormittag hier in Deutschland an statt wie geplant am Freitag. Igor hatte also deutlich weniger als 24 Stunden Zeit, um die ganzen Energiaufnahme/-effizienz und Betriebsgeräusch-Parts auszutesten und Texte zu schreiben. Das musste dann ins Englische übersetzt und wiederum unseren anderen internationalen Partnern (Italien, Frankreich, ...) zur Verfügung gestellt werden - und zwar mit so viel Vorlauf, dass die das noch lokalisieren und rechtzeitig einpflegen konnten.
Das war eine Monster-Arbeit, die Igor da gestemmt hat. Ist jetzt wirklich nicht so, als würden wir Däumchen drehend in der Ecke sitzen und Löcher in die Luft starren...
Gut möglich, dass wir uns Mantle nochmal dezidiert vornehmen. Im Rahmen dieses Launches war es wegen dem Testgeräte- und dem daraus resultierendem Zeitmangel schlichtweg nicht möglich.