Kaufberatung SSDs, Stand Juni 2016

Mit unserer Kaufberatung zum Thema SSDs wollen wir unseren Lesern das nötige Rüstzeug für eine solide Kaufentscheidung zur Verfügung stellen. Für Unentschlossene geben wir zudem konkrete Produktempfehlungen, die künftig ständig aktualisiert werden.

Wieviel SSD braucht der Mensch?

Nur wenige Möglichkeiten zum Upgrade eines bestehenden Systems schaffen so viel gefühlten Geschwindigkeitszuwachs wie der Einbau einer SSD: Als schneller Systemspeicher sowie als Installationsmedium für Programme kann sie Wartezeiten minimieren und Arbeitsabläufe signifikant beschleunigen.

Dadurch wird die SSD zur perfekten Ergänzung für eine mechanische Festplatte, auch wenn sie diese nach wie vor nicht ersetzen kann. Denn obwohl schon vor einigen Jahren der baldige Tod der guten, alten Festplatte vorausgesagt wurde, erfreut sie sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Das hat drei Gründe: Erstens können Festplatten mit bis zu 10 Terabyte Speichervolumen deutlich mehr Platz bereitstellen als Flash-basierte SSDs. Zweitens sind sie nach wie vor deutlich günstiger als die Flash-basierte Alternative - je mehr Speicherplatz benötigt wird, desto mehr kann die herkömmliche Festplatte aus Preis-Leistungs-Sicht punkten. Drittens eignen sich HDDs im Gegensatz zu SSDs auch für die Langzeitspeicherung von Daten.

Wir haben uns die aktuelle Marktsituation angeschaut und Festplatten (3,5 und 2,5 Zoll) sowie SSDs (2,5 Zoll und M.2) verglichen: Wieviel Cent zahlt der Käufer pro Gigabyte Speicherplatz? Die Übersichtstabelle basiert auf Werten des Preisvergleichs Geizhals vom 14. Juni 2016; erfasst wurden Laufwerke bei deutschen Händlern, die direkt ab Lager lieferbar sind. Eine drei Terabyte große 2,5-Zoll-SSD gibt es nicht, daher die gestrichelte Linie zwischen den zwei und vier Terabyte großen Modellen.

Das Ergebnis der aktuellen Preisanalyse: Werden die jeweils günstigsten Modelle miteinander verglichen, dann sind SSDs immer noch deutlich teurer als mechanische Festplatten. Das attraktivste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten Modelle mit 250 und 500 Gigabyte sowie ein Terabyte Speicherplatz. Oberhalb davon gibt es nur wenige Angebote zur Auswahl - und diese sind unverhältnismäßig teuer.

Das Gegenteil gilt im Hinblick auf mechanische Festplatten: Besonders preisbewusste Anwender greifen zu drei Terabyte großen Modellen im 3,5-Zoll-Format und erhalten den Festspeicher bereits für 2,61 Cent pro Gigabyte. Für SSDs mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis (1 TByte) werden 20,7 Cent pro Gigabyte fällig. Kleine Festplatten mit bis zu 500 Gigabyte haben angesichts der Konkurrenz durch SSDs beinahe ausgedient und sind wiederum im Vergleich zu größeren Modellen zu teuer.

Wer sehr viel Speicherplatz benötigt, kommt nicht um die Anschaffung einer mechanischen Festplatte herum: Das Preis-Leistungs-Verhältnis steigt hier im Vergleich zur Größenklasse nicht exponentiell an - selbst für eine 3,5-Zoll-Festplatte mit acht Terabyte Speichervolumen werden nur rund 2,9363 Cent pro Gigabyte aufgerufen. Das entspricht ziemlich genau dem Niveau einer 2-TByte-Festplatte.

Allerdings werden die schnellen Flash-Speicherlaufwerke immer günstiger: Ein Blick auf die Preisentwicklung der schon länger erhältlichen Samsung SSD 850 Evo mit 512 Gigabyte macht Hoffnung auf weitere, kontinuierliche Preisnachlässe.

Screenshot von www.geizhals.at, 17.6.2016Screenshot von www.geizhals.at, 17.6.2016

Wer sich für kleinere 2,5-Zoll-HDDs sowie Hochleistungs-SSDs mit M.2-Anbindung entscheidet, sollte sich im Klaren sein, dass ein - teils deftiger - Aufpreis gezahlt werden muss.

Was für wen?

Für welche Art von Anwender lohnt sich aber nun welches Speicherlaufwerk? Welche Schnittstellen, Leistungsunterschiede und sonstigen Argumente sprechen jeweils für und gegen die unterschiedlichen Lösungen?

Der ideale Systemaufbau in Sachen Speicherplatz dürfte für die meisten Anwender eine Mischbestückung aus möglichst großer, gerade noch erschwinglicher SSD für Betriebssystem und Anwendungen sowie einer noch größeren mechanischen Festplatte als Datengrab sein. Was es ansonsten zu beachten gibt, zeigen wir im Verlauf des Artikels.

Im folgenden Abschnitt wollen wir zunächst auf die Vorteile der jeweiligen Lauwerkstypen eingehen und dabei gilt im Regelfall: Die Vorteile der einen Produktgruppe sind die Nachteile der anderen.

Vorteile von HDDs

Deutlich mehr Speicherplatz für weniger Geld

Mechanische Festplatten sind für viele Anwender nach wie vor unverzichtbar, da sie gerade in Kapazitätsklassen ab einem Terabyte und mehr das deutlich bessere Preis-Leistungsverhältnis als SSDs bieten.

Die Performance ist für den Normalgebrauch nach wie vor völlig ausreichend, so dass gerade in vielen günstigen Notebooks und Desktop-PCs keine SSDs verbaut werden. Somit dauert es zwar etwas länger, bis Windows hochgefahren wird, aber wenn auf einer besseren elektronischen Schreibmaschine ohnehin nur der Browser oder Microsoft Word genutzt werden, ist eine SSD auch nicht zwingend notwendig.

Datenrettung bei Ausfall oft leichter möglich

Im Falle eines Defekts ist die Datenrettung von einer SSD in vielen Fällen ein deutlich schwierigeres oder sogar unmögliches Unterfangen. Deshalb ist die weiter oben angesprochene (gewissenhafte) Backup-Strategie in jedem Fall Pflicht – das gilt aber auch für mechanische Festplatten.

Bei HDDs ist es im Falle eines Ausfalls oft leichter, alle oder wenigstens einen Teil der Daten retten zu können. Nur in wenigen Fällen stirbt die Festplatte einen wirklich überraschenden plötzlichen Tod; meist kündigt sich ein Ausfall durch Lese- und Schreibfehler, defekte Blöcke oder auffällige Geräusche an. Bei der SSD fehlen solche Indikatoren zum Teil.

