Tom's Hardware intern: So testen wir Lautsprecher, Kopfhörer und Geräuschemissionen

So testen wir Lautsprecher, Kopfhörer und Headsets - II

Subjektiver Höreindruck

Kommen wir nun zur subjektiven Beurteilung und lassen die Messkurven einfach mal links liegen. Angeschlossen ist das System nun analog am Ausgang der Creative X7 und es wird verlustfrei komprimiertes Material aus verschiedenen Quellen eingespielt.

Zunächst wollen wir aber erklären, wie wir die einzelnen Frequenzbereiche für unsere Bewertung aufteilen und weshalb gerade diese Einzelbewertung wichtiger ist als das bloße Abhören einiger weniger Titel. Dazu kommt dann später noch separat die Bewertung von räumlicher Abbildung, Pegelfestigkeit und technischer Aspekte.

Wenn man genau analysiert, welche Frequenzbereiche auf einem Lautsprecher wie gut oder schlecht wiedergegeben werden können, kann man daraus bereits ziemlich sicher auf dessen allgemeine Performance schließen, die man in der Summe für das gesamte Frequenzspektrum erwarten kann.

Hierfür verlinken wir gern auch auf die interaktive Darstellung von independentrecording.net (IRN), die eine gute Übersicht über die einzelnen Frequenzbereiche und deren wichtigste Vertreter and Schallquellen bietet. Einfach auf das statische Vorschaubild oder den Textlink klicken!

Wir sehen, dass vom Tiefstbass bis hin zum Hochton alle Frequenzbereiche recht ordentlich belegt sind. Im Folgenden stellen wir nun unsere Tabelle der wichtigsten Bereiche vor, nach denen wir unsere Lautsprecher und Kopfhörer subjektiv bewerten.

Kategorie
Frequenzbereich
Beschreibung
Tiefstbass:16 bis 32 Hz
Dieser Bereich der Subkontraoktave wird nur von sehr wenigen Instrumenten erreicht, kann aber vor allem bei klassischer Musik durchaus von Bedeutung sein. Nur die wenigsten der üblicherweise von uns getesteten Lautsprecher sind in der Lage, diesen Bereich komplett oder wenigstens ansatzweise wiederzugeben.
Tiefbass:
32 bis 64 Hz
In der Kontraoktave (32,7 bis 65,4 Hz) liegen bereits viele interessante Instrumente sowie die Effektspur sauber abgemischter Dolby-Geräuschkulissen von Filmen (sogenannte Spur 0) und bestimmte Effekte in Spielen. Egal ob extrem tief abgestimmte Bassgitarren, Erdbeben, Detonation oder große Basstrommel  (Kick Drum) für die Tanzwütigen - ohne Tiefbass klingt alles ein wenig flach.
Bass und Oberbass:
64 bis 150 Hz
Der Oberbass bis 150 Hz, in dem auch die Große Oktave (65,4 bis 130,8 Hz) liegt, beherbergt die Sprachgrundfrequenz der männlichen Stimme und entscheidet sehr stark über die naturgetreue Wiedergabe männlicher Vocals. Hier prüfen wir vor allem die Wiedergabe guter männlicher Vocals sowie das Harmonieren unterschiedlicher Stimmlagen einschließlich der Ortung einzelner Quellen (Chor).
Untere Mitten:
150 bis 400 Hz
Der sogenannte Grundtonbereich spielt zusammen mit dem Oberbass eine sehr wichtige Rolle für die subjektiv empfundene Wärme bzw. Fülle des Klangbildes vieler Instrumente. Die Sprachgrundfrequenz weiblicher Stimmen ist ebenfalls in diesem Bereich zu finden, so dass wir sowohl einzelne, weibliche Vocals als auch den Chor als Summe werten, um uns ein Urteil über das räumliche Abbildungsvermögen zu verschaffen.
Obere Mitten:
400 Hz bis 2 kHz
Die oberen Mitten beinhalten bei einem Kilohertz eine Marke, die immer noch als Referenz für viele Messungen gilt. Das merkt man leider oft bei günstigeren Geräten, da die Hersteller gern versuchen, gerade diese Frequenz etwas überzubetonen, um in den technischen Angaben beeindrucken zu können. Allerdings spielt dieser Bereich auch keine unbedeutende Rolle für eine gute, räumliche Auflösung - vor allem bei sehr breitbandigen Geräuschen.
Untere Höhen:
2 kHz bis 3,5 kHz
In diesem Bereich ist das menschliche Gehör am empfindlichsten, zumal die unteren Höhen für die gute Oberton-Wiedergabe der menschlichen Stimme zuständig sind. Dieser Frequenzbereich ist nämlich entscheidend für die Wiedererkennung einer Stimme oder eines Instrumentes, so dass man in diesem Zusammenhang auch von der jeweiligen Klangfarbe sprechen kann.
Mittlere Höhen:
3,5 kHz bis 6 kHz
Diese Frequenzbereich entscheidet über das Ge- oder Misslingen der Sprachwiedergabe als Gesamtbild, denn die S- und Zischlaute (Sibilanten) fallen in diesen Bereich. Viele Saiten- und Blasinstrumente stehen und fallen in ihrer Brillanz mit der möglichst guten Abbildung in diesem Bereich. Denn wenn es zu Überspitzungen kommt, entsteht sehr schnell ein metallischer oder kratziger Eindruck.
Obere Höhen:
6 kHz bis 10 kHz
Dieser Bereich ist wichtig für die möglichst breitbandige Abbildung entstehender Oberwellen vieler Instrumente und der Luftgeräusche (Atemgeräusche, Abrissgeräuche) sowie diverser Schlaginstrumente. Beliebtes Objekt ist in diesem Bereich der gern zitierte Jazzbesen. Während eine Gitarre weniger leidet, wird aus einer Violine im Extremfall schnell eine Flöte.
Superhochton:10 kHz bis 20 kHz
Dieser Bereich wird nur von wenigen Instrumenten abgedeckt, sorgt aber bei gut hörenden Menschen für die endgültige Unterscheidung zwischen schlechter oder guter Wiedergabe. Wer glaubt, noch höher hören zu können, gleitet ins Voodoo ab - und besitz zudem mit Sicherheit auch vergoldete Lautsprecherkabel. Alle Frequenzen ab etwa acht Kilohertz sind zudem in ihrer Obergrenze bereits stark altersabhängig.

