Serial-ATA-Platte von WD: 10000 U/min und 36 GB

Als erstmals die Nachricht von einem IDE-Laufwerk mit 10.000 U/Min durch die Fachpresse ging, schien die Lage klar zu sein: Die nächste Evolutionsstufe kommt. Doch ganz so einfach ist der Sachverhalt nicht, denn der Produktstart des neuen Laufwerks mit dem Namen Raptor ist von zwei Kuriositäten bestimmt: Es wird lediglich mit Serial-ATA-Interface ausgeliefert und die Kapazität beträgt nur vergleichsweise magere 36 GB.

Um den Sinn eines derartigen Laufwerks zu verstehen, bedarf es eines Blickes auf die Positionierung bzw. die Zielgruppe der Raptor. Western Digital wusste in den letzten Monaten den guten Ruf der Caviar-Laufwerksfamilie weiter zu stärken und kann heute auf ein solides Standbein im Home- und Business-Segment blicken. Ein noch intensiveres Engagement wäre prinzipiell zwar wünschenswert, steht für den Hersteller jedoch in keiner Relation zum möglichen Gewinn. Nach dem heutigen Stand wäre beispielsweise eine 200-GB-Festplatte mit 10.000 U/Min tatsächlich ein Highlight, doch wer würde dafür schon 1.000 Euro ausgeben? In Anbetracht der Möglichkeiten, Kapazität und Performance durch RAID-Konfigurationen zu steigern, macht Maximalismus daher wenig Sinn.

Ähnliches gilt prinzipiell auch für das professionelle Segment: Für Server und Workstations sind SCSI-Controller und -Festplatten nach wie vor als das Nonplusultra. Hohe Transferleistung geht einher mit der in diesem Bereich so wichtigen I/O-Performance. Doch die ganze Sache hat seit jeher einen Haken: SCSI ist sehr teuer. Im Entry-Level-Bereich findet daher der Einsatz von kleinen IDE-RAID-Arrays vermehrt Einsatz, der Kostendruck zwingt einfach dazu.

Hier setzt Western Digital mit dem Konzept der Raptor an: Sie soll genauso viel leisten wie moderne SCSI-Festplatten, dabei jedoch deutlich weniger kosten. In wie weit sich die Raptor damit durchsetzen kann, klärt dieser Artikel.

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