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Raijintek Triton 360: Schafft die AiO-Wasserkühlung Prozessor UND Grafikkarte?

Raijintek Triton 360: Schafft die AiO-Wasserkühlung Prozessor UND Grafikkarte?
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Wir hatten die Raijintek Triton als offene, bereits vorbefüllte Kompaktwasserkühlung ja bereits im Test, wollten aber schon immer mal wissen, ob die Leistung auch für CPU und Grafikkarte zusammen ausreicht. Mit dem 360er Radiator sollte es möglich sein.

Nur sind Schein und Sein eben in solchen Fällen durchaus nicht das Selbe und am besten testet man so etwas auch selbst aus, bevor man die Herstellerangaben unbestätigt wiederkäut. Grund genug für uns, einen hitzeverdächtigen Core i7-5930K zu übertakten und das Abwärmepaket um eine GTX 980 zu ergänzen:

Stemmt die Triton 360 das ganze Paket? Und falls ja, wie warm und laut wird es diesmal? Erinnern wir uns: Im Artikel Raijintek Triton im Test: Nachfüllbare AIO-Wasserkühlung für unter 75 Euro fiel uns diese Kühlung mit dem 240mm Radiator als potent und leise auf.

Doch stemmt man mit der jetzigen Konstellation einen zusätzlichen VGA-Wasserblock und haben Pumpe und Radiator genügend Spielraum für eine ausreichende Kühlung? Normalerweise rechnet man pro 100 bis 120 Watt TDP eine Radiatorlänge von 120 mm, was uns also einen Spielraum von etwa 300 bis 360 Watt geben dürfte. Genau diesen Spielraum wird die Kombination aus übertaktetem Core i7-5930K und GeForce GTX 980 am Ende sicher auch brauchen, weil wir damit die 300-Watt-Marke locker knacken werden.

Der Lieferumfang der Triton 360 fällt zweckmäßig aus und unterscheidet sich nicht von dem der kleineren Modelle. Neben der vormontierten und bereits mit ungefärbeter Kühlflüsigkeit befüllten Einheit aus Pumpe/Heatsink und Radiator erhält man das Montage-Kit und Wärmeleitpaste.

Zusätzlich wollen wir jedoch testen, wie sich diese Kombination nach einem Kühlmitteltausch verhält, denn wir werden ja einen größeren Kreislauf bauen und somit auch mehr Flüssigkeit benötigen. Da man Kühlmittel generell nie mischt, werden wir einen kompletten Austausch der Kühlflüssigkeit vornehmen und zudem testen, wie sich eine Flüssigkeit mit höherer Dichte auf die Pumpendrehzahl und die Temperatur im Kreislauf auswirkt.

Bevor wir näher auf die Grafikkarte eingehen hier noch einmal schnell die Daten zur Triton 360 in Tabellenform:

Raijintek Trition 360
Formfaktor:
geschlossene Kompaktwasserkühlung (Closed Loop AIO Water Cooling)
Pumpe:
Abmessungen: 3,8 x 5,6 x 3,9 cm
Heatsink: 100% Kupfer, vernickelt
Lager: Graphitröhrchen und Keramikachse
Durchsatz: 120 l/h
Lautsärke: 20 dB(A)
MTBF: 50.000 Stunden
Drehzahl: 3000 U/min
Spannung: 12 Volt (DC)
Leistungsaufnahme: ca. 4 Watt
Radiator:
39,5 x 12,0 x 3,2 cm
100% Aluminium
nimmr drei 12-cm-Lüfter auf
Schläuche:
40 cm transparent, 13/10 Standardschlauch (0,5 Zoll)
optional änderbar
Lüfter:
optional, nicht im Lieferumfang
Füllmenge:
ca. 500 ml (je nach Schlauchlänge und weiteren Komponenten)
Kompatibilität:
Intel-Sockel: LGA 2011 / 1366 / 115X / 775
AMD-Sockel: FM2+ / FM2 / FM1 / AM3+ / AM3 / AM2+ / AM2  
Preisempfehlung:
ca. 90 Euro (inkl. MwSt.)
Achtung! Dieses Produkt wurde exklusiv getestet und kommt erst in den nächsten Tagen in den Handel!

