Einzelne SSD oder SSD-RAID?

Eine SSD ist gut, ein SSD-RAID noch besser. Geht es um den maximalen Datendurchatz, stimmt das zweifellos. Doch in fast allen anderen Fällen ist eine einzelne SSD unter Windows genauso schnell und teilweise sogar performanter als ein RAID.

SSDs haben sich vom Nischenprodukt zur Standard-Komponente moderner PCs gemausert, was an der gegenüber HDDs deutlich höheren Leistung und vor allem an den stetig gesunkenen Preisen liegt. Viele SSDs mit 128 GB Speicherplatz bekommt man schon für deutlich weniger als 100 Euro. Bei den 256-GB-Laufwerken ist das Verhältnis von Preis zu Gigabyte sogar besonders günstig für Käufer, liegt es doch häufig deutlich unter einem Euro und nähert sich teilweise schon der 60-Cent-Marke.

Angesichts der Sparpreise für SSDs muss der Geldbeutel also gar nicht mal so üppig gefüllt sein, und so könnte man sich überlegen, statt einer einzigen Solid State Disk gleich mehrere der Flash-Laufwerke in seinem Rechner einzusetzen. Warum nicht statt einem einzigen Boot-Laufwerk ein RAID 0 aus zwei SSDs einsetzen und Windows darauf betreiben? Doch bringen mehrere SSDs auch tatsächlich einen so großen Performance-Vorteil gegenüber einem Single-Laufwerk? Bringen sie abgesehen vom höheren sequenziellen Datendurchsatz überhaupt eine Verbesserung?

