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Energieaufnahme und Design-Entscheidungen

AMD Radeon R9 295X2 im Test: 4K-Gaming-Karte mit Flüssigkühlung
Von , Chris Angelini, Gerald Strömer

Energieaufnahme im Detail

Habt ihr die beiden 8-Pin-Stromanschlüsse bemerkt? Viele Leute haben spekuliert, dass AMD drei davon verbauen würde. AMD ziert sich zwar ein bisschen, was konkrete Angaben zur Energieaufnahme der 295X2 angeht, behauptet aber, das wir unter Last über durchschnittlich 500 Watt reden. Wir werden euch auf den folgenden Seiten eine exakte Angabe machen. Aber nutzen wir erstmal diesen 500-Watt-Wert – es ist so eine schöne, runde Summe. Die elektromechanische Spezifikation der PCI-SIG definiert ein Leistungsmaximum von bis zu 75 Watt für einen PCIe-Slot mit 16 Lanes. Ein 6-Pin-Stromanschluss schlägt ebenfalls mit bis zu 75 Watt zu Buche, die 8-Pin-Anschlüsse dagegen mit bis zu 150 Watt. Zwei dieser 8-Pin-Anschlüsse sowie der Mainboard-Slot addieren sich somit zu 375 Watt, womit uns immer n och 125 Watt fehlen.

Laut AMD ist das aber kein Problem. Vertreter der PCI-SIG verweigerten jeden Kommentar, aber AMD sagt folgendes:

Die PCI-Spezifikation wurde als Richtlinie für breite Kompatibilität und thermische Dichte innerhalb eines 2-Slot-Formfaktors erstellt. Die 295X2 soll aber die Performance steigern und nicht die Kompatibilität verbessern und benötigt daher eine vom Bastler sorgfältig ausgewählte Infrastruktur. Die Selektionskriterien für Netzteile und Gehäuse wird man kurz nach der Markteinführung auf amd.com einsehen können. Bezüglich Netzteilen wird die 295X2 sozusagen die Spreu vom Weizen trennen. Die besten Netzteile werden eine Low-Gauge-Verdrahtung und leistungsstarke MOSFETs haben..."

Wir werden uns in Kürze mit der Hardware beschäftigen, die man für den Betrieb einer Radeon R9 295X2 braucht. Aber Stand jetzt kann man schon mal sagen, dass AMDs neues Flaggschiff einfach die Grenzen der Spezifikation sprengt, die wir lange als feste, maximale Größe wahrgenommen hatten. Nun wissen wir aber, dass dem nicht so sein muss – solange man denn das richtige Equipment hat.

AMD putzt sich heraus

Wir gestehen AMD zwar gern zu, dass das Unternehmen Dual-GPU-Karten bauen kann, die nahe an einer praktische Verdopplung der Performance gleichwertiger Single-GPU-Flaggschiffe herankommen. Aber bezüglich der Methoden, mit denen dies erreicht wird, sind wir wesentlich kritischer. Schaut euch einfach mal diese Artikel-Titel an: AMD Radeon HD 6990 im Test: Viel Lärm um Antilles oder – von unseren US-Kollegen, dort vieldiskutiert – Radeon HD 7990 In CrossFire: The Red Wedding Of Graphics? Diese Karten waren laut, heiß und einfach unhaltbar für ein Dual-Karten-Setup.

Unser Feedback hat uns bei AMD nicht wirklich Freunde gemacht. Dennoch wurde dieses Feedback aufgenommen und bei der R9 295X2 umgesetzt: Eine geschlossene Flüssigkühlung, die die Abwärme von zwei starken GPUs aufnehmen und mittels eines 12-cm-Lüfters direkt aus dem Gehäuse abführen kann.

Natürlich sind wir ausgesprochen neugierig, ob AMD auch mit zwei Hawaii-GPUs eine saubere Skalierung in Sachen Leistung geschafft hat. Aber wir sind noch stärker davon beeindruckt, dass AMD den Referenzkühler endlich mal mit Respekt behandelt: Die Partnerschaft mit Asetek resultierte in einer Lösung, die sich aus einem großen Kühlkörper, der die ganze Karte bedeckt und praktisch zwei in Reihe geschaltete Wasserblöcke darstellt, rund 38 cm langen Schläuche, einem Wärmetauscher und einem 12-cm-Lüfter zusammensetzt.

Diese Lösung gibt AMD die Flexibilität, die Karte in einen Dual-Slot-Formfaktor zu pressen – und das Ganze auf einem Board, das genauso lang ist wie das der Radeon HD 7990.

Der Asetek-Kühlkörper wird von einer kantigen, schwarz-silberfarbenen Metallabdeckung verhüllt, die der Karte mehr Stabilität verleiht als ihrer Kunststoffverwandtschaft. Eine metallene Backplate bedeckt die Rückseite des PCBs und kühlt nicht nur den Speicher, sondern trägt ebenfalls zur Steifheit der Karte bei. Die beiden Schlauchanschlüsse der Wasserkühlung befinden sich an der Oberseite der Karte.