GeForce GTX 980 mit dem EK-FC980GTX von EKWB

Auf die GeForce GTX 980 im Referenzdesign packen wir EKWBs Fullcover-VGA-Kühler im Nickel-Acryl-Design und verwenden für die Befüllung unseres System EK-Ekoolant Pastell Red. Das es sich um ein im Faktor 1:3 mit destilliertem Wasser zu mischendes Konzentrat handelt, haben wir zusätzlich zwei Mischverhältnisse getestet. Einmal im Verhältnis 1:2 für den begehrten "Vampirblut-Look" und einmal wie vorgesehen im Verhältnis 1:3. Die Unterschiede sind durchaus messbar, doch dazu später mehr.

Wir haben den Anschluss-Block aus rein optischen Gründen zudem noch durch ein transparentes Teil ersetzt. Im Prinzip benötigt man für den Umbau noch zwei Fittings, wobei ein normaler 10/13er Schlauch für das zu ergänzende Mittelstück verwendet werden kann.

Allerdings ist der Außendurchmesser der originalen Schläuche minimal geringer (12,5 mm), so dass man mit den Original-Fittings sehr viel Kraft beim Verschrauben etwas dickerer Schläuche benötigt. Deshalb würden wir dazu raten, den am Auslauf zu befestigenden Verbindungsschlauch zur Grafikkarte vorher auf knapp 60°C zu erhitzen (Kochtopf mit Heißwasserbad) und dann die Überwurfmutter schnell aufzuschrauben.

Die so vorbereitete Karte kann nun zwischen den Ablauf der Pumpe und den Radiator gehängt werden. Es empfiehlt sich jedoch für die optimale Ermittlung der Schlauchlängen bzw. der gefahrlos biegbaren Radien erst einmal alle Teile "trocken" zu verbauen und dann den Schlauch anzupassen. Bitte auch beachten, dass beipielsweise für den Einbau des langen Radiators trotz allem genügend Spielraum bleibt, denn befüllen (und auf Dichte testen) wollen wir den Kreislauf außerhalb des PCs.

Ganz wichtig in jedem Fall: Die richtige Zuordnung von Zu- und Ablauf jeder Komponente muss unbedingt eingehalten werden!

Wie der Umbau, die Inbetriebnahme und der Langzeittest ablaufen, das gibt es gleich nach dem Weiterblättern.

Alle 56 Kommentare anzeigen.
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  • Tesetilaro , 9. Februar 2015 09:20
    schon irgendwie witzig - daß mit wasser das beste kühlergebnis erzielt wurde ;) 

    und danke für den test, besser Du hast dich bekleckert als ich. Wobei Du das sicher halbwegs im griff hast, ich würde vermutlich fies rumferkeln - deswegen bleibt mein sys auch erst mal luftgekühlt ;) 
  • FormatC , 9. Februar 2015 10:55
    Mit etwas Nachdenken und Praxis bekommt man das schon ohne Schäden an der Umwelt hin. Wobei die rote Blubber echt fies abfärbt. Mein Papierkorb sah nachher aus wie ein Abfallbehälter nach einer Autopsie, zumindest die bekleckerten Papiertücher. Aber - ich habe keine 50ml eingebüßt! :D 
  • Tesetilaro , 9. Februar 2015 11:06
    öhm, ich verstehe was du meinst - operation passt aber besser als autopsie - dort ist in den allermeisten fällen das blut schon geronnen ;) 

    Das macht es zwar nicht weniger zu einer sauerrei - die roten flecken bleiben aber aus... daher erkennt der mediziner auch ob ein schnitt post mortem erfolgt ist - wo kein blutfluss und fast nix mehr flüssig - da auch keine blutung ;) 

    aber genug klugscheiss - mit abfärben meinst Du farbecht? so richtig mit klamotten versauen im schlimmsten fall?
  • hurt4fun , 9. Februar 2015 11:15
    also ich kühle schon seit ein paar monaten mit destilliertem wasser ohne irgendwas anderes dazugemischt zu haben.

    schöner test übrigens :D  das zeigt wieder einmal, dass viele sehr oft gnadenlos übertreiben bei ihrer radiatorfläche.
    tu ich aber auch :D  aktuell zwei 240er radis nur für einen ollen pentium G3258 :D 
  • Tesetilaro , 9. Februar 2015 11:21
    öhm, destilliertes ist glaub ich auf dauer nicht gut - ich bin nur grad zu faul um nachzuschaun wie sich das auswirkt - grundsätzlich würde ich jetzt vom bauch her auf oxidation im radi tippen...
  • FormatC , 9. Februar 2015 12:56
    Das klappt, wenn alles aus dem gleichen Metall ist. Kupfer und Alu ohne Zusatz ist keine schöne Kombi. Ich bin ja kein Galvaniseur :D 
  • KalleWirsch , 9. Februar 2015 13:19
    WaKü gehörte für mich bis jetzt eher in den OC Bereich.
    Schon weil es mir einfach aufwendiger erscheint.

