[Gamescom] South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe angespielt

Das Böse geht in South Park um und wir müssen es besiegen. In dem neuen Rollenspiel 'South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe' entwickeln wir spektakuläre Kräfte und furzen uns damit den Weg frei. Wie weit wir damit kamen, erfahrt ihr in unserem Test.

South Park mit der Nosulus Rift

Von der ruhigen Stadt South Park am Fuße der Berge breitet sich die Dunkelheit über das Land aus. Die Finsternis zieht auf, um alles und jeden, der ihr in die Quere kommt, zu verschlingen.

Doch ein ganzer Trupp Superhelden erhebt sich, um ihr zu trotzen! Eine neue Macht, um gegen das Böse aufzubegehren. 

Dieser Trupp wird von einem nachtaktiven Aasfresser angeführt, der schwor, den Müll der South Park-Gesellschaft zu beseitigen und alles wieder ins Lot zu bringen. Sein Name: Der Coon!

Hinter der Maske des tapferen Waschbären steckt kein geringerer als Eric Cartman. Sobald es in South Park Nacht wird, fühlt Cartman sich berufen und schlüpft in sein Superhelden-Kostüm. Er ist dann nur noch als Coon bekannt, einem furchtlosen Kämpfer gegen das Verbrechen.

Auch im Test: Die Nosulus Rift

Als Gründer von "Coon und Freunde" ist er der Strippenzieher hinter der größten Superheldengruppe aller Zeiten, die bereit ist, gegen alle Widrigkeiten anzutreten. Und auch wir waren auf der Gamescom dazu bereit. Auch wenn das bedeutet, die sogenannte "Nosulus Rift" aufzuziehen und uns mit ihr ins Gefecht zu stürzen.

Denn South Park wäre nicht South Park, wenn es nicht alles und jeden auf’s Korn nehmen und jeden noch so aktuellen Trend aufgreifen würde. Je aktueller, desto besser natürlich. Und da die virtuelle Realität im Videospiel-Bereich gerade mega angesagt ist, wurde aus der Oculus Rift mal eben die Nosulus Rift gezaubert. 

Ihr könnt es euch denken: Man zieht sie nicht über die Augen, sondern auf die Nase! Und was man beim Spielen riecht, sind ganz sicher keine Gänseblümchen. Hier ein - natürlich voll ernst gemeinter - Blick hinter die Kulissen der Nosulus Rift:

Nosolus Rift Experience

Doch kommen wir erst einmal zur Handlung des Games.

"Hier bitte tragische Hintergrundgeschichte einfügen"

In South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe kehren wir zurück ins South Park-Rollenspiel-Universum, das nach South Park: Der Stab der Wahrheit nun seinen zweiten Teil bekommt.

Die aus der Serie bekannten South Park-Kids spielen Superhelden und Cartman ist entschlossen, "Coon & Friends" in das größte Superhelden-Franchise aller Zeiten zu verwandeln.

Allerdings taucht der niederträchtige Professor Chaos mit einem teuflischen Plan auf, die Truppe zu eliminieren. Die Helden müssen im Team gegen Chaos und Terror kämpfen, welche die Stadt fest in ihrem Griff halten.

Dazu kreieren wir uns zu Beginn einen Helden und schlüpfen so erneut in die Rolle "des Neuen", den wir schon in South Park: Der Stab der Wahrheit verkörperten. Damals das neue Kind in der Nachbarschaft, nun das neue Kind im Superheldenteam. Als dieses können wir nicht nur unsere Superkräfte wählen, sondern auch unser Kostüm selbst anfertigen und uns eine eigene Hintergrundgeschichte zusammenreimen. Denn wir wissen ja: Jeder Superheld hat eine zumeist düstere Vergangenheit, die er mit sich herumschleppt.

Also passen wir unseren Helden unseren Wünschen an. In der anspielbaren Version auf der Gamescom wurde dies jedoch übersprungen, was wir sehr schade fanden, denn gerne hätten wir die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten kennengelernt. Doch die Zeit auf der  Messe ist rar und es gab noch so viel mehr zu entdecken.

