In der letzten Zeit sind alle großen Hersteller der IT-Industrie auf den gleichen Zug aufgesprungen: Einige sprechen von „Green IT“, andere von Effizienz und wieder andere schlicht vom Stromsparen. Letztlich wollen alle das gleiche: In erster Linie soll die Leistungsaufnahme von PC-Komponenten aller Kategorien verringert werden. Statt auf reiner Performance ist Effizienz nun am wichtigsten, da Umwelt und Geldbeutel langfristig so geschont werden. Doch auch Performance bleibt ein Schlüsselfaktor. Wir wollten wissen, welchen Einfluss die heute verfügbaren Energiespar-Funktionen auf die Performance bei modernen Systemen haben.
Leistungsaufnahme: Status quo?
Die Diskussion über Leistungsaufnahme und Energieeffizienz ist nicht neu, sondern wurde mittlerweile von Hardware-Herstellern aufgegriffen – zum Teil natürlich aufgrund der gestiegenen Energiepreise. Doch effiziente Komponente und Systeme sind im Grunde eine Sache normalen Menschenverstands. Dabei ist es wichtig, das Thema Effizienz genau zu verstehen: Dabei steht keineswegs die Leistungseinsparung um jeden Preis an erster Stelle. Allerdings nehmen PC-Komponenten bei Auslastung bzw. im Ruhezustand unterschiedlich viel elektrische Leistung auf und sollten unserer Meinung nach nur so viel benötigen, wie sie für die Erledigung ihrer Arbeit tatsächlich benötigen. Hoher Stromverbrauch eines Prozessors bei voller Auslastung ist dabei akzeptabel; ebenso sollte sich die Leistungsaufnahme im Leerlauf dann aber auch auf das notwendige Minimum beschränken.
Frühere Artikel mit Schwerpunkt Leistung und Effizienz
Tom’s Hardware zählte zu den ersten, die Kritik an der exzessiven Leistungsaufnahme zahleicher PC-Komponenten geübt bzw. über effizientere IT-Möglichkeiten berichtet hat. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem Prozessoren, der Rechner-Komponente mit dem größten Leistungshunger – zumindest früher. In den vergangenen Jahren hat sich das jedoch verändert, da Prozessoren mittlerweile von Grafikkarten der gehobenen Mittel- und Oberklasse von dieser zweifelhaften Spitzenposition verdrängt wurden.
Mehr interessante Artikel zum Thema:
- Der 3,6 GHz Pentium 4 560-Prozessor von Intel drosselte aufgrund seiner hohen Verlustleistung oftmals die Taktrate bei Spitzenleistung: Intel am Limit: Hohe Verlustleistung kann P4-Systeme ausbremsen (November 2004). Mit dem Pentium 4 570 hat sich das allerdings verbessert.
- Quick&Quiet: Pentium M Desktop Boards by AOpen and DFI (Dezember 2004, Englisch)
- AOpen Powermaster: Energiemanagement für alle? (April 2005)
- Bereits 2005 haben wir die Leistungsaufnahme aller bekannten Plattformen bei Leerlauf- und Spitzenleistung verglichen. Zu diesem Zeitpunkt zeigten viele andere noch kaum Interesse daran: AMD- oder Intel-Systeme: Wer verbraucht mehr Energie? (Juli 2005)
- Dual Core Processors for Low-Power, High-Performance Desktops (April 2006, Englisch)
- Green Machine: AMD Dual Core Platform at 54 W (September 2006, Englisch)
Energiesparen? Funktioniert. Was kommt als nächstes?
Die veränderten Marktansprüche rücken mehr und mehr ins Bewusstsein der Hersteller. Dadurch nimmt die Zahl der Komponenten stetig zu, die bei geringerer Leistungsaufnahme effizienter sind und bessere Performance bieten als ihre Vorgänger. Der Core 2 Duo von Intel dient hier als eines der besten Beispiele. Er nimmt nur halb soviel Leistung auf wie der Pentium D Dual Core (nicht mit dem Pentium Dual Core zu verwechseln, der auf der Core 2-Familie basiert) und bietet dabei bedeutend mehr Performance. Weitere Beispiele finden sich im Storage-Segment; hier hat das neueste Green-Laufwerk von WD erst kürzlich zahlreiche herkömmliche Laufwerke in Bezug auf Performance hinter sich gelassen.
Unserer Erwartung nach dürfte die Effizienz noch weiter steigen, selbst wenn die Verringerund der Verlustleistung aufgrund der verwendeten Technolgien ihre natürlichen Grenzen hat. Somit wird die Leistungsaufnahme von Mainstream-Komponenten weiter abnehmen oder zumindest auf dem heutigen Stand verbleiben, während sich die Performance weiter verbessern wird. Die Kombination aus niedrigerer Leistung und mehr Performance verhilft der Effizienz also trotzdem weiter auf die Sprünge.
