Samsung SSD 850 Evo/Pro 2TB im Test: Die ersten 2-Terabyte-SSDs

Samsung hat seine SSD-Produktlinie mit neuen 2-TByte-Modellen nach oben erweitert. Es gibt sowohl eine neue 850 Pro als auch eine 850 Evo.

Einleitung

Samsung hat einen 50-prozentigen Marktanteil im SSD-Bereich. Im Bereich der Endkunden-Laufwerke ist dieser Prozenzsatz noch höher - in einigen Ländern liegt er sogar bei 80 Prozent. Samsung stellt außerdem weltweit die Hälfte des produzierten NAND-Speichers her. Allerdings sind nicht alle Flash-Chips für SSDs gedacht. Viele landen auch in Smartphones, Tablets, Kinderspielzeug, SD-Karten und sogar Autos.

Samsung gehört aber nicht nur beim Produktionsvolumen, sondern auch im Bereich der Innovationen zu den führenden Storage-Unternehmen. Vor kurzem zeichnete Samsung für die Veröffentlichung der ersten 3-Bit-Zellen SSD für Endkunden verantwortlich - zusammen mit der ersten 3D-Struktur für SSDs sowohl für MLC als auch TLC. Nun hat die Firma die ersten 2,5-zölligen Endkunden-Laufwerk mit zwei Terabyte Speicherkapazität auf den Markt gebracht, die - wenn man frühere Erfahrungen mit Samsung zugrunde legt - wohl gut verfügbar sein werden.

Seit der Veröffentlichung der ersten 1-TByte-SSD haben Enthusiasten auf diesen nächsten Meilenstein gewartet. Aber es ist leicht, immer größere, schnellere und bessere Produkte zu erwarten. Wenn es darauf ankommt, finden solche Entwicklungen allerdings nur dann statt, wenn es auch einen finanziellen Anreiz - also einen Markt - dafür gibt. Ich kann nach einem Ferrari SUV fragen, der Platz für acht Personen bietet. Aber das heißt nicht, dass Ferrari auch nur einen Cent in diese Sache investiert oder dass ich mir diese Monstrosität überhaupt leisten könnte. Offensichtlich hat Samsung aber festgestellt, dass die Zeit reif ist für eine 2-TByte-SSD.

Technische Daten

Obwohl sie keine revolutionäre Verbesserung mitbringen, verbessern die 2-TByte-Modelle der SSD 850 Pro und der SSD 850 Evo beide Reihen deutlich. Hauptsächlich verdoppelte Samsung die Menge des NAND, um diese Speicherkapazität zu erreichen. Außerdem wurde der On-Board-Cache verdoppelt und auf DDR3-RAM mit geringer Energieaufnahme (LPDDR 3) umgestellt. Der DDR3-Speicher läuft mit höherem Takt und braucht dennoch weniger Energie als der alte DDR2-RAM. Beides wird jeweils ausgeglichen durch die größere Mapping-Tabelle (Geschwindigkeit) und mehr NAND-Chips (Energieaufnahme).

Die doppelte Anzahl CE-Pfade zum 32-schichtigen 3D-V-NAND-Flash erforderte einen neuen Controller. Hierdurch steigt das Interleaving - und man wird noch dessen großen Einfluss auf die Leistung sehen, auch wenn Samsung für die 850 Pro 2TB und die 850 Evo 2TB offiziell die gleichen Leistungsdaten wie für ihre 1-TByte-Schwestermodelle angibt.

Die 850 Evo profitiert deutlich mehr von den zwei Terabyte Kapazität als die 850 Pro. Als erstes wird dir der große Preisunterschied von etwa 150 Euro auffallen, aber dabei bleibt es nicht. Die Samsung 850 Evo 2TB verwendet die TurboWrite-Technologie - eine Schicht emulierten SLC-Flash-Speichers, der als Puffer für Schreibvorgänge dient. Mit mehr Flash im Laufwerk konnte Samsung den für TurboWrite reservierten Bereich vergrößern. Wir mussten das Laufwerk ganz schön beanspruchen, um herauszufinden, wo der Cache endet und die Schreibleistung von TLC begann. Wirt können daher sagen: Außer beispielsweise beim Arbeiten mit riesigen Videodateien in einer Workstation-Umgebung wird man Schreibzugriffe in TLC-Geschwindigkeiten praktisch nie zu Gesicht bekommen. 

