[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

[NEU] Sony Xperia XZ

Die Japaner preisen bei ihrem jüngsten Flaggschiff Sony Xperia XZ insbesondere die 23-MP-Hauptkamera an, die perfekte Fotos liefern soll. Dank dreier Sensoren – Bild-, Laser-Autofokus- und RGBC-Infrarot-Sensor – sollen selbst Schnappschüsse jederzeit verwacklungsfrei und scharf gelingen. Wir werden sehen.

Natürlich stattet Sony das Xperia XZ High-End-würdig aus, verpasst ihm wieder ein wasserdichtes Gehäuse und knüpft beim Design an die Vorgängermodelle an. Klare Linien zeichnen das Sony Top-Modell aus. Das Gehäuse ist an den Kanten stark abgerundet, die spezielle Oberflächenbehandlung verleiht dem XZ einen besonders plastischen Look.


Das 5,2 Zoll große Sony Xperia XZ ist in den drei Farben Forest Blue, Mineral Black und Platinum erhältlich. Der interne Speicher misst 32 Gigabyte und der von Sony aufgerufene Preis beträgt satte 700 Euro. Zumindest die schwarze Variante ist zum Testzeitpunkt bereits ab 640 Euro zu haben (aktuell ab rund 530 Euro). Sony hat zeitgleich auch eine Dual-SIM-Variante zum identischen Preis eingeführt. Dual-SIM-Modelle sind in der High-End-Liga immer noch eine absolute Ausnahme.

Design & Verarbeitung

Schnörkellos – so könnte man das Gehäuse des Sony Xperia XZ beschreiben - oder aber auch als zeitlos und elegant. Das liegt ganz im Auge des Betrachters. Dank der starken Abrundungen an den Gehäusekanten hat man fast den Eindruck eines Edge-Displays. Zudem liegt das 5,2-Zoll-Smartphone damit gut und sicher in der Hand.

Die Rückseite besteht aus einem speziell behandelten Aluminium, das in der Hand eher den Eindruck eines Kunststoffes hervorruft. Der matte Glanz sieht sehr schick aus. Die Vorderseite wird von Gorilla Glas geschützt. Die Zertifizierung nach IP68 beschreibt den Schutz vor eindringendem Staub und Wasser, auch bei dauerhaftem Untertauchen.



Mit 161 Gramm fällt das Sony Xperia XZ für ein 5,2 Zoll großes Smartphone noch angenehm leicht aus. Mit dem noch etwas größeren, dafür aber extrem schlanken Lenovo Moto Z kann es indes in der Gewichtswertung nicht mithalten: Das Moto wiegt satte 25 Gramm weniger. Im Gegenzug fällt das Sony Flaggschiff mit 14,6 x 7,2 Zentimetern recht kompakt aus, was unter anderem daran liegt, dass der seitlich angebrachte Power-Button zugleich als Fingerprint-Reader fungiert. Damit spart sich Sony die Taste unterhalb des Displays.

Kernkomponenten

Sony selbst bezeichnet das Xperia XZ als Flaggschiff. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten, die der Hersteller fast auf ganzer Linie erfüllt. Das beginnt schon bei der technischen Basis. Für die Rechenleistung sorgt ein Qualcomm Snapdragon 820, seines Zeichens ein echter High-End-Chip mit 64-Bit-Architektur, der in anderen Oberklasse-Geräten seine Klasse bereits unter Beweis gestellt hat.

Das gilt ohne Einschränkung auch für die ebenfalls auf dem SoC untergebrachte GPU vom Typ Adreno 530. Mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher lockt man indes niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. OnePlus verbaut in seinem Modell 3 bereits die doppelte Kapazität. Vier Gigabyte sollten mittlerweile Standard sein in der Top-Liga. Auch bei der Display-Auflösung halten sich die Japaner weiterhin zurück und setzen erneut auf ein Full-HD-Display.

Neben schnellen Kommunikationstechnologien wie ac-WLAN und LTE Cat.9 sowie modernen Kurzstreckenfunkstandards wie Bluetooth 4.2 und NFC integriert Sony beim Xperia XZ auch die adaptive Ladetechnologie von Qnovo, die zur Dauerhaltbarkeit des Akkus beitragen soll. So wird beispielsweise der Akku, wenn er über Nacht am Ladekabel hängt, nur bis zu 90 Prozent geladen, sodass er nicht die meiste Zeit der Nacht vollgeladen ist. Denn eine Lagerung bei vollem Ladestand beschleunigt die Alterung eines Akkus. Erst kurz vor der regelmäßigen Aufstehzeit des Nutzers wird der Akku fertig geladen.

