Sapphire R9 Fury Nitro: Mit eigener Platine besser als das Original?

Mit der R9 Fury Nitro löst Sapphire die zugekaufte Referenzplatine durch ein verbessertes Eigen-Design ab und legt sogar noch ein klitzekleines Taktschippchen von 10 MHz drauf. Doch reicht dies, um eine an sich bereits gute Karte deutlich zu verbessern?

Wir hatten diese Karte ja schon einmal im Test (Hungerkur für die Radeon R9 Fury: Weniger Spannung, bessere Effizienz), als es um die mögliche Reduzierung der Leistungsaufnahme ging, nachdem AMD das Untervolten bestimmter Karten freigegeben hatte. Heute beschäftigen wir uns nun mit dem "Rest" der Grafikkarte, denn natürlich sind auch die genauen Produktdetails und die Performance interessant.

Neben der - wenn auch sehr minimalen - Taktanhhebung von 10 MHz hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert. Beim genaueren Hinsehen entdeckt man aber doch Unterschiede. Doch bevor wir die Karte nun genauer analysieren, wollen wir in tabellarischer Form die Eckdaten der Karten gegenüberstellen, die später auch im Benchmark gegeneinander antreten werden:


MSI
R9 390X
Gamming 4G
MSI
GTX 980
Gaming 4G
Gigabyte
GTX 970
OC (ITX)
AMD
R9 Fury X
(Referenz)
Sapphire
R9 Fury
Nitro
Radeon
R9 Nano
(Referenez)
Shader-Einheiten:
281620481664
409635854096
ROPs:646456
64
64
64
Speichergröße:4 GByte
4 GByte3,5 + 0,5 GByte
4 GByte4 GByte4 GByte
Speicherinterface:
512 Bit256 Bit256 Bit
4096 Bit
4096 Bit
4096 Bit
GPU-Takt:1100 MHz1126 MHz+1072 MHz+
1050 MHz1050 MHz+
<=1000 MHz
Speicher-Takt:1250 MHz1750 MHz1753 MHz
500 MHz500 MHz
500 MHz

Wenden wir uns nun der Karte und ihren Besonderheiten zu. Sapphire nutzt erneut drei doppelt gelagerte Lüfter, deren Rotordurchmesser mit 8,5 Zentimetern wie gehabt ausfällt. Der Kühlkörper darunter ist jedoch deutlich modifiziert worden: Er fällt etwas flacher aus und besitzt zudem nur noch fünf anstatt sieben Heatpipes sowie einen geänderten Heatsink.

Die Rückseite der Platine ist erneut von einer Backplate verdeckt, die jedoch schon wie bei der Sapphire R9 380X Nitro die sechs Phasen der Spannungswandler dezent mitkühlt.

Erreicht wird dies durch ein spezielles Wärmeleitpad und eingestanzte Vertiefungen in der Backplate, die den Abstand veringern und somit den Anpressdruck erhöhen. Der Rest der Innenfläche ist mit einer nichtleitenden Folie gegen Kurzschlüsse gesichert.

Die Länge des Platinen-Eigen-Designs steigt von ehemals 19 auf nunmehr 23 cm. Das klingt erst einmal nicht viel, lässt aber die heißen Spannungswandler deutlich weiter vom empfindlichen Bereich des Interposers wegrücken. Es bleibt trotzdem noch genügen Platz für den Lüfterüberhang, der dem Airflow und somit der Kühlleistung deutlich entgegenkommt.

Die Unterseite zeigt auch den im Hauptkühler mit dem integrierten Kühler für die Spannungswandler und das insgesamt etwas gedrungenere Design gegenüber der Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X aus unserem Launch-Artikel.

Auf der Oberseite finden wir zwei 8-Pin-Anschlüsse für die externe PCIe-Spannungsversorgung und einen Umschalter für das zweite BIOS. Hier hat Sapphire diesmal eine kleine Änderung vorgenommen, denn beide Versionen unterscheiden sich in Details voneinander.

So steigt das Power Limit auf Knopfdruck wahlweise auf 300 Watt und auch die Zieltemperatur wird von 74 auf 79 °C angehoben. Interessanterweise erreichen wir die 300 Watt mit etwas Provokation auch ohne diesen Knopfdruck - aber dazu später mehr.

