Silverstone DS380 und ST45SF-G im Test: ITX-Chassis trifft SFX-Netzteil

Mit dem DS380 bietet Silverstone ein ITX-Gehäuse an, das lange Grafikkarten und bis zu 12 Festplatten - acht davon Hot-Swap-fähig - fasst. Mit dem ST45SF-G wird zusätzlich ein starkes und modulares SFX-Netzteil mit 80PLUS Gold-Zertifikat angeboten.

Es fällt ein wenig schwer, das neue Silverstone DS380 kategorisierend in eine eindeutige Schublade zu stecken, denn der Winzling gibt sich vielseitig, ungewöhnlich, aber gleichzeitig durchaus durchdacht. Dadurch empfiehlt es sich für eine ganze Reihe von Einsatzmöglichkeiten: Durch insgesamt acht Hot-Swap-Einschübe für Festplatten zuzüglich eines Käfigs für vier weitere 2,5-zöllige Laufwerke eignet es sich hervorragend als Grundlage für NAS- bzw. Multimediaserver.

Sollen professionelle Hochleistungsfestplatten mit SAS-Schnittstelle verbaut werden, dann stehen entsprechend pro Hot-Swap-Einschub zwei Datenanschlüsse für redundante Datenverbindungen zur Verfügung.

Dank der Unterstützung des ITX-Standards und der Möglichkeit des Einbaus sehr langer Steckkarten im 2-Slot-Format kann aber auch ein sehr viel breiteres Aufgabenfeld abgedeckt und beinahe jedes denkbare RAID-Array realisiert werden. Für den Privat-Einsatz reicht das dann schon für gehobenen Größenwahn.

Daneben eignet sich das Gehäuse aber auch problemlos zum Aufbau eines rechenstarken Gaming-Systems, denn selbst Highend-Grafikkarten finden hier Platz und können – je nach verbauter Kühllösung auf der Karte - sogar von unmittelbarer, staubgefilterter Frischluftzufuhr profitieren.

Einzig bei der Wahl des Prozessorkühlers sind angesichts der kompakten Maße des DS380 Grenzen gesetzt – hier kann im Bedarfsfall allerdings eine kleine Kompaktwasserkühlung weiterhelfen. Die drei werksseitig verbauten 12-cm-Lüfter sollten für einen ordentlichen Luftdurchzug sorgen.

Mit 140 Euro ist das Gehäuse mit der schicken Front aus gebürstetem Aluminium angesichts des Formfaktors sicherlich nicht als günstig zu bezeichnen, hat dafür aber eine Menge zu bieten und wandelt abseits ausgetretener Pfade. Wer den Einsatz des Gehäuses plant, dem empfehlen wir in diesem Fall besonders, sich unser Kapitel zur Komponentenmontage vorab genauestens anzusehen, denn das DS380 bringt wirklich einige Aspekte mit, die bei der Komponentenwahl zu beachten sind. Aus diesem Grund haben wir den entsprechenden Abschnitt diesmal besonders ausführlich gestaltet.

Zusätzlich bieten Silverstone mit dem ST45SF-G das mit 450 Watt derzeit stärkste SFX-Netzteil auf dem Markt an, das nebenbei auch noch mit 80PLUS Gold-Zertifikat und vollständig modularem Kabelmanagement glänzen kann. Für ungefähr 90 Euro erhält man hier scheinbar den Klassenprimus im SFX-Format – daher konnten wir es nicht lassen, dieses auf den ersten Blick herausragende Produkt auf der vierten Seite einem zusätzlichen Kurztest zu unterziehen.

Verpackung und Lieferumfang

Silverstone liefert das DS380 mit teils ungewöhnlichem Zubehör aus, dessen Sinn sich allerdings beim zweiten Blick auf die Möglichkeiten erschließt, die einem das Gehäuse bietet.

So finden wir mehr als die obligatorischen Schrauben zur Komponentenmontage und eine ausführliche Montageanleitung, deren Lektüre sich tatsächlich lohnt, wenn man alle Features erfassen will. Zusätzlich gibt es einen Schlüssel zum Verschließen der Fronttür, Aufkleber zum Beschriften der einzelnen Hot-Swap-Einschübe, eine kleine, an beliebiger Stelle im Gehäuse verklebbare Kabelklemme, eine 3,5-zöllige Einschubblende und schließlich ein zunächst undefinierbares Plastikteil.