Von einem Industriedesign-Standpunkt aus haben Nvidia GeForce-GTX-Modelle 690, 780, 780 Ti und Titan in unseren Augen immer noch die schönere Ästhetik (wobei das natürlich wie üblich subjektiv ist). Aber AMD macht mit dem Metallgehäuse, dem rot beleuchteten zentralen Lüfter (hauptsächlich für die Kühlung der Stromschaltkreise zuständig) und dem beleuchteten Radeon-Logo auf der Oberseite der Karte vieles wieder wett. Also Hut ab für AMD – das Unternehmen hat es endlich verstanden, ein substanzielleres Produkt für Enthusiasten zu schaffen.

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Die besten Kommentare
  • Vom Autor empfohlen
    Michalito , 9. April 2014 01:18
    Danke für den schönen Monster Test mit Monster Arbeit.. (24h...) Cool find ich die Wasserkühlung, schön das daß mal kommt. Auch schön finde ich das AMD mit richtiger Enthusiasen Hardware auch mal endlich richtig Punkten kann. Da gibt es auch nix mehr zu meckern, von wegen geiler Chip aber sch ... lechter (ab Werk) Kühlösung. Danke auch für die wie immer gute Schreibe von Igor. Für mich der bestgeschriebenste Tests zur dieser Karte. Und das die Karte über PCIe sowenig zieht.. Super, wer das Geld für so eine Karte hat hat auch genug für ein Platimax oder what ever.. Und findet es sicher besser das Netzteil zu belasten als das Board. Aber, alles nicht meine Kragenweite. Egal, da sieht man was CGN kann, und 1300 vs. 3000 zu der kommenden Dual Karte von NV ist mal ein Fehdenhandschuh.. Wer da noch das Geld für die NV auspackt, dem sollte man in seinem Fanwhan auch gleich 5000 abknöpfen..
Weitere Kommentare
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  • Take , 8. April 2014 15:07
    Im Grunde scheint die Karte also ein voller Erfolg zu sein.Wer hätte das gedacht.
  • FormatC , 8. April 2014 15:11
    Wir waren auch überrascht :) 
  • 7664stefan , 8. April 2014 15:36
    Mensch, die gefällt mir aus diversen Gründen sehr gut. Gelungene Karte. Sag mal Igor: Ruckelt es bei Dual-GPUs eigentlich immer noch so sehr, dass man denkt, man hätte gesoffen? :D 

    P.S.: Mein Account macht immer noch Probleme. Kann nur von einem Rechner posten. :( 
  • FormatC , 8. April 2014 15:55
    Das Ruckeln geht mittlerweile wirklich, aber man merkt es ab und an dann doch.
  • campi , 8. April 2014 15:56
    Also das mit den Mikrorucklern sollte sich endlich erledigt haben (zumindest größtenteils). Siehe "Frame Time Variance", die ist ja ein Indikator dafür.
  • FormatC , 8. April 2014 17:07
    Man muss danach suchen, bzw. explizit darauf aufpassen. Je nach Spiel mehr oder weniger
  • Willi70 , 8. April 2014 18:55
    Warum wurde BF4 nicht einmal mit Mantle durchgetestet ?
  • Willi70 , 8. April 2014 19:04
    Warum wurde BF4 nicht einmal mit Mantle durchgetestet ?
  • tadL , 8. April 2014 19:21
    Wie willst denn das testen? Konsole aufschrauben?`Finde es eh bullshit Konsolen Ports für Benchmarks zu nutzen.

    Ich freue mich ja das wir immerhin im GPU bereich noch Wettbewerb sehen von AMD.
  • FormatC , 8. April 2014 19:25
    Zitat :
    Warum wurde BF4 nicht einmal mit Mantle durchgetestet ?


    Weil Mantle auf so einer CPU kaum noch echte Zuwächse ergibt. Wenn man den Sinn und die Absicht hinter Mantle verstehen will, dann muss man eine langsamere CPU einbauen. Denn nur wenn diese ins Limit läuft, bringt Mantle auch echte Vorteile. Sonst ist es eher marginal.

  • tadL , 8. April 2014 19:28
    Achja, wie kein Gewinnspiel?

    Buh AMD buuuuh.

    <3 Test
  • tadL , 8. April 2014 19:31
    Achja, wie kein Gewinnspiel?

    Buh AMD buuuuh.

    <3 Test
  • Erpethos , 8. April 2014 19:39
    also ich finds schade das Mantle nich mit getestet wurde , immer hin ist es ein Feature dieser Karte und Features gehoeren mit getestet . Ihr wuerdet ja auch Nvidia Features mit Testen wenn es Ähnliche gäbe , und als aussage

    "Weil Mantle auf so einer CPU kaum noch echte Zuwächse ergibt. Wenn man den Sinn und die Absicht hinter Mantle verstehen will, dann muss man eine langsamere CPU einbauen. Denn nur wenn diese ins Limit läuft, bringt Mantle auch echte Vorteile. Sonst ist es eher marginal."

    ist eher eine Ausrede , klar , skaliert es mit schwächeren CPU´s besser aber was hindert euch Mantle Benches zu machen wenn ihr schon so n Geschoss da habt .
  • MarkusGathome , 8. April 2014 19:49
    Ich denke mal die Zeit ist ein hindernder Faktor! Die bekommen die Karte ja nicht für ne Ewigkeit und dafür ist der Test sehr sehr ausführlich!

