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System-Partition bei SSDs komprimieren: Top oder Flop?

System-Partition bei SSDs komprimieren: Top oder Flop?
Von , Achim Roos

Mehr als 64 oder 128 GB Speicherplatz sind bei Flash SSDs nach wie vor teuer. Durch Komprimierung der Windows-Partition lässt sich mehr Speicherplatz schaffen, doch taugt dies in der Praxis wirklich?

Der Prozessor kommt mit dem Rechnen nicht hinterher, die magere RAM-Ausstattung sorgt für lange Wartezeiten und die Grafikkarte versteht sich nur auf die Darstellung von Ruckelorgien – Hardware-Engpässe können PC-Nutzer an vielerlei Stelle plagen. Systemkomponenten wie Festplatten darf man jedoch getrost von der Flaschenhals-Liste streichen, denn bereits 2,5-Zoll-Laufwerke halbwegs aktuellen Datums bieten mit typischerweise 500 GB mehr als genug Speicherplatz für alltägliche PC-Belange. Angesichts dieser Kapazität fällt die Größe der Windows-Partition kaum ins Gewicht und lässt noch viel freien Raum für weitere Daten, etwa die Musik-, Spiele- oder Bildersammlung. Noch einen Schritt weiter gehen 3,5-Zoll-Laufwerke, die quasi die Antithese zum Flaschenhals darstellen. Je nach Modell und Anbieter bekommt man das GB hier teilweise schon für drei Cent und muss folglich für ein 2-TB-Laufwerk nur noch etwa 60 Euro investieren. Diesen Speicherplatz auszureizen erfordert mitunter schon einige Anstrengung, doch wer zum Beispiel eine umfangreiche Videosammlung besitzt, kann selbst so eine Festplatte relativ leicht füllen.

Ganz anders sieht die Situation bei SSD-Laufwerken aus. Auch sie lassen sich ganz mühelos mit Daten betanken, doch verglichen mit Festplatten bieten sie wesentlich weniger Kapazität und so wiegt jedes zusätzlich belegte GB ungleich schwerer. Buchstäblich wertvoller ist es ohnehin, denn mit Preisen von etwa 1 Euro pro GB sind die SSDs um einiges kostspieliger als Festplatten und so sind gerade diejenigen Flashlaufwerke am beliebtesten, die den Geldbeutel am meisten schonen, dafür jedoch vergleichsweise geringe Kapazitäten bieten.

Besonders die kleinen SSDs mit Kapazitäten um die 60 GB geraten sehr schnell an die Grenze ihres Fassungsvermögens, wenn Windows samt weiterer Anwendungen wie etwa ein Office-Paket und ein Mail-Programm samt Mailarchiv darauf Platz finden muss und obendrein noch freier Speicher übrig bleiben soll. Das Kapazitätsproblem wird noch durch die Empfehlung seitens der Hersteller verschärft, eine SSD nicht komplett mit Daten zu füllen, weil sonst die Laufwerke ihrer Aufgabe nicht nachkommen können, eine gleichmäßige Abnutzung der Flash-Zellen mittels Wear Leveling-Algorithmen zu erreichen. Um keinen wertvollen SSD-Speicherplatz zu verschenken, fahren viele Anwender deshalb einen Mischbetrieb aus Betriebssystem-SSD und einer zusätzlichen Festplatte und verbinden so das Beste aus beiden Lagern. Dabei fungiert das Flashlaufwerk als schnelles Windows-Laufwerk und die Festplatte als Datenspeicher.

Methoden, mit denen sich freier Speicherplatz bei einer SSD zurückgewinnen lässt, haben wir bereits in einem eigenen Artikel beleuchtet (Praxis: Kann man mehr Platz und Performance aus einer SSD herausholen?). Hier wollen wir die Vor- und Nachteile einer weiteren Möglichkeit vorstellen, die Windows ab Werk bietet und die, sofern erst einmal aktiviert, kein weiteres Zutun vom Nutzer erfordert. Die Rede ist von der Datenkompressions-Funktion des NTFS-Dateisystems. Wir haben uns im Testlabor eingehend damit beschäftigt und zeigen im Folgenden, was dahintersteckt und wann sie sinnvoll ist. Dabei gehen wir auf alle wichtigen Fragen ein: Wie aktiviert man die Datenkompression, was wird komprimiert, wie viel Speicherplatz lässt sich bei einer typischen Windows-Installation gewinnen und wie stark wirkt sich diese Funktion auf die Leistung der SSD aus?