Beide neue Produkte unterstützen wie schon die existierenden Modelle SED (Self-Encrypting Drive). Wir hoffen, dass viele Power-User die Vorteile von eDrive, Microsofts Windows-basierender IEEE 1667 Verschlüsselungstechnologie, nutzen. Allerdings wird TCG Opal ebenso unterstützt.

Samsungs Dokumentation zeigt, dass die 2-TByte-Modelle unter verschiedenen Bedingungen etwas mehr Strom verbrauchen als die 1-TByte-Versionen. Man ist versucht daraus zu folgern, dass dadurch kürzere Akkulaufzeiten zustande kommen. Das ist in der Praxis aber nicht der Fall. Das vermehrte Interleaving sowie der größere TurboWrite-Bereich (nur bei der 850 Evo) ermöglichen sogar längere Abwesenheit von der Steckdose. Aber darauf gehen wir später noch genauer ein.

Preis, Garantie und Ausstattung

Momentan werden die neuen 2-TByte-SSDs in deutschen Preisvergleichsdiensten noch nicht als verfügbar geführt, aber von einer Vielzahl von Shops als "in kürze verfügbar" gelistet. Die Preise namhafter Shops für Samsungs SSD 850 Pro 2TB (MZ-7KE2T0BW) beginnen derzeit bei unter 950 Euro, während die 850 Evo 2TB (MZ-75E2T0B) für unter 800 Euro gelistet wird.

Beide SSDs sind ohne weiteres Zubehör erhältlich. Man kann Samsungs Data Migration Tool (zum Klonen) und Samsungs Magician (für die Diagnose und Verwaltung des RAPID-Modus (DRAM-Cache)) von Samsungs Support-Webseite herunterladen Das Software-Paket ist eines der besten in der Branche und kann bei einer Kaufentscheidung durchaus eine Rolle spielen.

Die übliche 10-jährige Garantie für die Pro-Version und fünf Jahre Garantie für die Evo gelten auch für die 2-TByte-Modelle. Beide Garantien sind - verglichen mit Storage-Produkten der Konkurrenz - marktführend. Aber man sollte nicht vergessen, dass die Garantie durch die Angaben zur Lebensdauer begrenzt wird - auch wenn Samsung hier ebenso an oder zumindest in der Nähe der Spitze steht.

Ein genauer Blick

In diesem Bereich sieht man die 850 Pro auf der linken und die 850 Evo auf der rechten Seite. Auf den meisten Bildern mit nur einem Laufwerk zeigen wir die 850 Pro. Allerdings wird Samsungs 850 Evo mit dem exakt gleichen Verpackungsinhalt ausgeliefert.

In der Verpackung befindet sich eine Installationsanleitung und eine Garantieerklärung - beides auf Papier. Wir haben auch ein kleines Blatt mit Aufklebern für jene gefunden, die ihre Hardware gerne bewerben. Das Laufwerk wird durch eine passgenaue Verpackung aus Kunststoff geschützt.

Beide SSDs sind 2,5-Zoll-Modelle mit einer Bauhöhe von sieben Millimetern, sodass sie auch in Notebooks mit flachem Laufwerksplatz passen. Die PSID ist auf die Rückseite der Laufwerke aufgedruckt. Dies erlaubt die Verwaltung der SED-Funktionen entweder am Gerät selbst oder aus der Ferne.

Im Innern haben wir ein neues Platinendesign entdeckt, das Samsung die Unterbringung von acht Flash-Chips erlaubt. Um auf zwei Terabyte zu kommen, hat Samsung einfach die Anzahl der Chips verdoppelt. Trotzdem benötigt Samsung immer noch nicht den ganzen Platz im Innern des Gehäuses.

Die 2-TByte-Versionen der SSD 850 Pro und SSD 850 Evo sehen im Innern identisch aus.