    Großes Lob an dieser Stelle, der Artikel hat mich echt fasziniert!
  • Willi70 , 8. April 2014 19:54
    Wie schon geschrieben, ich hätte den vergleich doch gerne gesehen. Vielleicht kann man das ja noch nachreichen ?
  • klomax , 8. April 2014 20:21
    Ich wollt kein PCIe-8-Pinner mehr sein. - Da musste schon was leisten!^^
    Sich über so ein Stück feine Hardware negativ auszulassen, das wäre schon borniert. :D 

    Schöner Artikel!
  • avaka , 8. April 2014 21:40
    boah, ich bin sprachlos. Endlich hat es ein Hersteller mal geschafft das umzusetzen was alle schon seid der Geforce 7950GX2 und HD3870X2 wissen. So ein Tier endlich mal adäquat mit Wasser zu kühlen damit es "etwas" leiser wird. Hat ja nur 7-8 Jahre gedauert. Warscheinlich ist, dass ein normaler 80-90mm Quirl schlicht und einfach nicht genug Mumm aufbringen kann und es physikalisch fast schon nicht anders ging. Stichwort: "Pumpgrenze" Irgendwann ist Drehzahl egal und die Leistungsaufnahme des Lüfters steigt ins Unermessliche.
  • alterSack66 , 8. April 2014 23:01
    Leider zu groß für mein Gehäuse :(  Also stell ich die auch neben meine Titan und Titan Black ins Regal. Wie isn das jetzt mit den PCIe? Kann da nix anbrennen?
  • FormatC , 8. April 2014 23:14
    Also - ich habe die Temperaturen an der Buchse und dem Kabel gemessen. Wenn man nicht gerade ein Inter-Tech DragonForceMegaCombat mit 1000 Watt PMPO kauft.... das bleibt locker unter 50°C bzw 40°C fürs Kabel.

    BTW:
    Wir haben 550 USD für den Kurierversand zahlen müssen, damit die Karte aus den Staaten hierher zu mir ins Labor kommt. AMD in Deutschland hat uns leider bei diesem Sample ausgeschlossen. Wir waren wohl nicht liebevoll genug... Die Karte schicke ich auch wieder zeitnah zurück zu Chris. Tut mir leid, AMDs Bemusterung in DE ist schon sehr eigenartig.
  • gst , 8. April 2014 23:26
    Gerade
    Zitat :
    also ich finds schade das Mantle nich mit getestet wurde , immer hin ist es ein Feature dieser Karte und Features gehoeren mit getestet . Ihr wuerdet ja auch Nvidia Features mit Testen wenn es Ähnliche gäbe , und als aussage

    "Weil Mantle auf so einer CPU kaum noch echte Zuwächse ergibt. Wenn man den Sinn und die Absicht hinter Mantle verstehen will, dann muss man eine langsamere CPU einbauen. Denn nur wenn diese ins Limit läuft, bringt Mantle auch echte Vorteile. Sonst ist es eher marginal."

    ist eher eine Ausrede , klar , skaliert es mit schwächeren CPU´s besser aber was hindert euch Mantle Benches zu machen wenn ihr schon so n Geschoss da habt .

    Wenn ein Feature richtig interessant ist, wird ihm auch irgendwann ein eigener Artikel gewidmet. Hier war es aus den von Igor genannten Gründen (noch) nicht für uns relevant. Und ich glaube wirklich nicht, dass man uns Nvidia-Fanboyz schimpfen kann. ;) 

    Und @"mal schnell mittesten" (sinngemäß): Dieser Artikel ist wie alle unserer Grafikkarten-Launch-Artikel in enger Kooperation mit unseren US-Kollegen entstanden. Normalerweise haben wir eigene Test-Hardware, haben diesmal aber keine bekommen - komische Bemusterung seitens AMD.
    Die Karte, mit der Igor letztlich getestet hat, war die unserer US-Jungs - und die kam am Motag vormittag hier in Deutschland an statt wie geplant am Freitag. Igor hatte also deutlich weniger als 24 Stunden Zeit, um die ganzen Energiaufnahme/-effizienz und Betriebsgeräusch-Parts auszutesten und Texte zu schreiben. Das musste dann ins Englische übersetzt und wiederum unseren anderen internationalen Partnern (Italien, Frankreich, ...) zur Verfügung gestellt werden - und zwar mit so viel Vorlauf, dass die das noch lokalisieren und rechtzeitig einpflegen konnten.
    Das war eine Monster-Arbeit, die Igor da gestemmt hat. Ist jetzt wirklich nicht so, als würden wir Däumchen drehend in der Ecke sitzen und Löcher in die Luft starren... ;) 

    Gut möglich, dass wir uns Mantle nochmal dezidiert vornehmen. Im Rahmen dieses Launches war es wegen dem Testgeräte- und dem daraus resultierendem Zeitmangel schlichtweg nicht möglich.
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