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NTFS-Kompression in der Praxis

System-Partition bei SSDs komprimieren: Top oder Flop?
Von , Achim Roos

Die NTFS-Datenkompression lässt sich mit wenigen Mausklicks einschalten: Im Windows-Explorer das Kontextmenü für das Systemlaufwerk oder einen beliebigen Ordner aufrufen, dessen Eigenschaften wählen und im folgenden Fenster ein Häkchen bei der Option "Laufwerk komprimieren, um Speicherplatz zu sparen" respektive "Inhalt komprimieren, um Speicherplatz zu sparen" setzen. Dieser Vorgang lässt sich genauso wieder umkehren, indem man das Häkchen wieder entfernt.

Nachdem man Ordner oder das komplette Volume ausgewählt hat, läuft der Kompressionsvorgang automatisch im Hintergrund ab und wird entsprechend der Datenmenge quasi sofort abgeschlossen oder erst nach einiger Zeit. In den allermeisten Fällen meldet sich Windows während der Kompression mit einer Fehlermeldung, wenn sich eine Datei nicht komprimieren lässt. Hier hat man die Wahl, die Datei erneut komprimieren zu lassen (was letztlich wieder zur gleichen Fehlermeldung führt), den Vorgang abzubrechen oder die Meldung zu ignorieren. Bei unserem Test sind wir wegen der Vielzahl an Meldungen, die sich bei der Kompression der Systempartition ergaben, unweigerlich bei der vierten Möglichkeit gelandet: alle künftigen Meldungen dieser Art zu ignorieren. Die Häufigkeit dieser Meldung unterscheidet sich je nach ausgewähltem Ordner – beim Windows-Directory und seinen Unterverzeichnissen treten sie gehäuft auf, ein Indiz dafür, dass NTFS systemrelevante Dateien von der Komprimierung ausklammert.

Sobald die NTFS-Kompression abgeschlossen ist, erscheinen die Namen der komprimierten erscheinen im Windows-Explorer in blauer Farbe, um sie leicht von den unkomprimierten Ordnern unterscheiden zu können.

Unser auf die Samsung SSD 830 aufgespieltes Testsystem bringt es im unkomprimierten Zustand auf 70,9 GB. Anstatt bestimmte Ordner auszuwählen, haben wir für die komplette Systempartition die NTFS-Kompression wie oben beschrieben aktiviert, wodurch sich der belegte Speicherplatz auf 58,4 GB reduzierte (minus 17,8 %) und damit auf einen Schlag 12,5 GB frei wurden.

Vergleicht man die NTFS-Kompressionsrate mit der anderer Packprogramme, erweist sich die Komprimierungsleistung eher als gering, was sich im Gegenzug aber positiv auf die CPU-Last auswirkt. Packer wie 7-Zip gehen wesentlich aggressiver zu Werke und bringen es folglich auf höhere Kompressionsraten. Als Beispiel dienen die drei folgenden mit 7-Zip gepackten Ordner auf der Systempartition:

KompressionstoolOrdner Ursprüngliche GrößeKomprimierte GrößeErsparnis in Prozent
7-ZipProgram Files (x86)17,4 GB10,2 GB40,30%
Program Files 8,5 GB3,1 GB63,50%
Windows15,1 GB3,2 GB78,80%
NTFS-KompressionGesamtes Laufwerk70,9 GB58,4 GB17,60%

  

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