Samsung: Exynos 8895 bis zu 4 GHz schnell

Im kommenden Jahr steht - zumindest bei mobilen Prozessoren - ein neuer Sprung bei der Strukturbreite an: Werden die aktuellen Topmodelle noch im 14-nm-Verfahren gefertigt, sollen Qualcomms Snapdragon 830 und Mediateks Helio X30, die Anfang 2017 ihre Debüts feiern sollen, in Strukturbreiten von nur noch 10 nm produziert werden.

Auch Samsung wird diesem Trend folgen. Der Hersteller arbeitet allem Anschein nach an einem entsprechenden Nachfolger des Exynos 8890, der neben vier ARM-Cortex-A53-Kernen auch vier leistungsstärkere M1-CPU-Kerne mitbringt, die unter dem Codenamen "Mongoose" in Eigenregie entwickelt wurden. Dabei könnte sich es um einen Shrink des bestehenden Modells handeln, denn der Exynos 8895 ist schon hinsichtlich der Versionsnummer dicht am Vorgänger dran.

Die technischen Details, die bisher bekannt wurden, halten sich jedoch in Grenzen. Offenbar soll das SoC eine maximale Geschwindigkeit von bis zu vier Gigahertz erreichen. Im Vergleich zum Vorgänger würde das eine Steigerung von rund 30 Prozent bedeuten, denn der 8890 leistete theoretische Geschwindigkeit von drei Gigahertz. Die A53-Kerne sollen bei dem neuen Prozessor, der vermutlich im Galaxy S8 erstmals verbaut wird, bis zu 2,7 GHz schnell werden.

Erstelle einen neuen Thread im News-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
3 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • Grimmblut
    Bei mobilen Geräten muss man bei der Kaufentscheidung auch immer den Umstand beachten, dass mehr Transistoren auch nahezu immer einen höheren Energieverbrauch bedeuten - und damit eine geringere Akkulaufzeit. Dies trifft nicht nur bei aktiver Nutzung des Gerätes zu, sondern bezieht sich auch auf den Stromverbrauch im Ruhezustand. Es gibt keine idealen Halbleiter-Transistoren, d.h. Transistoren, die in sperrenden Zustand keinen Strom fließen lassen. Der Strom, der durch einen modernen Halbleiter-Transistor in sperrendem Zustand fließt ist nahezu vernachlässigbar gering. Moderne Prozessoren verfügen jedoch über Milliarden solcher Transistoren und "milliardenfach nahezu vernachlässigbar" ist in diesem Fall nicht mehr "vernachlässigbar". Wer ein altes Nokia 3310 und ein modernes Smartphone im ausgeschaltet Zustand, beide mit voll geladenem Akku, einen Monat liegen lässt und sie danach wieder anschaltet, kann diesen Effekt gut nachvollziehen - und dabei hatte das Nokia 3310 meist nur einen 900 mAh Akku, der viel kleiner ist als aktuelle Smartphone Akkus, die häufig über etwa 2600 mAh verfügen. Hinzu kommen noch die Schaltverluste, die bei höherer Frequenz zunehmen. Aus diesem Grund sind manche Smartphonehersteller dazu übergegangen, mehrere Prozessoren mit unterschiedlicher Taktung zu verbauen. Langsamere Prozessoren für weniger anspruchsvolle Aufgaben und schnellere Prozessoren für entsprechend aufwendigere Aufgaben. Auch die dynamische Anpassung des Takts von schnelleren Prozessoren wird verwendet, wobei dies aber aufgrund der meist höheren Spannung, die zum Betrieb solcher potentiell hochfrequenten Prozessoren notwendig ist, weniger effektiv ist.

    TLDR: Wem lange Akkulaufzeit wichtiger ist als ein paar Prozent mehr Leistung, der sollte nicht nach den leistungsstärksten Prozessoren greifen, da diese auch ohne Last und im ausgeschalteten Zustand den Akku schneller leeren.
    1
  • 0x90
    Aber eine geringere Strukturbreite sorgt doch tendenziell schon für weniger Verbrauch, oder?
    0
  • Grimmblut
    Ja, die Verlustleistung pro Transistor fällt bei sinkender Strukturgröße, aber die Transistordichte steigt. Die Erhöhung der Transistordichte wächst dabei quadratisch, die Verlustleistung pro Transistor fällt aber nur linear.
    0