[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

bq Aquaris X5 Plus

Design & Verarbeitung

Das bq Aquaris X5 Plus ist eigentlich kein vollends neues Smartphone, denn das Gehäuse wurde schon für das Aquaris X5 genutzt, das im Oktober 2015 vorgestellt wurde. Allerdings wurde die im Inneren verbaute Hardware gründlich überarbeitet und ein Fingerabdruckscanner integriert.

Wie bei der technisch einfacheren Variante umschließt ein leicht nach außen gewölbter Metallrahmen das Display. Die aufgesetzte Kunststoffrückwand federt an der unteren Ecke unter Druck minimal nach und gibt dabei ein leises Knarzen von sich. Insgesamt ist die Verarbeitung jedoch gelungen. Das bq-Smartphone wirkt zudem nicht nur optisch wertig, sondern ist durchaus ansprechend gestaltet - auch wenn sich mancher Nutzer bei der Rückwand sicherlich ein etwas höherwertigeres Material als schnödes Plastik gewünscht hätte.

Mit Außenmaßen von 14,5 x 7,0 x 0,8 Zentimetern fühlt sich das Smartphone in der Hand gerade hinsichtlich der Breite recht schlank an. Mit einem Gewicht von 145 Gramm versucht der Hersteller keine Bestmarke zu setzen. Im Vordergrund steht ein guter Kompromisses aus Handlichkeit und Stabilität - der in diesem Fall gelungen ist.

Kernkomponenten

Wie im Idol 4S steckt auch im Aquaris X5 Plus bereits der Snapdragon 652. Allerdings begrenzt bq den Arbeitsspeicher des Einstiegsmodells - das auch für diesen Test gestellt wurde - auf schmale zwei Gigabyte, wodurch die Leistung der CPU-Kerne generell und überraschend deutlich hinter dem Alcatel-Smartphone mit dem gleichem SoC zurückbleibt.

Dennoch kann die Performance überzeugen, schließlich gilt es im Blick zu behalten, dass zahlreiche Konkurrenten mit einem vergleichbaren Preisschild noch auf Qualcomm Snapdragon 617 setzen, der der Vorgängergeneration entstammt und teilweise nur die Hälfte der Leistung bietet.

Display

Mit einem fünf Zoll großen Bildschirm geht das Aquaris X5 schon fast als "Mini" durch, verlangt aber darüber hinaus keine weiteren Abstriche von seinen Nutzern. Denn mit 440 ppi ist die Pixeldichte mehr als ordentlich, auch die Farben können nicht zuletzt dank der Quantum+-Technologie überzeugen, die für eine hohe Farbsättigung sorgen soll.

Zudem kommen Sonnenanbeter voll auf ihre Kosten: Im Menü findet sich ein gesonderter Punkt für extra hohe Helligkeit. Wird dieser Schalter umgelegt, steigt die durchschnittliche Leuchtdichte auf 475 cd/m². Am hellsten Punkt maßen wir 514 cd/m², während wir für die dunkelste Stelle noch ein Wert von 449 cd/m² notieren konnten. Ohne das Anhaken dieses Modus wird die maximale Leuchtdichte auf durchschnittlich 334 cd/m² begrenzt.

Sound

Die Klangqualität von Smartphones ist schon durch den Formfaktor limitiert: Die knapp geschneiderten Gehäuse bieten der Klangentfaltung wenig Platz. Zudem setzen die meisten Hersteller auf lediglich einen Lautsprecher, was zu weiteren Abstrichen führt.

Das gilt auch für das Aquaris X5 Plus: Der wiedergegebene Ton ist in den Höhen deutlich übersteuert und wirkt blechern. Immerhin: Bei voller Lautstärke wird das Smartphone auch wirklich laut, wobei kein Kratzen oder Rauschen zu vernehmen ist.

Beim Telefonieren macht das Aquaris X5 Plus keine ganz so gute Figur. Am Ohr wirkt der Ton hallig und etwas seiner Höhen beraubt. Auch im Freisprechmodus klingen die Gesprächsanteile des Gegenübers recht dumpf. Zudem könnte die Lautstärke etwas höher sein, um die Verständlichkeit gerade in etwas lauteren Umgebungen zu verbessern.

Kamera

Wie beim Alcatel Idol 4S wird auch bei bq Aquaris X5 Plus ein Sony-IMX-298 für die Hauptkamera genutzt - und eine grundlegende Eigenschaft lässt sich auch hier wiedererkennen: Die Farben werden schnell etwas übersättigt dargestellt. Hinsichtlich der Schärfe und Kontraste gibt es aber auch hier keinen Grund zur Klage.

Die mit der Hauptkamera mit 1920 x 1080 Pixeln aufgezeichneten Videos gefallen hinsichtlich der Farbdarstellung. Der Eindruck der Helligkeit ist zwiespältig: Dunkle Bildflächen wirken schnell zu dunkel, was allerdings den an sich schon guten Kontrast betont. Von der Vergrößerungsfunktion werden die meisten Nutzer wohl wenig Gebrauch machen; zu schnell verpixeln die Aufnahmen beim Zoomen.

