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Angelbird Wings: Betriebssystem-Jongleur mit PCI Express

Angelbird Wings: Betriebssystem-Jongleur mit PCI Express
Von , Achim Roos

Angelbird Wings bindet vier SATA-Laufwerke per PCI Express an den PC oder Mac an. Die Steckkarte ist aber nicht nur wegen ihrer hohen Performance interessant, sondern auch ideal dafür geeignet, um mehrere Betriebssysteme auf den Rechner zu packen.

Moderne Speicherlösungen müssen nicht nur hinsichtlich Performance und Kapazität überzeugen, sondern auch zu einem vertretbaren Preis erhältlich sein. Für den Einsatz im Profi-Bereich sind darüber hinaus Kriterien wie Konfigurationsmöglichkeiten, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit mindestens ebenso entscheidend. Nichtsdestotrotz ist die Performance mit am wichtigsten, wenn es darum geht, eine Storage-Komponente gegenüber potenziellen Konkurrenzlösungen einzuordnen.

Auf SSDs umgemünzt dürfte man in erster Linie auf die gebotene SATA-Geschwindigkeit schauen. Schnelle Flash-Laufwerke setzen auf eine SATA-Bandbreite von 6 Gb/s, während die Vorgänger noch auf 3 Gb/s limitiert sind. Für manche Anwendungen im High-End-Bereich reicht aber selbst dieses verdoppelte Tempo nicht aus, auch wenn sich damit Transferraten von 500 MB/s und mehr erreichen lassen. Einige SSD-Hersteller wie LSI und OCZ bieten ihre Produkte deshalb auch mit PCI-Express-Interface an, der derzeit schnellsten System-Schnittstelle.

PCI-Express-Steckkarte mit bis zu 4 SSDs

Mit Themen wie SSD und PCI-Express hat auch die Speicherlösung namens Wings der Firma Angelbird zu tun, fügt sie jedoch zu einer deutlich interessanteren, da ungewöhnlichen Systemarchitektur zusammen. Genauso wie die oben angesprochenen SSD-Lösungen von LSI und OCZ wird die Wings-Steckkarte über PCI Express mit dem Rechner verbunden (PCIe 4x), kann jedoch statt nur einer einzigen SSD gleich vier 2,5-Zoll-Laufwerke aufnehmen. Mit Laufwerken sind dabei sowohl SSDs als auch Festplatten gemeint, von denen jeweils zwei auf der Vorderseite und zwei auf der Rückseite der Karte Platz finden. Die Ansteuerung der Speichermedien übernimmt der Marvell-Controller 88SX7042.

Die vier SATA-Slots der Karte kann man einerseits mit den von Angelbird angebotenen Flash-Karten bestücken, die es wahlweise in Cartridge-Form oder in einem 2,5-Zoll-Gehäuse kommen (vom Hersteller Crest genannt). Die SSDs bieten 60, 120 oder 240 GB Kapazität und arbeiten mit dem SandForce-Controller SF-1222. Andererseits akzeptiert die Karte auch beliebige andere 2,5-Zoll-Laufwerke wie etwa die von uns exemplarisch verwendete Samsung SSD 830. Die dafür benötigten Montageschrauben gehören zum Lieferumfang.

Angelbird bietet die Wings-Karte in drei Varianten an. Während jede davon über vier SATA-Ports verfügt, kommt das Modell Lite ohne internen Speicher, Variante zwei zusätzlich mit einer 16 GB großen SSD und Variante drei mit einer 32-GB-SSD. Die Flash-Laufwerke der beiden größeren Ausgaben sind in Chipform integriert, nehmen also keine freien Steckplätze in Beschlag. Die Lite-Karte kostet rund 200 Euro und für das von uns getestete Spitzenmodell sind etwa 300 Euro fällig. Ihren Strom bezieht die Steckkarte übrigens nicht über die PCI-Express-Schnittstelle, sondern separat über ein eingebautes Netzteil.

Über die mitgelieferten Treiber lässt sich Angelbird Wings sowohl auf PCs als auch auf Mac-Rechnern in Betrieb nehmen und konfigurieren. Unterstützt werden die RAID-Modi 0, 1 und 5, allerdings nur in einer Software-RAID-Variante. Verfügt der Rechner über mehrere freie PCI-Express-Slots, kann man mehrere Wings-Karten zusammenschalten und von ihrer gebündelten Leistung profitieren.

Mehrere Betriebssysteme auf einer Karte

Die hohe PCI-Express-Leistung ist nicht der einzige Pluspunkt der Steckkarte. Natürlich kann man die einzelnen Festplatten oder SSDs als Storage-Array einsetzen, doch die Karte ist auch speziell für diejenigen Nutzer interessant, die auf Mac oder PC mit mehreren Betriebssystemen jonglieren. So könnte man auf jedem angeschlossen Laufwerk ein eigenes OS installieren und den Rechner je nach Bedarf und Anwendung damit booten. Hier bieten die beiden Wings-Modelle mit integrierter 16 GB oder 32 GB großer SSD einen besonderen Vorteil, denn dort lässt sich ein Betriebssystem installieren, ohne dafür ein extra Laufwerk reservieren zu müssen.

Unser mit 32 GB interner SSD und vier Cartridges á 60 GB bestücktes Testexemplar lud förmlich dazu ein, sich genau mit dieser Funktion intensiv auseinanderzusetzen und so haben wir den Performance-Aspekt der PCI-Express-Karte zumindest hier außen vorgelassen. Denkbar sind alle möglichen OS-Konfigurationen – eine davon wollen wir im Folgenden exemplarisch vorstellen und zeigen, wie flexibel man die Karte mit verschiedensten Betriebssystem ausstatten kann.

Es gibt 32 Kommentare.
Weitere Kommentare
  • 3
    Andy_82 , 19. Dezember 2011 08:03
    Hmm, mir erschließt sich nicht so ganz der Unterschied zwischen einer Wings-Steckkarte und 4 bzw. 5 separaten HDD's / SSD's ... den letztendlich kann man alles hier dagelegte (sofern genug freie SATA-Ports) auch ohne diese Steckkarte virtualisieren bzw. realisieren ...
  • 1
    gutundguenstig , 31. Dezember 2011 16:57
    ad 1: nächstes mal nich pöbeln, sondern gleich sagen was man vorhat (Videobearbeitung offensichtlich)
    ad 2: dein Geld ;) 
    ad 3: probiers doch mal mit nem Hackintosh, dann kannst Du dir das Gehäuse sogar selber aussuchen!

    :D 

    Guten Rutsch!
  • 1
    gutundguenstig , 21. Dezember 2011 13:31
    maclover@Guest... Platz und Erweiterbarkeit bei MacPros = 0. Somit mach die Karte für Macs ziemlich Sinn.

    und warum nicht eine Schnittstellenkarte für 15€ und die Platten (2,5"!) auf dem Gehäuseboden montiert?
    Ist nicht böse gemeint, aber war der MacPro noch nicht teuer genug?
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