Qualcomm Snapdragon 845 im Detail

Bei der Vorstellung seines neuen Highend-SoCs hat Qualcomm mit Einzelheiten gespart. Dies wird nun nachgeholt. Wie beim Vorgänger auch setzt der Hersteller auf acht CPU-Kerne, die in zwei Vierkern-Cluster unterteilt werden und nach dem DynamIQ-Prinzip - dem Nachfolger der big.LITTLE-Architektur - zusammenarbeiten.

Qualcomm setzt auf Cortex-A75- und -A55-Architektur

Damit verbunden ist auch ein Wechsel der CPU-Architektur: Obwohl Qualcomm diese als Kryo 385 bezeichnet, werden keine Kerne auf der Basis der hauseigenen Kryo-Architektur verwendet. Vielmehr wird - die Gerüchte im Vorfeld lagen richtig - auf ARMs Cortex-A75- und -A55-Architektur zurückgegriffen, wobei die vier Kerne die auf letzterem Entwurf basieren für Anwendungen gedacht sind, die nach weniger Performance verlangen und eine Taktgeschwindigkeit von 1,8 GHz aufweisen. Die vier leistungsstarken Kerne werden dagegen mit 2,8 GHz getaktet. Außerdem steht dem Gesamtkonglomerat ein zwei Megabyte großer L3-Cache zur Seite. Außerdem stehen ein PCIe-2.0- und eine PCIe-3.0-Leistung zur Verfügung. Der Speichercontroller unterstützt vier 10 Bit breite Speicherkanäle, an denen Arbeitsspeicher im DDR4-1866-Format angebunden werden kann - beim Vorgänger waren es noch zwei 32 Bit breite Kanäle.

Adreno 630

Große Leistungssteigerungen stellt Qualcomm insbesondere bei der GPU in Aussicht: Die neue Adreno 630 soll im Vergleich eine um 30 Prozent höhere Leistung offerieren, gleichzeitig soll der Strombedarf um 30 Prozent sinken. Mit Foveation hat die Grafikeinheit zudem eine neue Technologie spendiert bekommen, mit der im Blickfeld des Nutzers höhere Auflösungen bewerkstelligt werden können. Zudem steigt die Leistung bei der Wiedergabe von Inhalten aus mehreren Blickwinkeln, was letztlich die Anzeigequalität bei der Nutzung von VR-Brillen steigern soll.

Künstliche Intelligenz

Das ganze große Modethema der letzten Monate - die Künstliche Intelligenz - steht bei Qualcomm bereits seit längerem auf der Agenda. Schon seit dem Snadragon 820 werden die CPU-Kerne für entsprechende Berechnungen optimiert. Dies gilt auch für die Kryo-385-CPU, die sich besonders gut auf INT8-Berechnungen versteht, auf die bei entsprechenden Anwendungen gern zurückgegriffen wird. Die GPU soll dagegen bei FP16-Berechungen eine besondere Leistungsstärke aufweisen. Außerdem steckt im DSP eine HVX INT8 getaufte Vektoreinheit, mit der die Anzahl der möglichen Operationen pro Takt bei Berechnungen mit niedriger Genauigkeit enorm gesteigert werden können.

SPU für Sicherheit

Auch dem Thema Sicherheit wurde beim Snapdragon 845 ein größerer Stellenwert eingeräumt. Qualcomm setzt nun auf ein eigenes Modul das vom restlichen Prozessor abgekoppelt ist und als zentrales Element eine sogenannte SPU, eine Secure Processing Unit, mitbringt. Mit dieser SPU werden nicht nur die biometrischen Daten verarbeitet, die beispielsweise vom Fingerabdruckscanner oder der Kamera kommen können, sondern auch die Schlüssel generiert, mit denen die gespeicherten Daten gesichert werden.

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2 Kommentare
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  • bwoerdemann
    Es ist LPDDR4x, 4x16 Bit für die RAM Anbindung.
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  • jean luc bizarre
    uha, datierung. das ist ja mal was ganz neues. aba wo sie recht hat hat sie recht. das datum "ihres" posts ist jetzt für die ewigkeit festgehalten und kann in ferner zukunft für die datierung verwendet werden :-)
    cleveres bürschchen, diese Jes
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