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Steckplätze für Speicher und Erweiterungskarten

Ratgeber für Einsteiger: Das richtige Motherboard
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Einschränkungen bei Art und Konfiguration des Speichers werden häufig auf den Speichercontroller zurückgeführt, aber auch die Steckplatzkonfiguration des Motherboards kann hier Grenzen setzen. So bieten etwa einige Micro-ATX- oder kleinere Motherboards z.B. nur zwei Speichersteckplätze, die beide mit demselben Speicherkanal verbunden sind, wodurch ein Dual-Channel-fähiger Speichercontroller nutzlos wird. Es ist sicherlich am besten, wenn man wenigstens vier DIMM-Steckplätze zur Verfügung hat, Workstation-Motherboards bieten häufig acht oder sogar mehr.

AGP- und AGP-Pro-Steckplätze sind nur für Grafikkarten der älteren Technologie geeignet, die inzwischen gegenüber PCI-Express-Karten an Wert verloren haben. Besitzer von leistungsfähigen AGP-Grafikkarten werden aber vielleicht trotzdem zu einem AGP-tauglichen Motherboard greifen, wenn sie ihre Hardware aktualisieren. PCI unterstützt die breiteste Palette an Erweiterungskarten und dürfte noch einige Jahre lang seine Vorherrschaft behalten. Inzwischen kommen aber auch immer mehr entsprechende PCI-Express-Versionen auf den Markt. Weil private Systeme ihre Rolle während ihrer Nutzungsdauer häufig ändern, kann es nicht schaden, mindestens einen PCI-Steckplatz mehr zu haben, als man ursprünglich geplant hat. PCI-X ist ein Standard für Server und Workstations auf Basis von PCI, aber auf 64 Bit erweitert und mit Taktfrequenzen, die bis zum Vierfachen betragen. Man darf das nicht mit "PCX" verwechseln, einer Abkürzung, die Nvidia anstelle von PCI Express verwendet. Express-(PCIe-)x16-Steckplätze sind normalerweise für Grafikkarten gedacht, aber ein zweiter Steckplatz kann auch für andere Zwecke genutzt werden. Eine flexible Konfiguration erlaubt breiteren Karten, mit schmaleren Pfaden zu arbeiten, und umgekehrt, so dass ältere Chipsätze die 16 normalerweise mit einer einzelnen x16-Karte verbundenen Pfade auf zwei x16-Steckplätze mit x8-Pfaden aufteilen können. Neuere High-End-Chipsätze von ATI und Nvidia unterstützen die zusätzlichen Pfade, die für zwei echte x16-Steckplätze erforderlich sind.

PCI-Express-x8- und -x4-Steckplätze sind für Geräte geeignet, die eine große Bandbreite benötigen, wie z.B. RAID-Controller mit acht oder mehr Laufwerken und Gigabit-Netzwerkkarten mit mehreren Verbindungen. Diese PCIe-Steckplätze dürften langfristig PCI-X in Workstations ersetzen und so Produkte, die eigentlich für Workstations gedacht sind, auch für Privat-PCs erschwinglich machen.

PCI-Express-x1-Steckplätze sind dafür gedacht, die vertrauten PCI-Steckplätze zu ersetzen. Sie bieten in beiden Richtungen die doppelte Bandbreite und sind perfekt für Geräte mit mittlerem Bandbreitenbedarf geeignet, wie z.B. Gigabit-Netzwerkkarten mit nur einer Verbindung, ATA-Controllerkarten für zwei Laufwerke oder TV-Tuner-Karten.

PCI Express-Steckplätze mit einem offenen Ende, wie man sie auf einigen MSI-Motherboards findet, erlauben die Verwendung von längeren Karen in kurzen Steckplätzen, z.B. einer x8-Karte in einem x4-Steckplatz. Das Gigabyte GA-M59SLI geht sogar noch einen Schritt weiter: Dort kann man eine x16-Karte in einem x8-Steckplatz verwenden.

Jeder von diesen Steckplatz-Typen kann sich bei einem neu zusammengestellten System als wertvoll erweisen. Daher sollte man zuerst die Karten auswählen, die verwendet werden sollen, um dann die Anforderungen an das Motherboard zu bestimmen.

Zusätzliche Controller

Zusätzlich zu den umfangreichen Funktionen, um die sich die Southbridge kümmert, gibt es noch Geräte von Drittanbietern wie z.B. zusätzliche ATA-Controller (zur Unterstützung von weiteren Festplatten), IEEE1394/FireWire- oder SCSI-Controller. Eine Reihe von Faktoren hat dazu beigetragen, dass diese nicht mehr so gängig und nur noch in wenigen High-End-Produkten zu finden sind, darunter die besser ausgestatteten integrierten ATA-Controller der Chipsätze, die abnehmende Popularität von FireWire-Geräten sowie das Aussterben von SCSI-Peripheriegeräten für PCs.

Add-in-Controller nutzen üblicherweise PCI-Verbindungen unter Verwendung eines logischen "Steckplatzes", wo auf dem Motherboard kein Platz mehr für einen physischen Steckplatz vorhanden ist. Da auf einem ATX- oder BTX-Motherboard voller Größe nur sieben physische Steckplatzpositionen verfügbar sind, wird ein typischer Chipsatz, der vier PCI-Express-Komponenten plus sechs PCI-Steckplätze unterstützt, noch eine Reihe ungenutzter Verbindungen aufweisen, welche direkt an Onboard-PCI-Komponenten umgeleitet werden können.

Es mag kontraintuitiv erscheinen, eine der Komponenten zu deaktivieren, die zum hohen Preis eines Motherboards beigetragen haben, aber damit kann man unter Umständen die Bootzeit verkürzen. So bringen zusätzliche ATA-Controller ihr eigenes BIOS mit, aber Anwender, die nur wenige Laufwerke benutzen, werden an diesen zusätzlichen Controller wahrscheinlich gar kein Laufwerk angeschlossen haben. Das Deaktivieren der ungenutzten Hardware spart die Zeit, die dessen BIOS brauchen würde, um nach Laufwerken zu suchen, nur um dann die überflüssige Meldung "no drives found" zu liefern.

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