Sandy Bridge-E im Effizienzvergleich

Leistung bietet Intels neuer Core i7-3960X mehr als genug. Nachdem der Energiehunger im Vergleich zum Core i7 Gulftown gesunken ist, könnte man auf deutlich verbesserte Performance pro Watt schließen. Stimmt das?

Mit dem aktuellen Core i7-3960X auf Basis des 32 nm Sandy Bridge-E hat Intel abermals mehr Performance geliefert. In unserem Testartikel Intels Core i7-3960X im Test: Sandy Bridge-E und der X79-Chipsatz sind da finden sich alle technischen Infos sowie reichlich Belege dafür, dass die neue Architektur in fast jeder erdenklichen Hinsicht mit besseren Ergebnissen protzt. Neben der hohen Leistung ist die Leistungsaufnahme gesunken, was dem Prozessor wie auch der Plattform zuzuschreiben ist, denn diese basiert statt auf einem Northbridge/Southbridge-Design nur noch aus einem Chip. Für AMD bedeutet dies harte Zeiten, denn mehr Performance bei optimierten Stromverbrauch könnte Intel gegenüber dem FX-8150 noch weiter in Führung bringen.

Schnell, schneller, Sandy Bridge-E: Sockel LGA 1155, Sockel LGA 1366 und der neue Sockel 2011 – witzigerweise findet der Marktstart auch im Jahr 2011 statt.Schnell, schneller, Sandy Bridge-E: Sockel LGA 1155, Sockel LGA 1366 und der neue Sockel 2011 – witzigerweise findet der Marktstart auch im Jahr 2011 statt.

Große Zahlen

Das Geheimrezept für den Erfolg von Sandy Bridge-E ist an sich gar nicht so geheim: Es lautet einfach “mehr davon”, und es ist in dieser Form nur möglich, da die Sandy-Bridge-Architektur hohe Performance pro Megahertz und niedrigen Energiebedarf kombiniert. Das führt dazu, dass die Architektur gut skaliert, was bedeutet, dass die gleiche Basis statt mit vier nun mit sechs und künftig auch mit acht Rechenkernen arbeiten kann – letzteres zumindest im Xeon-Umfeld.

Statt vier Kerne auf dem Sockel LGA 1155 sind es bei LGA 2011 nun deren sechs. Bislang war dies beim Core i7 Gulftown schon der Fall. Statt zwei oder drei Speicherkanälen gibt’s nun gleich vier, was die DDR3-Gesamtbandbreite ordentlich wachsen lässt. Die Transistorenzahl steigt um eine auf gigantische 2,27 Milliarden. Der Chip selbst (Die) vergrößert sich von 248 auf 434 mm2, und die aggressivere Turbo Boost Version 2.0 sorgt für durchgängig mehr Takt als beim Xeon.

Ballast abgeworfen

Gleichzeitig ist Sandy Bridge-E aber ein schlankeres Produkt, denn die passende Chipsatz-Plattform besteht nur noch aus einem Baustein. Zudem ist die Architektur in der Lage, nicht genutzte Prozessorkomponenten so oft es geht in den Tiefschlaf zu schicken, um somit den Energiebedarf einzudämmen. Im Test führt das dazu, dass die Leistungsaufnahme im Standby ein neues Rekordtief erreicht, das noch kein anderes System mit satten sechs Kernen erreicht hat.

Daraus ergeben sich zwangsläufig Hoffnungen, dass Sandy Bridge-E der neue Effizienzkönig sein könnte. Erst kürzlich haben wir die Leistungsfähigkeit pro Watt, also die Energieeffizienz, des AMD FX-Prozessors mit allen heute wichtigen CPU-Architekturen verglichen. Im Artikel Performance pro Watt: Das leistet AMDs FX gehen wir darauf im Detail ein. Der heutige Artikel macht nichts anderes, konzentriert sich nun aber auf den neuen Intel-Spitzenprozessor. Details zum Core i7-3960X und zu Sandy Bridge-E finden Sie im Launch-Artikel.

6 Kerne, 32 nm, 15 MB L3-Cache und 3,6-3,9 GHz Maximaltaktraten. Ist das eine gute Basis für hohe Effizienz? Es scheint so, denn die im ersten Test gemessenen 87 W Leistungsaufnahme im Idle sind ein neuer Rekord für ein High-End-System.

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2 Kommentare
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  • Fromi@guest
    Wenn man mal davon ausgeht, dass der Durchschnittliche TH-Leser den PC mehr als 5 h pro Tag an hat, aber davon >50% mit Surfen, Office und Co. verbringt fällt die Bilanz noch deutlich günstiger in Richtung der LGA 1155 Systeme aus.
    Eigentlich halte ich alles über 20 Watt für reines Surfen mit einem 18" Bildschirm hochgradig verschwenderisch.
    Sprich die Kombination Netbook (AMD) und Arbeitspferd mit i7 (ziemlich egal welcher) ist trotzdem effizienter als ein i5-2500k, solange man den Desktop Rechner eben nur zum Zocken oder Rendern an macht, da tut dann auch der ein Unterschied Faktor 2 in der Performance pro Watt (Volllast) nicht mehr viel an der Gesamtbilanz, weil die Energieverschwendung bei Surfen wegfällt.
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  • poisonnuke_g@guest
    es gibt aber auch User, die wollen nicht dauernd die Rechner wechseln. Ich hab eigentlich auch ein schönes Tablet zum gemütlichen Surfen in einer bequemen Ecke bei geringem Strombedarf. Trotzdem hab ich ziemlich oft mein i7 + HD6970 Arbeitspferd mit gigantischer Monitorfläche an und surfe aber die meiste Zeit nur darauf...bei einem geschätzt 100x höheren Stromverbrauch. (ca. 550W verbrutzelt Rechner + Monitore im Idle, das meiste sind die 28" TFTs).

    Ich kann mich aber auch nicht losreißen davon...weil man halt eben auch mal schnell was anderes machen kann und es surft sich auch einfach besser.


    Wobei grundsätzlich der Strombedarf der Anzeigegeräte schon jetzt und in nächster Zeit erst recht einen gigantischen Abstand zu den Rechnern hat. Von daher sehe ich den Idle Bedarf der Rechner gar nicht so tragisch. Weil nehmen wir an, man hat einen super-sparsamen Rechner mit 20W Idle, hat den aber per HDMI an einen 50" Plasma angeschlossen. Das macht einen sparsamen Rechner irgendwie obsolet, die paar Watt mehr oder weniger interessieren gegenüber dem Stromverbrauch von einem Plasma oder was weiß ich nicht auch nicht mehr. Und die Zahl an Leuten, die auf TV/Beamer oder so surfen, steigt.
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