Alle 18 Kommentare anzeigen.
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  • Begeisterter_THG_Leser@guest , 24. Oktober 2011 08:55
    Zu erwähnen sei noch das durch die Komprimierung beim Zugriff auf eine Datei diese ständig entpackt werden muss und dadurch die Schreibvorgänge auf die SSD erhöht werden was der Gesundheit / Haltbarkeit sicher nicht zugute kommt.

    MFG
  • FormatC , 24. Oktober 2011 09:12
    Im Allgemeinen werden diese Daten im RAM entpackt und nicht erst auf der Platte.
  • Begeisterter_THG_Leser@guest , 24. Oktober 2011 09:28
    @FormatC

    aber auch nur wenn man über genug Ram verfügt - selbst getestet bei komprimierung ist SSD Zugriff erkennbar auch bei nur lesen.
  • ablev , 24. Oktober 2011 10:09
    Verstehe ich das richtig, mit meiner OCZ Vertex 2(Sandforce) lohnt es sich nicht?
  • FormatC , 24. Oktober 2011 11:40
    Hmm, ich registriere zwar Lese-, aber keine Schreibvorgänge beim Öffnen von NTFS-komprimierten Daten - weder von einer HDD, noch von einer SSD.

    Einziger Punkt könnte die fehlende Swapfile sein, denn ich habe keine. Wozu auch, RAM reicht und es gibt keine dazu inkompatiblen Programme auf diesem Rechner...
  • Poluasaurus@guest , 24. Oktober 2011 11:43
    @ablev: Jap, weil die eh bald verreckt! ^^ Lieber gleich in den Müll.
  • lrlr , 24. Oktober 2011 12:18
    weiß jemand ob
    die Benchmarks nicht (zu) gut komprimierbare Daten speichern ?!

    und damit keine aussage zulassen?

    bei den rnd read/write schaut mir das fast so aus?

    die geschwindigkeitseinbußen scheinen mir (bei den restlichen benchmarks) ehe so 10-20% zu sein und damit nicht unerheblich?
  • Folterknecht@1341321320@guest , 24. Oktober 2011 12:38
    Interessanter Artikel der sich mal wieder vom CPU/GPU/SSD-Einerlei abhebt - SEHR SCHÖN!

    Allerdings hätte ich mir gewünscht, daß ihr noch etwas ausführlicher auf die benötigte Hardware (CPU/RAM) eingeht. Daß ein i2500K kaum Probleme haben wird mit dieser Komprimierung ja war fast schon vorher ab zu sehen.

    Daher hät ich mir noch 1-2 Tabellen gewünscht in der gleiches eben mit nem X2 oder C2D (als Beipiel) und unterschiedlicher RAM-Bestückung getestet wird.

  • Anonymous , 24. Oktober 2011 13:10
    Ein bisschen Performance Verlust wird man wohl immer in Kauf nehmen müssen !
    Ich erinnere mich da noch an die Anfänge mit Komprimierten Dateisystem zu arbeiten, das war voll langsam.
    Guter Artikel zum Problem!
    Auf meine ssD kommt kein komprimiertes System, wozu auch!
  • firehorse , 25. Oktober 2011 15:52
    Was gehört alles auf eine SSD oder muss alles was ein Windows-System bietet auf dieser seinen Platz finden?

    Ich denke eine vernünftige Konfiguration wird weniger Probleme bereiten und auch Arbeit kosten.