Was ist das räumliche Hören?

Die möglichst unbeeinflusste Wiedergabe des Frequenzsprektrum ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Wir müssen in gleichem Maße auch beurteilen, wie gut einzelne Schallquellen aufgelöst und geortet werden können. Das wiederum beschreibt die Präzision der Wiedergabe, bei der das räumliche Hören eine sehr starke Rolle spielt.

Der Mensch hat zwei Ohren, zwischen denen als akustische Barriere in der Mitte ja bekanntlich der Kopf sitzt. Doch wie hört der Mensch nun eigentlich räumlich und ist dabei in der Lage, akustische Ereignisse gut zu lokalisieren und einem bestimmten Ort zuzuordnen? Das Ganze baisert auf zwei Faktoren: Den jeweiligen Laufzeitdifferenzen (also wann genau der Schall am jeweiligen Ohr auftrifft) und den Intensitätsdifferenzen (Unterschiede im Schalldruckpegel).

Allerdings darf man man dabei eines nicht außer Acht lassen: Verwertbare Informationen über die räumliche Lage einer Schallquelle aufgrund von Intensitäts- und Laufzeitdifferenzen können von Ohren und Gehirn nur dann erkannt und verarbeitet werden, wenn sich der Schall als solcher auch inhaltlich ändert (plötzliches Auftreten, Spektrum, Pegel usw.). So ist beispielsweise das Grundgeräusch in Wäldern oder einer Großsstadt kaum räumlich zu differenzieren, wenn man sich mittendrin befindet. Je heftiger oder schneller ein Wechsel erfolgt, um so besser ist die Schallquelle lokalisierbar.

Laufzeitdifferenz

Als Laufzeitdifferenz bezeichnet man den Zeitunterschied, den Schallwellen eines Ereignisses benötigen, um beide Ohren zu erreichen. Liegt die Quelle nicht frontal (mindestens 3° abweichend), erreicht der Schall logischerweise das näher liegende Ohr früher als das andere (siehe Abbildung). Diese Laufzeitdifferenz ist somit abhängig von den unterschiedlichen Entfernungen, die der Schall zurückllegen muss, um die Ohren zu erreichen. Das menschliche Gehör ist in der Lage, sogar noch kleinste Laufzeitdifferenzen von 10 bis 30 µs wahrzunehmen!

