Samsung Galaxy S8: Mit viel Bildschirm Eindruck schinden

Mit dem Galaxy S8 hat Samsung die langerwartete Neuauflage seines Flaggschiffes präsentiert, die in diesem Jahr noch wichtiger ist: Sie soll das Debakel rund um das Galaxy Note 7 vergessen machen, das bereits kurz nach dem Verkaufsstart wegen eines zur Explosion neigenden Akkus wieder vom Markt genommen werden musste.

Dementsprechend haben sich die Koreaner ins Zeug gelegt: Bereits auf den ersten Blick fällt der enorm große Bildschirm auf, nicht nur weil er im Vergleich zu den Vorgängern deutlich gewachsen ist: Die "kleine" Variante, das Galaxy S8, bietet eine Displaygröße von 5,8 Zoll; bei der Plus-Variante wächst die Diagonale sogar auf 6,2 Zoll. Die Auflösung ist auf 2960 x 1440 Pixel gestiegen.

Dennoch soll der Bildschirm in der Hand längst nicht so gigantisch wirken: Dazu tragen die wie bei den Vorgängern stark abgerundeten Längsseiten, sowie die Stirnseiten bei, an denen das Displayglas nur nur von einem schmalen Rand gehalten wird. Die im Vorfeld kursierenden Gerüchte rund um einen unter dem Displayglas sitzenden Fingerabdruckscanner haben sich aber auch nicht bestätigt. Die klassische Heimtaste ist zwar weggefallen, der Sensor sitzt nun jedoch auf der Rückseite - das dürfte nicht jedem gefallen, denn liegt das Smartphone etwa auf einem Tisch, kann dieser nicht mehr so leicht erreicht werden. Aber es gibt da ja noch eine leistungsstarke Gesichtserkennung.

Beim dahinter verbauten Prozessor gibt sich Samsung kleinlaut und verrät lediglich, dass es sich um ein in einer Strukturbreite von 10 Nanometern gefertigtes Achtkern-SoC handelt, das aus einem 2,3 GHz schnellen Vierkern- und einem mit 1,7 GHz getakteten Vierkern-Cluster. Das klingt stark nach dem Exynos 8895 aus der eigenen Entwicklung; der Qualcomm Snapdragon 835 bleibt damit allem Anschein nach den für den nordamerikanischen Markt bestimmten Modellen vorbehalten.

Das SoC wird von einem vier Gigabyte großen Arbeitsspeicher unterstützt, der Datenspeicher ist beim Basismodell 64 Gigabyte groß und kann mit Hilfe einer microSD-Karte um bis zu 256 Gigabyte aufgestockt werden.

Bei der Kamera scheint sich im Vergleich zum Galaxy S7 dagegen wenig getan zu haben. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten folgt Samsung nicht dem Trend hin zu einer Dualkamera, sondern setzt weiterhin auf einen 12-Megapixel-Sensor, der mit einem Blendwert von f/1,7 eine hohe Lichtempfindlichkeit verspricht. Diese wird auch an der Front geboten, wobei an dieser Stelle ein Acht-Megapixel-Sensor verbaut wird.

Auch bei der Netzwerkanbindung bleiben kaum Wünsche offen. Das WLAN-Modul beherrscht den ac-Standard, für die Nutzung von LTE-Netzen steht ein Modem bereit, das der Kategorie 16 entspricht. Peripherie kann kabellos mit Hilfe von Bluetooth 5.0 angesprochen werden, außerdem steckt nun eine USB-Schnittstelle mit Typ-C-Interface zur Verfügung. Welchem Standard diese entspricht verrät der Hersteller jedoch nicht.

Nicht wenigen Nutzern dürfte dagegen gefallen, dass der Hersteller sich hinsichtlich der Schnittstellenausstattung nicht von Apple beeindrucken lässt: Nach wie vor wird an der klassischen Kopfhörerbuchse festgehalten.

Softwaretechnisch ist das neue Samsung-Flaggschiff allerdings fast eine Enttäuschung. Zwar bieten die Koreaner - auch das pfiffen die Spatzen bereits im Vorfeld von den Dächern - mit Bixby einen eigenen Sprachassistenten, der sich dank künstlicher Intelligenz sehr verständig zeigen und aus dem Galaxy S8 eine universelle Fernbedienung für die ans Netz angeschlossenen Haushalts- wie auch Mulitmediagerätschaften machen soll. Doch als Betriebssystem wird lediglich Android 7.0 installiert - Google Pixel-Smartphones bieten schon längst Android 7.1.

Unterm Strich ist das an dem neuen Galaxy S8 also gar nicht so viel neu, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag: Samsung schafft es einmal mehr mit einem spektakulär in Szene gesetzten Bildschirm ein großes Staunen zu erzeugen, die hardwaretechnischen Veränderungen waren in der Form erwartbar, manches ist noch vom Galaxy S7 bekannt - die Koreaner setzen einmal mehr auf eine sanfte Evolution der Serie.

Sowohl das Samsung Galaxy S8 als auch das S8 Plus können ab 19. April vorbestellt werden, sie sollen 799 bzw. 899 Euro kosten. Die Auslieferung beginnt am 28. April.

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