Angelbird Wings: Betriebssystem-Jongleur mit PCI Express
Inhaltsverzeichnis
- 1. PCI Express statt SATA 6 Gb/s
- 2. Die Konfigurationsschritte im Überblick
- 3. Schritt 1 und 2: Ubuntu samt VirtualBox installieren
Angelbird Wings bindet vier SATA-Laufwerke per PCI Express an den PC oder Mac an. Die Steckkarte ist aber nicht nur wegen ihrer hohen Performance interessant, sondern auch ideal dafür geeignet, um mehrere Betriebssysteme auf den Rechner zu packen.
Moderne Speicherlösungen müssen nicht nur hinsichtlich Performance und Kapazität überzeugen, sondern auch zu einem vertretbaren Preis erhältlich sein. Für den Einsatz im Profi-Bereich sind darüber hinaus Kriterien wie Konfigurationsmöglichkeiten, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit mindestens ebenso entscheidend. Nichtsdestotrotz ist die Performance mit am wichtigsten, wenn es darum geht, eine Storage-Komponente gegenüber potenziellen Konkurrenzlösungen einzuordnen.
Auf SSDs umgemünzt dürfte man in erster Linie auf die gebotene SATA-Geschwindigkeit schauen. Schnelle Flash-Laufwerke setzen auf eine SATA-Bandbreite von 6 Gb/s, während die Vorgänger noch auf 3 Gb/s limitiert sind. Für manche Anwendungen im High-End-Bereich reicht aber selbst dieses verdoppelte Tempo nicht aus, auch wenn sich damit Transferraten von 500 MB/s und mehr erreichen lassen. Einige SSD-Hersteller wie LSI und OCZ bieten ihre Produkte deshalb auch mit PCI-Express-Interface an, der derzeit schnellsten System-Schnittstelle.
PCI-Express-Steckkarte mit bis zu 4 SSDs
Mit Themen wie SSD und PCI-Express hat auch die Speicherlösung namens Wings der Firma Angelbird zu tun, fügt sie jedoch zu einer deutlich interessanteren, da ungewöhnlichen Systemarchitektur zusammen. Genauso wie die oben angesprochenen SSD-Lösungen von LSI und OCZ wird die Wings-Steckkarte über PCI Express mit dem Rechner verbunden (PCIe 4x), kann jedoch statt nur einer einzigen SSD gleich vier 2,5-Zoll-Laufwerke aufnehmen. Mit Laufwerken sind dabei sowohl SSDs als auch Festplatten gemeint, von denen jeweils zwei auf der Vorderseite und zwei auf der Rückseite der Karte Platz finden. Die Ansteuerung der Speichermedien übernimmt der Marvell-Controller 88SX7042.
Die vier SATA-Slots der Karte kann man einerseits mit den von Angelbird angebotenen Flash-Karten bestücken, die es wahlweise in Cartridge-Form oder in einem 2,5-Zoll-Gehäuse kommen (vom Hersteller Crest genannt). Die SSDs bieten 60, 120 oder 240 GB Kapazität und arbeiten mit dem SandForce-Controller SF-1222. Andererseits akzeptiert die Karte auch beliebige andere 2,5-Zoll-Laufwerke wie etwa die von uns exemplarisch verwendete Samsung SSD 830. Die dafür benötigten Montageschrauben gehören zum Lieferumfang.
Angelbird bietet die Wings-Karte in drei Varianten an. Während jede davon über vier SATA-Ports verfügt, kommt das Modell Lite ohne internen Speicher, Variante zwei zusätzlich mit einer 16 GB großen SSD und Variante drei mit einer 32-GB-SSD. Die Flash-Laufwerke der beiden größeren Ausgaben sind in Chipform integriert, nehmen also keine freien Steckplätze in Beschlag. Die Lite-Karte kostet rund 200 Euro und für das von uns getestete Spitzenmodell sind etwa 300 Euro fällig. Ihren Strom bezieht die Steckkarte übrigens nicht über die PCI-Express-Schnittstelle, sondern separat über ein eingebautes Netzteil.