Diesen Fragen sind wir nachgegangen und haben dazu stellvertretend für aktuelle Flash-Laufwerke zu sechs unterschiedlich großen SSDs der Samsung-840 Pro-Reihe gegriffen und sie in mehreren Kombinationen getestet, mal als einzelnes Laufwerk, mal im RAID-0-Array – das genaue Testsetup beschreiben wir auf den folgenden Seiten. Die 840 Pro empfiehlt sich aufgrund ihres günstigen Preises und ihrer hohen Leistung und hat unseren SSD-Charts derzeit die Spitzenposition bei der Desktop Performance inne. Die Ergebnisse gelten aber nicht nur für die Samsung-Laufwerke, sondern lassen sich auch auf andere SSDs übertragen.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
10 Kommentare
    Dein Kommentar
  • besterino
    Nicht nur Quell- und Zielsystem müssen intern die gleiche Performance bereitstellen können, sondern auch das Bindeglied!
    Jedenfalls via Netzwerk im Homebereich / Small Business ist das m.E. schonmal völlig illusorisch. Bei allen anderen Verbindungen stellt sich mir die Frage, warum überhaupt zwei Systeme? Mich würde mal wirklich interessieren, welche im Home-/Small Business wirklich genutzte Anwendung tatsächlich von derartigem Durchsatz profitiert.
    Bei großen Serverfarmen spielen doch im Zweifel noch ganz andere Faktoren eine Rolle (und die höheren Kosten für ggf. die Doppelte Anzahl von SSDs eine eher geringere).
    0
  • MyRunner
    Mich haette mal der Vergleich einer SSD 840 Pro oder Raids gegen ein Raid aus normalen 840er SSD ohne Pro interessiert. Da die zumindest fuer den Heimbereich guenstiger sind, waere es interessant, ob ein Raid der guenstigeren SSD gegen eine SSD Pro mithalten koennen.
    0
  • Sintra
    ..... welcher Raid Controller? Der Onboard intel Kram?
    Ich nutze den selbst aber hab irgendwie in den nich so viel vertrauen. Außerdem würde mir ein Raid 1 bzw 1+0 zu sowas viel mehr gefallen ... hatte auch jahrelang Raid 0er aber mit Intel Pseudo Controllern macht das alles kein spass xP
    Wie wärs mal mit "günstigen" Raid Controller zu testen? der Adaptec 6805e gibts schon unter 200€ xD und das für 8 Kanäle und Sata 6g?!
    0
  • borizb
    Wir hatten bei uns schon den einen oder anderen Controller, auf dem 2 Non-Pro 840er nicht liefen im RAID, Crucial zum Beispiel aber immer problemlos. Außerdem sind 2 840er Pro im RAID0 kein Szenario, das in mehr als 0,1% aller Rechner vorkommen wird, daher wäre ein praxisnaher Test mit günstigen SSDs sicher zweckdienlicher als so eine brachiale Machbarkeitsstudie.
    0
  • Deathdrep
    schöner Artikel, bitte das gleiche nochmal mit nem Hardware-Raid-Controller ... die etwas belesenere Userschaft hier weiß um die schwächen der Onboard-Software-Controller ... hier wäre interessant, zu was SSDs im Raid fähig sind, wenn man einen "richtigen" Hardware-Raid-Controller einsetzt.
    Das Fazit kann man für den Home-User allerdings durchaus so stehen lassen, diese werden in der Regel wohl kaum einen eigenständigen Controller einsetzen.
    Beim neuen Test würde ich mir allerdings dann auch 3-4 versch. Controller wünschen; 1x hauptsache Billig, 1x gut und günstig, 1x gut und vll. 1x Power-ohne-Ende.
    0
  • derGhostrider
    Es verwundert mich, daß hier manche Leute nur von 5-vor-12-bis-mittag denken, wenn überhaupt.
    Wieso fordert man einen Test mit langsameren SSDs im RAID, wenn selbst die schnelleren (und teureren) eben NICHT schneller sind als eine einzelne SSD?
    Glaubt ihr ehrlich, daß die non-Pro 840er im RAID auf ominöse Weise plötzlich schneller werden als 840pro SSDs?
    Wohl kaum.
    Der Test ist super. Leute kaufen sich zwei kleinere SSDs und verbauen sie am onboard Controller, da sie Geld sparen wollen und glauben, daß es sogar schneller wäre.
    Wenn sie 200 Euro für einen Controller ausgeben sollen, dann könnten sie auch gleich die größere SSD kaufen!
    Ich bin froh, daß ich die 512GB 840 pro gewählt habe. Kein RAID gefummel, keine Trim-Treiber-Probleme, einfach nur flott.
    Und ein zusätzlicher Hardware-RAID-Controller "für nix" ist mir so auch erspart geblieben.
    0
  • fragger
    Außerdem mach selbst der teuerste Raid Controller bei RAID 0 nichts besser als der "billige" onboard IntelChip. Es währe reichlich dämlich, für ein RAID 0 einen teuren Controller zu nehmen.
    RAID5/6 oder Kombinationen von 0 oder 1 mit 5, da macht ein "guter" Controller, der die Paritys in Hardware berechnet möglicherweise Sinn...
    0
  • Desertdelphin
    Wieder die Mega-Super-Schnellen SSDs verbunden.
    2 Scandist 256MB zu je 130€ das Stück gegen 1 256GB Samsung superduper PRO für 190€. DAS wäre ein Test gewesen :P
    Ich betreibe 2 60GB SSDs im RAID. Waren alte Geräte und so hab ich mit 120GB ausreichend Platz fürs System.
    0
  • sch4k
    26412 said:
    Außerdem mach selbst der teuerste Raid Controller bei RAID 0 nichts besser als der "billige" onboard IntelChip. Es währe reichlich dämlich, für ein RAID 0 einen teuren Controller zu nehmen. RAID5/6 oder Kombinationen von 0 oder 1 mit 5, da macht ein "guter" Controller, der die Paritys in Hardware berechnet möglicherweise Sinn...


    Es ist dämlich zu glauben ein Chipsatz-Interna wäre schneller als ein Dedizierter, der Onboard-Controller nutzt die CPU und den RAM, der Externe hat seine eigenen Ressourcen (noch dazu extra optimierte CPU-Architekturen wie PowerPC oä.) und eigenen RAM, das dann direkt über PCIe-Lanes an den CPU gekoppelt ist, damit skalieren die Laufwerke auch anständig. Interessant wäre ein solcher Test.

