Download the Tom's Hardware App aus dem AppStore
Die Referenz für aktuelle News aus dem Technologiebereich
Ja Nein

Overclocking: Mit Sandy Bridge wird alles anders

von

Wie viele unserer Leser wohl bereits wissen, ändert sich mit Sandy Bridge auf dramatische Art die Herangehensweise, mit der Enthusiasten ihre CPUs übertakten können. Für Viele dürften damit die Tage, in denen allein durch Übertakten massive Performance-Gewinne realisiert werden konnten, der Vergangenheit angehören. Einige Optionen bleiben aber dennoch.

Der Hintergrund zu dieser Entscheidung ist inzwischen recht gut bekannt. Im Bestreben, sein CPU-Design zu vereinfachen, integrierte Intel den Taktgenerator in den Chipsatz der 6er-Serie. (Es sei angemerkt, dass das aus Design-Sicht tatsächlich eine sinnvolle Entscheidung ist und nicht Drangsalierung durch Intel). Somit gibt ein Baustein im wörtlichen Sinne dem gesamten System den Takt an. Das bedeutet aber auch, dass man für einzelne Subsysteme wie PCI Express und DMI keine eigenen Taktraten mehr einstellen kann.

Unglücklicherweise ist PCI Express nicht sonderlich tolerant, wenn es um den Betrieb außerhalb der Spezifikation geht, und größere Abweichung vom vorgesehenen BCLK von 100 MHz führen zu Problemen. Auch wenn es dabei immer noch einen gewissen Spielraum gibt, sind die Zeiten, als man den 133 MHz BCLK eines Nehalem auf über 200 MHz schrauben konnte, vorbei. Im Prinzip büßen Overclocker so eine der beiden Variablen ein, die bisher die CPU-Performance beeinflusste. Dem begegnet Intel auf zweierlei Art.

Zum einen führt Intel die K-Serie mit offenem Multiplikator fort, die letzten Mai an den Start ging. Bei diesen Modellen liegt der höchste Multiplikator bei 57x, was Taktraten von 5,7 GHz erlaubt, ohne am BCLK herumschrauben zu müssen. Laut Intel wählte man diesen Multi vorwiegend aus “Design-Gründen”, wobei wir nicht sicher sind, was das bedeutet. Die gute Nachricht für die Flüssigstickstoff-Fraktion ist, dass Intel wohl an einem BIOS arbeitet, das noch höhere Taktraten mitmacht und mit den heute vorgestellten CPUs funktioniert. Die K-Serie verfügt außerdem über “offene” DDR3-Speicher-Teiler, die nicht im eigentlichen Sinne offen sind, aber dafür Datenraten bis DDR3-2133 erlauben. So viel schaffen die meisten Speicher-Kits ohnehin nicht. Auch die Spannung und die Spannungsgrenzen können manuell eingestellt werden.

Zum Launch gibt es nur zwei K-Modelle: den Core i7-2600K und den Core i5-2500K. Der Core i7 mit offenem Multiplikator kostet 23 Dollar mehr als die teiloffene Version des gleichen Chips, während die Differenz beim i5 nur 11 Dollar beträgt. Wenn man bedenkt, dass der Core i5-2500K mit Standardeinstellungen bei 3,3 GHz läuft und per Turbo Boost auf 3,7 GHz kommt, sieht ein offener Sandy-Bridge-Prozessor für einen so moderaten Aufpreis verglichen mit einem Core i5-760 schon sehr verführerisch aus.

Wer kein K-Modell kauft und stattdessen zu einem Core i7-2600, Core i5-2500, -2400 oder -2300 greift und in ein P67 Mainboard steckt, bekommt immerhin einen teiloffenen Prozessor (Intel spricht von “limited unlocking”). Das bedeutet, dass  man die Taktrate auf bis zu vier Speed Bins (Taktratenstufen) über der höchsten Turbo-Boost-Frequenz ansetzen kann, die für ein bestimmtes Auslastungsszenario gilt.

Die Beschreibung ist komplizierter als der Vorgang selbst. Nehmen wir den Core i7-2600 als Beispiel. Sind vier Kerne aktiv, bekommt er maximal eine Taktstufe  an zusätzlicher Performance, also 3,4 GHz. Vier Taktstufen darüber bedeutet also 3,8 GHz. Sind zwei Kerne aktiv, erlaubt Turbo Boost bis zu zwei Taktstufen bzw. 3,5 GHz. Der teiloffene Prozessor lässt sich nun auf bis zu 3,9 GHz übertakten. Die höchsten Taktraten erreicht man, wenn nur ein Kern aktiv ist. Dann kommt man schon mit Turbo-Boost auf 3,7 GHz, und mit Intels neuen Übertaktungsschema erreicht die CPU sogar 4,1 GHz.