Intensitätsdifferenz

Eine mögliche Intensitätsdifferenz (Pegelunterschied) tritt immer dann auf, wenn die Wellenlänge des auftreffenden Schalls im Vergleich zum Kopf klein genug ist ist und es daher zu Reflexionen kommt, die den Kopf zum Hindernis werden lassen. Wie man auf der Abbildung gut sieht, entsteht dann auf der gegenüberliegenden Seite ein sogenannter Schallschatten. Dieser Effekt tritt aber erst ab Frequenzen oberhalb von etwa zwei Kilohertz auf und verstärkt sich mit steigender Frequenz noch. Für die größeren Wellenlängen der tieferen Töne ist ein Kopf jedoch kein Hindernis mehr.

Orten eines akustischen Ereignisses: Lokalisation

Tritt ein akustisches Ereignis außerhalb des Kopfes - also beispielsweise über Lautsprecher generiert - auf, so so spricht man von einer sogenannten Lokalisation. Die Auswertung der Informationen der Ohren ermöglicht es dem Gehirn, den Ursprung des Ereignisses räumlich genau zu orten.


Der Kopf befindet sich zur genauen räumliche Lokalisierung übrigens unbewusst auch stets in Bewegung, so dass ein Drehen, Heben, Senken oder Neigen eine Lokalisation über alle drei Ebenen (X, Z und Y) ermöglicht. In diesem Fall - aber eben nur dann - kann man auch von echtem 3D-Klang (dreidimensional) sprechen, der aber mit normalen Lausprecher-Setups, die sich ja aller auf mehr oder weniger gleicher Höhe befinden, nicht zu erzeugen ist.

Besonderheiten bei Kopfhörern

Bei der Verwendung von Kopfhörern tritt die Wahrnehmung des Reizes jedoch immer direkt im Kopf auf! Sobald die von einem Kopfhörer erzeugten Schallwellen synchron sind, empfindet man die Schallquelle so, als würde sie sich in der Mitte des Kopfes - also der Medianebene - befinden.


Unter der Lateralisation versteht man dann eine scheinbare Wegbewegung der Schallquelle aus der Mitte des Kopfes hin zu einer Seite. Dieses Kopfhörer-typische "Wandern" einer vermeintlichen Schallquelle entsteht wiederum - wie eingangs bereits erklärt - durch eine Laufzeitdifferenz (Signale werden zeitversetzt eingespielt) bzw. Intensitätsdifferenz (Lautstärkeunterschiede).

Ausgewählte Musiktitel für die Bewertung von Frequenzbereichen, Präzion und raumlicher Abbildung

Wir verzichten bewusst auf den üblichen HiFi-Jargon und wollen uns nicht über Bassgewitter, hauchzarte Streicher oder eine gewaltige Bühne und Ähnliches auslassen. Die theoretische Einführung zu den Genre-relevanten Frequenzbereichen und den Grundlagen des räumlichen Hörens sollten dazu ein äquivalenter Ersatz sein. Analytik und Präzision zählen also mehr als der verbal verkrüppelte Marketing-Sprech mit seinen blumig-nebulösen Umschreibungen.

Analyse
Titel / Quelle
Tiefstbass/
Tiefbass
(Range):
J.S. Bach - Toccata und Fuge D-Moll (Flac, Vinyl-Rip)
Tschaikowsky - Festival-Ouvertüre 1812 (Flac, Vinyl-Rip)
Avatar (BluRay, Effektspur)
Bassqualität:Till Brönner - It Never Entered My Mind (CD)
Blue Man Group - The Complex (CD)
Kid Cudi - Day and Night (The Widdler's Dubstep Remix, CD)
Räumliche
Auflösung:
Clapton Unplugged (CD)
Dire Straits - Brothers in Arms (CD)
Gershwin - Klavierkonzert in F (Flac, Vinyl-Rip)
Präzision von
Instrumenten
und Stimmen:
Brahms - Streichquartett Nr. 1 C-moll Op.51 (Flac, Vinyl-Rip)
Bach - Weihnachtsoratorium Kantate VI (Thomaner-Chor, Vinyl-Rip)
Dire Straits - Brothers in Arms (Flac, Vinyl-Rip)
Dynamik und
Pegelfestigkeit:
Gershwin - Klavierkonzert in F (Flac, Vinyl-Rip)
Mike Oldfield - Tubular Bells III  (Flac, Vinyl-Rip)
Maurice Ravel - Boléro (Flac, Vinyl-Rip)
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39 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    das mit dem Lastenaufzug ist ja mal ne geile Idee, danke an alle Beteiligten!!!
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  • FormatC
    Etwas schräg das Ganze, aber es funktioniert besser als erwartet :)
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  • quixx
    Schlecht nur, dass gerade im teuren Bereich der tiefen Töne die Raumdiagonale eine entscheidende Rolle spielt.