Mit der adaptiven Ladetechnologie will Sony die Lebensdauer und die möglichen Ladezyklen seiner Akkus nahezu verdoppeln. Der Ansatz klingt jedenfalls sehr gut. Bei Elektroautos wird schon seit Jahren ähnlich vorgegangen. Hier dienen Ladetimer dazu, den Akku erst kurz vor Abfahrt vollzuladen oder generell die Ladung bei Akkuständen zwischen 80 und 90 Prozent zu beenden. Beim USB-Anschluss handelt es sich übrigens um Typ C, der auch Tonsignale übertragen kann. Dennoch verzichtet Sony nicht auf die klassische Kopfhörerbuchse.

Display

Mit dem Xperia Z5 Prime wagte Sony einen Ausflug in die Welt der 4K-Displays – und beendet diesen mit dem neuen Flaggschiff XZ auch schon wieder. Um ehrlich zu sein: Vermissen wird den 4K-Bildschirm im Smartphone wohl kaum jemand. Da zählen andere Werte mehr – etwa eine ordentliche Farbwiedergabe, hohe Helligkeit und starke Kontraste. Und all diese Punkte erfüllt das IPS-Display des Sony Xperia XZ, das 1920 x 1080 Pixel wiedergibt.

Die maximale Helligkeit liegt über die gesamte Bildfläche gemittelt bei sehr guten 529 cd/m². Zudem lässt sie sich sehr weit herunterregeln. Mit 5,5 cd/m² blendet das Display auch in absoluter Dunkelheit nicht. Ebenfalls einwandfrei fällt der Schwarzwert aus. Mit 0,37 cd/m² ergibt sich ein toller Kontrast von 1470:1. Die Farbtemperatur lässt sich zudem individuell einstellen und die Blickwinkelstabilität ist hoch. Gelungene Vorstellung!

Sound

Fast schon traditionell reiht sich das Xperia XZ in die Reihe von Sony-Smartphones ein, die insbesondere im Bereich der Sprachqualität zu den Besten zählen. Sowohl über den Ohrhörer als auch über den integrierten Lautsprecher klingt die Stimme des Anrufers glasklar und natürlich. Auf der Gegenseite kommen wir nicht ganz so perfekt an, als Kritik soll das aber nicht verstanden werden. Die bei moderatem Lärm gut funktionierende Nebengeräuschfilterung trägt ihr Übriges zur hohen Sprachqualität bei.

Kamera

Selbstbewusst positioniert Sony sein neues Flaggschiff im Kamerabereich: Für nicht weniger als perfekte Fotos soll das Xperia XZ gut sein. Dafür statten die Japaner ihre Hauptkamera mit einem 23-MP-Sensor, einem Laser-Autofokus und einem Infrarotsensor aus. In Summe soll die Kamera besonders scharfe Bilder mit realistischen Farben machen und dank des prädiktiven Sensors auch bei schnellen Motivbewegungen nicht ins Straucheln geraten.

Dabei spielt natürlich auch der optische Bildstabilisator keine unwesentliche Rolle. Für Restlicht-Szenarios unterstützt der Sensor bis zu ISO 12.800. Ohne sichtbare Körnung wird das dann aber nicht klappen. 4k-Videos dreht die Hauptkamera obendrein – im Gegensatz zur Front-Optik, die mit ihrer 13-MP-Auflösung zwar ordentlich protzt, Videos dennoch "nur" in Full-HD dreht.

Die Kamerawertung absolviert das Xperia XZ ebenfalls sehr gut. Die Hauptkamera protzt mit ihren 23 Megapixeln, bringt die Pixel-Power aber auch gut "zu Papier". Die sehr hohe Schärfe wirkt in der Mitte allerdings etwas übertrieben – erst recht, da sie zu den Rändern hin ein wenig abfällt. Dank der hohen Pixelzahl produziert die Kamera auch bei 4fachem Digitalzoom noch brauchbare Bilder. An Kanten und Farbübergängen lassen sich aber schon die Folgen der digitalen Vergrößerung erkennen.

Die Frontkamera bringt es auf 13 MP und ist damit nahezu konkurrenzlos, was die Auflösung betrifft. Und auch die Bilder können sich sehen lassen. Als Selfie-Knipse macht das XZ eine super Figur.

Software & Bedienung

Sony lieferte das Xperia XZ mit Android 6.0 Marshmallow aus, das mittlerweile per Update auf Android 7.0 aufgebohrt wird. Marshmallow ist zwar nicht mehr topaktuell, hat sich aber bewährt und ist den Kinderschuhen längst entwachsen. Viel zur Bedienung muss da nicht mehr gesagt werden, zumal Sony kaum etwas am Stock Android verändert – die lästigen Werbe-Links hätte sich der Hersteller auch gleich sparen können.


