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Intel SSD 335 (240 GB) im Test: Mit 20nm-NAND zum Preisrutsch?

Intel SSD 335 (240 GB) im Test: Mit 20nm-NAND zum Preisrutsch?
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Intels SSD 335 ist die SSD 330 mit 20nm-MLC-Flash. Auswirkungen auf die Performance? Vernachlässigbar. Den Preis? Ja. Die Lebenserwartung? Noch schwer zu sagen. Intel hat allein die Variante mit 240 GB herausgebracht – und wir testen sie.

Im September hat Samsung die SSD-Baureihe 840 Pro vorgestellt, und laut unserer Benchmarksuite handelt es sich um die schnellste und effizienteste SSD, die wir je getestet haben. Die koreanische Firma hat der neuen Baureihe einen überarbeiteten Controllerchip, verbesserte Firmware und Flash-Chips spendiert, die Toggle Mode 2.0 unterstützen, und das Ergebnis ist rekordverdächtige Performance. Mehr Informationen dazu findet der geneigte Leser im Artikel Samsung 840 Pro SSD: Schneller, sparsamer und mit Toggle-Mode 2.0. Kann man so verwegen sein, sich im ausklingenden Jahr 2012 überhaupt noch etwas zu wünschen, nachdem Samsung die Latte derart hoch gelegt hat?

Einen niedrigeren Preis, vielleicht? Geizhals.de z.B. findet das 256-GB-Modell der Samsung 840 Pro ab 220€, was vielleicht im Jahr 2011 noch ein Kampfpreis gewesen wäre, aber nicht Ende. Offenbar gilt nach wie vor, dass hohe Performance auch einen hohen Preis bedingt.

Intel geht an den SSD-Markt ganz anders heran. Einst mit dem hauseigenen SSD-Controllerchip ein Pionier im SSD-Markt, setzt Intel mittlerweile für die schnellsten SSDs auf zugekaufte Controllerchips. Erst vor kurzem ist Intel mit der SSD-Baureihe 330, in der ein zugekaufter SandForce-2-Controller, aber hauseigene 25nm-Flash-Chips eingebaut sind, auf den 6 Gb/s-Zug aufgesprungen (Intels SSD 330 im Test: Mit 60, 120 und 180 GB auf dem Prüfstand).

Und jetzt hat die Baureihe 330 einen Ableger mit 20nm-Flash-Chips bekommen. Dieser Ableger trägt die Modellbezeichnung 335 – wohl, um jenen Ärger zu vermeiden, den sich OCZ vor Jahren eingehandelt hat, als die Firma klammheimlich und ohne Änderung der Modellbezeichnung die Vertex-2-Baureihe auf neue NAND-Flash-Chips umstellte. (Wir haben damals über diese Kontroverse im Artikel OCZ Vertex 2 25nm: Kleiner und langsamer? detailliert berichtet.) Die Intel SSD 335 ist derzeit nur in einer einzigen Kapazität erhältlich – 240GB. Laut Datenblatt ändert sich die Performance gegenüber der SSD 330 nicht, aber der Listenpreis liegt von vornherein niedriger. Wer über Grundkenntnisse in Halbleiterphysik verfügt, der weiß, dass sich die Anzahl der zulässigen Schreibzyklen eines in einem kleineren Halbleiterprozess gefertigten Flash-Chips leider verringern wird.

Zur Freude gereicht, dass Intel zum ersten Mal in der Firmengeschichte eine SSD anbietet, die weniger als einen Dollar pro GB kostet. Wir wissen sehr wohl, dass das in einem SSD-Markt, in dem die beinharte Konkurrenz einer Vielzahl von Herstellern die SSD-Verkaufspreise schon mehrmals im zweistelligen Prozentbereich reduziert hat, nicht für Schlagzeilen sorgen wird. Aber man sollte sich vor Augen halten, dass viele Kunden bereit sind, mehr zu bezahlen, wenn auf dem Produkt ein Aufkleber mit dem Herstellernamen Intel prangt. Der Marketingslogan von Intel lautet ‘better together’, und oft sieht man tatsächlich Computer, deren CPU, Motherboard, Netzwerkkarte und SSD samt und sonders aus dem Hause Intel stammen.