    Wie laut ist denn die Lösung im Vergleich zu einer Luftkühlung in selben Preissegment? In einem anderen Artikel stand zwar etwas über den Idle-Betrieb, wie sieht das bei 25/50/100% Last aus?
  • FormatC , 9. Februar 2015 15:03
    Zitat :
    Die Geräuschentwicklung bleibt im Rahmen des Erträglichen, denn ganze 3,8 dB(A) unter Volllast über dem gemessenen Grundgeräusch im Raum - im Test zwischen 29,4 dB(A) und 30,7 dB(A) - im Abstand von 50 Zentimetern diagonal zur linken, oberen Gehäusekante gemessen sind ein wirklich gute Wert.
    Seite Drei.

    Es is DEUTLICH leiser als Luft, vor allem auch wegen der Grafikkarte. Außerdem würde ich keinem empfehlen, so eine CPU mit Luft kühlen zu wollen, wenn man sie dermaßen übertaktet. Es hängt am Ende, wie bei Luft auch, natürlich ganz stark von den Lüftern ab!
  • Bastian Fiek , 9. Februar 2015 15:31
    hätte man eventuell aus dem Radiator mehr Kühlleistung rauskriegen können mit einem Sandwich-Bau? sprich Push-Pull..
  • FormatC , 9. Februar 2015 17:09
    Sandwich ist immer ein megafauler Kompromiss. Das sollte man lassen oder gleich ein Gehäuse nehmen, wo man zwei einzelne Radiatoren getrennt montieren kann. Im Devils's Table habe ich ja auch zwei Radis verbaut - räumlich und auch im Kreislauf gut getrennt:
    Pumpe -> CPU -> 240mm Radi -> VGA+VGA -> 360mm Radi ->Pumpe

    In diesem Review hier gehts ja um eine Fertig-Lösung ;) 
  • Big-K , 9. Februar 2015 21:12
    Also die Temperatur Differenz zum Wasser scheint mir recht gering. Was setzt denn die CPU bei welchem Takt um? Oder hab ich das überlesen?
    Hast du mal die Zu- Ablauftemp gemessen?
  • Chemidemi , 9. Februar 2015 22:09
    Naja das Wasser alleine besser kühlt ist im Grund logisch, da es die höchste Wärmekapazität hat. Durch die Zusätze wird diese herab gesetzt, weshalb der Zusatz von anderen Stoffen eher kontraproduktiv für das Kühlergebnis ist.
    @FormatC
    Das hat im Grunde genommen weniger mit der Dichte als mit der Viskosität zu tun. ;) 
    In diesem Fall mit dem Reziproke der Viskosität, also mit der Fluidität.
  • FormatC , 10. Februar 2015 06:25
    Du hast ja Recht, es ist ein etwas schlampger Umgang mit den Begriffen meinerseits :) 

    Nur wird es kaum noch jemand verstehen, dass es neben der dynamischen Viskosität der verwendeten Flüssigkeit auch eine kinematische Viskosität gibt, die sich bei auftretenden Drücken ändert. Dann haben wir auch wieder die Dichte im Spiel. Zu viel Input :) 

    @Big-K:
    Zitat :
    Also die Temperatur Differenz zum Wasser scheint mir recht gering.
    Das Delta zwischen GPU / CPU und dem Wasser? Ich finde die Werte für eine Messung am Radiator durchaus ok, es ginge mit einem besseren Radiator nämlich deutlich besser. Ich hatte übrigens vorgerechnet, dass 180 Watt (GPU) und 140 Watt (CPU) im maximalfall 320 Watt ergeben. Beim Gaming sind es deutlich weniger (ca. 250-260 Watt). Das kühlt man doch mit der linken Arschbacke weg ;) 
  • Chemidemi , 10. Februar 2015 09:58
    Darum hatte ich es auch nicht erwähnt das da nochmals unterschieden wird. ;) 

    Was interessant wäre, um wieviel sich die Temperaturen verbesseren lassen wenn ein Kupferradiator statt dem aus Aluminium genutzt würde.
    Die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer liegt fast doppelt so hoch.
  • FormatC , 10. Februar 2015 12:58
    Das wiederum ist eine interessante Frage, die aber auf Grund der vorhandenen AIO-Lösung, die ja als solche zu testen war, ein wenig irrelevant ist. Allerdings wird Raijintek, soweit die Rückmeldung stimmt, den Bau des Kupferradiators (notfalls als Hybrid) mal gegenrechnen. Falls das passt, gibt es sicher auch mal auch was in Kupfer. Das aber muss der Hersteller für sich entscheiden.