Grundlegende Informationen über den Gesundheitszustand des Laufwerks lassen sich durch Programme anzeigen, die die SMART-Werte auslesen können.

Im Falle eines Totalausfalls ist es trotzdem meist möglich, an die Daten zu kommen, denn im Ernstfall lassen sich defekte mechanische Bauteile der Festplatte austauschen, um so wieder an die auf den Magnetscheiben hinterlegten Daten zu gelangen. Dazu braucht man allerdings spezielle Datenrettungslabore - und dementsprechend hoch fallen die Kosten aus. Aber immerhin: Die Möglichkeit besteht.

Nicht mehr zu retten sind die Daten ausschließlich im Falle einer physischen Beschädigung der Magnetscheiben - beispielsweise, wenn der Arm eines Lese-/Schreibkopfes über die blanke Fläche kratzt. So etwas passiert meist durch einen Sturz des Laufwerks und ist besonders schlimm, wenn das Laufwerk aktiv ist und die Schreib-/Leseköpfe nicht arretiert sind.

Bei einer Solid State Disk ist das Problem anders gelagert: Mechanische Defekte fallen mangels Mechanik weg, dafür gibt es mehr elektronische Bauteile und somit auch diesbezügliche Fehlerquellen. Versagt die Logik der SSD, können unter Umständen alle Daten plötzlich und endgültig verloren sein.

Liegt ein sonstiger Defekt vor, ist es aber auch möglich, einzelne Flash-Bausteine bei einem Datenrettungsanbieter herauslöten und auslesen zu lassen. Die Kosten dafür können dann je nach spezifischem Fall sogar günstiger ausfallen als es bei einer mechanischen Festplatte der Fall ist.

Beliebig viele Schreibzyklen?

Mechanischen Festplatten wird gemeinhin nachgesagt, beständiger und langlebiger als SSDs zu sein. Das ist zwar in einer bestimmten Hinsicht richtig, gilt aber nicht generell.

Zwei Werte tauchen immer wieder auf, wenn die Langlebigkeit des entsprechenden Laufwerks beworben werden soll: Die Mean Time Between Failures (MTBF) und - zumindest bei SSDs - auch die Total Bytes Written (TBW). Die MTBF beschreibt die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen und ist ein rein statistischer Laborwert unter idealen Bedingungen. Dem Endnutzer hilft das nicht wirklich weiter; somit kann der Wert getrost ignoriert werden.

Etwas informativer ist die Angabe der Power-On Hours (POH). Der Wert, der längst nicht von allen Herstellern mechanischer Festplatten und für jedes Modell angegeben wird, gibt Auskunft darüber, wie lange ein entsprechendes Speichermedium in Betriebsstunden genutzt werden sollte. Daraus lässt sich auch unmittelbar ableiten, ob es für den 24-Stunden-Betrieb geeignet bzw. seitens des Herstellers dafür zugelassen ist oder nicht.

Schließlich gibt es bei SSDs ein Limit bei den Schreibzyklen, das es so bei mechanischen Festplatten nicht gibt: Das sind die TBW. Da Flash-Speicherzellen nicht unendlich oft beschrieben werden können, gibt dieser Wert an, wie viele Daten insgesamt auf eine SSD geschrieben werden können, bis mit einem Speicherzellenausfall gerechnet werden kann. Selbst dann gibt es aber noch Ersatzzellen, also das Äquivalent zu den Ersatzsektoren einer mechanischen Festplatte.

Um den TBW-Wert wird gern unnötig viel Aufsehen gemacht: Selbst, wenn davon ausgegangen wird, dass eine SSD für drei oder gar fünf Jahre genutzt wird, wird der Schwellwert von kaum einem Nutzer auch nur näherungsweise erreicht und ist allein für professionelle Anwender interessant. Generell gilt: Je größer die SSD, desto höher fällt logischerweise der TBW-Wert aus, da es mehr Flash-Speicher gibt, der X-mal beschrieben werden kann.

Wirklich aussagekräftig sind all diese Werte nicht und sie geben auch keine wirklich belastbare Auskunft über die Verlässlichkeit der Laufwerke. Echte Infos zur Langlebigkeit gibt es also schlichtweg nicht.

HDDs vergessen keine abgespeicherten Daten

Im Gegensatz zur klassischen mechanischen Festplatte, die auch ohne Stromzufuhr die auf ihr gespeicherten Daten dauerhaft behält (solange kein Supermagnet in der Nähe ist), können SSDs die auf ihnen abgelegten Daten mittelfristig vergessen, wenn sie nicht dauerhaft mit Strom versorgt werden.

Die Standardisierungsorganisation JEDEC selbst schreibt in ihren Spezifikationen vor, dass Consumer-SSDs bei der Trennung vom Stromnetz die abgelegten Informationen nur ein Jahr lang bereithalten müssen; bei SSDs für den Enterprise-Bereich sind es sogar nur drei Monate.

Somit wird gerne vergessen, dass die SSD zwar eine hoch performante Lösung für den Start von Betriebssystem und Programmen, aber überhaupt keine gute Lösung für die Langzeitlagerung von Daten ist!

Vorteile von SSDs

Schnellere Zugriffszeit

Ambitionierte bzw. leistungshungrige Anwender kommen jedoch nicht umhin, zumindest eine SSD für die Installation des Betriebssystems und der am häufigsten verwendeten Programme zu nutzen.

Das liegt nicht nur am höheren Datendurchsatz: Hier liefert die SSD bei sequentiell gelesenen und geschriebenen Daten derzeit je nach Benchmark bis zu um 560 MByte/s (SATA, AHCI) oder fünf GByte/s beim Lesen und drei GByte/s beim Schreiben (PCIe, NVMe) – dieser Wert gilt allerdings für ein sündhaft teures Profi-Laufwerk von Intel, für das rund 9000 Euro fällig werden. Consumer-SSDs wie Toshibas RD400(A) schaffen als PCIe-Steckkarte oder per M.2-Schnittstelle lesend bis zu 2600 MB/s und schreibend bis zu 1550 MB/s.

PCIe SSD für rund 9000 EuroPCIe SSD für rund 9000 Euro

Die Zugriffszeiten der Flash-Speicher sind um ein Vielfaches schneller als die 5-10 Millisekunden, die der Lese-/Schreibkopf der mechanischen Konkurrenz zum Auffinden eines Datensatzes benötigt und die Datenübertragungsraten ist bis auf wenige Ausnahmen selbst bei den günstigsten Modellen wenigstens kurzfristig schneller. Nur bei wenigen, besonders günstigen SSDs können die Durchsatzraten auf Werte einbrechen, die unterhalb derer von Festplatten liegen.