    Eine 60GB SSD reicht bei mir locker für Win7 und einem vollwertigen Linux und eines zur Reperatur und Sicherung vollkommen aus. Ich kann auch keine Vorteile erkennen, zumal das Risiko beim Kopieren Daten zui verlieren eigentlich auch noch größer ist.

    Trotzdem einmal ganz interessant Euch Artikel. Danke.
  • Crunky , 25. Oktober 2011 20:33
    Einige sollten echt mal Informatik Kurs besuchen und sich mal erklären lassen wie ein Motherboard+CPU+Speicher Arbeitet denn es hat sich seid 30 Jahren nix geändert.

    Mann sieht wie die Klugscheißer von tun und blasen keine Ahnung haben und von THG halte ich gar nix mehr auch nur Müll an Artikel seid der übernahme- geht es immer mehr Berg ab, macht doch endlich dicht THG euch wird keiner vermissen in der Secne ;)  waren das noch Zeiten wo die Motherboard Hersteller noch das THG Logo auf der Packung machten denn damals stand THG für Qualität Test für Grafikarten und CPU boards usw..
  • FormatC , 25. Oktober 2011 21:32
    Zitat :
    Einige sollten echt mal Informatik Kurs besuchen und sich mal erklären lassen wie ein Motherboard+CPU+Speicher Arbeitet denn es hat sich seid 30 Jahren nix geändert.
    Bei manch einem sollten zumindest ein Grammatik- und ein Rechtschreibkurs für den Anfang weiter helfen. Fast 30 gravierende Fehler in so wenigen Zeilen - waren das noch Zeiten, wo die Kiddies hier wenigstens noch Lesen und Schreiben konnten. Da standen Posts von Usern noch für Qualität und Kritik hatte Hand und Fuß.

    Für den Anfang mal eine kleine Hilfestellung: http://www.seidseit.de/


  • Megusta@1340452618@guest , 26. Oktober 2011 16:17
    Vielleicht solltest du einen Deutschkurs besuchen?
  • seeigel , 27. Oktober 2011 12:36
    Weshalb soll denn heute die Festplatte nicht der Flaschenhals sein?
    Wer heutzutage eine CPU , wenig Speicher oder Grafikkarte als möglichen Flaschenhals bezeichnet darf auch die kleinen Festplatten nicht vergessen
    Wenn ich eine 2GB Platte anführe solange es noch 80GB Platten gibt darf ich auch nicht wenig Speicher /schwache CPU bzw Grafikkarte anführen wenn es 8/12/16GB Speicherkits gibt
    wenn es 4/6/8 Kern-Cpus gibt
    Wenn Grafikkarten wie eine GTX570/580 HD68xx/HD69xx gibt
  • teddds , 3. November 2011 18:53
    Zitat :
    Die NTFS-Kompression und SSDs mit SandForce-Controller dürften achselzuckend aneinander vorbeigehen oder anders gesagt, die Kompression sollte auf diesen Laufwerken keinerlei Effekt zeigen.

    Hab eben aus Spaß, bei meine Vertex 3 (Sandforce 2 - Controller) die NTFS Komprimierung aktiviert und siehe da, der freie Speicher ist von 15,8GB auf 25,9GB gewachsen! Handelt sich um eine Windows 7 Partition mit haufen Programme und 60GB Größe.
    Warum sollte also die Komprimierung bei den Laufwerken nix bringen?
  • smg72523889 , 2. Dezember 2011 10:48
    @formatc bzw. THG:
    der test ist schon eine weile her, trotzdem würd ich mich drüber freuen, wenn ihr einen ähnlichen test wiederholen könntet mit einer "durchschnittlichen" SSD z.b. vertex2 o.ä. - in dem zusammenhang würd mich dann nämlich auch der einfluss der 25nm-Fertigung interessieren.
    ich selbst hab einen corsair force 115 (25nm-chips), aber wenn der performance-einbruch auf diesen ssds ebenfalls vernachlässigbar gering ist würd ichs probieren wollen.
  • johannes_franke , 4. Januar 2012 13:14
    Hi zusammen,

