Immer schön cool bleiben: Sapphire RX Vega64 Nitro+ im Test

Kühlerdetails und Geräuschentwicklung

Kühlsystem und Backplate


Im direkten Zusammenhang zur aufgenommenen Leistung steht natürlich die erzeugte Abwärme, für deren optimale Abführung die Kühllösung verantwortlich ist. Diese deshalb geradezu monumental aufgebaute Kühlung wird von einem riesigen Lamellenkühlkörper dominiert, der oberhalb einer großen Vapor-Chamber sitzt. Für die Verteilung der Abwärme zwischen der Chamber und den Teilbereichen des Kühlers dienen insgesamt sechs Heatpipes, die oberhalb der Vapor-Chamber angebracht sind und auf dieser aufliegen.

Sapphire hat die Backplate innen schwarz beschichtet, so dass die abgestrahlte Wärme besser aufgenommen und einem Hitzestau entgegengewirkt wird. Rückseitig werden mittels Wärmeleitpads alle Doubler-Chips, der Gate-Treiber des Speicher-Spannungswandlers, sowie der PWM-Controller aktiv mitgekühlt.

Kühlsystem im Überblick
Art des Kühlers:
Luftkühlung
GPU-Kühlung
Vapor Chamber
Kühlfinnen:
Aluminium, vertikale Ausrichtung
engstehend, teilweise geneigt
Heatpipes
3x 8 mm und 3x 6 mm, Kupfer-Komposit, vernickelt
VRM-Kühlung:
GPU- und Speicher-VRM über Kühlerframe
RAM-Kühlung
Speicherkühlung (HBM2-Module) über Vapor-Chamber
Lüfter:2x 9,7 cm Lüftermodule (10 cm Öffnung), 9 Rotorblätter
1x 8,7 cm Lüftermodul (9 cm Öffnung), 11 Rotorblätter
semi-passive Regelung
Backplate
Aluminium
Kühlfunktion für Doubler, PWM Controller und VRM Gate-Treiber

Betrachten wir nun diesen Kühler einmal genauer. Neben der Vapor-Chamber für die GPU und den HBM2-Speicher sind drei zentrale 8-mm-Heatpipes und zwei außenliegende 6-mm-Heatpipes, die aus vernickeltem Kompositmaterial bestehen, für den Transport der Abwärme von der GPU zu den einzelnen Bereichen des Lamellenkühlers verantwortlich. Darüber hinaus liegt noch eine kürzere, gebogene 6-mm-Heatpipe oberhalb der Spannungswandler.


Das, was dieser Kühler zu leisten imstande ist, kann man getrost als enorm bezeichnen. Wir sehen übrigens auch sehr schön, mit wie vielen Schrauben Sapphire rund um die Vapor-Chamber arbeitet. Vier Befestigungen für die Chamber auf dem Package und weitere vier Schrauben für den Bereich des Kühlerframes um das Package herum sorgen für eine sehr gleichmäßig verteilte Last auf dem empfindlichen Interposer des Packages.

Lüfterkurven und Geräuschemission ("Lautstärke")

Die Lüfterkurven zeigen, dass Sapphire hier selbst Hand angelegt hat. Den semi-passiven Betrieb erledigt man über einen programmierten Controller, so dass auch dann noch Umdrehungswerte vom WattMan angezeigt werden, wenn dieser Controller die Lüfter bereits spannungslos geschaltet hat. Das ist zwar etwas tricky und verwirrt, wenn man nur die Sensorwerte ausliest, aber mit einem externen Lasermessgerät tritt dann die Wirklichkeit zu Tage. Interessant ist auch der Kurvenverlauf, der dafür sorgt, dass die GPU nicht über die hinterlegte 70°C-Zieltemperatur hinausschießt.

Das Ganze sieht beim Stresstest nicht viel anders aus. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Karte mit den drei Lüftern recht gut hinkommt.

Reserven, um die Lüfter niedriger drehen zu lassen, besitzt die Karte durchaus. Es ginge sicherlich noch leiser, kostete dann aber im Gegenzug ein paar MHz an Boost-Takt. Wir finden, dass Sapphire hier einen recht ausgewogenen Kompromiss ab Werk anbietet.