Lautloser Betrieb

Die Dateizugriffe an sich bleiben trotzdem deutlich schneller, da hier kein mechanischer Schreib-/Lesekopf mehr über eine Magnetscheibe gleiten muss, um im ungünstigsten Fall stark fragmentierte Bestandteile eines Datensatzes zusammenzutragen: Diese Aufgabe übernimmt allein der verbaute Controller, ganz ohne zusätzliche Mechanik.

Keine Mechanik, keine GeräuscheKeine Mechanik, keine Geräusche

Daraus leitet sich auch direkt ein weiterer Vorteil von SSDs ab: Wo keine Mechanik, da keine wahrnehmbaren Geräusche. SSDs arbeiten lautlos, während mechanische Festplatten dazu tendieren, vor allem Eigenvibrationen im Betrieb weiterzuleiten. Hier hilft eine sinnvolle Laufwerksentkopplung, zudem sind die etwas langsameren 2,5-Zoll Modelle ohnehin leiser als die größeren 3,5-Zoll-Pendants. Entkoppelt lassen sie sich sehr leise, aber eben nicht vollkommen lautlos betreiben.

Temperatur- und Stoßunempfindlichkeit

Dadurch sind SSDs auch stoßunempfindlich und weniger hitzeempfindlich als Festplatten: Lediglich bei einigen aktuellen High-End-Modellen kann der Controller unter Volllast ohne zusätzliche Kühlung zu heiß werden. Das führt aber nicht zum Ausfall, sondern "nur" zum geplanten Heruntertakten und damit zu einem temporären Leistungsabfall. In schlecht belüfteten und besonders warmen Umgebungen haben SSDs also einen weiteren Vorteil.

Viele mechanische Festplatten verfügen zwar über einen integrierten Sensor, der die Laufwerksmechanik im Falle eines Herunterfallens des Notebooks im Betrieb in den Notparkzustand versetzt, um eine Beschädigung und Datenverlust zu vermeiden, dennoch können Erschütterungen zu Aussetzern des Laufwerks führen: Im Bereich Audioproduktion können verwendete Notebooks unter Umständen so stark durch Bässe oder Schlagzeug erschüttert werden, dass die mechanische Festplatte aussetzt. Das ist allerdings ein Extrembeispiel, das im alltäglichen Einsatz eher nicht auftritt.

Längere Akkulaufzeit in Mobilgeräten

Auch für den mobilen Einsatz sind SSDs eine gute Wahl: Aktuelle, an sich schon genügsamen Modelle verfügen über eine Reihe spezieller Stromsparfunktionen. Dadurch ermöglichen sie Notebooks eine längere Akkulaufzeit als die mechanische Konkurrenz. Das war zwar nicht immer so, aber der Stromverbrauch aktueller Modelle liegt selbst beim durchgängigen Schreiben sequentieller Daten je nach Modell grob gesagt zwischen zwei und fünf Watt. Große SSDs tendieren zu einem Mehrverbrauch, der Rest hängt unter anderem vom verbauten Controller ab.

Notebook-AkkuNotebook-Akku

Im Systemleerlauf und beim Eingreifen der Stromsparmechanismen ist es natürlich deutlich weniger. Die Stromsparbilanz fällt aber nicht nur wegen der absoluten Verbrauchswerte zugunsten von SSDs aus, sondern vor allem, weil diese blitzschnell zwischen Lastzustand und Leerlauf wechseln können. Das können herkömmliche Festplatten in dieser Form nicht.

Längere Herstellergarantie

Ebenfalls nicht zu verachten: Aktuelle Laufwerke auf Basis von Flash-Speicher bieten mittlerweile überwiegend Herstellergarantiezeiten von drei, fünf oder noch mehr Jahren: Das ersetzt zwar keine gewissenhafte Backup-Strategie, um Datenverlusten vorzubeugen, gibt aber zumindest die Gewissheit, im Falle eines Defekts auch noch einige Jahre später Anspruch auf Reparatur oder Ersatz zu haben.

SSHDs und SSD-Caching - verkannte Alternativen?

Der Einsatz einer ausreichend großen SSD für System und genutzte Programme (hier bieten sich mindestens 240 GByte große Modelle an, die für um 60 Euro nun wahrlich kein Loch mehr in die Haushaltskasse reißen) neben einer großen, internen oder externen mechanischen Festplatte ist sicherlich derzeit der Optimalzustand, um den Spagat aus Leistung und Speicherplatz zu machen.

SSD-Caching

Aber es gibt auch mehr oder weniger sinnvolle Alternativen. Zunächst einmal das SSD-Caching. Der Ansatz stammt aus einer Zeit, in der selbst 32 GByte große SSDs noch relativ teuer waren und wird heute kaum noch genutzt. Wer zufällig noch eine kleine SSD herumliegen hat und zusätzliche Kosten scheut, kann dennoch darauf zurückgreifen. Voraussetzung sind eine vorhandene SSD sowie mechanische Festplatte und ein Controller, der SSD-Caching unterstützt: Das gilt für die meisten von Intels Chipsätzen aber der 6er Generation (alle Z-Chipsätze, teilweise auch H- und Q-Chipsätze) sowie für einige weitere Chipsätze wie beispielsweise von Marvell, die auf Add-in-Karten genutzt werden.

SSD-Cache lässt sich auch nachträglich nachrüsten, eine Neuinstallation des Betriebssystems ist nicht nötig, so dass die SSD einfach zur bestehenden HDD hinzugesteckt werden kann – zumindest, wenn das Betriebssystem im AHCI-Modus auf der Festplatte installiert wurde. Ob diese im veralteten IDE- oder im neueren AHCI-Modus angesprochen wird, zeigt notfalls ein Blick ins BIOS. Bei Intel erfolgt die Aktivierung des SSD-Caches über den Intel Rapid Storage Treiber (RST), andere Hersteller bieten ebenfalls ein entsprechendes Tool.

Es dauert ein wenig, bis diese Lösung den gewünschten Geschwindigkeitszuwachs bringt: Der Controller muss erst lernen, auf welche Daten besonders oft vom Nutzer zugegriffen wird und diese werden anschließend auf die SSD geschrieben.

Im Prinzip eignet sich für diesen Einsatzzweck so gut wie jede SSD. Einige sehr kleine Modelle aus dem Einsteigerbereich mit langsamem Flash bieten jedoch immer noch eine sehr geringe Schreibgeschwindigkeit, so dass sich in vielen Fällen der Griff zum nächstgrößeren und etwas hochwertigeren Zusatzlaufwerk lohnt.

