Southbridge-Schlacht: Performance-Vergleich von 780a, ICH10 und SB750

Moderne Southbridges unterstϋtzen zwar viele RAID-Modi, aber liefern sie auch ausreichend Performance? Wir haben sechs Intel X25-E SSDs benutzt und den drei Top-Modellen von AMD, Intel und Nvidia alles abverlangt.

Da alle Mainstream-Festplatten heute das schnelle Serial-ATA-Interface verwenden, unterstϋtzen heutzutage alle Chipsätze ebenfalls Serial ATA (SATA). Selbst Chipsätze der Einsteigerklasse unterstützen mittlerweile einfache RAID-Modi wie RAID 0 und 1, die die Erstellung von Stripe-Sets (RAID 0) oder Datenspiegelung (Raid 1) ermöglichen, um so die Speicher-Performance oder Datensicherheit zu steigern. Produkte aus dem gehobenen Mainstream oder dem High-End-Segment bieten nicht nur mehr SATA-Anschlϋsse, sondern zudem RAID 5. Obwohl nur wenige Anwender wirklich RAID 5 auf Desktop-PCs verwenden, benötigt diese Betriebsart fϋr die Berechnung von Paritätsdaten entsprechend Leistung. Diese berechnete Information ist fϋr die Wiederherstellung gespeicherter Daten erforderlich, sollte eine Festplatte kaputtgehen. Bei den RAID 5-fähigen Desktop-Chipsätzen haben wir allerdings deutliche Leistungsunterschiede festgestellt.

I/O bleibt separat

Während der Trend bei PC-Chipsätzen klar zu höherer Integration geht, so bleibt die I/O-Funktionalität bis auf weiteres meist in einem separaten Chip. Hauptgrund: Derzeit macht es keinen Sinn, auch USB, Serial ATA oder gar eine Netzwerkschnittstelle direkt im Prozessor unterzubringen – zu unterschiedlich sind die Anforderungen an PC-Systeme in ihren jeweiligen Einsatzbereichen: Gaming, Office, Workstation. Im Prozessor wird sich künftig alles finden, was für die Performance direkt relevant ist: CPU-Kerne, Speicher-Controller, ein PCI-Express-Interface und, ab Ende des Jahres, sogar direkt in die CPU integrierte Grafikfunktionalität. Einzige Ausnahme sind hochintegrierte Systeme wie beispielsweise Intels Atom: künftige Generationen werden aus Kostengründen möglichst alle Komponenten in einem einzigen Chip unterbringen.

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Der 780a ist Nvidia’s Single-Chip-Lösung für AMD-Plattformen und beinhaltet sechs SATA-Controller mit RAID 5 funktionalität. Intels ICH10 bzw. der ICH10R mit RAID-5-Unterstützung ist vermutlich am besten bekannt, da dieser auf der überwiegenden Mehrzahl aller Systeme mit Intel-Prozessor zum Einsatz kommt. Schließlich fügten wir noch die SB750 von AMD hinzu, welche mit allen aktuellen Chipsätzen der 700-Serie kombiniert werden kann. Auch hier werden RAID 5 und sechs SATA/300-Ports geboten. Alle unterstützen sie AHCI (Advanced Host Configuration Interface), was generische Treiberunterstützung ermöglicht. Doch die Gleichheiten enden spätestens im Praxiseinsatz.

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10 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Anonymous
    Da ist wohl ein Fehler bei den Graphen, da AMD im RAID 5 den gleichen Wert wie Intel beim RAID 0 hat. Das wäre schon ein gewaltiger Zufall.

    LG
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  • Anonymous
    Zudem sind 110 bis 130 µs = 0,11 bis 0,13 ms und nicht gleich 1,1 bis 1,3 ms...
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  • probstler
    Sehr interessanter Test. Wirklich detailliert. Allerdings sind die Anforderungen, die ihr an Desktopchipsätze steckt, viel zu hoch gesteckt, wenn ihr diese mit einem professionellen Serverprodukt vergleicht. Welcher Desktopanwender hat denn 6 SSDs für jeweils 500€ und betreibt diese dann an einem Board, dass gerade mal einen Bruchteil wert ist? Normalanwender werden diese Flaschenhälse, die ihr in den meisten Benchmarks aufzeigt, niemals erfahren. Die Performanceeinbußen beim degradierten RAID5 sind zugegebenermaßen natürlich schon erheblich. Ich denke, dass das Fazit zu hart bewertet ist. Wenn jemand soviel Geld in schnelle Datenträger stecken will und diese Performanceeinbußen erlebt, wird er sicherlich noch genug finanzielle Reserven für einen entsprechenden Controller haben...
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  • querdenker104
    Was mich sehr interessieren würde. Die ganzen Onboard RAIDs sind ja mehr oder weniger sogenannte "Fake"-Raids. Wie sieht die Performance der Chipsätze in Verbindung mit einem richtigen Software - Raid von z.B. Linux oder Windows Server aus? Gibt es da Vergleichswerte?
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  • Sechser
    Tippfehler in Fazit, letzter Absatz, vierter Satz:
    Zitat:
    Die RAID-Angebote von AMD und Nvidia sidn auch...
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  • Deathdrep
    interessanter test, allerdings würde mich auch die Performance EINER X25-E im vergleich der Chipsätze interessieren. Möglicherweise zeigen diese ebenfalls leichte Performance-Unterschiede ... das wäre auch für den User "greifbarer" als 6 SSD-Monster die wohl in den nächsten Jahren kaum einer ausser den Enthusiasten sein eigen nennen wird.
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  • mareike
    schließe mich da Deathdrep an.
    am besten eine schnelle ssd als referenz zb erwähnte intelx25-E. und diese an den verschiedenen Southbridges testen.

    schön wäre auch ein ergänzender nachtest der neuen sata3 variationen
    auch wenn daran nur sata2 platten getestet werden sollten (performanceunterschiede auch der ssds ??)
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  • checkmate
    Mein Fazit:

    Ich als Otto Normalverbraucher sollte das onboard Raid nicht nutzen, sondern eine SSD (in bsw. 3. Generation) als Sytemplatte und eine als Datengrab benutzbare (bsw. 2000GB) HDD verwenden. Wer ständig große Datenmengen mit 600MB/s und mehr transprotieren will, ist kein Otto Normalverbraucher sondern hat irgend ein Problem.
    Vielleicht haben die SSDs der nächsten Generation 500MB/s read und 300MB/s write, da braucht es kein Raid5 mehr.
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  • iopodx
    Die Umrechnung mikro milli haut aber nicht hin... Das ist Faktor 1000 und 100... *pfeif*
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  • Anonymous
    Hmm, ich hab noch in keinem Auto Test gelesen, wie es um die Leistung bestellt ist, wenn ein Zylinder fehlt......
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