Übrigens lassen sich die K-Modelle sehr gut mit Luftkühlung übertakten. Wir haben zwei Core i7-2600K, die beide bei 1,35 Volt den ganzen Tag mit 4,7 GHz stabil vor sich hin rechnen. Mainstream-Käufer mit „normalen“ i5- oder i7-CPUs ohne K bekommen immerhin 400 MHz zusätzlich. Den schlechtesten Deal bekommen die Käufer mit kleinem Budget, die eine CPU zwischen 100 und 150 Dollar suchen (wo sich mitunter die spannendsten Angebote von AMD finden). Die einzigen beiden Sandy-Bridge-CPUs die weniger als 175 Dollar kosten sind der Core i3-2100 und der i3-2120 mit 3,1 bzw. 3,3 GHz. Kein Turbo, keine BCLK-Anpassungen, kein „limited unlock“. Diese Modelle sind im wahrsten Sinne fest eingestellt.

Wie schon bei der integrierten Grafikeinheit sind wir der Meinung, dass Intel hier eine Chance vergeben hat, indem man Overclocking zum Unterscheidungsmerkmal erklärte. Die Enthusiasten, die mit der K-Serie der Nehalem-Generation über 7 GHz erreichen, werden so künstlich ausgebremst. Die preisbewussten Kunden, die eines der Einsteigermodelle kaufen, können weder BCLK noch  Multiplikator verändern. Und wer nicht gerade einen der beiden Prozessoren mit K-Suffix kauft, bekommt nur Turbo Boost + 400 MHz.

Man kann nur hoffen, dass AMD hier aufmerksam zuschaut. Auch wenn die aktuellen 45-nm-CPUs nicht wirklich viel Spielraum zum Übertakten bieten, könnten in 32-nm-gefertigte CPUs mit Bulldozer-Kern eine durchaus interessante Alternative für Käufer darstellen, die sich in ihrer Overclocking-Freiheit beschnitten fühlen – und zwar sowohl im High-End als auch im Einsteigersegment.

Verlinken:
79
Kommentare
X
Abschicken

Kommentare
Kommentare alternativ im Forum lesen
Derfnam 03/01/2011 09:55
Ausblenden
-0+

Einige erhellende Worte zu HandBrake wären nett, dort wird nämlich der Text zu MainConcept wiederholt.

Shini 03/01/2011 10:44
Ausblenden
--1+

Saubere Performance. AMDs Bulldozer kann sich warm anziehen. Zumal das Spitzenmodell recht billig ist mit lediglich 300 Euro. Angesichts der Leistung ist der Preis auf jeden Fall gerechtfertigt.
Ich finde es nur etwas schade, dass anscheinend die 6 Core CPUs wohl erst mit Ivy Bridge kommen werden.

Ich glaube der 2600K wird meinen alten Q6600 ablösen :)

anonymous 03/01/2011 11:08
Ausblenden
-1+

Richtig geile CPU mit anständiger Grafik.
Aber warum kriegen die die Treiber nicht gebacken? Die sind immer noch unter aller Sau. Die zwingen einen fast schon für Multimedia-Zwecke doch noch ne kleine zusätzliche Grafikkarte dazuzukaufen.

avatar_87 03/01/2011 11:20
Ausblenden
--1+

Dass der i5 2500K scheinbar keine geringere Leistungsaufnahme besitzt als der i7 2600K liegt wohl an den Testsamples? In der Vergagenheit zumindest hat das zusätzliche Hyperthreading immer ordentlich mehr Watt aus der Steckdose gezogen. Das schreit nach einem Nachtest in einem folgenden Übertaktungsartikel. Darauf wie gut sie sich nun wirklich takten lassen, bin ich nämlich auch schon ziemlich gespannt.
Damit werden die Phenom IIs wohl komplett eingestampft. Schade eigentlich.

Cloud Runner 03/01/2011 11:26
Ausblenden
-1+

Wirklich schade, die Treiber der iGPU enttäuschen. Mal schauen wie es in 2 oder 3 Monaten aussieht.

uhuebner 03/01/2011 11:30
Ausblenden
--1+

Vor lauter Text hab ich garnicht gelesen, ab wann es die geben soll. Stand irgendwo was von einem Datum? Mein Geburtstag rückt näher...