SSHDs: Mechanische Festplatte mit eingebautem SSD-Cache

Gerade OEMs setzen gerne günstige SSHDs in ihren Systemen ein. Dabei handelt es sich im Prinzip auch um nichts anderes als eine mechanische Festplatte im Caching-Zusammenspiel mit einer SSD, allerdings ist der SSD-Cache mit auf der Platine der 2,5 oder 3,5 Zoll großen Festplatte verbaut und die Nutzung des dieses Caches obliegt nicht dem entsprechenden Chipsatz auf dem Mainboard, sondern wird vom SSHD-Controller und der internen Logik übernommen.

SSHD von WDSSHD von WD

Hier gibt es eine ganze Reihe von Laufwerken mit zumeist 8 GByte SSD-Cache, teilweise werden aber auch 32 GByte geboten. Steht also beispielsweise nur ein einziger Laufwerksslot zur Verfügung, ist eine SSHD gegenüber einer herkömmlichen HDD deutlich überlegen – auch hier wird aber eine Lernphase benötigt, nach der der Controller der am häufigsten genutzten Daten im schnellen Cache ablegt.

Diese Lösung ist insgesamt ein wenig unterbewertet: Sie ist unproblematisch und verlangt nicht nach der manuellen Einrichtung einer zusätzlichen SSD als Cache wie zuvor beschrieben. Für sehr viele Normalanwender, die Desktop-PC oder Notebook vor allem für Officetätigkeiten und ein wenig Surfen im Internet nutzen, bedeutet dieser Ansatz eine vollkommen zufriedenstellende Systembeschleunigung.

Welche Schnittstellen und Standards gibt es?

SSDs gibt es in vielen, unterschiedlichen Bauformen. Deshalb sollte zunächst ganz grundlegend geklärt werden, welche davon überhaupt im eigenen PC oder Notebook angeschlossen werden können. Wir geben einen Überblick über alles, was aktuell auf dem Markt verfügbar ist.

Die günstigste Wahl für Consumer: 2,5 Zoll SSD mit SATA-Interface

Die aktuell verbreitetste Bauform von SSDs für den Desktop-Einsatz ist die SSD im 2,5-Zoll-Format. Dabei handelt es sich um Flash-basiertes Speichermedium, das wie eine mechanisch Festplatte der gleichen Bauform in einem meist 6,8 bis 9,5 mm hohes Gehäuse aus Stahlblech, Aluminium oder Kunststoff verbaut ist. Gerade wer eine SSD in einem Notebook nachrüsten möchte, sollte auf diese Bauhöhe achten.

Zudem legen einige Hersteller ihren 6,8 oder 7 mm hohen SSDs einen zusätzlichen, am Laufwerk verklebbaren Abstandshalter bei: Damit passt das Laufwerk in jedem Fall auch in 9,5-mm-Einbauschächte oder beispielsweise in Plastikeinschubrahmen für eine Hot-Swap-Backplane eines Desktop-PCs, da nicht alle Einschübe ein festes Verschrauben des 2,5-Zoll-Laufwerks vorsehen.

Genau wie ihre mechanischen Geschwister werden diese Festplatten über einen SATA-III-Controller (6 GBit/s) und das Advanced Controller Host Interface (AHCI) angebunden und unterliegen damit auch den Beschränkungen des technisch Möglichen: Auf dem Papier ist maximal eine Durchsatzrate von 600 MByte/s möglich, in der Praxis bleiben davon je nach SSD und Benchmark maximal rund 560 MByte/s übrig.

Damit stellt diese Form der Anbindung den Flaschenhals für viele aktuelle SSDs mit dem genannten Formfaktor dar. Für den Normaleinsatz und auch für ambitionierte Spieler reicht das aber vollkommen aus - schnellere und deutlich teurere High-End-Lösungen sind außerhalb professioneller Einsatzszenarien reiner Luxus.

Unbedingt zu beachten: Im BIOS des Mainboards sollte für den Controller, an dem die SSD betrieben wird, der AHCI-Modus und nicht der ältere IDE-Modus aktiviert sein. Bei aktuellen Mainboards ist das automatisch der Fall, bei älteren Modellen jedoch ist der IDE-Modus die Standardeinstellung. Nur der AHCI-Modus gewährleistet, dass die volle Geschwindigkeit bereitsteht und alle Sonderfunktionen der SSD genutzt werden können, ohne Herumtricksen zu müssen. Das gilt beispielsweise für den TRIM-Befehl, der die SSD im Hintergrund aufräumt und eine auf Dauern gleichbleibende Leistung ermöglicht.

Eine Erweiterung bzw. Neuauflage des SATA-Anschlusses gibt es zwar in Form von SATA Express, diese Schnittstelle spielt angesichts des Erfolges von M.2 kaum noch eine Rolle.

Alternder Mobilstandard: mSATA-SSDs für Notebooks

Das mobile Pendant zur 2,5-Zoll-Bauform ist schon fast wieder am Aussterben: In günstigen Mobilgeräten kommen gern mSATA-SSDs zum Einsatz, da sie deutlich kleiner sind als die 2,5-Zoll-Modelle.

Dabei handelt es sich um kleine Steckkarten, die bei voller Baugröße nur etwas mehr Platz als eine gängige WLAN-Karte im Notebook einnehmen, aber ansonsten den gleichen Geschwindigkeitsbeschränkungen wie die größeren 2,5-Zoll-SSDs unterliegen.

Für Leistungshungrige: SSDs mit M.2-Schnittstelle

Power-User und Enthusiasten setzen hingegen auf die deutlich teureren, aber auch schnelleren Laufwerke mit M.2-Anschluss oder aber gleich auf eine PCI-Express-Steckkarte. M.2 ist wie auch mSATA ein Steckkartenformat.

Wird eine vierstellige Zahl (2242, 2260, 2280, 22110) dahinter angegeben, bezeichnet das die physische Länge der Karte: Hier muss also darauf geachtet werden, dass die Steckkarte auch ins Notebook passt – oder aber auch auf das Mainboard eines Desktop-PCs, denn die kleinen Speicherkarten machen sich daran, die Bauform der 2,5-Zoll-Laufwerke allmählich zu beerben.

M.2-Laufwerke können entweder per SATA (und dann mit den genannten Performancebegrenzungen) oder über PCI Express (PCIe) angebunden werden. Bei der aktuelleren Anbindung über PCIe ist ebenfalls darauf zu achten, dass diese schnell genug ist: Wenn etwa zwei dieser Steck-SSDs im RAID eingesetzt werden sollen, die das NVMe-Protokoll als AHCI-Nachfolger unterstützen, kann schnell Mindestanbindung über vier PCIe-3.0-Lanes nötig sein.

