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Fazit: Übertaktung begünstigt Effizienz

Sandy Bridge: Traum oder Alptraum für Overclocking?
Von , Achim Roos

Dieser Artikel ist nicht darauf ausgelegt, die höchstmöglichen Taktraten für den Sandy Bridge-Prozessor herauszufinden, da diese Information zum einen technisch eingeschränkt und zum anderen überall im Internet zu finden ist. 5700 MHz durch Multiplikator x57 und etwas mehr durch eine leicht übertaktete Basistaktung sind das theoretische Maximum und das das Ende der Fahnenstange auf Basis heutiger CPUs. Man sollte nach unserer Erfahrung praktisch bei allen Core-Prozessoren der K-Serie auf Basis der 32-nm Sandy Bridge-Architektur in der Lage sein, mit Luftkühlung einen Wert zwischen ~4,5 und ca. 5 GHz zu erreichen.

Dieser Artikel lässt drei Schlussfolgerungen zu:

1. Sandy Bridge übertaktet gut

Wir wissen nicht erst seit diesem Artikel, dass sich Sandy Bridge-Prozessoren gut übertakten lassen – zumindest solange die Rede von den Core i5/i7-Prozessoren der K-Serie ist. Es ist leicht möglich, 4 GHz zu überschreiten ohne dabei die Spannung zu erhöhen. Bei unserem Testprozessor mit dem Standardkühler von Intel waren problemlos bis zu 5 GHz bei leichter Überspannung möglich.

2. Übertaktung: Performance geht nicht länger auf Kosten von Effizienz

Während die Leistungsaufnahme bei allen vorherigen Prozessorgenerationen bei höheren Taktraten weitaus stärker zunahm als die hinzugewonnene Performance, ist Sandy Bridge die erste Prozessorarchitektur, bei der Taktrate und Leistungsaufnahme fast linear skalieren.

Das bedeutet effektiv, dass die Übertaktungsversuche auf die insgesamt aufgenommene Gesamtleistung keine Auswirkungen haben: Wer seinen Prozessor beschleunigt, nimmt damit auch mehr Leistung auf. Soweit, so gut. Allerdings ist die Arbeitslast dann auch entsprechend schneller erledigt, was letztlich wieder Zeit einspart und die CPU wieder in den Strom sparenden Idle-Modus versetzt. Am Ende nehmen Standardtaktraten und übertaktete Konfigurationen im Test ungefähr die gleiche Gesamtleistung auf. Das wird durch eine konstant niedrige Leerlaufleistung in Verbindung mit toller Performance pro Takt ermöglicht.

3. Übertaktung ist fast narrensicher


Da Performance nicht mehr länger ausschließlich über Taktraten, sondern durch die vorgegebenen, elektrischen oder thermischen Leistungsgrenzen des Prozessors bestimmbar ist, kann man durchaus von einem Paradigmenwechsel sprechen. Wer versteht, dass diese Leistungsgrenze eine gute Methode ist, um einen Core i5/i7-Prozessor der K-Serie innerhalb gewünschter Leistungsgrenzen zu halten, kann eine automatische Übertaktung ganz der CPU mit seiner Power Control Unit überlassen. Diese arbeitet wie ein Sicherheitsnetz für die übertaktete Konfiguration. Vorausgesetzt, dass der CPU-Kühler auf die ausgewählte Leistungsgrenze abgestimmt ist, lassen sich die Taktraten bequem fast blind erhöhen (im vernünftigen Rahmen). Wird  das vorgegebene Leistungslimit ausgeschöpft, so wird die Höchsttaktrate automatisch angepasst.

Der dritte Punkt bedarf freilich ein wenig Übertaktungserfahrung. Allerdings ist es für Motherboard-Hersteller inzwischen möglich, zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten zu integrieren, mit denen weniger erfahrene Anwender auf einfache Art und Weise das gewünschte Prozessor-Kühlungsmodell auswählen könnten. Das System könnte dann automatisch vernünftige Multiplikatoren und Leistungsgrenzen bestimmen, um so die Performance auf deutlich sicherere Weise zu maximieren als jemals zuvor.

Beim nächsten Entwicklungsschritt dieser Architektur schrumpft Intel den Sandy Bridge auf 22 nm und nennt das ganze dann Ivy Bridge. Wir erwarten nicht, dass sich die Architektur grundlegend ändert, sind allerdings neugierig, ob Intel die Effizienz noch weiter verbessern kann. Führt die danach folgende Haswell-Architektur möglicherweise zu einem neuen Taktraten-Rennen, da dies gegebenenfalls sogar höhere Gesamtperformance ermöglicht als über mehr Rechenkerne? Was meinen Sie?

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