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Bericht: Samsung SSD 830 Launch in Barcelona

Von , Patrick Schmid, Benjamin Kraft - Quelle: Tom's Hardware DE | B 0 kommentare

Samsung stellte heute in Barcelona die neue SSD-Serie PM830 vor. Neben dem Star des Tages, der 830-Serie, war aber auch noch genug Zeit für technische Infos rund um SSDs sowie für Informationen zu Samsungs Entwicklungszielen.

Die Spannung war groß, auch wenn man bereits im Vorfeld kleinere Informationshäppchen bekommen hatte. Doch nun ist es raus und Samsung hat am heutigen Nachmittag die bereits im August auf der Gamescom angekündigte SSD der PM830-Serie auf einem Blogger-Event in Barcelona offiziell vorgestellt. Wir hatten noch vor dem Start die Möglichkeit die neue SSD ausführlich zu testen (siehe hierzu unseren Artikel Samsungs neue SSD 830: Jetzt mit 6 Gb/s am Start), wir wollen unsere Leser aber auch zusätzlich mit Informationen direkt von besagtem Event versorgen, zu dem Gäste aus ganz Europa geladen wurden.

SSDs - Technische Grundlagen


Zum Beginn der Veranstaltung erläuterten Vertreter von Samsung technische Details und machten nochmals auf die Herausforderungen bei der NAND-Technologie aufmerksam. So erklärte man unter anderem, dass die kleinste lesbare Einheit einer SSD eine “Page” ist und Lösch- und Schreibvorgänge nur jeweils Blockweise ausgeführt werden können. Hieraus ergibt sich dann, dass das Überschreiben eines Blocks durch den Vorgang des Read-Modify-Write sehr aufwändig ist. Um diese Abfolge zu vereinfachen setzt man auf Mapping-Tabellen, die logische Adressen physischen Adressen zuordnet und darüber hinaus noch als ungültig markierte Blöcke enthält. Ein großes Thema ist hierbei das sogenannte Wear Leveling, also das Aufteilen der Schreibvorgänge auf die vorhandenen Flash-Zellen.

Ziel dieses verteilten Schreibens ist, die Lebenszeit der SSD zu maximieren - ein Ziel, das jeder Hersteller von SSDs verfolgt. Weiterhin ging man noch darauf ein, weshalb Garbage Collection wichtig ist und merkte dabei an, dass hierfür der Controller ständig im Hintergrund arbeitet. Um diesen beim Garbage Collection zu entlasten setzt man auf TRIM als OS-Kommando, das Informationen zu gelöschten Daten an die SSD gibt, damit diese effizienter verwalten kann.

Eine weitere Vorgehensweise, die die Effizienz von SSDs steigern kann, ist das sogenannte Over Provisioning, bei dem ein Teil des SSD-Speichers nur der SSD aber nicht dem Anwender zur Verfügung steht. Hierdurch bleibt der SSD selbst mehr Platz zum Arbeiten, Samsung gibt aber an, dass sie dieses Verfahren nicht benötigen. Ebensowenig wie Over Provisioning kommt laut Samsung auch Compression nicht zum Einsatz. Ein Punkt mit dem sich Samsung sicherlich von anderen Controllern wie SandForce abheben möchte. Wie man sieht, haben sich die Samsung-Sprecher alle Mühe gegeben die Anwesenden nicht nur mit Informationen zur neuen 830-Serie zu versorgen, sondern auch Grundlagenwissen zu vermitteln.

Die Neuvorstellung: Samsungs SSDs der 830-Serie

Anschließend ging es um die Neuvorstellung selbst, wegen der Samsung überhaupt eingeladen hatte: Die neuen SSDs der 830-Serie. Mit ihr hat Samsung nun auch seine erste SSD für die SATA-3-Schnittstelle vorgestellt, die Datenraten von bis zu 6 Gb/s ermöglicht. Man habe den Schwerpunkt bei der Entwicklung vor allem auf gutes Hardware-Design gelegt, und die Sprecher betonten, dass keine andere Firma so viel Forschung betreibe. Dabei darf man eins nicht vergessen: Samsung ist eine der wenigen Firmen, die alle SSD-Komponenten, also Controller, Flash-Speicher und Firmware, selbst entwickelt und herstellt.

Beispielsweise sitzt in der 830-Serie ein überarbeiteter Controller mit nun drei ARM-Kernen auf Cortex-A9-Basis. Außerdem kommt bei diesem Modell Toggle-Mode-DDR NAND-Flash in einer Strukturbreite von 27 nm zum Einsatz, das pro Kanal 133 Mbps liefert. Zum Vergleich: Klassisches SDR-Flash kommt nur auf 66 Mbps pro Kanal. Die nächste NAND-Generation solle sogar noch schneller werden.

Damit alles gut harmoniert ist natürlich auch eine gute Firmware nötig. Samsung ist der Meinung, auch dort eine gute Balance getroffen zu haben. So ist beispielsweise für TRIM und  Garbage Collection gesorgt, weshalb das Laufwerk auch nach längerer Zeit noch konstante Performance liefern soll - was bei manch anderer SSD noch ein Problem war. Mehr zu den technischen Daten kann man in unserem Test der Samsung 830 SSD erfahren.

Um bei aller Technik aber nicht an den Anforderungen der Anwender vorbei zu entwickeln, habe man viel mit sogenannten Focus Groups gearbeitet, denn bei einer SSD gehe es vor allem um das Erlebnis, also die gefühlte Geschwindigkeit. Aus Samsungs Sicht sei die Festplatte die am wenigsten weit entwickelte Komponente im System. Eine SSD könne also helfen, den PC deutlich zu beschleunigen.


Samsung hat sich auch klare und ehrgeizige Ziele gesetzt. Eine der Aussagen lautete: “Wir sind seit 19 Jahren durchgängig die Nummer Eins im Speichermarkt. Das wollen wir auch im SSD-Bereich schaffen!” Die Firma ist darüber hinaus auch zuversichtlich, dass ihre SSDs zuverlässiger als Festplatten sind.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und sich selbst ein Bild von der Samsung 830 machen möchte, muss sich nur noch ein wenig gedulden. Laut Samsung soll die neue SSD-Serie ab Oktober im Handel erhältlich sein. Bisher ist nur der US-Preis für das Modell mit 256 GB bekannt, der bei 250 Dollar liegen soll. Wir erwarten allerdings, dass die neuen Modelle ihre Vorgänger der Samsung 470-Serie beim gleichen Preispunkt ablösen werden.


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