Beide Modelle nutzen einen neuen Samsung MHX-Controller und Samsung LPDDR3 DRAM. Wir vermuten, dass Samsung den Controller updaten musste, um mehr NAND-Pakete ansprechen zu können. Dies stützt unsere Hypothese, dass Samsung ein modulares Controller-Design hat, das je nach Anforderungen angepasst werden kann.

Samsung ist Technologieführer im Flash-Bereich. Links sehen wir MLC 3D V-NAND und auf der rechten Seite TLC 3D V-NAND. Wir erwarten keine Geräte mit 3D-NAND von IMFT oder Flash Forward vor 2016.

Datentypvergleich und sequenzielle Schreibgeschwindigkeit des TLC

Samsungs Architektur unterscheidet nicht zwischen komprimierbaren und unkomprimierbaren Daten. Beide Datenarten werden mit voller Geschwindigkeit vom Flash gelesen und in den Flash-Speicher geschrieben. Dies erwähnen wir nur selten, außer eine der Datenarten genießt einen Geschwindigkeitsvorteil. Aber wir möchten es dieses Mal erwähnen, weil wir bald ein anderes 2-TByte-Laufwerk erwarten, das eine der Datenarten bevorzugt. 

Laufwerke mit TLC-NAND versuchen in der Regel, dessen geringe Schreibrate vor dem User verbergen. Die meisten Laufwerke mit Triple-Level-Cell-Flash nutzen daher eine Art emulierten SLC-Schreibpuffer, um bessere Geschwindigkeiten in kurzen Phasen mit vielen Schreibzugriffen zu erzielen. Sobald der Puffer voll ist, fallen diese Laufwerke aber meist zur nativen TLC-Geschwindigkeit zurück. In einigen Fällen bedeutet das eine sequenzielle Schreibgeschwindigkeit von 125 MByte/s.

Aber diese Geschwindigkeit wird man nur sehr selten erleben, da der Cache bei Samsungs 2-TByte-SSDs sehr groß dimensioniert ist, um genug Schreibzugriffe abzufangen. Das kann sich aber ändern, wenn große Dateien - beispielsweise lange Filme - kopiert werden.

Samsung verbirgt die eigentliche TLC-Leistung bei der 850 Evo sehr erfolgreich. Wir mussten uns ganz schön ins Zeug legen, um einen Test zu erstellen, bei dem die ursprüngliche sequenzielle Schreibgeschwindigkeit des TLCs zutage trat. Die SSD 850 Evo 2TB hat so viel emuliertes SLC für TurboWrite zur Verfügung, dass selbst der Transfer eines 42 Gigabyte großen Blu-ray-Images nicht verlangsamt wurde.

Sequenzielles Lesen

Details zu den Testverfahren findest Du in diesem Artikel unserer Kollegen von Tom's Hardware USA.

Beide Laufwerke erbringen beinahe identische Lesegeschwindigkeiten. Die beiden Verlaufskurven überlappen sogar in unserem Liniendiagramm und gesellen sich zu einer Reihe anderer Produkte, die ans obere Limit des SATA-Standards gestoßen sind.

Sequenzielles Schreiben

Die einzigen Laufwerke, die schneller sequenziell schreiben als die SSD 850 Pro 2TB und die SSD 850 Evo 2TB, sind die 1-TByte-Modelle der SSD 850 Pro und SSD 850 Evo. Alle vier SSDs überlappen sich im Liniendiagramm und liefern bei steigender Warteschlangenlänge identische Resultate ab. Andere Produkte mit hoher Kapazität liefern ebenso beeindruckende Ergebnisse. Aber die beiden neuen 2 TByte-Modell von Samsung sind eine Klasse für sich.

Zufälliges Lesen

Samsungs 2-TByte-Laufwerke profitieren von höherer Parallelisierung und stehen deshalb an der Spitze unseres Tests mit zufälligen Lesezugriffen mit niedriger Warteschlangenlänge. Dies sind die ersten SATA-basierenden Laufwerke, die ohne die Zuhilfenahme von DRAM-Puffer die Grenze von 11.000 IOPS knacken. Bei längeren Warteschlangen liegen sie knapp hinter den 1 TByte-Laufwerken.

