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Enterprise-Datenriesen im 2,5-Zoll-Format

Enterprise-Datenriesen im 2,5-Zoll-Format
Von , Achim Roos

Aktuelle Enterprise-Festplatten im 2,5-Zoll-Format bringen ihre 3,5-Zoll-Konkurrenten in Verlegenheit, denn sie sind teilweise deutlich schneller und zuverlässiger und bieten zwischenzeitlich eine Kapazität von bis zu 1000 GB.

SSDs wildern immer erfolgreicher in Domänen herkömmlicher Festplatten und schicken die guten alten Magnetscheiben-Laufwerke damit scheinbar langsam, aber sicher in Rente. Am ehesten trifft das sicherlich im Consumer-Bereich zu, denn dort kann es sich definitiv lohnen, die Windows-Bootfestplatte durch eine schnellere SSD zu ersetzen und damit das System zu beschleunigen.


SSDs bleiben außen vor

Ganz anders sieht es in professionellen Storage-Umgebungen aus. Obwohl sich SSDs auch dort mit ihrer deutlich höheren I/O-Leistung und einer höheren Robustheit bezahlt machen, werfen andere Kriterien wie Zuverlässigkeit und Validierung mindestens genauso viel Gewicht in die Waagschale. Anders als bei Festplatten mangelt es bei SSDs noch an Langzeit-Studien über deren Zuverlässigkeit und kaum eine verfügt über die passenden Schnittstellen, um sie problemlos in Enterprise-Systemumgebungen einzubinden. Das dort gängige Serial Attached SCSI (SAS) unterstützt mit wenigen Ausnahmen wie OCZ und Super Talent fast kein Hersteller.

Genau mit mit diesen Tugenden punkten indes die drei 2,5-Zoll-Testkandidaten Hitachi Ultrastar C10K600, Seagate Constellation.2 und Seagate Savvio 10K.5. Die im Serverbereich etablierten Schnittstellen- und Konfigurations-Pfade unterstützen die Laufwerke mit schnellen SAS 6 Gb/s-Interfaces und kommen teilweise auch als Modelle mit Fibre-Channel- oder SATA-Support. Seagate bietet seine Festplatten zudem in einer selbstverschlüsselnden Variante an, die mit einem 256 Bit starken AES-Chiffre arbeitet und auf Server-Umgebungen abzielt, bei denen es auf besonders sichere Datenspeicherung ankommt. Den Zuverlässigkeitsaspekt bedienen die Testkandidaten vorbildlich: Hitachi und Seagate beziffern die MTBF für ihre Laufwerke Ultrastar C10K600 und Savvio 10K.5 mit 2 Millionen Stunden und legen damit selbst für den Enterprise-Bereich die Meßlatte recht hoch.

Gute Gründe für die kleinere Größe

Befragt man die Hersteller von Enterprise-Laufwerken, lohnt es sich vor allem aus drei Gründen, 2,5-Zoll-Festplatten im Serverbereich einzusetzen. Der naheliegendste hat mit der Energiebilanz der IT-infrastruktur zu tun und leitet sich aus dem Formfaktor ab. Im Gegensatz zu 3,5-Zoll-Festplatten kommen die kleinen Laufwerke mit weniger Strom aus, erwärmen sich infolgedessen weniger stark im Betrieb und benötigen daher auch weniger Kühlung. Bedingt durch ihren Formfaktor benötigen die Enterprise-Festplatten zum anderen weniger Stellfläche im Serverschrank und tragen damit zu einer besseren Skalierbarkeit bei. Argument Nummer drei ist die Kapazität der 2,5-Zoll-Laufwerke, in der sie mittlerweile zu ihren 3,5-Zoll-Pendants aufgeschlossen haben. Das zeigt sich bei den Testkandidaten Seagate Savvio 10K.5 und Seagate Constellation.2, die 1000 GB beziehungsweise 900 GB Speicherplatz bieten. Wie der Test zeigt, stehen die 2,5-Zoll-Festplatten den 3,5-Zoll-Laufwerken auch bei der Leistung in nichts nach.

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  • shaadar , 18. April 2011 20:38
    Die Betriebslautstärke würde mich interessieren, wie die 2,5 Zoll Platten trotz 10.000 U/Min abschneiden...
  • daniel86 , 21. April 2011 18:10
    Mir fehlt der Vergleich zur
    Western Digital VelociRaptor 600GB, SATA 6Gb/s (WD6000HLHX)
    Auch wenn "nur" Sata 6GB/s - kompatibel zu SAS ist sie.
  • poison nuke , 22. April 2011 13:54
    @ shaadar

    also die Savvio 10k.4 und 3 sind hier in größerer Stückzahl im Einsatz. Leise ist etwas anderes. Sie sind zwar definitiv leiser als ihre 3,5" Pendants, aber die Geräusche sind trotzdem in 1m Entfernung noch markant hörbar. Erst recht wenn richtig Aktivität auf den HDDs ist.

    Aufgrund der trotzdem noch sehr starken Wärmeentwicklung kann man solche HDDs auch nicht wirklich in ein gedämmtes Gehäuse einbauen. Ein Lüfter für die Festplatten ist hier so oder so Pflicht. Insbesondere die Elektronik wird sehr warm bei den kleinen HDDs. 40-50°C im Betrieb in einem offenen Gehäuse und fehlender Kühlung sind nichts ungewöhnliches.

    bei 15.000er HDDs wird es noch interessanter, allerdings noch keine 2,5" HDDs mit der Geschwindigkeit im Einsatz gehabt.
  • poison nuke , 22. April 2011 14:15
    @ TomsHardware

    beim Testbericht verfehlt ihr eine Sache völlig:

    der Einsatzzweck für ein Laufwerk. Die Constellation Serie von Seagate ist eine reine Storage-Festplatte für Backupzwecke und Zwischenspeicher. Daher gehört sie auch der Klasse des "Nearline" Storage an. Die Savvio hingegen ist dann schon eher in der Klasse des "online" Storage zu finden, wenn auch die Cheetah erst richtig dafür gedacht sind, nämlich hohe IO Leistung für Datenbanken und Webserver.

    Die Seagate Constellation hat so gesehen in diesem Test rein gar nichts verloren! Diese steht einer gänzlich anderen Konkurrenz entgegen.



    @ daniel86
    in dem Test ging es um Enterprise-Laufwerke, nicht um Desktop-Festplatte. Eine Western Digital Veloci-Raptor ist mitnichten zu SAS kompatibel, es ist eine reine Festplatte für Workstations und Gaming-Rechner. in einem Server hat so ein Spielzeug nichts verloren.