Der neue SPECviewperf 12 sollen neue Maßstäbe setzen: Man baut auf aktuelle Engines bekannter Standardsoftware, neue und größere Modelle sowie synthetische Simulationen. Wir haben den neuen Workstation-Benchmark ausführlich mit 18 Grafikkarten getestet.
Mit dem SPECviewperf 11, der bereits 2010 veröffentlicht wurde, konnte man aktuell kaum noch realistische Aussagen zur Leistungsfähigkeit moderner Workstation-Grafikkarten und der passenden Treiber machen. Zu alt waren die implementierten Engines und zu Benchmark-optimiert die einzelnen Treiber.
Zeit also für SPEC (das steht für Standard Performance Evaluation Corporation), hier mal gehörig nachzulegen. Denn die SPEC-Mitglieder verfolgen das selbserklärte Ziel, praxisrelevante Benchmarks zu entwickeln, die den aktuellen Industriestandards möglichst nah entsprechen.
Sowohl AMD als auch Nvidia gehören übrigens zu den Mitgliedern dieser Gruppe, die nunmehr gemeinsam auch mehr Einfluss auf die Gestaltung Inhalte des neuen Benchmarks nehmen konnten. Gleiches Recht für alle also, zumindest in der Theorie.
Update vom 17.03.2014
Wir haben den Artikel um die Werte der Quadro K6000 ergänzt, die sich in vielen der Teilbenchmarks wirklich auszeichnen konnte. Allerdings weisen wir in diesem Zusammenhang erneut darauf hin, dass man dabei natürlich auch Preis, Anwendungsgebiet und Anforderungsprofil nicht aus den Augen verlieren darf. Schnell, aber eben leider auch recht kostenintensiv. Leider bietet der SPECvieperf12 keinen Test für den reinen GPGPU-Bereich, wo so eine potente Karte sicher auch ganz gut aufgehoben wäre.
Doch wie sieht es am Ende mit den Ergebnissen zum heutigen Zeitpunkt aus? Wir haben nämlich absichtlich versucht, diese Frage so schnell wie möglich zu beantworten, denn es ist durchaus eine reale Annahme, das mit der Zeit auch hier speziell auf den Benchmark abgestimmte Treiberoptimierungen folgen werden, die das tatsächliche Bild (wie schon beim Vorgänger) etwas verzerren können. Außerdem stellen wir die Frage, wie praxisrelevant dieser Benchmark ist (und sein kann) und wo die Grenzen liegen.
Wichtige Vorbemerkung
Der Benchmark ist fordernd und richtet sich in erster Linie an die obere Mittelklasse und das Highend-Segment aktueller Workstation-Grafikkarten. Egal ob extrem komplexe Modelle oder Workloads mit immensem Speicherbedarf - die Klasse der Einsteiger- und unteren Mittelklasse-Karten wird durch diese Ausrichtung des Benchmarks zum Teil sehr deutlich benachteiligt. Somit muss man die Ergebnisse speziell dieser Karten auch ehrlich einordnen, denn deren Aufgaben- und Einsatzgebiet ist definitiv ein komplett anders, eine abweichende Zielgruppe inklusive.
Testsystem
Auch wenn wir neben sehr viel Zustimmung für die letzten Tests im Hinblick auf das verwendete System ab und zu auch Prügel einstecken mussten - wir bleiben bei unserem Testaufbau. Dies geschieht aus gutem Grund, wie wir mit der Analyse der CPU-Skalierung im Hinblick auf Kerne, Threads und Taktraten zeigen wollen. Dies kann man nun mal nur auf einem System mit ausreichend Einstellungsmöglichkeiten vornehmen.