Dafür belohnen die Laufwerke ihren Anwender mit Durchsatzraten, die über 2,5 GByte/s hinausgehen können - also mehr als das Vierfache der Datendurchsätze, die über einen SATA-Controller möglich sind.

Steht auf dem eigenen Mainboard kein M.2-Slot zur Verfügung, lassen sich M.2-Steckkarten auch über eine Trägerkarte für den PCI-Express-Slot einbinden. Einige Hersteller bieten ihre M.2-SSDs direkt mit einer solchen Zusatzkarte an. Diese wird zum Teil zusammen mit einem Wärmeleitpad verbaut. Das hat positive Auswirkungen auf die Temperatur des SSD-Controllers unter Volllast: Die maximale Datenübertragungsgeschwindigkeit bricht bei einigen Modellen ein, wenn die hier entstehende Abwärme nicht direkt über ein entsprechendes Pad weitergeleitet wird.

Für Profis und Poweruser: High-End-SSDs im PCI-Express-Steckkartenformat

Profis bevorzugen von vornherein eine vollständige PCI-Express-Lösung: Die Bauteile einer derart aufgebauten SSD befinden sich komplett auf einer PCI-Express-Steckkarte, die bislang im Extremfall über bis zu acht PCIe-Lanes angebunden werden kann. Derartige High-Performance-Lösungen kommen mit einem eigenen Kühlkörper, so dass hier das thermisch bedingte Heruntertakten hochgezüchteter Controller effizient und ab Werk unterbunden werden kann. Wer die höchstmögliche Leistung ohne Rücksicht auf den Preis sucht, greift zu dieser Bauform.

Sonderlösungen

Neben den bis hierhin beschriebenen Bauformen gibt es auch noch eine ganze Reihe von Sonderlösungen für den professionellen Einsatz. Die Profi-Alternative zum herkömmlichen SATA-Anschluss heißt SAS. Ein SAS-Controller der dritten Generation stellt bis zu 12 GByte/s zur Verfügung und ist voll duplexfähig: Lese- und Schreiboperationen können hier im Gegensatz zum SATA-Anschluss für Consumer gleichzeitig durchgeführt werden.

SAS-SSDSAS-SSD

Ebenfalls nur in Enterprise-Umgebungen interessant sind Laufwerke mit U.2-Schnittstelle. Diese kommen im 2,5-Zoll-Gehäuse, werden aber über ein (teures) Spezialkabel mit einem U-2-Anschluss verbunden, der über vier PCI-Express-Lanes der dritten Generation angebunden ist. Für Consumer sind diese Lösungen allerdings schlichtweg zu teuer.

Fragen rund um die Wahl der richtigen SSD

An dieser Stelle sollen zunächst einige grundlegende Unterschiede zwischen verfügbaren SSDs erläutert werden. Die Inhalte werden bei neuen Entwicklungen auf dem Markt ergänzt und angepasst werden, um unseren Lesern ständig ein aktuelles Kompendium zum Nachlesen bieten zu können. Zum Start finden sich hier alle Anmerkungen und Antworten auf Fragen, die dem Verfasser selbst in den Sinn kamen.

Gerne können aber im Kommentarbereich weitere Fragen gestellt werden, die wir dann direkt beantworten oder aber einschließlich einer ausführlichen Antwort in diesem Abschnitt einpflegen werden.

Wieviel Speicherplatz brauche ich?

Soll eine SSD nur als SSD-Cache-Erweiterung für eine bereits vorhandene mechanische Festplatte zum Einsatz kommen, reicht an sich ein möglichst günstiges Modell mit 32 GByte Speicherkapazität aus. Allerdings ist zu bedenken, dass die Schreibgeschwindigkeit größerer Modelle meist deutlich schneller ist, da hier mehrere Speicherzellen parallel durch den Controller beschrieben werden können.

Soll das Betriebssystem nebst einigen Programmen auf der SSD installiert werden, sollte es sich mindestens im ein Modell mit 120 GByte, besser aber noch 240 GByte Speichervolumen handeln: Windows 10 nimmt schon allein einschließlich einiger Treiber schnell 25-30 GByte ein und die SSDs mit 240-256 GByte Speicherkapazität sind nicht viel teurer als kleinere Modelle.

Wie schnell sollte meine SSD sein?

Nicht jedes System benötigt eine hoch performante SSD in Form einer PCI-Express-Steckkarte und es muss sicher noch nicht einmal in jedem Fall eins der Top-Modelle aus der 2,5-Zoll-Geräteklasse mit klassischer Anbindung über den SATA-Controller sein.

Der Großteil der Anwender nutzt den PC für Office-Tätigkeiten und zum Surfen im Internet: Hier reicht der Griff zu einer günstigen SSD und es kann auf jene Modelle zurückgegriffen werden, die gerade im Rahmen von Sonderangeboten der Händler zur Verfügung stehen. So lange nicht ständig große Mengen an Daten auf die SSD geschrieben werden sollen, braucht es kein Modell mit ausgezeichneter Langzeitperformancebeständigkeit.

Das wird erst im Bereich Bild- bzw. Videobearbeitung interessant: Wer beispielsweise Filmmaterial in 4k-Auflösung bearbeitet, schreibt während des Bearbeitungsprozesses auch viele Daten auf das Laufwerk und freut sich sicherlich über ein wenig zusätzliche Performance. Gerade günstige Laufwerke brechen nämlich bei der Schreibleistung schnell ein, wenn ihnen der Cache ausgeht (siehe unten).

Spieler benötigen nicht unbedingt ein pfeilschnelles M.2-Laufwerk mit PCIe-Anbindung. Da sie aber zumeist auch Hardware-Enthusiasten sind, werden sie dennoch gern zu den schnelleren Lösungen greifen.

Welche Speicherarten gibt es: SLC, TLC, MLC

Als Speicherzellen kommen in SSDs Single Level Cell (SLC), Multi Level Cell (MLC) oder Triple Level Cell (TLC) NAND Flash zum Einsatz. Diese werden mit einem (SLC), zwei (MLC) oder drei (TLC) Bit an Informationen beschrieben. TLC-Flash hat somit die höchste Bitdichte und kann pro Zelle die meisten Informationen speichern, ist dafür aber auch langsamer als MLC und vor allem SLC Speicher. Das schlägt sich auch im Preis nieder: Teurer SLC NAND Flash kommt nur im professionellen Bereich zum Einsatz, Consumer-Laufwerke verwenden MLC oder TLC.

NAND Flash WaferNAND Flash Wafer

In den Bereich der Mythen aus der jüngeren Vergangenheit gehört mittlerweile die Annahme, TLC sei besonders kurzlebig und somit automatisch schnell defekt: Die Lebensdauer (Schreibzyklen) ist zwar geringer als bei SLC, aber moderner TLC NAND Flash ist für den Einsatz im Consumer-Bereich als problemlos anzusehen. Hier hat sich die Qualität im Vergleich zur Anfangszeit deutlich verbessert.