Zufälliges Schreiben

Bei zufälligen Schreibzugriffen landen die 2-TByte-Modelle im Mittelfeld. Bei langen Warteschlangen sehen wir, dass die 850 Evo 2TB bei zufälligen Schreibzugriffen eine höhere Leistung als das 1-TByte-Modell abliefert.

Dieser Test bringt die Laufwerke nicht auf Enterprise-Niveau, aber er beinhaltet heftiges Pre-Conditioning, das die 2-TByte-Modelle nicht so schwer in Mitleidenschaft zieht wie es noch bei Samsungs 1-TByte-Modelle der SSD 850 Evo der Fall ist.

80% sequenzieller Lesezugriff bei gemischter Last

Details zu den Testverfahren findest Du in diesem Artikel unserer Kollegen von Tom's Hardware USA.


Es gibt nur wenige Tests, bei denen die Leistung zwischen den beiden 2 TByte-SSDs voneinander abweicht. Die gemischte Last ist hier eine Ausnahme. In diesem Test ist MLC-Flash mit geringerer Latenz im Vorteil gegenüber TLC. Die 850 Pro 2TB ist im Allgemeinen besser als ihre Konkurrenz, obwohl einige andere Laufwerke bei ähnlicher Warteschlangenlänge gleich viel leisten.

80% zufällige Lesezugriffe bei gemischter Last

In unserem vorherigen Test mit zufälligen Daten brachte die SSD 850 Pro 1TB etwas mehr Leistung als das 2-TByte-Modell. Im gemischten Lesezugriffstest ist Samsungs SSD 850 Pro 1TB immer noch etwas schneller. Die zwei Terabyte große Evo übertrifft die 1-TByte-Version, wenn auch nur knapp.

Sequenzielle Volllast

Details zu den Testverfahren findest Du in diesem Artikel unserer Kollegen von Tom's Hardware USA.

Unter schwerer Last ist die SSD 850 Pro leistungsfähiger als die SSD 850 Evo. Die TLC-basierte SSD 850 Evo 2TB kommt auf die Leistung MLC-basierter Produkte anderer Hersteller und übertrifft das kleinere 1-TByte-Modell der SSD 850 Evo in jeder Hinsicht deutlich.

Zufälliges Schreiben unter Volllast

Während der Pre-Conditioning-Phase lassen sich die meisten Laufwerke leistungsmäßig nicht auseinanderhalten. Da wir diesen Test aus dem Enterprise-Bereich entlehnt haben, halten wir uns auch weiterhin an den Enterprise-Standard und zeigen die Pre-Conditioning-Kurve - obwohl sie im Desktop-Bereich beinahe ohne Ausagekraft ist. Das Problem beim Zeigen so vieler Endkunden-SSDs ist, dass die meisten nicht für den Einsatz unter zufälliger Schreibvolllast gedacht sind, wie es bei einem Enterprise-Laufwerk der Fall ist. Dadurch gehen die Ergebnisse sehr weit auseinander.

Tja - und dann gibt es da die neuen SSD 850 Pro-/Evo-Modelle mit zwei Terabyte Speicherkapazität, die nur geringe Schwankungen aufweisen und dauerhaft IOPS bei der zufälligen Schreiblast im 10.000er Bereich schaffen. Die 2-TByte-Laufwerke desklassieren die SSD 850 Pro 1TB. Aber das wirklich erstaunliche ist, dass die SSD 850 Evo 2TB sogar ihre große Schwester - die SSD 850 Pro 2TB - schlägt. Samsungs TurboWrite-Technologie, durch die die SSD 850 Evo 2TB simulierten SLC-Speicher erhält, ist jetzt einfach "zu" gut.

PCMark 8: Performance echter Spiele und Anwendungen

Details zu den Testverfahren findest Du in diesem Artikel unserer Kollegen von Tom's Hardware USA.



In vielen dieser Tests landen alle vier Samsung SSD 850-Produkte an der Spitze der Tabelle. Bemerkenswerterweise hat die SSD 850 Pro 2TB ein Problem mit dem Photoshop-Testlauf, das wir nicht lösen konnten. Das Problem trat in den drei Testläufen aller drei Tests auf.