Der Kunststoffadapter kann gegen ein bereits am Festplattenkäfig montiertes Exemplar getauscht werden – dann dient einer der Hot-Swap-Einschübe für eine Festplatte mit 2-Slot-Kühlung. Vibrationsübertragungen können durch Verkleben eines zusätzlichen Gummistreifens unterbunden werden. Da der Festplatteneinschub anschließend selbst nicht mehr untergebracht werden kann, dient die 3,5“ Blende dazu, die entsprechende Öffnung an der Front zu schließen – doch dazu mehr im entsprechenden Abschnitt zur Montage.

Technische Spezifikationen und Bedienelemente

                                                                                                                                                                         


Silverstone DS380 
Typ:ITX-Gehäuse
Abmessungen (HxBxT):64 x 25,5 x 56 cm
Gewicht:ca. 6 kg
Material:Stahl
Aluminium (Fronttür)
Kunststoff (Bereich hinter der Fronttür)
Formfaktor:Mini-ITX, DTX
Einbauschächte:8x 2,5“/3,5“ (intern) per Hot Swap
4x 3,2" (intern)
PCI-Steckplätze:2
Lüfter vorinstalliert:2x 12 cm seitliche Front (1200 U/min)
1x 12 cm Heck (1200 U/min)
Wasserkühlung optional:12 cm Radiator Heck
CPU-Kühler:bis 57 mm (abhängig von Bauform, Fläche und Sockelposition auf dem Mainboard auch höher; Kühler darf dabei nur 5,7 mm über die Mainboardkante hinaus ragen)
Grafikkarte:15,2 cm / 28 cm bei modifiziertem Festplattenkäfig
Netzteil:SFX-Netzteil, empfohlen: 10 cm (11-11,5 cm sollten auch möglich sein, dann kann es allerdings knapp mit der Verlegung der vom Netzteil abstehenden Kabel werden)
Kabelmanagement:am Gehäuseboden und hinter Gehäusebauteilen sehr eingeschränkt  möglich
Marktpreis:ca. 140 Euro

Die Fronttür des Silverstone DS380 ist seitlich verschließbar.

Dahinter verbergen sich Bedienelemente und Steckplätze: Ein Power- und Reset-Taster, zwei USB-3.0- sowie HD-Audio Anschlüsse (Kopfhörerausgang, Mikrofoneingang) mögen auf den ersten Blick mager erscheinen.

Aber wie bereits gesagt: Ein Blick in die beigelegte Montageanleitung lohnt in jedem Fall, denn auf der Innenseite verfügt die Tür über zwei etwas unorthodoxe Schieberegler.

Der rechte Regler ermöglicht das Dimmen der Power-LED bei geschlossener Gehäusetür. Hier kann in mehreren Stufen ein Lichtschutz vorgeschoben werden, um so die Power LED nur noch mit geringerer Leuchtkraft oder gar nicht mehr durch die Aussparung in der Tür scheinen zu lassen.

Mit dem linken Regler kann man den außen liegenden Power-Taster blockieren: Einschalten lässt sich das System im DS380 nämlich nicht nur nach dem Öffnen der Fronttür, sondern dank eines zusätzlichen, auf den dahinter gelegenen Taster drückenden Knopfes auch von außen – zumindest, solange man diesen nicht über den erwähnten Regler deaktiviert und die Tür abschließt.

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3 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    immer diese Thermalright Schleichwerbung :PIch hab den Schraubendreher aber auch immer aufm Schreibtisch rumliegen *g*
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  • besterino
    Habe das Gehäuse gestern selbst auf der CeBIT gesehen und stach aus der Masse des (nicht nur von Silverstone) für den Consumer Gebotenen meiner Meinung nach deutlich hervor. Bin schwer begeistert und überlege schon, mein altes Chenbro NAS-Gehäuse damit zu ersetzen. Dank der Vielseitigkeit definitiv zukunftssicher und selbst bei wechselndem Verwendungszweck sehr brauchbar.
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  • gst
    Tjoar... Ist halt mal was völlig anderes und ballt extrem viel Funktionalität auf kleinstem Raum. Schon nicht verkehrt, das. Wenn ich da an mein altes, riesiges Monster von Cooler-Master-Bigtower denke, das mit 11 oder 12 Festplatten bestückt (ca. anderthalb TByte Bruttokapazitä, IIRC - heute ein Lacher, damals unglaublich) seit vielen Jahren ungenutzt im Keller rumsteht, dann liegen da echt Welten dazwischen. Gerade wenn man mal nicht mit dem direkten Vorgänger, sondern einem alten Gerät vergleicht, sind die Unterschiede echt gigantisch...
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