Wir werfen zunächst einen Blick auf die beiden gängigen Methoden, mit denen sich die Prozessor-Leistungsaufnahme reduzieren lässt. Im weiteren Verlauf stellen wir Benchmark-Ergebnisse mit aktivierten Energiespar-Einstellungen gegen Ergebnisse eines gleichartigen Testsystem ohne Stromsparoptionen.
- Ist der Preis für Energie-Effizienz akzeptabel?
- Technologie und Funktionen zur Verringerung der Leistungsaufnahme
- Motherboard: MSI P45 Neo2-FIR
- CPUs: Core 2 Duo E8500 und Extreme EQ9650
- Testkonfiguration und Benchmarks
- 3DMark und Spiele
- Anwendungs-Benchmarks
- Audio/Video Benchmarks
- Synthetik-Benchmarks
- SYSmark 2007 Preview
- Leistungsaufnahme und Performance pro Watt
- Fazit

Was ich aber etwas vermisse, sind die Prozessoren von AMD, gäbe es bei denen ähnliche Ergebnisse? Kann dazu jemand etwas sagen?
In von mir empfohlenen Systemen stecken meist AMDs, weil diese von vornherein etwas günstiger sind (P/L IMHO auch nach dem aktuellen Preisrutsch von Intel besser) und einen integrierten Speichercontroller haben, der in der NB keinen Strom mehr verbrauchen muss. --> Schon deshalb möchte ich diesen Test gern noch einmal mit AMD X4 und X2 sehen...
Achtung, Meine Meinung steht fest, bitte verwirrt mich nicht mit irgendwelchen Fakten ;-)
Wieso wurde denn Phenom II nicht getestet?
Der soll ja bei 1-2% Performance Verlust bis zu 25% Strom sparen...
Aber OK, bevor ich hier rumnörgel, wollt ich erstmal sagen, dass der Bericht interessant und das Fazit nachvollziehbar ist ;-)
Ich denke nicht, dass die Ergebnisse bei AMD signifikant anders ausgesehen hätten als bei intel. Bei den meisten Benchmarks gab es doch sowieso keine Möglichkeit, Stromsparfunktionen zu aktivieren
Was mich etwas wundert: Warum schneidet der Power saving-Betrieb in etlichen Benchmarks von der Leistung her besser ab als Balanced? Hat irgendjemand eine Erklärung dafür?
Doch der Unterschied zwischen Phenom II und C2D/C2Q ist recht groß
Wobei verschiedene Architekturen auch wieder verschiedene Ansprechweisen auf solche Mechanismen haben... Nagut, du hast gewonnen ;-)
Also, THG, AMD-Tests her bitte
(Bin übrigens der gleichen Meinung wie du)
Ich denke, die Gründe werden ähnlich sein.
Rücken zwei Thema:
Ich bin ein großer Fan von Energiespar-Funktionen.
Immer an und gern genutzt.
Kann auch gern mehr sein.
Hybrid-Funktion mit abgeschalteter Grafikkarte,
komplexe Lüftersteuerung, Runtertakten bis zum geht nicht mehr,
komplettes Abschalten ungenutzter Teile (zB. 3 von 4 Kernen aus) etc.
Damit man spätestens im stau auf der autobahn durch ein motorrad für 3000 euro überholt wird :-) :-D :-)
Mit der selben Logik kann ich fragen für was es überhaupt ein PC sein soll denn egal ob 1000€ oder 20€ CPU , spätestens wenn ich unterwegs bin oder bei Stromausfall ist ein Laptop(egal ob highend oder 486er) als einziges funktionsfähig und steht nicht nur so rum wie das von dir zitierten 130.000€ Auto
Sehr guter und sinnvoller Artikel!
nix mit strom ausfall Mein PC ist solar betrieben :-) THG kennt sich da auch aus :-)
Habe meinen AMD 940 von 1,35 auf 1,20 gesenkt ohne verluste.
Habe Benschmarck 06 laufen lassen,ohne märckliche einbusen.
Auser das er um 4C küler wurde.
Die hübschen Kinder, die man aus der Mitte des Wavers pickt,
laufen meist bei niedrigeren Spannungen als die Außenseiter.
Was für eine CPU man bekommt, ist eher Zufall.
Die höheren Modelle stammen meist aus der Mitte,
so munkelt man, aber auch kleinere Modelle können Potential haben.
Hilft also immer nur: Ausprobieren!
Mit Untervolten kann man nichts kaputt machen,
man sollte nur den BIOS-Jumper bereit halten
und überprüfen, ob es wirklich stabil läuft.
Performance geht erst verloren,
wenn man den Takt auch reduziert.
Bis ca. 0,7V kann man herunter schrauben,
(- Aber sicherlich nicht mit originalem Takt -)
dann ist zumindest die physikalische Grenze erreicht.
Alles über 1,35V (45nm) sollte man eher meiden,
da es die Lebenserwartung der CPU verkürzt.
In dem Bereich kann man aber herumspielen
und sich austoben, wie man lustig ist.