Gesamtdatendurchsatz

Durch eine Kombination der Ergebnisse können wir die Leistung als Datendurchsatz anstatt über die Zeit betrachten. Das Blatt wendet sich, sobald wir in den Bereich leichterer und praxisnaher Lasten kommen. Der SLC-Cache der SSD 850 Evo beschleunigt das 2-TByte-Modell über die beiden 850 Pro hinaus - das hätten wir nicht geglaubt, wenn wir es nicht mit eigenen Augen gesehen hätten. Samsung hat es geschafft, dass eine TLC-SSD besser ist als ihr MLC-Gegenstück. Natürlich trifft das nicht auf alle Nutzungsarten zu. Jedoch maskiert das 2-TByte-Modell der SSD 850 Evo die schwächere Leistung ihres TLC so gut, dass wir sie tatsächlich der MLC-basierten SSD 850 Pro vorziehen.

PCMark 8: Performance im "Advanced Workload"

Details zu den Testverfahren findest Du in diesem Artikel unserer Kollegen von Tom's Hardware USA.

Wir waren überrascht zu sehen, dass die SSD 850 Evo 2TB die SSD 850 Pro 2TB in diesem Test-Parcours schlägt. Anders als der vorherige PCMark-8-Durchlauf ist dieser Test anspruchsvoller und hat auch kürzere Pausen zwischen den einzelnen Tests. Diese Tests fallen (noch) nicht unter Profi-Last, aber dennoch sind sie nah an einer solchen Last dran.

Normalerweise dominiert unter so schwerer Last die SanDisk Extreme PRO 1TB diesen Test , knapp gefolgt von der SSD 850 Pro 1TB. Unter leichterer Last erwarteten wir, dass die neue SSD 850 Pro 2TB das kleinere 1-TByte Modell überflügeln würde, aber das neue Laufwerk konnte sich nicht schnell genug erholen.

Eigentlich würden wir ein TRIM-Problem vermuten, aber die SSd 850 Evo 2TB hat sich im Vergleich nicht nur gut genug erholt, sondern führt auch noch den Teil des Tests unter leichter Last an.



Latenztests

Wenn wir die Latenzzeiten betrachten, dann sehen wir, wo die SSD 850 Pro 2TB ins Hintertreffen gerät und wo die SSD 850 Evo 2TB zur Rakete wird. Unter schwerer Last brauchte die SSD 850 Pro 2TB beinahe doppelt so lang für die Tests wie die SSD 850 Pro 1TB. Wenn die Laufwerke Gelegenheit zur Erholung erhalten und nur noch leichte Last anfällt, scheitert die SSD 850 Pro 2TB entweder am Aufräumen des NANDs oder am Finden "sauberen" Speichers für die neuen Schreibzugriffe. Dies ist etwas, was Samsung in Angriff nehmen und mit einem Firmware-Update beheben muss.

Die SSD 850 Evo 2TB schlägt sich unter schwerer Last besser als erwartet und wenn ihr Zeit für Erholung gewährt wird, liefert sie Bestwerte in ihrer Klasse.

Akkulaufzeit

Details zu den Testverfahren findest Du in diesem Artikel unserer Kollegen von Tom's Hardware USA.

Dieser Trend setzt sich zum Vorteil der SSD 850 Evo fort. Schon zuvor haben wir gemutmaßt, dass das 2-TByte-Modell für längere Akkulaufzeiten als die SSD 850 Pro sorgen würde - obwohl Samsungs Spezifikationen für die Pro niedrigere Werte angibt. Wir lieben es, von einem Ergebnis positiv überrascht zu werden.

Wenn Firmen die Stromaufnahme von SSDs messen, beachten sie dabei die vier Eckpunkte der Leistung. Wenn der Test vorbei ist, wird das Messgerät ausgeschaltet und die Ergebnisse sind im Kasten. Allerdings hören SSDs nicht auf zu arbeiten, sobald die Lastphase vorbei ist. Wenn wir eine 5-GByte-Datei schreiben, endet der Vorgang scheinbar nach kurzer Zeit und das Gerät scheint anschließend normal weiterzuarbeiten. Für die SSD stellt sich die Sache aber anders dar: Direkt nach dem Transfer übernimmt der Controller und schiebt Informationen herum, leert Flash-Zellen und bereitet die simulierten SLC-Zellen für die nächste Nutzung vor.