    also, nach meiner Erfahrung gibt es bei Windows 7 und 2008 - und vermutlich auch bei den nachfolgenden Betriebssystemen - vor allem zwei Ordner im Windows-Verzeichnis, die besonders groß sind bzw. werden: WinSXS und Installer.
    Ersterer enthält Kopien von fast allen Dateien, sowohl Windows-Bestandteile als auch nachträglich installierte. Man fragt sich, was das soll, aber nur so konnte Microsoft die gleichzeitige Installation und Verwendung derselben DLL in mehreren Versionen möglich machen. Wer erinnert sich nicht noch mit Grausen an die DLL-Hell, die uns bis Windows XP begleitet hat?
    Leider wächst dieses Verzeichnis sehr schnell an, mit jeder Installation, auch bei Service Packs und Hotfixes, wird tatsächlich jede Komponente dort gelagert, egal ob sie jemals benutzt wurde oder nicht. Eine unglückliche und zurecht viel kritisierte Lösung, aber machen kann man da nix. Da etwas herauszulöschen zerstört das System. Gelegentlich bieten die offiziellen Service Packs ein Cleanup Tool an, aber das löscht auch vorsichtshalber so gut wie nichts.
    Das zweite Verzeichnis ist der Cache des Windows-Installers. Hier werden also alle Setup-Pakete, die jemals gelaufen sind, abgelegt - und natürlich auch wieder diverse Standardkomponenten von Windows. Der Vorteil: die Wahrscheinlichkeit, dass man bei Änderung oder Deinstallation von Programmen oder Windows-Features das Installationsmedium braucht, wird geringer. Nachteil: die Ordnergröße natürlich, und auch hier darf man nichts löschen, sonst gibt es die tollsten Effekte beim nächsten Setup oder der nächsten Deinstallation. Also: Finger weg!
    Der WinSXS-Ordner ist geschützt wie eine Festung, da gibt's aufgrund der Zugriffsrechte keine Möglichkeit, die Kompression zu verwenden. Beim Installer-Ordner allerdings kann man extrem einsparen, in meinem Fall waren es fast 40%, die der Ordner kleiner wurde, nachdem ich die Kompression für den Ordner und dessen Unterordner aktiviert hatte. Das ist jetzt einen Monat her und bisher gibt es keine negativen Effekte, obwohl Hotfix-Updates und Softwareinstallationen stattgefunden haben, insofern kann ich das nur empfehlen.
    Es ist dann eigentlich auch egal, wie viel besser die Performance ist, denn auf den Installer-Ordner wird ja nur in dem Fall zugegriffen, dass man den Windows Installer verwendet. Wenn das dann eine Zentelsekunde länger dauert, dürfte es kaum stören.
    Die übrigen Ordner würde ich eher so lassen, vor allem System32 und SysWOW64, denn dort wühlt Windows doch relativ oft, deshalb kann die Performance da merklich leiden.
  • CPUoverload , 14. September 2012 18:32
    Das Prinzip der On-the-fly Kompression gibt es seit DOS Tagen, ist mit NTFS nur flexibler geworden.

    http://www.i8086.de/dos-befehle/drvspace.html

    Unter Win98 erinnere ich mich daran, dass man den Kompromierungsgrad einstellen konnte, wenn man einen 486er hatte konnte man den höher setzen.

    Habe diese Technologie seitdem immer genutzt, Performance stieg sogar an, wenn die Festplatten eher langsam waren, da weniger Daten physisch gelesen werden mussten.

    Die CPU Last hat man damals auch nur beim Schreiben gemerkt, denn Komprimieren braucht ungleich mehr Rechenleistung als das Entpacken.

    NTFS könnte sicher auch einen höheren Kompressionsgrad fahren, da die heutigen CPU's es locker wegstecken, auf der anderen Seite ist Plattenplatz spottbillig und die Dateien, welche die Festplatte bei Otto Normalverbraucher vollstopfen, sind in der Regel sowieso nicht mehr nennenswert zu komprimieren (encodete Filme, JPG Bilder, MP3 Dateien).




    Habe ich seitdem immer aktiviert