Zu bedenken ist aber, dass die auf TLC-Speicherzellen abgelegten Daten schneller verloren gehen können als jene auf SLC-Bausteinen, wenn die SSD über längere Zeit dauerhaft vom Strom getrennt ist. In diesem Zusammenhang weisen wir abermals darauf hin, dass die eigenen Daten stets durch eine gute Backup-Strategie gesichert werden sollten.

Was ist der Unterschied zwischen 2D- und 3D-NAND Flash?

2D-NAND Flash wird auch als planarer Flash bezeichnet und kommt derzeit noch beim Großteil der SSDs zum Einsatz. Die nächste Entwicklungsstufe lautet 3D-NAND oder auch Vertical NAND (V-NAND). Bei diesem können die Speicherzellen übereinandergestapelt werden. Vorteil: Mehr Speicherplatz kann auf geringerem Raum umgesetzt werden.

Bis vor Kurzem hatte allein Samsung 3D-NAND mit 32 und neuerdings auch 48 Schichten in Consumer-SSDs im Einsatz (genauer gesagt seit der 850er SSD-Reihe). Mittlerweile hat auch Crucial bzw. eine Kooperation von Intel und Micron eigenen 3D-NAND zur Serienreife gebracht und setzt diesen erstmals in der MX300-Baureihe ein.

Auch 3D NAND wird in Form von besonders günstigen TLC und den etwas höherwertigen und langlebigeren MLC-Speicherzellen verwendet.

Wie kann ich die Lebensdauer beeinflussen? Wear Levelling, Over Provisioning und viel Systemspeicher

Wie bereits erwähnt wurde, können Flash-Speicherbausteine nicht unendlich oft beschrieben werden, verfügen also je nach Art (SLC, MLC, TLC) und Qualität des verwendeten Speichers über eine maximale Anzahl von Schreibzyklen, bevor sie versagen.

Aus diesem Grund verfügen aktuelle SSDs über das sogenannte Wear Levelling samt einem Algorithmus, der erkennt, welche Speicherzellen bislang am wenigsten beschrieben wurden. Werden nun neue Daten auf der SSD abgelegt, landen sie automatisch auf ungenutzten und weniger häufig beschriebenen Speicherzellen. Das sorgt letztlich für einen gleichmäßigen Verschleiß.

Achtung: Damit das Wear Levelling wie gewünscht greifen kann, muss auf der verwendeten SSD immer genügend Platz frei bleiben. Es würde also nur wenig Sinn machen, aus Gründen der Kostenersparnis nur ein 120 GByte großes Laufwerk anzuschaffen und dann bis ans Limit zu beschreiben. Lieber eine Größenklasse höher ins Regal greifen und etwas Platz freilassen.

In diesem Zusammenhang ist auch das sogenannte Over-Provisioning zu nennen: Viele Hersteller bieten im Rahmen ihrer jeweiligen SSD-Software die Möglichkeit, einen Teil des Gesamtspeichers des Laufwerks zu diesem Zweck zu nutzen. Einige Laufwerke sehen bereits im Auslieferungszustand einen Teil des Speichers für Over-Provisioning vor, bei anderen muss der Anwender selbst eingreifen. In jedem Fall aber sollte auf dieses Feature zurückgegriffen werden, um die Lebensdauer der SSD zu verlängern und eine gleichbleibende Performanz genießen zu können.

Ein Teil des zur Verfügung stehenden Speichers wird dem direkten Zugriff durch den Anwender entzogen und steht anschließend dem Controller zu Datenmanagementzwecken zur Verfügung und somit für Funktionen wie die das beschriebene Wear Levelling, die Garbage Collection oder auch die Bereitstellung von Ersatzspeicherzellen, sollte eine der verwendeten Speicherzellen durch die interne Logik der SSD als defekt gekennzeichnet und von der weiteren Benutzung ausgeschlossen werden.

Was auch helfen kann, um die Lebensdauer der verwendeten SSD zu verlängern, ist eine große Menge an Systemarbeitsspeicher. Aktuelle DDR3- oder DDR4-Speicherriegel sind für wenig Geld zu haben und wenn der Speicherausbau eines Systems ausreicht, um möglichst viele temporäre Daten in den Systemspeicher zu schieben statt sie auf die SSD zu schrieben, minimiert das die Belastung des Laufwerks.

Wieso bricht die Schreibleistung mancher SSDs so stark ein? Von Cache und Pseudo-Cache

Moderne SSDs verfügen über eine mehrstufige Cache-Struktur, um eine möglichst hohe Leistung bieten zu können. Das macht sich gerade beim zufälligen Schreiben von 4K-Blöcken bemerkbar, zumindest bis der Cache vollgeschrieben ist.

Der aktuell gängigste Ansatz sieht vor, dass eine SSD zunächst einmal über eigenen DRAM als Cache der ersten Stufe verfügt. Je nach Größe der SSD wächst zumeist auch die Ausstattung mit DRAM-Cache.

Auf der zweiten Stufe folgt dann aktuell zumeist ein Pseudo-SLC-Cache: Dabei wird ein Teil der verbauten MLC- oder TLC-Speicherzellen ganz einfach wie SLC-Speicher genutzt und nur mit einem Bit Datentiefe beschrieben. Dadurch kann in diesem Bereich eine höhere Schreibleistung bereitgestellt werden, was sich dann in den Benchmarks zeigt: Ist der Cache vollgeschrieben, bricht die Schreibleistung der SSD ein und es zeigt sich die tatsächliche Schreibleistung der verwendeten Flash-Zellen. Einige wenige und sehr günstige SSDs mit TLC-NAND bieten dann teilweise einen geringeren Datendurchsatz als manche mechanische Festplatte.

Das sollte zumindest aus Sicht eines Normalanwenders nicht überbewertet werden: Das Verhalten ist zwar in Benchmarks visualisierbar, schmälert die Alltagsleistung allerdings nicht. Nur bei häufiger Dauerauslastung der SSD sollte aber dementsprechend zu einem schnelleren Modell gegriffen werden.

Ein weiterer Ansatz, den viele Hersteller über ihre SSD-Software verfolgen, ist die Bereitstellung einer RAM-Disk als zusätzlichen SSD-Cache. Das hat zwar mit der eigentlichen SSD-Performance nichts zu tun, bietet aber eben die Möglichkeit, einen Teil der zu schreibenden Daten in einen exklusiv reservierten Bereich des DRAM zu schieben. Nachteil: Im Falle eines Systemabsturzes sind diese Daten natürlich verloren.