Bei der Messung der Akkulaufzeit geht es nicht nur um die Energieaufnahme in der Zeit während der Aktion sondern auch um die Energieaufnahme, die anschließend auftritt. Je schneller ein Laufwerk das Herumschaufeln der Daten beendet, desto weniger Strom wird verbraucht.


Dank seines SLCs liefert die SSD 850 Evo 2TB die beste Leistung ab, wenn nur bregenzt Energie zur Verfügung steht. Bei dieser Messung steht jeder Punkt für eine große Verbesserung der gefühlten Leistung in einer solchen Situation. Gewöhnlich sehen wir nur kleine Änderungen, da CPU, GPU und Systembus im Stromsparmodus laufen. Unter der Prämisse, dass der einzige Unterschied zwischen diesen Konfigurationen die SSD ist, beweist Samsungs SSD 850 Evo, dass SLC effizienter als MLC ist (und jedes andere Laufwerk im Vergleich).

Fazit

Selbst wenn man jegliche Leistungssteigerung unbeachtet ließe, gebührt Samsung die Ehre, die erste alltagstaugliche 2-TByte-SSD auf den Markt gebracht zu haben. Nicht jeder braucht ein Laufwerk dieser Größe und der Preis wird die wahren Gläubigen von den reinen Gaffern trennen. Desktop-Enthusiasten können immer noch eine 4-TByte-Festplatte (oder größer) in ihren Rechner einbauen, wenn der Speicherplatz eng wird. Aber mobile Anwender sind aufgrund des Platzmangels in einem schlanken Notebook da weniger flexibel. Cloud-Speicher sollte die Rettung des mobilen Speichers sein, aber hiervon scheinen nur Mitarbeiter von Mobilfunkfirmen wirklich begeistert zu sein.

Unserer Erfahrung nach besteht kein Zweifel daran, dass Bedarf nach den von Samsung eingeführten Laufwerken besteht. Während der Autor dies hier tippt, versucht er gerade, einige hundert Gigabyte an Daten vom Laptop herunterzuschieben, um die Anzeige des freien Platzes aus dem roten Bereich zu bekommen. Dies ist ein häufiges Problem, das langsam von immer größeren und gleichzeitig günstigeren Flash-basierten Laufwerken gelöst wird. Samsungs neue 2-TByte-SSDs verringern die Notwendigkeit regelmäßigen Auslagerns von Notebook-Daten zu NAS-Systemen oder anderen Backup-Laufwerken.

Wir haben viel Zeit investiert, um die Leistungsabnormitäten der SSD 850 Pro 2TB zu untersuchen, konnten das Problem aber nicht isolieren. Dies ist ein schlechter Zeitpunkt für Firmware-Probleme bei Samsung. Einige User berichten immer noch über Leistungseinbrüche bei der SSD 840 Evo, selbst nachdem der Hersteller mehrere Firmware-Updates zur Fehlerbehebung veröffentlicht hat. Die SSD 840 Evo ist die bestverkaufte Endkunden-SSD aller Zeiten. Aber der Übergang zu 3-Bit-Zellen-Flash könnte zu früh erfolgt sein oder die ECC-Routinen waren noch nicht ausgereift genug, um den TLC-NAND zu zähmen.

Die neue SSD 850 Evo 2TB ist andererseits die beste Endkunden-SSD, die je gebaut wurde. Die kleineren EVO-Modelle schafften immerhin trotz TLC Geschwindigkeiten auf MLC-Niveau. Aber die hohe Speicherkapazität katapultiert die SSD 850 Evo in den Bereich der SanDisk Extreme Pro. Die SSD 850 Evo 2TB ist dank des großen TurboWrite-SLC eines der schnellsten Laufwerke und erreicht Latenzzeiten von SLC-Laufwerken.

