RAID 1.5 mit IDE: Mehrwert oder Hokuspokus?

Immer häufiger greifen Anwender auf ein RAID-Array anstelle einer einfachen Festplatte zurück. Gründe für diese Entscheidung sind im privaten Bereich die deutlich höheren Transferraten; im professionellen Einsatz ist es die Absicherung gegenüber eines Laufwerksdefektes.

Aus diesem Grund sind RAID-Controller eine beliebte und auch sinnvolle Zugabe, die Motherboard-Hersteller ihren Produkten im spendieren. Der Kunde erhält somit im einfachsten Fall einen zusätzlichen IDE-Controller, der den Anschluss zusätzlicher Laufwerke ermöglicht. Anspruchsvollere Anwender erstellen sich damit ihre eigenen RAID-Arrays aus zwei oder vier Festplatten.

Nun gibt es zwei RAID-Modi, die beim Heimanwender sowie bei einfachen Serversystemen beliebt sind: RAID 0, das sogenannte Striping zur Steigerung des Datentransfers, sowie RAID 1, auch Mirroring genannt, das den Inhalt einer Festplatte ständig mit einer zweiten abgleicht (spiegelt). 50% der Kapazität ist für den Anwender somit nicht nutzbar.

RAID 0 ist zweifelsohne die schnellste Methode, RAID 1 die sicherste. Der Nutzen von RAID 1 wird meist erst im Falle eines Festplattendefektes deutlich - dann nämlich, wenn das System weiterhin funktioniert und das RAID nach dem Austausch des defekten Laufwerks wieder in einen sicheren Zustand gebracht werden kann. RAID 0 dagegen opfert jegliche Sicherheit zugunsten von Kapazität und Performance, denn die Wahrscheinlichkeit eines Systemausfalls durch Laufwerksdefekt vervielfacht sich mit der Anzahl der Laufwerke.

Ideal wäre daher ein RAID-Modus, der sowohl hohe Datensicherheit gewährleistet, als auch höhere Performance bietet als eine einzelne Festplatte. In aller Regel ist dies heute RAID 5, der Daten und Paritätsinformationen auf mindestens drei Festplatten verteilt. Dieser verlangt jedoch nach einem potenten Controller, denn für die Berechnung der Paritätsdaten (XOR) ist ein kleiner RISC-Chip erforderlich. Eine günstigere Alternative ist ein RAID 01 oder 10, welches mit vier Festplatten arbeitet und zwei RAID-0-Arrays abermals spiegelt (0+1) - oder umgekehrt (1+0).

RAID 5 gibt es nicht als On-Board-Lösung, RAID 01 bzw. 10 dagegen schon.

Der Aufwand ist jedoch noch recht hoch. Für kleine Systeme würde sich etwas zwischen RAID 1 und RAID 5 am besten eignen - und genau hier setzen DFI und HighPoint an: Der HPT372N beherrscht laut Handbuch der aktuellen Hauptplatinen der LANParty-Serie auch RAID 1.5 mit zwei Festplatten. Mal sehen, was das bringt.

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