SAS-basierte Business-SSDs im Test: Nachbrenner mit 1.200 MByte/s

Serial Attached SCSI (SAS) macht einen gewaltigen Sprung nach vorne. Statt bisher 6 GBit/s sind nun gleich 12 GBit/s möglich – wohlgemerkt an einem einzigen Port. Die von uns getesteten nagelneuen SAS-SSDs sind daher auch wahre Leistungs-Überflieger.

Serial Attached SCSI (SAS) bringt es in seiner zweiten Ausbaustufe auf eine Übertragungsrate von 6 GBit/s, und ist damit genauso schnell oder langsam wie die dritte Version des Serial-ATA-Protokolls - je nachdem, welche Perspektive man zugrundelegt. Für SAS-Festplatten, von denen die derzeit schnellsten auf knapp 200 MByte/s kommen, reicht diese Bandbreite auch dann ohne weiteres aus, wenn sich mehrere davon einen SAS-Port über einen SAS Expander miteinander teilen müssen. Etwas anders sieht es bei Solid State Disks aus, denn etliche Consumer-SSDs mit SATA-Anschluss kommen dem Schnittstellenlimit inzwischen schon als Einzelexemplar sehr nahe. SSDs mit PCI-Express-Interface zeigen außerdem, dass Flash-Laufwerke deutlich höhere Übertragungsraten und IOPS-Werte erreichen können als beim anschluss über SATA/SAS mit 6 GBit/s.

Die dritte SAS-Ausbaustufe verdoppelt nun die Übertragungsrate von Serial Attached SCSI auf 12 GBit/s, bleibt dabei aber abwärtskompatibel zu seinen Vorgängern – nur die Kabel- und Steckverbindungen sind neu.

SAS III mit 12 GBit/s entspricht übrigens 1.200 MByte/s, da hier die 8B10B-Kodierung zum Einsatz kommt, bei der jeweils 8 Bit an Nutzdaten pro 10 übertragene Bits verpackt werden. Gegenüber SAS II (6 GBit/s) ist auch die maximal mögliche Anzahl der I/Os pro Sekunde (IOPS) deutlich angewachsen. Beispielsweise wurden laut dem Controller-Hersteller LSI mit einem SAS-III-Controller mit acht Ports und der aggregierten Bandbreite von acht daran angeschlossenen SAS-Laufwerken über 1,2 Millionen IOPS erzielt. Das soll einer Verbesserung von rund 57 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration von 6 GBit/s schnellen Controllern entsprechen.

Wir wollen selbst nachmessen, wie sich SAS-III-Hardware in der Praxis schlägt und haben uns dazu mehrere SAS-Komponenten ins Testlabor geholt. Als Schaltzentrale dient der über PCI Express 3.0 angebundene RAID-Controller LSI MegaRAID SAS 9361-4i mit vier internen SAS 12 Gb/s-Ports. Daran angeschlossen und getestet haben wir die HGST Ultrastar SSD800MM und die Toshiba PX022SFxxx, zwei der ersten SAS 12 Gb/s-SSDs der Enterprise-Klasse.

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3 Kommentare
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  • Tesetilaro
    interessanter exkurs in den serverbereich und zumindest hat man jetzt eine ahnung was in absehbarer Zeit auch für Konsumer-SSDs möglich sein wird - vielen Dank ;)
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  • fffcmad
    Die Toshiba hat also einen Schutz fuer den Schreibcache? Das qualifiziert dieses Laufwerk fuer einen Einsatz bei einem RAID mit Parity (Plus Verschluesselung auf Dateissystemebene) bei hoher Performance. Eine der wenigen Enterpriselaufwerke wo man den Schreibcache auf Write Back lassen kann ohne das Risiko von Datenverlust bei Stromausfall/ Absturz zu haben.
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  • Bernhard Bossmann
    Saus
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