    Der größte reflexionsarme Raum war mal an der TUM, 8m. Ganz Europa wollte da messen.

    Vorteil von Raum in Raum kann man bei diesen Messungen durch mehr Pegel auch haben. Schließlich geht es ja um lineare Systeme.

    Für Bassmessungen wäre wohl bässer gewesen, die Kabine abzubauen und die Schachtlänge zu bedämpfen. Im ersten Stock ein begehbares Gitter einziehen und dort den Versuch abhalten.

    So ist es mehr ein Übungsraum für eine kleine aber laute Combo.
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  • Tesetilaro
    ich finde es immer extrem befremdlich sich in so einem raum bei geschlossener Tür mal zu unterhalten - das ist sooo strange...
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  • FormatC
    Quasi-Freifeld kann man für viele Lautsprecher auch durch gestaffelte Messungen und die Eingabe von jeder Menge Parametern mit Arta erhalten, vor allem eben wegen des Basses. Nur schrieb ichs ja auch im Artikel, dass bei unseren Messungen der normale PC-Audio-Nutzer und nicht die Goldohren samt 1000 Euro++ Standboxen im Blickpunkt stehen. Schacht verlängern ginge auch nicht, es ist noch genau eine Etage drüber. Und da ist alles bereits verstopft und abgedichtet :D

    Das Referenzsystem sah eigentlich bei den Messungen wirklich recht gut aus, wobei alles unterhalb 32 Hz dann wirklich schon zum Rätselraten wird. Da hilft meist nur die Abstandsberechnung unter Berücksichtigung des Membrandurchmessers. Ich habe mittlerweile für verschiedene Pegel auch spezielle Kalibrierungsdateien, da sind schon einige Korrekturen nötig. Ich bekomme in der Diagonalen eben nur ca. 3.8 m hin und es ist leider auch kein Quader. :(

    Aber: es war noch nie so easy, Grafikkarten und Gedöns sauber zu messen, schon allein deshalb hat es sich gelohnt. :)

    Zitat:
    Ich finde es immer extrem befremdlich sich in so einem raum bei geschlossener Tür mal zu unterhalten

    Ich habe ja zeitweise mit geschlossen Türen gearbeitet, da hatte ich immer eine kleine Box mit drin (samt motivierender Musik). Ohne bekommt man echt eine Vollmeise
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  • Gnubbel
    Zitat:
    Wenn es nachts leise ist (und nur dann messen wir), sind Werte von 20 dB(A) und niedriger kein Hexenwerk. Warum


    Ich frag mich wozu man den ganzen Aufwand betreibt, wenn man dann am Ende ein 50 € "Schrott-Mikrofon", das vermutlich ein Grundrauschen von an die 30 dBA hat, einsetzt.

    Wie ihr damit unter 20 dBA kommen wollt....
    Muss wohl doch Hexenwerk sein.
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  • quixx
    Gegen das befremdliche Gefühl hilft Mikro von der Decke und Signal in Hall-Spirale einschicken. :D
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  • MyRunner
    Zitat:

    Ich habe ja zeitweise mit geschlossen Türen gearbeitet, da hatte ich immer eine kleine Box mit drin (samt motivierender Musik). Ohne bekommt man echt eine Vollmeise


    Kann man mal vorbeikommen, dass zu testen? ;) Ich kann mir das so echt nicht vorstellen, wie das sein soll. *gruebel*
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  • acidrecords
    von welchem hersteller sind - welche bezeichnung haben denn diese "geflecht-teile" auf welchen die zu messenden pcs etc. aufgestellt werden?
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  • Tesetilaro
    Anonymous sagte:
    Zitat:

    Ich habe ja zeitweise mit geschlossen Türen gearbeitet, da hatte ich immer eine kleine Box mit drin (samt motivierender Musik). Ohne bekommt man echt eine Vollmeise