Zu Beginn stiefelten wir durch Cartmans Haus, in dem wir auf seine Mutter trafen, die uns direkt die erste Aufgabe respektive das erste zu lösende Rätsel stellte.

Denn wir wollten natürlich zu Cartman. Dieser hatte sich jedoch im Keller eingeschlossen, um irgendwelche geheimen Dinge zu treiben und wir mussten nun die Zugangsdaten für das elektronische Türschloss finden. Mit dem Controller steuerten wir den Neuen die Treppe hinauf. Die Steuerung war dabei denkbar einfach, doch sollte man nicht zu viel rumprobieren, wenn man gerade die Nosulus Rift auf der Nase hat.

Hinweis: Bei diesem Test kamen keine Redakteure zu langanhaltendem Schaden

Denn kaum drückten wir eine bestimmte Taste, entdeckten wir eine tolle Fähigkeit, die der Neue meisterlich draufhatte: Er konnte im wahrsten Sinne des Wortes auf Knopfdruck furzen. Das mag für manche ja ganz witzig sein, für uns war es jedoch eine nicht zu unterschätzende Qual.

Denn kaum hatten wir den Knopf betätigt, strömte ein unangenehmer - ach was, "unangenehm" ist Welten untertrieben: ekelhafter, widerlicher und unerträglicher Stinkbombengeruch durch die elektrische Atemmaske, die uns fest auf der Nase saß.

Eine ganz tolle Erfindung, Ubisoft. Ich würde ja applaudieren und in kreischende Jubelrufe ausbrechen, hätte mir dieser Gestank danach nicht noch tagelang in der Nase gehangen. Jedes Mal, wenn ein kleines Lüftchen vorbeizog und Wind in meine Nase blies, erweckte dieser irgendwelche haftengebliebenen Partikel erneut zum Leben, die sich dann schwungvoll im Inneren meiner Nase hochkräuselten…

Und ja, natürlich hatte ich versucht, meine Nase auszuwaschen. Wirklich, so lustig das auch klingen mag: Liebe Kinder, bitte nicht zu Hause nachmachen!

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - Nosulus Rift

Wir durchsuchten also das erste Stockwerk nach irgendeinem Hinweis, der uns die Tür zum Keller öffnete. "Geh doch mal ins Badezimmer", sagte die nette und vertrauenswürdige Ubisoft-Mitarbeiterin. "Hier gibt es ein lustiges Minispiel. Setz dich mal auf’s Klo. Nun musst du die hinteren Tasten drücken und dann die beiden Thumbsticks nach außen bewegen!" – "Wozu ist das gut?", fragte ich misstrauisch. "Das ist ein Minispiel, mach einfach mal." –
"Muss ich das machen?", fragte ich verunsichert. "Mach mal!", ermunterte mich die nett lächelnde Mitarbeiterin erneut.

Gesagt, getan. Ich drückte die beiden hinteren Tasten und schob die Thumbsticks nach außen. Was danach geschah ... könnte glatt als Überschrift für ein Clickbait durchgehen.

Meine Spielfigur erleichterte sich auf dem stillen Örtchen - und zwar in bester South Park Manier, ohne Scham und Skrupel. Und absolut skrupellos war auch das, was nun aus der Nosulus Rift strömte. Hier bekam ich das volle Ausmaß der Maske zu spüren.

Es war nicht mit dem vorherigen Schwung an übelriechender Luft zu vergleichen. Etwa die dreifache Dosis schoss nun meine Nase hinauf, ich würgte, hustete und riss mir die Nosulus Rift vom Kopf. Auch die umstehenden Ubisoft-Mitarbeiter verzogen angewidert das Gesicht. Keine Ahnung, wie die das den ganzen Tag aushalten konnten. Ob es dafür Ekelzulagen gab?

