Debüt: Sabio CM-4 NAS

ist ein lukrativer Markt. Selbst Intel ist mit dem in das semiprofessionelle Segment eingestiegen. Ein interessanter Kandidat ist das Sabio CM-4. Dieses Modell besitzt einen Gigabit-Anschluss, vier Festplattenschächte und diverse RAID-Funktionen und spielt demnach in der selben Leistungsklasse.

Das CM-4 NAS-System bietet dank Serial-ATA echte HotSwap-Einschübe und unterstützt mit dem Intel 31244 SATA-Controller seit dem Erscheinen der Seagate Barracuda 7200.10 bis zu 750 GB pro Einschub. Summa summarum mit den vier Platten-Einschüben ergeben sich damit also maximal drei Terabyte Speicherplatz.

Unser Testgerät ist mit vier Festplatten von Seagate (Baureihe Barracuda 7200.8) á 250 GB bestückt, und stellte damit insgesamt ein Terabyte Speicherplatz zu Verfügung. Das Gerät soll zumindest laut Quick-Config-Programm auch als reines Barebone-System angeboten werden.

Einzelner Festplatteneinschub, mit geöffneter Halterung

Das Gerät ist mit seinen Ausmaßen eine Liga über der, die man sich direkt auf seinen Schreibtisch stellen würde. Es wiegt knapp über zehn Kilogramm, ist 28 cm tief, 26 cm hoch und 18 cm breit. Zu einem nicht unerheblichen Teil von Größe und Gewicht trägt das intern verbaute Standard-ATX Netzteil bei. Die Betriebslautstärke der beiden Lüfter (Netzteil und Plattenverbund) ist durch ihre Temperatursteuerung nicht übermäßig laut, die Tonfrequenz dank der großen Durchmesser eher angenehm.

Das Äußere selbst macht auf den ersten Blick noch einen stabilen Eindruck. Leider trifft dies nur auf das stählerne Gehäuse, nicht aber auf die Frontabdeckung zu. Die Haltenasen dieser Plastikfront sind etwas fehlkonstruiert, weil sie alle in die selbe Richtung zeigen, und so ist diese mit einer unachtsamen Bewegung schnell demontiert. Damit ist dann auch das in der Frontabdeckung verbaute Schloss für die Laufwerkstür nur noch Makulatur.

Die vier Festplattenhalterungen des Gehäuses

Die vier Halterungen sowie der Öffnungsmechanismus der vier Festplatten selbst sind zwar durchdacht, aber die Laufwerksschächte für die Halterungen sind etwas ungenau gefertigt, so dass diese beim Hineinschieben einer Platte gerne erst einmal verkanten. Natürlich stellt sich die Frage, wie oft im Tagesbetrieb die Festplatten getauscht werden müssen, aber es hinterlässt einfach einen nicht allzu detailgearbeiteten Eindruck.

Das Metallgehäuse selbst ist schnell zu öffnen - nur drei leicht gehende Rändelschrauben auf der Rückseite halten die äußere Hülle. Man hat sofort Zugriff auf die Hauptplatine und deren RAM-Steckplatz. Innen setzt sich dann das Bild einer nicht allzu verfeinerten Ingenieurskunst fort. Dass ein Standard-Netzteil verbaut wurde, ist nicht zwangsläufig als Nachteil zu werten, allerdings sind dessen Kabelsätze unverändert geblieben, also einige Y-Kabel-Stromanschlüsse sinnlos mit verlegt. Das gleiche Bild sieht man bei der Verbindung zwischen der Hauptplatine und der Verbindungsplatine der Platteneinschübe: Dafür wurden vier einzelne, etwas abenteuerlich geknickte Standard SATA-Kabel verlegt.

Der technische Ansatz dieses NAS-Produktes also ist seiner Zeit nicht gerade voraus, allerdings haben solche Standardteile zugegebenermaßen im Servicefall den Vorteil, leicht, günstig und vor allem auch selbst austauschbar zu sein.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
2 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Hans Wurst
    Also bei dem Preis sollte doch ein XOR Einheit drinn sein. Dann könnte man eventuell son Teil auch ernsthaft nutzen. Aber bei Initialisierungszeiten von mehr als 20 Stunden düfte das ehr ein Scherz sein. Selbst die Zeiten im Raid1 Betrieb sind einfach inakzeptabel.
    0
  • pivo
    Hallo,

    Für die im Artikel genannte Zielgruppe "Soho" dürften zwei, leider im Artikel fehlende Angaben von ziemlicher Wichtigkeit und u.U. mit kaufentscheidend sein:

    - Wie sieht das Energiemanagement aus?
    Kann man die Idle-Time einstellen, bis sich das NAS endgültig schlafen legt?
    Wie hoch ist der Energieverbrauch unter Last, im Leerlauf und im "Schlafmodus?
    - Wenn das NAS "schläft", wie lange dauert es, bis es bei einem Zugriff wieder zur Verfügung steht?

    Außerdem möchte ich mal anregen, doch mal einige populäre NAS-Lösungen im Vergleich zu testen.
    Besonders interessant währen für mich persönlich dabei die Buffalo TeraStations (Pro II und Live) gegen Sabio, bzw. Synology.

    cu.
    Pivo
    0