    Kann man mal vorbeikommen, dass zu testen? ;) Ich kann mir das so echt nicht vorstellen, wie das sein soll. *gruebel*


    es ist echt krass, weil man die gewohnten refektionen einfach nicht hat... der raum fühlt sich einfach akkustisch falsch an - gerade weil ja auch das ständige hintergrrundrauschen nicht haat, welches ja vom hörn augeblendet wird... es fühlt sich alles irgendwie dumpf an...
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  • FormatC
    @acidrecords:
    Das sind spezielle Bauelemente aus dem Kläranlagenbau - nenne es zweckentfremdete Crossover-Benutzung. Ich kenne einige Leute, die so etwas (oder ähnliches) schon verwendet haben. Die Dinger sind wirklich gut, da in gewissem Rahmen flexibel und trotzdem belastbar. Vibrieren kann auch nichts. Ich kann aber gern mal die Typbezeichnung anfragen. :)

    @Tesetilaro:
    Wenn man redet, hat man das Gefühl, man bekommt keine Luft und weiß auch nicht, wo vorn und hinten ist. Licht aus und man meint, nicht mehr atmen zu können.
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  • acidrecords
    ja, bitte um die genaue bezeichnung könnt ich gut gebrauchen.
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  • FormatC
    Das sind spezielle Geosynthetics, ich hoffe ich vergesse es morgen nicht. Sonst notfalls noch eine PN als Erinnerung :)
    Die einzelnen Röhren kann man auch noch mit Schaumstoffstreifen bestücken, dann ist es perfekt.
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  • acidrecords
    super danke.
    sind es eigentlich einzelne blöcke wie am bild oder wird das material als "schlauch" geliefert zum selber zusammenkleben?
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  • alterSack66
    Bei uns in der Arbeit haben se vor paar Monaten neuen Boden verklebt. Der stinkt immer noch. Habt ihr Atemschutzmasken oder wie habt ihr den Aufzug gelüftet?
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  • FormatC
    Anonymous sagte:
    Ich frag mich wozu man den ganzen Aufwand betreibt, wenn man dann am Ende ein 50 € "Schrott-Mikrofon", das vermutlich ein Grundrauschen von an die 30 dBA hat, einsetzt. Wie ihr damit unter 20 dBA kommen wollt.... Muss wohl doch Hexenwerk sein.


    Ich kann auch zitieren:
    Zitat:
    Mikrofone: - NTI Audio M2211 (Leihgerät) - Behringer ECM-8000 (mit Kalibrierungsdatei)

    Und das von Dir bemängelte "Schrott"-Mikrofon wird von sehr vielen Profis auch zum Einmessen großer PA-Anlagen genutzt, ist also eine Art "Geheimtipp", solange man über Kalibrierungsdateien verfügt. Da rauscht NICHTS mit 30 dBA. Der eingesetzte Mikrofonverstärker hat ebenfalls ein recht geringes Eigenrauschen, so dass das Ganze recht solide funktioniert. Teuer kann übrigens genauso Schrott sein wie billig, was wir beim Test mehrerer, deutlich teurerer Mikros feststellen durften. Unser Gerät ist jedenfalls ein Glücksgriff, denn es ist sogar ausgesprochen linear. Die scheinen nur deshalb so günstig zu sein, weil die Serienstreuung sehr hoch ist und die keiner selektiert, bzw. Kalibrierungsdateien mitliefern möchte. Genau das aber macht am Ende den Preisunterschied aus, nicht die eingesetzte Elektronik. Lieber zahle ich dreistellig fürs Kalibrieren und Einmessen, als vermeintlich imageträchtige Hardware zu erwerben, bei der dann am Ende die gleichen oder noch höhere Kosten fällig werden. Die verbauten Kapseln des OEM sind auch in zig anderen Modellen verbaut und man zahlt wirklich für Brand und Vorabselektion dreistellige Beträge, um dann am Ende trotzdem nur das Gleiche zu erhalten. Solltes Du als Profi eigentlich wissen.