Das Hinterteil verdeckt Kühler und Heatpipes fast vollständig, was aber bei senkrecht ausgerichteten Kühlfinnen sowieso nicht von Belang ist.

Im Gegensatz zum Referenz-Design spendiert Sapphiere der Karte wieder einen Dual-Link DVI-D-Anschluss, was die leidige Frage nach einem passenden Adapter löst. Zusätzlich gibt es die bereits bekannten drei DisplayPorts und einen HDMI-Anschluss, den den Standard 2.0 nicht unterstützt.

Technische Daten im Überblick
GPU-Takt:
ab Werk: 1050 MHz
max. stabile Übertaktung: 1110 MHz
Speichertakt:
ab Werk: 500 MHz
Kühler:
5 Kupferkomposit-Heatpipes
3x 8,5 cm Axiallüfter, Semi-Passiv-Betrieb
schwarze Backplate mit Kühlfunktion für die VRM
Anschlüsse:
1x DVI-D, 1x HDMI, 3x DisplayPort
Stromversorgung:
6-Phasen-Design
2x 8 Pin
Gemessene
Leistungsaufnahme:
5 Watt (Idle)
279 Watt Gaming (Werkszustand)
214 Watt Gaming (untervoltet mit -96mV)
329 Watt (Stresstest)
Einbaumaße (LxHxT):
31,0 x 12,0 x 4,2 cm + 0,5 cm Backplate
benötigt drei Slots
Gewicht:
1,21 kg
Pro:
- relativ leise beim Gaming in Anbetracht der Abwärme
- fast keine Spannungswandlergeräusche ("Spulenfiepen")
- relativ schnell
Kontra:
- relativ schwer und lang
- ab Werk zu hohe Kernspannung (Leistungsaufnahme)
Preis:
ab ca. 580 Euro (Geizhals)
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9 Kommentare
    Dein Kommentar
  • FightingFalcon
    Wie immer ein sehr guter Test! TOP!

    Schade das die Karten von Anfang an mit dermaßen übertriebenen Spannungen ausgeliefert wurden, sieht man anhand eurer Tests das der Sweetspot für den Chip deutlich darunter liegt.

    Die Launch Artikel wären sicher interessanter ausgefallen hätten die Karten nur ca. 200-225W aus der Dose gezogen.
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  • FormatC
    Ich hätte es sicher schon damals gern getestet, aber wir hatten die Fury nur für einen Tag. Außerdem ließen sich die Spannungen damals nicht absenken und die ersten Chips waren meist so mies, dass kaum Spielraum blieb. Umsonst sind die Spannungen ja nicht so hoch gewählt worden ;)
    0
  • Tesetilaro
    das ist aber genau der punkt - selbst wenn ich jetzt mit einer Fury liebäugeln würde - als silent fetischist und AMD-Fan - würde ich die trotzdem nur in die enge wahl nehmen, wenn Du die in der hand hattest... schade drum...

    trotzdem wieder vielen dank für die testergebnisse! Und danke sapphire, gute Karte, wenn auch bei der geräuschentwicklung die b-note verhauen ;)
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  • FightingFalcon
    Hab in letzter Zeit 3 Saphire Karten bei Bekannten verbaut und werde die mal entsprechend Anweisen das ganze zu Testen.
    50-100W weniger Stromverbrauch sind da für mich weniger wichtig als 50W weniger Abwärme im System.
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  • mareike
    Das Timing von Sapphir ist mir völlig unverständlich. Warum den Aufwand für einen baldigen Dino Saurier ? Wer soll jetzt noch, bei klarem Verstand, diesen Stromfresser anschaffen ? Für HD suboptimal, für QHD mit wenig Reserven. Und das für 600 Euro.
    Man kann nur hoffen das dies kein Zeichen für eine verlängerte Wartezeit auf die 14/16 nm Karten ist. Mit der Marke Sapphir bin ich im allgemeinen zufrieden.
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  • Drauka
    @mareike: nichts tun ist auch keine Lösung ;)
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  • FormatC
    Und da Polaris wohl sicher erst mit kleineren Karten kommt, ist dies eine schöne Deko fürs Wartezimmer bis zum großen Wechsel :)
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  • mareike
    Nichts tun ist manchmal die Beste Lösung ;)
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  • FormatC
    Sich auf lau durchzumerkeln ist NIE eine Lösung :)
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