Gibt es spezielle Datensicherheitsfeatures?

Wie wir bereits erwähnten, eignen sich SSDs nicht als sicherer Langzeitspeicher für Daten jeglicher Art. Ihre Stärke liegt allein in der schnellen Bereitstellung von häufig genutzten (System- und Programm-)Dateien und mit dem Einsatz der SSD geht immer auch ein erhöhtes Datenverlustrisiko mit. Stromausfälle können Gift für die Flash-basierten Speicherlaufwerke sein, das gilt allerdings auch für mechanische Festplatten, wenngleich aus etwas anderen Gründen.

Eine Studie der Universty of Ohio und HP zeigte, dass SSDs nach mehreren Stromausfällen eine Tendenz zu korrumpierten Daten bzw. Metadaten oder sogar zum kompletten Versagen aufweisen.

Allerdings versuchen die Hersteller natürlich, diesem Problem zu begegnen und so gibt es gerade in höherwertigen Modellen Ansätze für mehr Datensicherheit: Hinter Bezeichnung wie Power Failure Protection oder Power-Loss Data-Protection verstecken sich in der Regel Stützkondensatoren: Im Falle eines Stromausfalls stellen diese kurzfristig weiterhin Strom zur Verfügung, damit beispielsweise gecachte Daten noch auf den NAND-Flash-Zellen hinterlegt werden können.

Was passiert, wenn meine SSD zu warm wird?

Im Gegensatz zu mechanischen Festplatten sind SSDs weniger temperaturanfällig und lassen sich auch bei erhöhten Umgebungstemperaturen und in suboptimalen Belüftungsszenarien noch problemlos nutzen. Gerade die Controller einiger High-End-Modelle sind aber derart hochgezüchtet, dass sie ohne zusätzliche Kühlungsmaßnahmen unter dauerhafter Auslastung ins Temperaturlimit laufen und heruntertakten. Dieses Verhalten kennen wir bereits aus dem Bereich der CPUs: Die Leistung bricht brutal ein, bis wieder ein akzeptabler Temperaturschellwert erreicht ist, erst dann steht wieder die volle Leistung zur Verfügung.

OCZ RD400 mit WärmeleitpadOCZ RD400 mit Wärmeleitpad

Generell lassen sich SSDs aufgrund der fehlenden Mechanik und ihrer Bauform aber leichter und leichter kühlen als mechanische Festplatten.

Paradoxerweise hat eine Studie der JEDEC aber gezeigt, dass eine bis zu einem gewissen Grade erhöhte Grundtemperatur der Datenintegrität zuträglich sein kann: Je nach Laufwerkstyp können SSDs die auf ihnen abgelegten Informationen ohne Stromzufuhr länger behalten, wenn sie bei einer höheren Temperatur geschrieben wurden.

Unsere SSD-Kaufempfehlungen

Auf dieser Seite wollen wir künftig eindeutige Kaufempfehlungen für verschiedenen Preis- und Leistungsklassen aussprechen, um hierdurch möglichst vielen unterschiedlichen Anwendern passende Empfehlungen an die Hand geben zu können.

Diese Empfehlungen werden selbstverständlich vor allem auf unseren Tests und den daraus resultierenden Benchmarks basieren. Da wir den Testbetrieb in diesem Bereich allerdings erst kürzlich wieder mit einem neuen Testablauf und der Nutzung einer neuen Testplattform aufgenommen haben, sieht es an dieser Stelle noch etwas leer aus. Das wird sich schnell ändern, denn wir haben bereits komplette Produktfamilien der größten Hersteller auf dem Teststand und werden die Ergebnisse nach und nach im Rahmen des ständig wachsenden Roundups nachreichen.

Beim Launch des Tests hat sich bislang zumindest ein interessanter Kandidat für eine Empfehlung herauskristallisiert: Die getestete 480-GByte-Version große OCZ Trion 150 überzeugte in ihrem Preisbereich mit durchweg überzeugender Leistung und bietet zudem besonders gute Garantiebestimmungen mit der Möglichkeit zu einem Vorab-Tausch des Laufwerks. Auch beim dauerhaften Beschreiben des Laufwerks bricht die SSD beim Datendurchsatz nicht übermäßig ein und ist somit gerade für preisbewusste Anwender eine interessante Wahl.

Awards und definitive Empfehlungen wir es allerdings erst dann geben, wenn wir dem Vergleichstest einige Updates verpasst haben und eine bessere Marktübersicht auf Basis der neuen Daten geben können.

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36 Kommentare
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  • Derfnam
    Zum Preis pro Gb in Cent für M.2-SSDs: dort wurden alle für die Schnittstelle erhältlichen SSDs in einen Topf geworfen, was ich für ne ziemlich fragwürdige Aktion halte. Es sollte imo schon verdeutlicht werden, dass die kurz darauf im Artikel erwähnten und für den Anschluß erhältlichen Hochleistungs-SSDs tatsächlich reichlich teurer sind als die - ja, mal sagen: SATA-SSDs mit M.2-Schnittstelle (wer kauft sowas und vergibt sich den Platz damit?).
    Die Samsung 950 Pro mit 512 GB kostet (bei Alternate, die geben das ja an) 61 Cent/GB, die mit 256 GB gar 72 Cent/GB.
    Ich denke, das sollte möglichst auch in dem Graphen irgendwie eingebaut werden.
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  • alterSack66
    Auf die Tatsache Strom länger weg, Daten weg wird viel zu wenig hingewiesen. Es könnte ja jemand auf die Idee kommen eine portable SSD als Datengrab zu benutzen.
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  • Tesetilaro
    was kein problem ist, solange die nicht oft beschrieben wurde oder mit MLC gebaut...

    erst ab 10 mal komplett überschrieben & TLC - wird mit mehr als einem Jahr Datenerhalt interessant ;)
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  • diem_
    Ich finde es etwas verwirrend, dass SSDs im kompletten Artikel verweiblicht werden. Diese Interpretation liest man zwar auch ab und an in Foren, aber einen ganzen Artikel davon fand ich ungewohnt.

    Ist das der Kniefall vor der Macht des Genderwahns? ;-p
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  • Derfnam
    Die Festplatte.
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  • diem_
    Anonymous sagte:
    Die Festplatte.

    Das Laufwerk,
    Der Festspeicher,
    ...

    Es ist so oder so komisch das aus dem englischen The zu übertragen. Ich finde es wie gesagt einfach nur ungewohnt, weil eher unüblich.
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  • Derfnam
    Yeah, well... Life is pain :P
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  • alterSack66
    Hab nachgeschaut, meine ist weiblich :D
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  • Saerdna
    "Dafür belohnen die Laufwerke ihren Anwender mit Durchsatzraten, die über 2,5 TByte/s hinausgehen können - also mehr als das Vierfache der Datendurchsätze, die über einen SATA-Controller möglich sind."