Der größte Nachteil der beiden 2-TByte-SSDs von Samsung ist der Preis. Ohne Konkurrenz kann Samsung die unverbindliche Preisempfehlung nach Belieben festlegen und das hohe Preisniveau beibehalten - zumindest vorerst. Die SSD 850 Pro 2TB wird derzeit mit Preisen von knapp unter 950 Euro gelistet. Die SSD 850 Evo 2TB ist dagegen fast ein Schnäppchen und wird zu Preisen ab ca. 800 Euro gelistet. Samsung hätte für die SSD 850 Evo 2TB mehr verlangen können - und dennoch kostet sie derzeit nur etwa das Doppelte des 1 TByte-Modells. Wenn man einen Sieger küren müsste, wäre die Wahl einfach: Samsungs neue SSD 850 Evo 2TB.

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14 Kommentare
    Dein Kommentar
  • 3erlei:
    1. dauert das Jahr noch einige Monate, insofern ist das Fazit 'beste Endkunden-SSD des Jahres 2015' imo sehr voreilig.
    2. warum ist das alles auf einer Seite?
    3. kann man das eventuell ändern?
    0
  • du kannst mit dem dynamischen menue oben springen, ich find das neue layout praktisch... Du bist nicht der Nabel der welt, lass mal schaun ob mehr leute das sehen wie du ;)

    zu 1. Du wirst in 2015 vermutlich keine bessere SSD mehr bekommen - leider... die Chancen dafür sind verschwindend gering :-/
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  • Okay, von deiner Butze kommt also nix mehr, wär das immerhin geklärt :P
    Der Rest ist nicht sehr moderat und stellt weder ne Antwort auf 2 oder 3 dar.
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  • Ich surfe hier mit nem recht betagtem Rechner...der hat so seine Mühe mit dieser Seite...
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  • Kann man das neue Gescrolle irgendwo abstellen?

    Da könnt ihr doch gar keine Daten erfassen welche Seiten besonders häufig aufgerufen werden.
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  • layout ist doof...
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  • Mir gefällt es das alles auf einer Seite ist. Wenns nur nicht ganz so schlauchförmig wäre. Ist wohl der Werbung geschuldet. Aber die seh ich ja nicht :D
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  • Prinzipiell finde ich das Layout mit fließendem Seitenwechsel nicht schlecht. Hat bei langsamen Rechnern den Vorteil, dass man die Seite nur einmal laden muss, auch wenn das dynamische nachladen des Textes auch etwas das Scrollen verlangsamt.
    Also ist das eher ein Vorteil bei langsamen Rechnern, da die Rechenlast pro Seitenaufbau wegfällt und ich muss nicht noch über ein Werbebanner drüberwegscrollen um den nächste-Seite-Button zu finden.

    Das mit der schlechten Ausnutzung der Seitenbreite, insbesondere bei den mittlerweile üblichen Breitbildmonitoren halte ich für einen Mythos. Wenn man Textzeilen hat, die über die gesamte Breite gehen hat man seine Probleme beim Zeilenwechsel mit den Augen auf die wirklich nächste Zeile zu springen, was den Lesefluss mehr stört, als die bessere Platznutznung bringt. Genau dafür ist die Pivot-Funktion bei Monitoren gut.
    Man könnte den leeren Platz vielleicht besser nutzen, in dem man die Charts und Diagramme an den passenden Stellen neben dem Text platziert.

    Zur SSD selbst:
    schon nicht schlecht, bloß dass man für den Preis schon ein komplettes Notebook mit kleiner SSD und 2 TB Festplatte bekommt. Der Kreis an Nutzern die eine so große SSD wirklich brauchen, sollte schon eher klein sein.
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  • Hab mal gemessen, rechts sind ca. 6 cm und links 18 cm vom Monitor nicht genutzt. Hochkant kann er nicht. Über die ganze Breite wär sicher schlecht, aber etwas mehr ginge schon.
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  • Bei mir sind zur Zeit beidseitig 12,5 cm leer, wenn ich den Browser im Vollbildmodus betreibe.

    Wenn ich den Browser nur 50% vom Desktop belegen lasse, dann sind immernoch 2 cm auf jeder Seite grau. Der überwiegend leere weiße Bereich rechts ist dann auch weg. ENDLICH wird dann nur das gezeigt, was relevant ist. ;)
    Kurz: 50%, bei mir zur Zeit 960 Pixel, reichen vollkommen zur Darstellung der Artikel. Damit wird die Seite wohl auf zeitgemäße 800Pixel in der Breite optimiert sein.