Über die mitgelieferten Treiber lässt sich Angelbird Wings sowohl auf PCs als auch auf Mac-Rechnern in Betrieb nehmen und konfigurieren. Unterstützt werden die RAID-Modi 0, 1 und 5, allerdings nur in einer Software-RAID-Variante. Verfügt der Rechner über mehrere freie PCI-Express-Slots, kann man mehrere Wings-Karten zusammenschalten und von ihrer gebündelten Leistung profitieren.
Mehrere Betriebssysteme auf einer Karte
Die hohe PCI-Express-Leistung ist nicht der einzige Pluspunkt der Steckkarte. Natürlich kann man die einzelnen Festplatten oder SSDs als Storage-Array einsetzen, doch die Karte ist auch speziell für diejenigen Nutzer interessant, die auf Mac oder PC mit mehreren Betriebssystemen jonglieren. So könnte man auf jedem angeschlossen Laufwerk ein eigenes OS installieren und den Rechner je nach Bedarf und Anwendung damit booten. Hier bieten die beiden Wings-Modelle mit integrierter 16 GB oder 32 GB großer SSD einen besonderen Vorteil, denn dort lässt sich ein Betriebssystem installieren, ohne dafür ein extra Laufwerk reservieren zu müssen.
Unser mit 32 GB interner SSD und vier Cartridges á 60 GB bestücktes Testexemplar lud förmlich dazu ein, sich genau mit dieser Funktion intensiv auseinanderzusetzen und so haben wir den Performance-Aspekt der PCI-Express-Karte zumindest hier außen vorgelassen. Denkbar sind alle möglichen OS-Konfigurationen – eine davon wollen wir im Folgenden exemplarisch vorstellen und zeigen, wie flexibel man die Karte mit verschiedensten Betriebssystem ausstatten kann.
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Hmm, mir erschließt sich nicht so ganz der Unterschied zwischen einer Wings-Steckkarte und 4 bzw. 5 separaten HDD's / SSD's ... den letztendlich kann man alles hier dagelegte (sofern genug freie SATA-Ports) auch ohne diese Steckkarte virtualisieren bzw. realisieren ...
Stimmt, alles andere lässt sich auch so realisieren, man benötigt nur keine weiteren SATA Schnittstellen und hat weniger Kabelsalat. Für einen Kleinstrechner ist das ganze auch nicht optimal geeignet dafür ist die Karte zu hoch.
Mich stört an dem Artikel allerdings das keine Benchmarks gemacht wurden um evtl. Performance Verluste aufzudecken. Mit 4 guten SSDs dürfte die Bandbreite von einem PCIe 4x Anschluss nicht mehr ausreichen. Das dürfte unter realen Bedingungen zwar eher selten auftreten aber wissenswert ist das trotzdem.
Wie sieht es eigentlich mit dem Gewicht aus? Wenn da 4 Platten "in der Luft" hängen, dürfte das doch eine Rechte Kraft (Dürfte dann ja über 1kilo sein) auf den kleinen Steckplatz ausüben. Gerade beim Transport (Wenn man sowas in einem kleinen Rechner bevorzugt) könnte das ein Problem sein.
Zunächst möchte ich meinen Vorpostern zustimmen:
Andy_82 hat es richtig erkannt: Die Karte kann eigentlich nichts, was onboard Controller nicht auch könnten.
Techniker Freak trifft den Nagel auf den Kopf: Ohne Benchmarks ist der Artikel komisch.