    Ich glaube hier hat sich ein kleiner Geschwindigkeitsfehler eingeschlichen, sollte wohl 2,5 GByte/s heissen, wobei TByte natürlich fein wäre :D
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  • Saerdna
    Achja, und übrigens sehr informativer Artikel, danke!!
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  • Myrkvidr
    Anonymous sagte:
    Zum Preis pro Gb in Cent für M.2-SSDs: dort wurden alle für die Schnittstelle erhältlichen SSDs in einen Topf geworfen, was ich für ne ziemlich fragwürdige Aktion halte.


    Ich versuch es diese Woche noch zu updaten, ich bin gerade nur nicht da, wo die Tabelle mit den bestehenden Daten ist ;)


    Anonymous sagte:
    Ich finde es etwas verwirrend, dass SSDs im kompletten Artikel verweiblicht werden. Diese Interpretation liest man zwar auch ab und an in Foren, aber einen ganzen Artikel davon fand ich ungewohnt.

    Ist das der Kniefall vor der Macht des Genderwahns? ;-p


    Wenn du drauf bestehst, kann ich beim Chef beantragen, in kommenden Artikeln jeweils zu 50% (Genau abgezählt! Wird in genderforschungsaffinen Wissenschaften tatsächlich zuweilen so gemacht^^) männliche und weibliche Artikel oder gleich eindeutigere Bezeichnungen wählen. Das ist dann nur wahrscheinlich aus Google/SEO-Sicht eine Katastrophe xD

    Anonymous sagte:

    Ich glaube hier hat sich ein kleiner Geschwindigkeitsfehler eingeschlichen, sollte wohl 2,5 GByte/s heissen, wobei TByte natürlich fein wäre :D


    Wird sofort gefixt, danke. Immer wieder ein sehr beliebter Flüchtigkeitsfehler ;)
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  • besterino
    Zitat:
    Ich finde es etwas verwirrend, dass SSDs im kompletten Artikel verweiblicht werden. Diese Interpretation liest man zwar auch ab und an in Foren, aber einen ganzen Artikel davon fand ich ungewohnt.

    Ist das der Kniefall vor der Macht des Genderwahns? ;-p


    Mag man kaum glauben, aber trotz des "the" gibt es auch im Englischen die aus dem Deutschen bekannten Geschlechter. Und noch erstaunlicher: die sind verdammt häufig so wie im Deutschen. Jetzt ist also die Frage, wofür steht das "D"? Disk oder Drive? Disk würde man wohl in diesem Zusammenhang mit "Scheibe" übersetzen - passt inhaltlich nicht mehr so schön wie früher, aber immerhin sind die SSDs ja flach(er)... dann passt aber eben auch "die". ;) Nimmt man Drive wird eben Laufwerk draus und "das" wäre richtig. Tja, Qual der Wahl. Schon Wikipedia erwähnt beide Begriffe, das hilft also auch nicht. Mein Tipp: wieder hinlegen und nach persönlicher Präferenz selbst verwenden und andere - deren ihr Sprachgefühl etwas anderes vorgibt - in Ruhe lassen.
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  • besterino
    Zum Artikel: find ich sehr gut, danke!
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  • diem_
    Anonymous sagte:
    Jetzt ist also die Frage, wofür steht das "D"? Disk oder Drive?
    Drive. ;)

    Anonymous sagte:
    Mein Tipp: wieder hinlegen und nach persönlicher Präferenz selbst verwenden und andere - deren ihr Sprachgefühl etwas anderes vorgibt - in Ruhe lassen.
    Ja und neee. Kommt immer auf das Maß an.

    Anonymous sagte:
    Wenn du drauf bestehst, kann ich beim Chef beantragen, in kommenden Artikeln jeweils zu 50% (Genau abgezählt! Wird in genderforschungsaffinen Wissenschaften tatsächlich zuweilen so gemacht^^) männliche und weibliche Artikel oder gleich eindeutigere Bezeichnungen wählen. Das ist dann nur wahrscheinlich aus Google/SEO-Sicht eine Katastrophe xD
    Irgendwann haben wir in unserem Genderwahn tatsächlich nur noch einen Artikel. Dann haben wir englische Zustände, so wie von besterino beschrieben, und wissen dann nur noch das eigentliche Geschlecht im Hindergrund. :ange:

    Nun möchte ich aber aufhören. Der Artikel ist tatsächlich zu gut um hier mit Nebenschauplätzen vom Wesentlichen abzulenken.
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  • Behrli
    Schade bei mir geht Over-Provisioning nicht, hab nur eine Partion auf meiner SSD, aber verfüge anscheinend über erweiterte Partitionen:

    "Over-Provisioning nicht verfügbar

    Over-Provisioning ist nicht verfügbar, weil das gewählte Laufwerk über erweiterte Partitionen verfügt."
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  • mareike
    Ja der Artikel ist leider recht Gut, ich würde ja lieber meckern. Zu der Gendergeschichte, es ist nun mal recht schwer in einen technischen Gegenstand, ein Geschlecht hinein zu interpretieren. Oder das gar noch aus einer anderen Sprache ableiten zu wollen. Meine Festplatten haben Buchsen, ein Indiez für weiblich. Andere Eigenschaften die man einem Geschlecht zuordnen könnte haben meine Festplatten nicht. Also die Festplatte. Oder man läst das derdiedas ganz weg. Dann ist "___Festplatte ist schnell" Dann würde es für Neubürger auch einfacher. "geh ich Aldi, kauf ich Festplatte". Das könnte man noch perfektionieren und bis zum grunzen der Urmenschen zurückdrehen. Uhh u ahh.... da gäbs keine genderprobleme mehr. ;)
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  • quixx
    Anonymous sagte:
    Zu der Gendergeschichte, es ist nun mal recht schwer in einen technischen Gegenstand, ein Geschlecht hinein zu interpretieren.


    Der Stecker, die Dose, die Buchse.

    Der Springbrunnen, die Senke. Der oder die See, das Meer.
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  • Saerdna
    Anonymous sagte:


    Der Stecker, die Dose, die Buchse.

    Der Springbrunnen, die Senke. Der oder die See, das Meer.


    Nicht zu vergessen ... Der Gerät
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  • quixx
    Anonymous sagte:
    Anonymous sagte:


    Der Stecker, die Dose, die Buchse.

    Der Springbrunnen, die Senke. Der oder die See, das Meer.


    Nicht zu vergessen ... Der Gerät


    Brontal!
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  • quixx
    Keine Frage, die SSD, dort kommt das digitale (Erb-)Gut rein.
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