    Ansonsten hier weiterlesen:
    http://www.thomann.de/de/behringer_ecm_8000_reviews.htm

    Überheblichkeit, nur wegen eines vermeintlich niedrigen Preises, steht niemandem gut zu Gesicht. Und wie es auch auf Seite 3 steht - für Audiomessungen hochwertigerer Geräte nehme ich das NTI. Oder rauscht das auch mit 30dBA?
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  • kermit_nc
    Vielen Dank FormatC. Ich wollte dass schon kommentieren aber habe es gelassen.
    Jedes Mikro hat seinen Anwendungsbereich und so auch das Behringer.
    Dieses Rauscht zwar auf einem Niveau dass eine Anwendung im Zeitbereich (z.B. Aufnahme einer Stimme) weniger geeignet ist aber dafür sehr linear mit großem Arbeitsbereich. Die Messungen finden aber im Frequenzbereich statt, wo durch die DFT (FFT) ein stochastisches Rauschen nicht ins Gewicht fällt (jede Verdoppelung -3dB durch Integrationsgewinn) 1k FFT --> 30dB.
    Mehr zu diesem Thema: http://www.sengpielaudio.com/
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  • FormatC
    Endlich mal einer, der Ahnung hat. Ein Messmikrofon heißt nun mal so wie es tut, zweckmäßig eben.

    Ich habe hier eine nette Sammlung von diversen Mics, bis hin zur guten Studio-Großmembran für Vocals und ein hornaltes Neumann (Gefell) - nicht eines ist auch nur annähernd geeignet, dem 50€-Messmikrofon den Rang abzulaufen. :)
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  • Gnubbel
    Ahnung haben immer nur die, die mit der eigenen Meinung übereinstimmen...

    Eure ganzen Ausführungen hättet ihr euch sparen können, denn sie gehen an meinem Post vorbei. Es geht darum, dass FormatC mit diesem Micro einen Geräuschpegel von 20 dBA gemessen haben will und das geht einfach nicht.

    Ist ja super das Profis das Mic benutzen zum Einmessen von PA Anlagen. Nur spielt da das Grundrauschen bei der Lautstärke eben auch keine Rolle, wie Kermit richtig anmerkt. Nur ist das auch am Thema vorbei.

    Es geht um Lautstärke! Und dazu taugt das Behringer ECM-8000 nun mal kein Stück, weil es ein viel zu starkes Eigenrauschen hat. Der wohl einzige Grund wieso dieses Teil ständig benutzt wird, ist weil es ein 1/2 Zoll Gehäuse hat so das gängige Kalibratoren drauf passen.

    Dass du jetzt im Nachhinein noch ein "NTI Leihgerät" hast, schön....
    Als ich meinen Kommentar geschrieben habe, stand das definitiv nicht so im Artikel. Es wurde nachträglich eingefügt. Auf dem Bild ist es auch nicht zu sehen.

    Ich kenne die Geräte von NTI Audio. Und zwar das gesamte Programm mit XL2 Analyzer usw.

    Das M2211 ist immer noch nicht wirklich ausreichend für eine gescheite dBA Messung von sehr leisen Geräten. Schon gar nicht wenn man sonst so einen Aufwand betreibt.

    Einfach mal die Technischen Daten des M2211 anschauen

    http://www.nti-audio.com/Portals/0/data/en/Measurement-Microphones-Specifications.pdf
    http://www.akustiktest.de/pdf/NTI-XL2-NTI-Audio-SPEZIFIKATIONEN.pdf
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  • FormatC
    Zitat:
    Dass du jetzt im Nachhinein noch ein "NTI Leihgerät" hast, schön....
    Als ich meinen Kommentar geschrieben habe, stand das definitiv nicht so im Artikel. Es wurde nachträglich eingefügt. Auf dem Bild ist es auch nicht zu sehen.


    Das NTI stand, seit ich den Artikel geschrieben habe und noch bevor er veröffentlicht wurde, schon immer auf Seite 3. Wenn Du nicht lesen kannst (oder willst), ist es nicht mein Problem. Nur mir im Nachhinein zu unterstellen, ich hätte es erst später eingefügt, ist geradezu absurd und reichlich albern. Da hier einige Leute Korrektur lesen, wäre sowas auch intern aufgefallen :)

    Das Leiseste, was wir an Hardware bisher praxisrelevant messen konnten, waren reichlich 25 dBA. Den gleichen Wert, wie eine vergleichende Messung in einem anderen Messraum. Dafür reicht auch das Behringer locker, denn die Abstände sind recht gering (50 cm).

    Im Übrigen verweise ich auch noch auf die vielen, immer wieder auftauchenden Kästchen, in denen wir definitiv keinen Anspruch auf professionelle Messergebnisse erheben. Es ist und bliebt im semi-professionellen Bereich. Extra angemeldet, nur um zu bashen? Auch eine Art der Beschäftigung. Mehr als das NTI ist nicht drin, ich bin kein Krösus.
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