Messwerte für Lüfter und Geräuschemission
Lüfterdrehzahlen Open Benchtable Maximum
1493 U/min
Lüfterdrehzahlen Open Benchtable Average
1485 U/min
Lüfterdrehzahlen Closed Case Maximum1611 U/min
Lüfterdrehzahlen Closed Case Average1585 U/min
Geräuschemission (Luft) Maximum
39.8 dB(A)
Geräuschemission (Luft) Average
39,1 dB(A)
Geräuschemission (Luft) Idle0 dB(A)
Klangcharakteristik /
Höreindruck
kaum tieferfrequente Lagergeräusche
leichte Motorgeräusche < 1 Hz
moderate Luft-/Abrissgeräusche
leichte Spannungswandlergeräusche

Um unseren subjektiven Höreindruck noch einmal zu veranschaulichen, haben wir nun noch eine hochauflösende Grafik mit dem kompletten Frequenzspektrum unserer Labormessung:

Die 39,1 dB(A) sind für eine solch brachiale Karte und die gemessenen Temperaturen sehr gut und mehr als nur akzeptabel. Viel besser wird man es somit kaum hinbekommen, zumal uns vor allem auch die Performance im geschlossenen Gehäuse begeistern konnte, denn in dieser Hotbox herrschten beim OC immerhin bis zu 50°C.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
6 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • ShieTar
    Zitat:
    Es steht allerdings auch nichts dagegen, das Geld für diese Karte auszugeben, wenn man denn zu den Glücklichen gehört, die überhaupt eine ergattern können.

    Ausser vielleicht der Tatsache das es eine gute GTX 1080 schon fuer 150€ weniger gibt? Und eine 1080 Ti fuer nichtmal 50€ mehr?
  • FormatC
    Die aber ihrerseits bestimmte Dinge nicht so gut können, dafür andere besser? Ich hätte mir auch für fast das gleiche Geld eine sogenannte deutsche Premium-Marke als Auto kaufen können, die angeblich alles besser kann und länger halten soll. Nur folge ich Emotionen und gewissen privaten Überlegungen, warum ich genau dies NICHT getan habe. Und bisher bin ich immer gut damit gefahren. :)
  • ShieTar
    Mit den Transportmitteln des letzten Jahrhunderts kenne ich mich nicht aus, hätte aber gedacht das die mehr als 750€ kosten. Aber irgendwie tut das auch nichts zur Sache.

    Das es abseits vom Cryptoterrorismus Dinge gibt, die eine Vega 64 besser kann als eine 1080 Ti wäre aber noch zu beweisen. In den von dir veröffentlichten Benchmarks habe ich auf jeden Fall nichts gefunden, was auch nur Ansatzweise für eine Vega 64 sprechen würde, solange sie im Preis nicht auf das Niveau der GTX 1080 fällt.
  • FormatC
    Versuchs mal mit Rechnen. ProRender kann in einer Workstation ein Segen sein und für DaVinci Resolve gibt es von NV auch nichts so recht Passendes. Es gibt für Grafikkarten nicht nur das Gaming. Und wir hätten noch so schöne Dinge wie Low-Level-APIs. Da wird es zum jetzigen Stand für NV reichlich düster. Vega in der FE war eine grandiose Offerte für die, die was damit anfangen können. Gaming, nun ja. Je nach Spiel. Unter Wolfenstein 2 (ich habe beide Karten unter Wasser) ist sie kaum schlechter als die 1080 Ti. :)
  • ShieTar
    Under in die Render-Workstation verbaust du eine Vega64 mit 8GB anstelle der FE mit 16GB? Moeglich, aber den passenden Test solltest du noch in den Artikel einbauen. Ansonsten kommt dein Fazit halt so ziemlich aus dem nichts und steht im Widerspruch zu den Testergebnissen auf den 12 Seiten davor.
  • FormatC
    Compute-Benches gibt es wie Sand am Meer, da reicht googlen. Ich habe die FE und die normale RX in der Workstation. Die können gut miteinander. Und da die FE die primäre Karte ist, laufen sogar die Pro-Treiber auf der normalen RX sauber mit. Das ist sicher ein Bug und so gar nicht gewollt, aber es funzt. Und solange das gut geht, why not? Für eine zweite P6000 fehlt mir das Kleingeld.

    Da ich US-kompatibel bleiben muss und die aktuell keine Workstation-Sachen nehmen, bleibt so etwas erst mal außen vor. Aber - da bin ich guter Dinge - es wird sich gravierend etwas ändern. Wenn ich den Umbruch mit überlebe. Stay tuned ;)

    Es ändert nichts am überzogenen Preis, doch solange die Kunden den zu zahlen bereit sind, währe AMD samt Boardpartnern doch megahohl, die Kohle einfach liegen zu lassen. Da zählen die Meinungen Eingeweihter wie Deine und meine einen alten Furz. Es wird mitgenommen, was man kriegen kann. Angebot und Nachfrage. Straßenpreise können sich nun mal nicht nur nach unten bewegen. Traurig, aber wahr.