    Viel niedrigere Temperaturen erreicht man nicht (das habe ich mal mit der 240er Raijintek und einem EKWB Kupferradiator getestet) und das dann real Mögliche macht sicher auch keinen gravierend großen Unterschied aus (bei mir waren es 2-3 Kelvin), aber man könnte entweder die Pumpe entlasten und langsamer schaufeln lassen, oder eben mehr Wärme abführen. Beides nicht ganz ohne Charme :) 
  • Tesetilaro , 10. Februar 2015 13:43
    mal unabhängig was ich darüber denke... wie schauts inzwischen mit so einer aio lösung aus - hausfrauentauglich oder nicht?

    Ich setzte jetzt vorraus daß der Nutzer in der lage und willens ist eine gebrauchsanleitung zu lesen und zu verstehen - und ja mir ist klar, es gibt leute die kein ikea möbel oder lego technik zusammen bekommen - aber die kandidaten mal rausgerechnet - geht für den normalo oder nicht? so aus deiner einschätzung @igor ;) 
  • Chemidemi , 10. Februar 2015 14:16
    Hm ich hätte da mit etwas mehr gerechnet, aber es könnte auch an der Lackierung liegen. Wenn man die weglassen würde könnten da vllt sogar noch 2-3 Kelvin mehr drinne sein.
    Das ist natürlich nur eine Option wenn es nicht um die Optik geht sondern nur um die Performance.

    Naja die Pumpe wurde in obigen Test ja schon entlastet da keine 90° Winkel oder ähnliches verbaut wurden. :) 
    Bastel Spass für Technik begeisterte und Ingenieure. :D 
  • FormatC , 10. Februar 2015 15:18
    Ja, Wasser marsch ist immer lustig. :D  Unlackiert wäre sich mehr drin, keine Frage. Je größer der Radiator, umso größer auch die Unterschiede. Bei den kleinen 120ern zählt die Leistung vom Pustefix eher, als das verwendete Basismaterial. Ich habe im Tisch auch "nur" einen 360er und einen 240er für 700 Watt Abwärme, aber ob das mit Alu geklappt hätte? Jedenfalls nicht so leise. Die Lackierung ist zudem wesentlich dünner und matt. Wenn ich Zeit habe, vergleiche ich mal die Emission bei gleicher Wassertemperatur am Einlauf. Das Equipment habe ich ja Gott sei Dank :) 


    @Tesetilaro:
    Ich wüsste nicht, wo hier die Könnensgrenze liegt oder besser: wie man es am besten definiert. Meine Frau ist Hausfrau, baut aber allein und ohne permanente Hilfe auch mal ein Doppelstockbett samt Seitenregal und Treppe zusammen - basierend uaf ihrer polytechnischen Ausbildung während der Schulzeit. Lesen und Verstehen der Anleitung inklusive. Unsere ganzen Edelhumanisten bekommen ja hingegen nicht mal einen Nagel in die Wand. Aber Physik abwählen, weil Kant und Hegel wichtiger scheinen. Lebensfremd. ;D

    Kurzum: wer das nicht hinbekommt, sollte erst gar keine Computer zusammenbauen wollen. Das ist wie ein Klempnerspiel für 10-Jährige, nur eben teurer ;) 
  • Chemidemi , 10. Februar 2015 15:56
    Würde schon reichen wenn der Weg den das Wasser nimmt länger wäre, da so mehr Zeit zum kühlen bleibt. Also mehr Schlaufen im Radiator. Hm das müsste man testen ob da Alu auch reicht. :D 
    Finde es aber sehr gut das Raijintek da mitgedacht hat und auf Grund der galvanischen Gegebenheiten Propandiol statt Wasser genommen hat.
    War das eigentlich reines oder mit Wasser gemischt?
  • xFolterknechtx , 10. Februar 2015 18:11
    Schöner Test!

    Könntet ihr mal nen blick auf die Konkurenz aka Swiftech H-320 werfen, sicherlich interessant, da der Rad dort auch aus Kupfer ist afaik.
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