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Sandy Bridge-E: Core i7-3960X im Effizienz-Check

Sandy Bridge-E: Core i7-3960X im Effizienz-Check
Von , Achim Roos

Enthusiasten reicht die Leistung von Intels Sechskerner oft nicht – es wird fleißig übertaktet. Doch wie entwickelt sich die Energieeffizienz mit steigendem Takt? Hier zeigt der Core i7-3960X erstmals Schwächen

Es ist schon eine Crux: Da hat Intel den wirklich mit Abstand schnellsten Prozessor aller Zeiten, und selbst dann wird von ambitionierten Übertaktern regelmäßig ein Rekord nach dem anderen gemeldet. Weit über 4 GHz sind trotz sechs Rechenkernen und satten 15 MB L3-Cache gar kein Problem. Die große Frage ist nur: Wie entwickelt sich der Energiebedarf, wenn von den 2,27 Milliarden Transistoren durchgängig deutlich mehr Takt abverlangt wird?

Core i7-3960X: Sechs Kerne und 3,3-3,9 GHz MaximaltaktCore i7-3960X: Sechs Kerne und 3,3-3,9 GHz Maximaltakt

Diese Frage ist durchaus berechtigt, wie wir in unserem Artikel Traum oder Alptraum für Overclocking im Februar 2011 dargelegt haben. Damals testeten wir die Sandy-Bridge-Generation mit vier Rechenkernen auf Sockel 1155 bei deutlich erhöhten Taktraten und stellten fest, dass die Energieeffizienz bei nicht übertriebenem Overclocking sogar besser ist als beim ab Werk vorgesehenen Takt. Ein hervorragendes Zeugnis für die Architektur. Nun wollen wir sehen, ob Sandy Bridge-E, also die Variante mit sechs und potenziell später mit acht Kernen, diesen Coup wiederholen kann.

Overclocking: Nichts Besonderes mehr?

Was waren das für Zeiten, als man noch gezielt nach „dem“ Prozessor suchen musste, der zu einem gewünschten Preis ein möglichst hohes Potenzial zum Übertakten mitbringt. Diese Zeiten sind in dreierlei Hinsicht vorbei. Der erste Grund ist banal: Für die meisten Anwender ist mehr als genug Performance vorhanden – schnelle CPUs brauchen vor allem Anwender, die konkrete Aufgabenstellungen bewältigen müssen. Ansonsten wartet die Hardware-Industrie oft vergeblich auf anspruchsvolle Applikationen oder Spieletitel, die nach besserer Hardware verlangen würden. Die Zeiten sind jedoch vorbei, da z.B. Spiele-Hersteller einen möglichst großen Kundenkreis erschließen wollen – und die haben nun einmal nicht alle High-End-Systeme.

Zweitens bieten sowohl AMD als auch Intel entsprechende Prozessoren an, die der Kunde nach Herzenslust übertakten darf. Erst vor einigen Tagen hat Intel angekündigt, gegen einen geringen Aufpreis eine CPU-Versicherung anzubieten, die einen Austausch des Prozessors im (Overclocking-) Schadensfall ermöglicht. Bislang ist dies nur in den USA möglich, aber immerhin.

Zum dritten befindet sich Intel in der glücklichen Situation, derzeit keinen ernsten Wettbewerber im Performance-Segment zu haben – AMD bietet ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, aber keine Höchstleistung. Gleichzeitig ist der Marktführer in der Fertigung nach wie vor geschätzte 18 Monate in Führung, was bedeutet, dass man stets eine Fertigungsgeneration voraus ist. AMD steigt derzeit auf 32 nm um, während Intel den Wechsel hin zu 22 nm und der Ivy Bridge-Generation vorbereitet. Das verschafft Intel erheblichen Spielraum bei der Produktplanung und bei der Effizienz: Prozessoren mit weniger Takt als technisch machbar sind naturgemäß sparsamer im Umgang mit Energie.

Taktraten-Optima

Doch ganz gleich, welche Prozessoren die beiden Anbieter auf den Markt bringen: Jedes Modell hat eine für sich ideale Taktrate oder zumindest einen Taktbereich, bei dem der Chip die bestmögliche Performance pro Watt an Energieleistung liefert. Dies ist für alle Anwender oder Anwendungsszenarien wichtig, bei denen Systeme oft hoch ausgelastet sind. Gleichzeitig ist es wünschenswert, dass PC-Systeme (CPU, Speicher, Motherboard mitsamt der Kernkomponenten) bei Untätigkeit oder geringer Last nur so viel Energie benötigen, wie nötig. Ideal ist also die Kombination aus geringstmöglichem Stromverbrauch im Idle-Zustand sowie der höchstmöglichen Taktrate, die den Energiebedarf nicht aus dem Ruder laufen lässt. Genau danach suchen wir heute.

3 Kommentare anzeigen.
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  • Nur.ohne.Kühler@guest , 2. Februar 2012 11:02
    Das beim i7-3930K ein Kühler mit dabei sein soll, halte ich für ein Gerücht!
  • Nur.ohne.Kühler@guest , 2. Februar 2012 11:34
    Trotzdem ein sehr guter, interessanter Test!

    Hab ich die Angaben zum Strepping (C2 geht besser als C1) und der verwendeten Kühlung überlesen?

    Mit guter Wasserkühlung (Laing DDC+ & Mora3) braucht man dank geringerer Temperaturen weniger Vcore = weniger Watt. Dementsprechend verschiebt sich meine Takt-Bewertung nach oben.

    Bei so einem Rechenmonster bewerte ich pers. den Energiemehrverbrauch als absolut im grünen Bereich,
    die ZEIT, die der PC zum Rendern braucht ist da ein wesentlich wertvollerer Faktor.

    Auf 22nm, 3D-Transistoren wie auch dessen Übertaktbarkeit bin ich auch sehr gespannt.
  • Fabian82@1340778488@guest , 5. Februar 2012 13:42
    Was bitteschön ist Energieleistung?? Ihr solltet euch vielleicht entscheiden. Genau wegen solcher Aussagen habe ich in letzter Zeit Mühe mich noch für Artikel auf Tom's Hardware zu begeistern, denn solche Aussagen sind für eine "Fachzeitschrift" einfach inakzeptabel.
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