Alte Bekannte und rundenbasierte Kämpfe

Ich spielte nun jedenfalls ohne Nosulus Rift weiter und verließ schleunigst das Badezimmer. In Cartmans Zimmer wurde ich schnell fündig: Ein Notizbuch, in dem der Code drinstand: "Fuk you Mum", stand da - natürlich mit falscher Grammatik - geschrieben. Diese drei Zauberworte öffneten mir die Tür ins verborgene Reich der Superhelden.

Hier hatten sich "Coon & Friends" ihr Hauptquartier eingerichtet und planten ihre nächsten Schritte. Nach ein paar Gesprächen und kleineren Aktionen durfte ich dann auch dazugehören und mich den Mächten des Bösen stellen – genauer gesagt dem gegnerischen Superschurken-Team rund um Professor Chaos. Dieses lernte ich auch prompt kennen und musste mich im Kampf gegen sie beweisen.

Besonders gut gefallen hat mir hier, dass die meisten Helden und Schurken Anspielungen auf bereits in Comic-Universen existierende Charaktere sind. So konnte man den behinderten Timmy, der im Rollstuhl sitzt, als Charles Xavier aus X-Men erleben. Auch The Flash, Storm (X-Men) und Magneto (X-Men) erkannten wir wieder.

Die Kämpfe werden dabei rundenbasiert ausgetragen. Man kann jede Runde wählen, wen man angreift und mit welcher Attacke man zuschlägt. Hat man genügend Angriffspunkte gesammelt, gibt es Spezialattacken. Im Kampf steuern wir das gesamte "Coon & Friends"-Team, das sich auf dem Feld befindet.

Je mehr Gegner auf dem Feld stehen, desto taktischer muss man natürlich vorgehen. Und so kämpften wir Runde um Runde, bis unsere Test-Zeit schließlich abgelaufen war und wir uns einen ganz sicher unvergesslichen Eindruck von South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe gemacht hatten.

Fazit

Wenn man South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe nicht unbedingt mit der Nosulus Rift spielt, ist es sicher ein Spiel, mit dem man es als South-Park-Fan länger aushalten kann.

Natürlich muss man auf den South Park-typischen Fäkalhumor stehen, der nicht so ganz unser Ding ist (vor allem nach dieser besonderen Erfahrung nicht mehr).

Ansonsten sind die Macher wieder bemüht, zahlreiche Rollenspielelemente einfließen zu lassen und diese auch gehörig auf die Schippe zu nehmen. So können wir uns unseren eigenen Superhelden erschaffen, mit diesem rundenbasierte Kämpfe austragen und die Geschichte durch Dialoge und Erkundungen erschließen.

Mehrere Lacher lösten bei uns die gesellschaftskritischen und medienkritischen Witzeleien aus, die natürlich besonders auf den aktuellen Superhelden-Trend abzielen: Cartman möchte nicht nur ein Superhelden-Team bilden, sondern ein ganzes Franchise darum errichten, mit Merchandise, TV-Serien und allem, was eben dazugehört. Dabei fiel natürlich auch der Name Netflix sehr schnell.

Auch ist es dem Kopf des Teams besonders wichtig, dass jeder Held eine düstere Hintergrundgeschichte mitbringt – und wenn sich Cartman diese notfalls zusammen mit dem potenziellen Helden selbst ausdenkt. Dabei mussten wir schon das eine oder andere Mal sehr schmunzeln.

Da wir jedoch nicht besonders viel vom Spiel gesehen haben, bleibt zu vermuten, dass South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe - wie auch schon sein Vorgänger - vor allem etwas für South Park-Fans ist, die Bock auf irrwitzige Superhelden-Action haben. Diese dürften sich bei South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe bestens aufgehoben fühlen.

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe – Gameplay Trailer

South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe erscheint am 6. Dezember 2016 für PlayStation 4, Xbox One und Windows-PC.

Übrigens: Mittlerweile - eine Woche nach der Messe! - können wir auch wieder normal riechen...

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1 Kommentar
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  • diem_
    Maaaan! Ihr könnt doch nicht die Identität des Coon verraten ... !
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