Qualcomm: Snapdragon 830 wieder mit ARM-Kernen

Beim Snapdragon 810 setzte Qualcomm erstmals auf ARM-Standardkerne an Stelle einer Eigenentwicklung - und erlebte damit ein mittleres Desaster: Die vier Cortex-A57-Kerne, die mit vier A53-Core in einem big.LITTLE-Arrangement zusammengesetzt wurden, fielen mit hohen Betriebstemperaturen auf, was die Leistungsfähigkeit bremste und den Energiebedarf des SoCs in die Höhe trieb.

In diesem Jahr kommen beim Snapdragon 820 nun wieder aus der eigenen Entwicklung stammende Kyro-Kerne zum Einsatz, die wohl einiges besser machen als ihre Vorgänger. Doch nach Informationen von Fudilla endet damit die Entwicklung eigener CPU-Kerne bei Qualcomm - zumindest vorerst.

Beim Nachfolger des 820, der aktuell unter der Nummer 830 vermutet wird, sollen dem Anschein nach wieder klassische ARM-Kerne verbaut werden. Als Grund wird vermutet, dass die Entwicklungskosten für die Chips zu hoch sind.

Immer mehr Hersteller setzen in starkem Maße auf SoCs aus eigenem Hause - dies gilt vor allem dann, wenn sie hohe Absatzzahlen vorweisen können, wie etwa Apple, Samsung, aber auch Huawei. Damit wird jedoch das Marktvolumen und somit auch die Margen, die für die Entwicklung der kommenden Chips nötig sind, insgesamt geringer.

Dass mit ARM-Standardkernen durchaus sehr eigenständige Prozessoren entwickelt werden können, verdeutlichte zuletzt Mediatek. Der Chip-Hersteller präsentierte schlüssige Konzepte bei denen bis zu zehn CPU-Kerne in einem Tri-Cluster angeordnet wurden. Sollte sich die Entscheidung des Verzichts auf eine eigene Architektur bestätigen, wird sich Qualcomm "ins Zeug legen müssen", um technologisch nicht von dem starken Konkurrenten überholt zu werden.

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