Secure by Design 03/01/2011 12:32
Ausblenden
--1+

und kein Wort über VT, danke
Intels GPU/CPU soll besser sein als CUDA ?
echt unglaublich, und die Aussage dass das Programm nicht so recht will - mit CUDA, bestätigt das nur
mein Q6600 will auch in die Rente
info-politik ist ech besch... von intel, danke für etwas info

Cloud Runner 03/01/2011 12:37
Ausblenden
-1+

Hier ist eine komplette Featureliste falls du das suchst, VT-x haben alle.
http://www.computerbase.de/artikel [...] atureliste

Secure by Design 03/01/2011 12:43
Ausblenden
-1+

das weiss ich, danke, aber wie steht's um die MB ?
auf einem Screenshot habe 1x nur Enable VT gesehen, sonst nirgends info
darüber

Levi88 03/01/2011 13:29
Ausblenden
-1+

Wäre nett, wenn in dem zweiten Test auch gegen einen FSB 400 C2Q getestet wird.

Nehme an, als Zockerplattform ists immernoch voll ausreichend.

Barton 03/01/2011 13:41
Ausblenden
-1+

Das sind ja mal nette Prozessoren. Mal paar Monate warten bis eventuell bessere Steppings kommen. (Ärgere mich bis heute über meinen Heizkörper - Q6600 B3)

Milo 03/01/2011 14:07
Ausblenden
-1+

Nette CPUs, aber ich werde erst aufrüsten, wenn es 4 oder besser noch 6-Kerner gibt, die nur 65 W brauchen. Bin mal gespannt wie lange das noch dauert. Dann vereinen sich mein Gamer PC und der VDR/HTPC zu einer Kiste und gut ist o_O

Shini 03/01/2011 14:08
Ausblenden
-1+

Ich würde auch gerne einen vergleich sehen Q6600 @3,2 - 3,6 vs Sandy. Und bitte mit FSB 400 und jeweils Multi eben von 8 bzw. 9. Meine Leistung reicht mir noch etwas, dennoch habe ich bei BF BC2 90% Last und bei GTA 4 sogar 97%.

Pascha 03/01/2011 15:12
Ausblenden
-0+

Was mich interessiert ist mehr der interne GPU.
Ich frag mich immer noch warum der interne GPU unter Verwendung einer seperaten Grafikkarte deaktiviert wird. Gibts da nichts sinnvolles was der nebenher berechnen könnte wie diverse Physik Effekte?
Gerade wenn keine PhysX fähige NV Karte im System steckt muss doch der CPU sowieso die Physikberechnung übernehmen.
Und in Zeiten wo des öfteren seperate GPU´s rein zur PhysX Berechnung herangezogen werden wäre das doch an sich ne feine Sache wenn man das auf den in den CPU integrierten GPU abwälzen könnte.

Kann mir das nur so vorstellen, daß der CPU die Physikberechnung immer noch besser hin bekommt wie die HD3000 und deshalb die Option gar nicht in Erwägung gezogen wird.

Allerdings finde ich den Gedanken gar nicht so schlecht.
Mit Sandy Bridge ist es vielleicht noch nicht möglich, aber für die Zukunft ein netter Ansatzpunkt wo man sich verbessern könnte.
Dann würde der integrierte GPU auch was für Daddelkisten bringen und nicht nur für den Office, und HTPC Bereich.

anonymous 03/01/2011 15:51
Ausblenden
-1+

CPU-Kerne wie Sand am Meer, langsam wird es unübersichtlich! :o

FormatC 03/01/2011 19:35
Ausblenden
--1+

Zitat :Wäre nett, wenn in dem zweiten Test auch gegen einen FSB 400 C2Q getestet wird.
Nehme an, als Zockerplattform ists immernoch voll ausreichend.
Ich hatte meinen sogar auf 517 MHz. Für normale Anwendungen und Spiele reichts noch. Trotzdem hängt er schon 10-15% hinter den Yorkfields hinterher. Was am meisten stört, ist die verheerend schlechte Effizienz. Deshalb ist der gute alte Doppelwhopper auch über den Jordan gegangen. :)

Als Einsteigerquad ist das Teil fast schon ideal, nur eben nicht für 24/7.

paul-b 03/01/2011 21:44
Ausblenden
-0+

@Pascha sie wird deaktiviert, weil sie zu nichts zu gebrauchen ist. intel will auf kosten von kunden mit der entwicklung und herrstellung von GPUs rumexperimentieren um künftig rechner nur auf basis von GPUs produzieren zu können - wird wohl die zukunft der branche sein.
Wer braucht schon einen 4C/8T im büro? andererseits was kann ein gamer mit der GPU anfangen? man kauft die cpu OBWOHL sie eine integrierte GPU hat :)

paul-b 03/01/2011 21:45
Ausblenden
--1+

P.S.: werd von 775 direkt auf am3 umsteigen :)

Derfnam 03/01/2011 21:52
Ausblenden
-2+

Genau. Verschlechtere dich so richtig, Paul.

Beste Angebote

Mehr aus dem Bereich

Newsletters


OK