Wir finden es bemerkenswert, dass Intel die Performance der SSD 335 gegenüber der SSD 330 gleich halten konnte. Wir wollen hier nicht behaupten, dass die Performance der SSD 330 absichtlich gegenüber der SSD 520, die über das gleiche Motherboard verfügt, gesenkt wurde, aber es drängt sich zumindest der Schluss auf, dass es Firmwareunterschiede sind, die die SSD 330 langsamer als die SSD 520 machen.

240GB Performance-Vergleich (bei komprimierbaren Daten)

Intel SSD 330Intel SSD 335Intel SSD 520
4 KB Random Read (IOPS)42 00042 000
46 000
4 KB Random Write (IOPS)
52 00052 000
56 000
128 KB Sequential Read (MB/s)
500500
550
128 KB Sequential Write (MB/s)
450450
515

Da die SSD 335 exakt die gleichen Performancedaten wie die SSD 330 aufweist, wissen wir nicht, ob ein 20nm-Flash-Chip wirklich gleich schnell wie ein 25nm-Chip ist oder ob die Performance der SSD 330 schon damals, vielleicht in Antizipation des Wechsels auf 20nm-Flash, absichtlich niedrig gehalten wurde. Was wir aber wissen, ist dass sich eine neue Halbleitertechnologie mit kleineren Strukturgrößen negativ auf die Anzahl der Schreibzyklen auswirkt, und wir wollen das in Folge auch quantifizieren.

Klarerweise hält sich IMFT, das Joint-Venture von Micron und Intel, über die Detailunterschiede zwischen dem 20nm-Flash und dem 25-Flash bedeckt – bis auf die eher allgemein gehaltene Aussage, dass die beiden Flash-Technologien ähnliche Performance und auch ähnliche Lebenserwartung aufweisen. Wir wissen auch, dass Intel technologisch eher konservativ ist und keine Produkte auf den Markt wirft, die noch nicht ausgereift sind. Da die SSD 335 genauso wie die Vorgängergeneration 330 mit einer dreijährigen Garantie versehen ist, glauben wir nicht, dass ein Endkunde je an die Lebenserwartungsgrenze der SSD 335 stoßen wird. Allerdings soll uns das nicht davon abhalten, dazu ein paar Experimente zu machen und eigene Berechnungen anzustellen.

4 Kommentare anzeigen.
Sortieren nach: Neueste zuerst | Älteste zuerst
  • ypnaphelios , 12. November 2012 10:06
    Gibt es auch eine 480 GB große Variante mit 120 GB?

    ...die 240 GB große Variante mit 240 GB herausgebracht...

    Ansonsten: Schöner Artikel.
  • Brat , 12. November 2012 13:08
    fülle mal eine ssd mit 1byte grossen dateien auf 4kb sektoren, dann ja
  • benkraft , 12. November 2012 16:22
    ypnapheliosGibt es auch eine 480 GB große Variante mit 120 GB?...die 240 GB große Variante mit 240 GB herausgebracht...Ansonsten: Schöner Artikel.


    Danke für den Hinweis. Drei Mal drüber gelesen, dann doch nicht gesehen. Manchmal sind es die offensichtlichsten Dinge, die man nicht erkennt.... Ist korrigiert.
  • klomax , 17. November 2012 14:34
    Die höhere Lebenserwartung einer 240er gegenüber einer 60er oder 120er ist wohl in Relation zur Speicher-Auslastung zu sehen. - Und wie ich das Laufwerk überhaupt nutze (Auslagerung, Read-Only mit vereinzelten Installationen, etc...).

    Die Rechnungen klingen horrormäßig, sind aber für einen durschnittlichen Anwender zu vernachlässigen.

    Eine große SSD hält imo dann nicht länger, wenn sie bis unter den Rand andauernd vollgeschrieben und dann wieder gelöscht wird. - Deshalb lässt man ja auch einen prozentualen Anteil des Laufwerks frei, egal ob 60 GB oder 512 GB, um den Verschleiß zu minimieren.

    Dass eine kleine 20nm-Legion (von Speicherzellen) schneller aufgerieben werden kann als eine große, naja, das versteht sich beinahe von selbst. - Größere Legionen halten im günstigsten Falle natürlich länger durch, aber das hängt auch von der Strategie ab, im Falle der SSD-Technik vom Anwendungsszenario.
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