Samsung Galaxy S6 im Test: Reinkarnation mit Schönheitsfehlern

Samsung leitet die Kehrtwende ein und verbaut ab sofort auch bei seinem Top-Modell ein Chassis aus Alu und Glas. Gleichzeitig verschwinden der SD-Slot und der wechselbare Akku. Fairer Deal oder Kuhhandel?

Fast schon gebetsmühlenartig wurden die Gehäuse der Top-Smartphones von Samsung von den Redaktionen "auseinandergenommen". Zum einen, weil der rückwärtige Deckel traditionell abnehmbar war; zum anderen, weil Samsung als einer der wenigen Hersteller durch seine ganze Palette hindurch auf Polycarbonat – oft abfällig "Plastik" geschimpft – als Gehäusematerial setzte.

Dabei überzeugten die Vorgänger des aktuellen Testgerätes stets mit hoher Verarbeitungsqualität, robustem Äußeren, niedrigem Gewicht und so manchem Feature, das die Konkurrenz nicht zu bieten hatte - etwa Dichtheit gegen Staub und Wasser. Allein die Haptik entsprach nicht ganz dem, was sich viele von einem High-End-Gerät erwarten. Diesen Anspruch erfüllten vor allem die Flaggschiffe von Apple, HTC und Sony.

Doch schon seit Monaten kündigt sich dahingehend ein Wandel bei Samsung an. Mit dem Galaxy Alpha kam das erste Gerät mit Metallrahmen, die Modelle der kürzlich erschienenen Galaxy-A-Serie (hier unser Test zum Samsung Galaxy A5) basieren sogar schon auf einem Alu-Unibody.

Beim aktuellen Flaggschiff, dem gerade auf den Markt gebrachten Galaxy S6, heißen die Materialen der Wahl Alu und Glas - und zwar in der besonders kratzfesten Variante Corning Gorilla Glass 4. Die Kehrseite der Medaille? Die Zeiten der wechselbaren Akkus und des erweiterbaren Speichers sind bei Samsung – zumindest vorerst – vorbei.

Bei Innenleben und Ausstattung wollen die Südkoreaner wieder Zeichen setzen. Dass ihnen das gelungen ist, zeigt sich noch im Verlauf dieses Artikels. Ein weiteres Highlight des S6 ist dessen extrem hoch auflösendes Super-AMOLED-Display.

Das Ganze lässt sich Samsung aber auch ordentlich was kosten. Für die 32-GByte-Version ruft der Hersteller satte 700 Euro auf. Angesichts von UHD-Videos und anderer Speicher fressender Anwendungen werden viele aber eher zur 64- oder gleich zur 128-GByte-Version greifen. Hierfür will Samsung 800 bzw. 900 Euro sehen. Eine derart "sportliche" Preisgestaltung kennt man sonst fast nur von Apple.

Immerhin: Die Preise bei den Geräten aus Südkorea fallen erfahrungsgemäß früh und stark. Zur Markteinführung - und damit zum Testzeitpunkt - lagen die Preise allerdings noch auf UVP-Niveau.

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