Ganz besonders stört mich der Satz im Fazit:
Was ist mit Trim? Wie sieht die Geschwindigkeit denn nun wirklich aus für einzelne SSDs oder auch für die integrierte SSD? Bringt die Karte einen Vorteil in Sachen Geschwindigkeit? Nachdem, was dort steht, ist es nichts weiter als eine SATA-Controller-Karte, die ohne Kabelsalat auskommt, dafür jedoch ein externes Netzteil benötigt. Kabelsalat aus dem Rechner wurde also durch Kabelsalat außerhalb vom Gehäuse ersetzt.
Mehr Details zur Befestigung der SSDs (nicht nur der mitgelieferten zugeschnittenen SSD-Karten) hätte ich mir zusätzlich gewünscht. Das sieht etwas fummelig aus, eben so, als wenn die Befestigung auf einer Seite durch SSDs auf der anderen Seite geblockt würde.
Die Bilder zeigen leider nur die einzelne 830er oder eben die passend zugeschnittenen Platinen des Herstellers.
Und das wichtigste fehlt für meinen Geschmack:
Wo ist der Vorteil gegenüber einem richtigen Controller?
Für den Kurs kann ich einen (Hadware-RAID-)Controller von LSI anschaffen, der SAS und SATA versteht. Die SSDs kann ich dann nach meinem Geschmack frei im Gehäuse positionieren. Wobei ich den LSI-Controller-Chips mehr vertrauen würde als einem JMicron JMB320.
Zudem auch mal ein Zitat von der Produktbeschreibung dieses Chips:
Kein SATA-III und nichtmal die benötigte Kanal-Anzahl, um alle SSDs parallel ansprechen zu können.
Das klingt nach einen Stück Schrott. Zwar ohne Kabelsalat, aber dennoch Schrott.
----------------
Nachtrag:
Der verwendete Flash-Controller, ebenfalls JMicron, scheint der JMF601 zu sein:
"110/90 MB/s Sequential read/write rates"
Juppidu. Das spricht natürlich für ein Produkt, bei dem das Fazit sagt, daß es auf hohe Leistung ankommen würde.
http://www.tomshardware.com/news/a [...] 11490.html
Angelbird to Bring PCIe SSD on the Cheap
10:00 AM - October 19, 2010 by Tuan Nguyen - source: Tom's Hardware US
http://www.tomshardware.com/news/a [...] 13403.html
Angelbird Now Shipping SSD RAID Card for 800 MB/s
9:00 AM - September 10, 2011 by Marcus Yam - source: Tom's Hardware US
???????
Sieht für mich danach aus, als ob hier nen bisschen Werbung für Gegenleistung gemacht wird ( Testhardware behalten?)
Haben ja einige schon erkannt, das ding ist Müll. Also sowohl test als auch Produkt.
Der JMB320 wurde nur verbaut, da ein 4Port RAID-Controller verbaut ist, man aber 5 SATA-Geräte hat. Einmal die fest verbaute SSD (mit JMF601 Controller, absolute Frechheit, das Ding taugt rein gar nichts) und die 4 SATA-Ports.
Den Vorteil bei mehreren Betriebssystemen hab ich auch noch nicht entdeckt. Was kann das Ding, was mit nem anderen Controller nicht möglich ist? Gar nichts.
Und wir fassen zusammen: Es handelt sich um nen 4 Port SATA-Controller mit lediglich 3 Gbit/s. Die Onboard SSD muss sich die 3GBit mittles Portmultiplier mit einer weiteren eingesteckten SSD teilen.
Die Onboard SSD hat nen Controller verbaut, der schon vor Jahren zu den langsamsten gehörte. Da sind die viele USB 3.0 Sticks schneller. Und das ganze soll dann 200-300€ kosten.
Aber vom Hersteller gab es sicher nen leckerli für diese nette Werbung.
Fuer das Geld wuerde ich mir einen 3ware/ LSI Controller mit XOR Engine und 512MB Cache holen um alte HDDs noch mal zu Glanzleistungen zu verhelfen und die SSDs am Intel- Controller auf Hochtouren laufen zu lassen. Vielleicht nur mit 2 Ports, ist aber immer noch ehrlicher als dieser Controller hier, wo der Chip sogar umgelabelt wurde. (Auch wenn hier die XOR- Engine nicht ausgereizt werden kann)
Das Ding hier kann nicht schnell sein. Rausgeworfenes Geld. Und das hier Benchmarks fehlen unterstreicht das Ganze.