    1990 ist vorbei!

    ----

    Eine lange Seite statt 23 kurze und "weiter-klick-Orgien"... naja, beides hat Vor- und Nachteile. Da die Buttons nicht immer zuverlässig funktionierten und Ladezeiten auch gerne mal länger brauchten, würde ich das Scrollen bevorzugen.

    Aber vielleicht bei etwas dynamischer angepasster Breite. Es müssen ja nicht gleich 90% des Browserfensters sein, aber wie wären, so für den Anfang, 200 Bildpunkte mehr in der Breite?
    0
  • @Derfnam:
    zu 1.: Ziemlich unwahrscheinlich, das noch was Besseres kommt.
    zu 2.: Das Ganze ist auf einer Seite, weil das die Seitenklickerei minimiert. Ich habe zwar generell die Seitenanzahl von Artikeln reduziert (mehr als 5 Seiten pro Artikel findet man eigentlich nur noch bei Launch-Artikeln oder anderen Artikeln mit extrem viel Inhalt), aber das Laden bei neuen Seiten dauert halt einfach. Ist für uns zwar erstmal nachteilig (weniger Page Views, aber real betrachtet werden auch von einem 10-Seiter nur von den wenigsten Usern wirklich alle 10 Seiten gelesen; viele begnügen sich mit erster und letzter Seite), aber soll eigentlich die User-Experience verbessern und im Idealfall die Hofnung auf ein besseres Google-Ranking nähren. ;)
    zu 3.: Nicht vom User, nein. Ich kann das mit einem Mausklick von ein- auf mehrseitige Darstellung ändern.

    @kleinstblauwal, alterSack und Ghostrider: An dem "schlauchförmigen" Layout selbst kann ich leider gar nichts ändern. Ihr dürft mir aber glauben, dass das keiner von uns wirklich mag - eben weil kaum noch jemand einen XGA-Monitor nutzt... Bevor sich das ändert, wird aber noch Zeit ins Land gehen (ich rechne nicht vor Ende des Jahres oder eher Frühjahr 2016 mit echten Änderungen), da momentan an einer neuen, firmenweit (also auch Space.com, Laptop.com, usw.) nutzbaren Infrastruktur und modularen Design gearbeitet wird. Ziemliches Mammutprojekt, das im Umkehrschluss die vorhandenen entwicklerressourcen de facto komplett blockt - was wiederum in sich extrem ärgerlich ist.
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  • Yoah, mag sein (#1), aber:
    https://www.youtube.com/watch?v=pe27_TiawZ4
    ^^
    Zu 2 und 3: mir isses an sich latte, ich wollte nur n bißchen Nabel puhle- äääh, so neutral wie möglich fragen.
    Allemal besser als der schlechte Witz, den eine namentlich nicht erwähnt werdende Konkurrenzseite sich nicht entblödet hat, ihren Lesern seit noch nicht so lange aufzuzwingen.
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  • Sicherlich habe auch ich schon mal nur erste und letzte Seite eines Artikels hier gelesen, meist lese ich aber sehr viel mehr. Das ich nicht immer alles lese liegt an der Ladezeit. Gerade wenn viele verschiedenen Produkte im Test sind, überspringe ich meist einen Großteil der Vorstellung/Auflistung und nach dem lesen des Artikel schaue ich mir eh nur noch die für mich relevanten Probanden an.
    Alles auf einer Seite finde ich angenehm so lange ich gutes Netz ohne Volumenbegrenzung und ein angemessen schnelles Gerät habe und würde das auch bevorzugen.
    Langes rendern von Webseiten ist meist auch eher ein Problem an überladenen und komplex-kaputtdesigneten Webseiten.
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  • Das neue Design ist schon seit x Wochen auf der amerikanischen tomshardware zu sehen, und ich persönlich habe es sehnsüchtig erwartet, auch wenn es vorerst nur knapp mehr als ein Drittel der Breite von einem der zwei Monitore an meinem Arbeitsplatz nutzt. Für mich stimmt die Richtung. Just my 2ct.
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