Testvideo bq Aquaris X5 Plus

bq setzt auch an der Front auf einen Sony-Sensor: Der IMX 219 arbeitet mit einer Auflösung von acht Megapixeln, tendiert bei den Aufnahmen aber minimal ins Rötliche. Bei Schärfe und Kontrast gibt es jedoch wenig zu beanstanden.

Software & Bedienung

Anders als viele Konkurrenten setzt bq auf eine Installation von Android 6.0.1, die ohne viel zusätzliches Brimborium auskommt. Die Oberfläche entspricht in allen Belangen der Standardansicht, das Angebot an zusätzlichen Apps hält sich stark in Grenzen.

Das muss allerdings kein Nachteil sein, denn zum einen lässt sich auf diese Weise eine schlanke Installation gewährleisten, die der Hardware bei ihrer Arbeit keine zusätzliche Lasten aufbürdet. Zum anderen fehlen auch all die überflüssigen Anwendungen und Dienste, die nicht nur den App Drawer sinnlos aufblähen, sondern auch den knappen Speicherplatz zusätzlich verstopfen.

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11 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Pootch
    Hier fehlt eindeutig das Moto G4 oder gen3
  • matthias wellendorf
    Die hatten wir ja schon mal im Test - aber wir werden das ganze etwas klänger aktuell halten und sukzessive um weitere Geräte erweitern, vielleicht bietet sich da noch mal eine Möglichkeit.
  • Tesetilaro
    ich finde mein S5 neo würde trotz des alters gut als vergleich rein passen...
  • Michalito
    Vernee Thor 4G Smartphone..
  • jayblackwind
    Hättet ihr noch das Xiaomi Redmi Note 3 PRO mit 3GB RAM und 32GB Storage mit Dual SIM testen sollen ... das macht alles besser als euer Testfeld und kostet bei AMAZON wohlgemerkt 191,09 Euro ! das NonPro mit 2GB/16GB gibts teilweise für unter 150 EURO!
    Den Vorgänger Note 2 für 130 - 160 .... Einfach mit nem anderem ROM flashen und fertig ist das beste Smartphone für wenig Geld!
  • ShieTar
    Das Elephone gibt's auch in der Preisklasse, und das hat der Konkurenz zumindest in Sachen Hardwarespecs einiges voraus:

    http://geizhals.de/elephone-p9000-schwarz-a1416237.html
  • gst
    @Shietar: Gibt's mehrere Elephone-Momdelle? Weil: Welle erzählte mirkürzlich, dass er sich um ein Elephone für das kommende Update dieses Artikels bemüht hat.

    @Jayblackwind: Klingt interessant, ich geb's mal weiter. :)
  • matthias wellendorf
    China-Smartphones zu bekommen ist nicht so einfach, wenn sie nicht gleich gekauft werden sollen. Von Elephone sollte demnächst mal das P8000 eintrudeln, auch Xiaomi habe ich im Blick und bei einem Händler Mi5 und Redmi 3 angefragt angefragt. Was davon wann kommt und ob überhaupt, kann ich aber noch nicht sagen. Ich bleibe aber dran und werde sicherlich die Serie nicht nur um die Modelle erweitern, die auch bei MM und Saturn im Regal landen.
  • ShieTar
    @gst: Vier Modelle scheints derzeit zu geben, wobei das P9000 für 220€ schon das "Top-Modell" darstellt:

    http://geizhals.de/?cmp=1457788&cmp=1337440&cmp=1457586&cmp=1416237
  • tkoerbs
    Xiaomi Redmi Note 3 Pro wäre sehr interessant, wenn man es auf deutsch zu einem Preis < 170€ bekommen würde, aber man findet es meist nur englisch - dafür aber zu Kampfpreisen ab 150€.
    Die technischen Daten sind allesamt super - Prozessor, RAM, Display, Akkulaufzeit, Fotos - alles locker auf dem Niveau von Handys die die Konkurenz > 200€ anbietet.
  • Max Dralle
    Vielen Dank für den umfangreichen Test und die regelmäßigen Erweiterungen.

    Besteht eine Chance, dass ihr auch mal das Vernee Apollo Lite durch euren Test Parcours schickt ?

    Preislich liegt es derzeit regulär bei ~200 Euro, bietet aber eine Leistung, die bei euch nur in der oberen Mittelklasse zu finden ist.

    Ich hatte mir im letzten September eins gekauft und bin sehr zufrieden damit.
    Inzwischen habe ich mir ein zweites gekauft, weil mir das erste Gerät zweimal kurz hintereinander auf Betonboden gefallen ist und beim zweiten Sturz der Display gerissen ist. Eine Reparatur hätte 105,- Euro gekostet, da das Gerät aber gerade für 145,- Euro im Angebot war und ich es täglich brauche, habe ich es mir neu gekauft.

    Meine aktuellen Ergebnisse mit halb-vollem Akku gestartet:
    Antutu (v6.2.7) - 82584
    PCMark Work 2.0 - 3847
    3DMark Slingshot ES 3.1 - 922
    3DMark Slingshot ES 3.0 - 1202
    3DMark Ice Storm Unlimited - 15163

    Nach den Benchmarks war der Akku auf ~30% runter, dh. die 5 Tests haben ca. 20% vom Akku verbraucht.

    Gruß,
    Max