Sehr interessante Kommentare. Wieder mal das übliche Gemecker. Es würde mich wirklich mal interessieren, was diese Meckerer eigentlich beruflich machen.
Es besserwissen!
Ich muss mich da leider den Vorrednern anschließen,
ein Fest für Bastler ist das Gerät eigentlich nur dann,
wenn man einen Haufen alte 2.5" Platten rumliegen
hat die man so platzsparend noch nutzen kann.
Und die externe Stromversorgung ist echt ein schlechter
Witz. (mal abgesehen vom Preis... Sata Controller Karten
gibts ab 15,00€ und nicht erst ab 150,0€.
@"productive@Guest":
Es wird mehr über das Produkt gemeckert als über den Artikel, wobei die Formulierungen bei der gebotenen Hardware zu positiv gewählt wurden.
Ist doch genau das, was man sich wünscht: Es wird ein Produkt im Artikel vorgeschlagen, was man so noch nicht gesehen hat.
Erschreckend ist dann nur, dass es auf Anhieb als Mogelpackung entlarvt wird. Ein SATA-II Controller mit SSD von vor-vor-Gestern.
Vorteile: Eigentlich keine. Nachteile: Preis, Geschwindigkeit, etc.
Da gibt es besseres auf dem Markt und nur gaaanz wenige Sonderfälle, bei denen diese Karte interessant werden könnte.
Und die externe Stromversorgung ist echt ein schlechterWitz.
Das ist das einzige was ich nicht als Witz bezeichnen würde.
Man geht halt auf Nummer sicher. Der Hersteller muss ja sicher stellen dass dort alle Geräte dran laufen.
So manch eine SSD verbrät im Extremfall über 5W, da bleibt dann für die Karte selber (Controller+SSD) nicht mehr viel über.
So ein x4 Slot ist ja maximal bis 25W spezifiziert.
Die Karte ist für jene gedacht, die keinen Platz mehr haben - also ein laufendes Raid 5 per HDD an SATA des Boards - dann ist da erst mal alles voll (=SATA Schnittstellenlimit) und Montageplatz für zusätzliche HDDs per SATA Karte gibts dann auch nicht mehr.
Diese Karte bietet Montageplatz(!) für bis zu 4 weitere HDD/SSDs (+intern) - die eigene Stromversorgung verdeutlicht diesen einen Verwendungszweck auch nochmal - man geht also davon aus, dass Strom bereits knapp ist - von daher hats Berechtigung - wer's nicht braucht ist ja nicht gezwungen es zu kaufen.
..und eben weil es spezielle Hardware ist, die nicht jeder braucht ist sie eben teurer - auch nicht für den otto-normal-verbraucher konzipiert.
Das ist uns allen bewusst und wurde auch nicht bemängelt, auch wenn sie aufgrund ihrer Höhe und Dicke in kleinen Gehäusen Probleme machen kann.
... Platz und Erweiterbarkeit bei MacPros = 0. Somit mach die Karte für Macs ziemlich Sinn.
... Platz und Erweiterbarkeit bei MacPros = 0. Somit mach die Karte für Macs ziemlich Sinn.
und warum nicht eine Schnittstellenkarte für 15€ und die Platten (2,5"!) auf dem Gehäuseboden montiert?
Ist nicht böse gemeint, aber war der MacPro noch nicht teuer genug?
@ gutundguenstig
... in meinem 2010 MacPro ist kein platz für Bastelei. Zudem ist im MacPro Strom Mangelware. Von was für einer 15€ Karte sprichst du?
z.B. diese hier: http://gh.de/677655