Alles richtig gemacht hat der Hersteller beim Touchscreen und den Bedientasten. Letztere sind fast nahtlos in das Gehäuse integriert und bieten einen definierten Druckpunkt.

Der seitlich angebrachte Power-Button dient zugleich als – einwandfrei funktionierender – Fingerprint-Reader. Das hat Sony gut gelöst. Gut löst auch der Touchscreen seine Aufgabe. Hier gibt es nichts zu bemängeln.

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11 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Pootch
    Hier fehlt eindeutig das Moto G4 oder gen3
  • matthias wellendorf
    Die hatten wir ja schon mal im Test - aber wir werden das ganze etwas klänger aktuell halten und sukzessive um weitere Geräte erweitern, vielleicht bietet sich da noch mal eine Möglichkeit.
  • Tesetilaro
    ich finde mein S5 neo würde trotz des alters gut als vergleich rein passen...
  • Michalito
    Vernee Thor 4G Smartphone..
  • jayblackwind
    Hättet ihr noch das Xiaomi Redmi Note 3 PRO mit 3GB RAM und 32GB Storage mit Dual SIM testen sollen ... das macht alles besser als euer Testfeld und kostet bei AMAZON wohlgemerkt 191,09 Euro ! das NonPro mit 2GB/16GB gibts teilweise für unter 150 EURO!
    Den Vorgänger Note 2 für 130 - 160 .... Einfach mit nem anderem ROM flashen und fertig ist das beste Smartphone für wenig Geld!
  • ShieTar
    Das Elephone gibt's auch in der Preisklasse, und das hat der Konkurenz zumindest in Sachen Hardwarespecs einiges voraus:

    http://geizhals.de/elephone-p9000-schwarz-a1416237.html
  • gst
    @Shietar: Gibt's mehrere Elephone-Momdelle? Weil: Welle erzählte mirkürzlich, dass er sich um ein Elephone für das kommende Update dieses Artikels bemüht hat.

    @Jayblackwind: Klingt interessant, ich geb's mal weiter. :)
  • matthias wellendorf
    China-Smartphones zu bekommen ist nicht so einfach, wenn sie nicht gleich gekauft werden sollen. Von Elephone sollte demnächst mal das P8000 eintrudeln, auch Xiaomi habe ich im Blick und bei einem Händler Mi5 und Redmi 3 angefragt angefragt. Was davon wann kommt und ob überhaupt, kann ich aber noch nicht sagen. Ich bleibe aber dran und werde sicherlich die Serie nicht nur um die Modelle erweitern, die auch bei MM und Saturn im Regal landen.
  • ShieTar
    @gst: Vier Modelle scheints derzeit zu geben, wobei das P9000 für 220€ schon das "Top-Modell" darstellt:

    http://geizhals.de/?cmp=1457788&cmp=1337440&cmp=1457586&cmp=1416237
  • tkoerbs
    Xiaomi Redmi Note 3 Pro wäre sehr interessant, wenn man es auf deutsch zu einem Preis < 170€ bekommen würde, aber man findet es meist nur englisch - dafür aber zu Kampfpreisen ab 150€.
    Die technischen Daten sind allesamt super - Prozessor, RAM, Display, Akkulaufzeit, Fotos - alles locker auf dem Niveau von Handys die die Konkurenz > 200€ anbietet.
  • Max Dralle
    Vielen Dank für den umfangreichen Test und die regelmäßigen Erweiterungen.

    Besteht eine Chance, dass ihr auch mal das Vernee Apollo Lite durch euren Test Parcours schickt ?

    Preislich liegt es derzeit regulär bei ~200 Euro, bietet aber eine Leistung, die bei euch nur in der oberen Mittelklasse zu finden ist.

    Ich hatte mir im letzten September eins gekauft und bin sehr zufrieden damit.
    Inzwischen habe ich mir ein zweites gekauft, weil mir das erste Gerät zweimal kurz hintereinander auf Betonboden gefallen ist und beim zweiten Sturz der Display gerissen ist. Eine Reparatur hätte 105,- Euro gekostet, da das Gerät aber gerade für 145,- Euro im Angebot war und ich es täglich brauche, habe ich es mir neu gekauft.

    Meine aktuellen Ergebnisse mit halb-vollem Akku gestartet:
    Antutu (v6.2.7) - 82584
    PCMark Work 2.0 - 3847
    3DMark Slingshot ES 3.1 - 922
    3DMark Slingshot ES 3.0 - 1202
    3DMark Ice Storm Unlimited - 15163

    Nach den Benchmarks war der Akku auf ~30% runter, dh. die 5 Tests haben ca. 20% vom Akku verbraucht.

    Gruß,
    Max