Darüber hinaus laufen die schnelleren Karten in einigen Tests auch schon mal ins CPU-Limit, so dass die Unterschiede in den Benchmark-Ergebnissen zu verwischen drohten, wenn man die Leistung der Systembasis zu gering ansetzt. Deshalb haben wir erneut auf einem übertaktetem System gemessen, bilden aber die Skalierung über die Taktraten in einem gesonderten Kapitel ausführlich ab. Damit hätten wir dann auch elegant alles abgedeckt.
| CPU und Kühlung: | Intel Core i7 3770K @4.5 GHz Corsair H100i Kompaktwasserkühler (Gelid GC Extreme) |
|---|---|
| Mainboard: | Gigabyte G1. Sniper 3 |
| RAM: | 32 GByte (4x 8 GByte) Corsair Dominator Platinum DDR3 2133 |
| SSD: | 2x Corsair Neutron 480 GByte |
| Netzteil: | Corsair AX1200i |
| Betriebssystem: | Windows 7 x64 Ultimate SP1 |
| Treiber: | AMD FirePro 13.251.1 Nvidia Quadro 332.21 |
| Sonstiges Equipment: | Microcool Banchetto 101 HAMEG HMO 1024 4-Kanal Digital-Speicher-Oszilloskop HAMEG HZO50 (1mA-30A, 100 KHz DC, Auflösung 1 mA) HAMEG HMC 8012 HAMEG HZ154 (1:1, 1:10), diverse Adapter |
Drei Consumer-Karten zur Veranschaulichung
Zugegeben: Es ist meist witzlos, professionelle Anwendungen mit Consumer-Karten und den dazu passenden, auf Spiele optimierten Treibern zu benchmarken. Aber wir fanden es durchaus interessant, die Unterschiede bei der Bildqualität und Anwendungsoptimierung herauszufinden und haben dies anhand dreier Consumer-Karten mit in die Egebnisse einfließen lassen. Wir werden später noch konkreter auf die Einschränkungen eingehen, wollen aber im Vorfeld wenigstens auf die grauen Benchmark-Balken in den Ergebnisgrafiken hinweisen.
Beginnen wir nun mit dem ersten der insgesamt acht Benchmark-Abschnitte...
- Einführung und Testsystem
- CATIA V6 R2012: Einführung und Details
- CATIA V6 R2012: Benchmarks
- Creo 2™: Einführung und Details
- Creo 2™: Benchmarks
- Energy: Einführung und Details
- Energy: Benchmarks
- Maya 2013: Einführung und Details
- Maya 2013: Benchmarks
- Medical: Einführung und Details
- Medical: Benchmarks
- Showcase 2013: Einführung und Details
- Showcase 2013: Benchmarks
- Siemens NX 8.0: Einführung und Details
- Siemens NX 8.0: Benchmarks
- Solidworks 2013: Einführung und Details
- Solidworks 2013: Benchmarks
- CPU-Skalierung
- Bildqualität und Treiber
- Zusammenfassung und Fazit



Die K4000 ist so eine Sache für sich. Sparsam ist sie ja, aber ansonsten kann es schon mal eng werden.
Mit SNX kenne ich mich leider nicht gut genug aus, vielleicht hat ja einer der Leser noch eine Idee?
Insbesondere wenn ein paar Thinkpads aus der W oder T-Reihe unter den Tisch fallen xD
Ich habe mir den Benchmark gerade mal angesehen - ich fürchte, eher nicht.
Mit den Workstation-Karten ist es wirklich so eine Sache, denn in vielen Fällen reichen sogar kleine Karten locker aus. Man muss immer darauf achten, was man wirklich damit anstellen will und muss. Für leute, die eh nur Werkszeichnungen und Schnitte basteln müssen, ist so was overdressed. In der reinen Konstruktion ist es auch immer eine Frage der Komplexität. Man visualisiert ja auch nicht den ganzen Tag irgendwelche Modelle und ergötzt sich an seiner Arbeit und ein Rechner, der es im Bedarfsfall dann locker auch HQ schafft, reicht ja auch für mehrere Konstrukteure.
Wie ich schon schrieb, der Benchmark ist kaum zu verallgemeinern, man kann immer nur eine recht beschränkte Situationsbeschreibung erstellen.