    Und an den anderen Kandidaten: Entweder kann man lesen oder man kann es nicht, aber einer QT von 2 überholt ein SSD-Raid eine Einzelne, selbst mit Onboard-Controller, Punkt. Wo sie verlieren ist in der Startzeit von Windows, die mM. total überflüssig ist, bei einem RAID-System interessiert nicht die Boot-Zeit des OS, sondern schlicht blanke Performance und IOs.
    0
  • derGhostrider
    69343 said:
    Und an den anderen Kandidaten: Entweder kann man lesen oder man kann es nicht, aber einer QT von 2 überholt ein SSD-Raid eine Einzelne, selbst mit Onboard-Controller, Punkt.


    Zitat aus dem Test:
    Quote:
    Beim zufälligen Lesen liegen die RAID-Arrays erst dann deutlich vorne, wenn die Queue-Tiefe QD=4 überschreitet. Das zufällige Schreiben von 4K großen Datanblöcken erledigt die 512-GB-Ausgabe der Samsung 840 Pro über alle Queue-Tiefen hinweig fast genauso gut wie ein RAID 0-Verbund aus zwei dieser Laufwerke.

    Ahja, wie war das mit dem Lesen-können?

    Schau Dir da ruhig nochmal das Bildchen an:
    Violett = 1x 512GB, weit darunter in schwarz: 2x 128GB.
    Soviel zu Deiner Aussage, daß ein beliebiges RAID aus zwei SSDs ab QT=2 immer schneller wäre.

    Und wie ist das mit den fast verdoppelten Zugriffszeiten?

    Dir ist schon klar, daß höhere Werte hier nicht besser sind, oder?

    Und weiter geht's mit den Zitaten aus dem Test, vonwegen "Lesen können":
    Quote:
    Bei Datenbank- und Workstation-Szenarien gibt es dagegen bis zu einer Queue-Tiefe von QD=8 nur geringe Leistungsunterschiede. In beiden Szenarien bringt die 512-GB-Version der Samsung 840 Pro bis zu dieser Schwelle die gleiche Leistung wie das 2 x 256 GB-Array.

    Hmmmm... "die gleiche Leistung" bei QD bis 8! Klingt irgendwie nun nicht nach "ist langsamer".

    PC Mark7 und PC Mark Vantage ergeben für einen Desktop-PC ein recht gutes Bild der zu erwartenden Leistung. Dort werden nämlich gezielt Anwenungsstarts und einige andere Benutzungsszenarien getestet.
    Bei dem einen liegen die RAIDs minimal in Führung, bei dem anderen die einzelnen SSDs. Mittelt man, dann tut sich da gar nichts mehr. Schaut man sich die Ergebnisse im Detail an, dann sieht man jedoch, daß die RAID-Lösungen ihre Werte durch Ausreißer in Einzeldisziplinen aufhübschen.

    Nein, wer den Test wirklich liest, der stellt fest, daß ein RAID-System aus SSDs nur in ganz wenigen Fällen einen ernstzunehmenden Vorteil bringt.

    BTW:
    RAID-0 benötigt annähernd überhaupt keine Resourcen. Auch die Menge an RAM ist irrelevant, da man ohne USV so oder so besser auf Write-Through / disable write cache stellen sollte. Es macht aber auch überhaupt keinen Unterschied, denn die Geschwindigkeit der SSDs erhöht sich nicht dadurch, dass der Controller viel RAM hat oder nicht. Das soll ja nur (Schreib-)Zugriffe abfedern, bevor sie auf die dahinter geschalteten, vermeindlich langsamen, Datenspeicher treffen.
    Bei heutigen CPUs ist es aber schnurz egal, ob die mal eben 1GB/s zu SSDs schreiben sollen oder nicht. Das macht eine CPU "nebenbei", dazu benötigt es keinen zusätzlichen Prozessor auf einem Controller.
    Mal ganz davon abgesehen, daß diese kleinen Prozessoren für XOR-Berechnungen von RAID-5/6 gedacht sind und bei RAID-0 schlichtweg gar nichts tun.
    0