Die besten SSDs im Roundup: 50 Solid State Disks mit Benchmarks

SSDs sind längst kein reines Luxusobjekt mehr: Pfeilschnelle und hinsichtlich der Größe voll alltagstaugliche Laufwerke gibt es mittlerweile auch für den schmalen Geldbeutel. Wir zeigen die derzeit attraktivsten 2,5-zölligen SSD-Laufwerke.

Gegenüber herkömmlichen, mechanischen Festplatten bieten Solid State Drives (SSDs) eine um ein Mehrfaches höhere Lese- und Schreibgeschwindigkeit und agieren zudem praktisch lautlos. Der Leistungsunterschied ist keinesfalls akademisch und manifestiert sich beim Wechsel des Systemlaufwerks von einer herkömmlichen Festplatte auf eine SSD in einem deutlich spürbaren Leistungsschub: Das Booten des Computers beschleunigt sich, Programmstarts gehen deutlich schneller und insgesamt wirkt das System bei allen Schreib- und Lesevorgänger erheblich reaktiver.

Einer mechanischen Festplatte unter die Haube geschaut.Einer mechanischen Festplatte unter die Haube geschaut.

SSDs basieren auf Flash-Speicherbausteinen und benötigen im Gegensatz zu mechanischen HDDs keine zusätzliche Mechanik; Lese- und Schreibköpfe, die auf der Suche nach den einzelnen Dateifragmenten über Magnetscheiben rasen, gibt es hier nicht. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass SSD ans sich merklich robuster sind als mechanische Festplatten, was sie wegen der hier ständig auftretenden Beschleunigungen und Schocks für den Einsatz in Mobilgeräten prädestiniert.

Ein Blick ins Innere einer SSD: Das Fehlen mechanischer Bauteile macht SSDs robuster als HDDs.Ein Blick ins Innere einer SSD: Das Fehlen mechanischer Bauteile macht SSDs robuster als HDDs.

Wer sich näher mit verschiedenen aus der Frühzeit dieser Technologie stammenden Mythen und Unterschieden zur herkömmlichen, mechanischen Festplatte auseinandersetzen möchte, den möchte wir an dieser Stelle auf den kürzlich erschienenen Artikel Sieben Mythen rund um SSDs: Was ist wahr, was ist falsch? verweisen, der unter anderem mit dem Argwohn gegenüber der Lebensdauer aktueller SSDs aufräumt.

Auf Nimmerwiedersehen, Festplatte?

Das kann man so pauschal nicht sagen. Denn auch wenn die Preise für SSDs in den vergangenen Monaten und Jahren ordentlich ins Purzels geraten sind, fällt der Preis pro Gigabyte aber immer noch deutlich höher aus als bei Festplatten: Bei den günstigsten SSDs sind es immer noch um 35 Cent pro GByte, bei mechanischen Festplatten hingegen weniger als 3 Cent.

Wer also große Datenmengen speichern will oder muss und es nicht unbedingt auf allerhöchste Performance ankommt, ist mit klassischen Festplatten, die noch lange nicht abgeschrieben werden können, immer noch am preiswertesten unterwegs. Wer möglichst viel Platz beötigt, kommt um den Erwerb einer klassischen Festplatte ohnehin nicht herum.

Aktuelle Festplatten bieten bis zu acht Terabyte Speicherkapazität. Die hier gezeigte HGST-Festplatte ist dazu mit Helium befüllt, was für einen leiseren, schonenderen Betrieb sorgen soll.Aktuelle Festplatten bieten bis zu acht Terabyte Speicherkapazität. Die hier gezeigte HGST-Festplatte ist dazu mit Helium befüllt, was für einen leiseren, schonenderen Betrieb sorgen soll.

Daraus können folgende Konsequenzen gezogen werden: Wer ohnehin nur sehr wenige Programme nutzt und nicht viele Daten speichert, erhält durch die Möglichkeit der Umrüstung auf eine kleine SSD einen deutlich fühlbaren Systemleistungsschub, auch wenn der Einsatz einer größeren, dafür aber langsameren mechanischen Festplatte aus der aktuellen Generation ausreicht.

Bei reiner Office- und Internetnutzung sorgt eine SSD im Großen und Ganzen lediglich für einen schnelleren System- und Programmstart und kann ihre eigentlichen Stärken kaum ausspielen. Wer hingegen als Power-User über sehr viele Zusatzdaten verfügt und zudem viele und vor allem große Programme nutzt, kommt an einer Kombination aus SSD als Systemfestplatte und mechanischer HDD zu Auslagern von Datenbeständen kaum herum.

SSHD: Weder Fisch noch Fleisch

Eine mögliche Alternative kann hier das Beschreiten des Mittelwegs sein: Hybdride SSHDs vereinigen SSD und HDD in ein und demselben Laufwerk, indem einer klassischen Festplatte einfach eine zusätzlicher Flash-Speicher eingepflanzt wird, der als schneller Zwischenspeicher für häufig genutzte Daten fungiert. Zu diesem Bereich hatten wir bereits mehrere Modelle vom günstigen 2,5-Zoll-Laufwerk bis hin zu Western Digitals vier Terabyte großer High-End-SSHD mit 120 GByte Flash-Speicher im Test.

Schwarzer Hybride: 120 Gigabyte SSD und ein Terabyte HDD in einem Gehäuse.Schwarzer Hybride: 120 Gigabyte SSD und ein Terabyte HDD in einem Gehäuse.

Gerade in den Anfangszeiten, als die ersten SSDs auf den Markt kamen, war es eine sehr beliebte Praxis, sich damals kleine (bis maximal 64 GByte) oder kleinste (bis maximal 16 GByte) SSDs zuzulegen und diese entsprechend ihrer Größe entweder als reines Systemlaufwerk oder sogar nur als zusätzlichen, Flash-basierten SSD-Cache für die mechanische Festplatte zu nutzen.

Durch den Einsatz solcher Kleinstlaufwerke konnte unter Verwendung von Technologien wie Intels Rapid Storage ein ähnlicher Effekt wie bei der Verwendung einer SSHD erzielt werden – die SSD als reiner Cache mit 16 oder mehr GByte beschleunigte dann vor allem sehr oft getätigte Schreib-, vor allem aber aber Lesevorgänge.

Performance? SSD!

Aktuell sind jedoch mit Speicherkapazitäten von 240 Gigabyte ausreichend groß dimensionierte SSDs für deutlich unter 100 Euro zu haben und selbst ausgesprochene Sparfüchse werden mit Modellen ab 120 Gigabyte mit Preisen unter 50 Euro gut bedient. Bei den noch angebotenen Modellen mit noch geringerer Speicherkapazität handelt es sich angesichts dieser Preisentwicklung überwiegend um überteuerte Restposten.

Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass die 120-GByte-Klasse den allerkleinsten Einstiegspunkt darstellen sollte, wenn man bei Windows-basierten Systemen nach der Installation von Betriebssystem und Programmen noch genügend Platz für Alltagsaufgaben haben und nicht ständig zum Aufräumen genötigt sein will.

Die M550 von Crucial ist ein Paradebeispiel für eine schnelle, ausgewogene SSD.Die M550 von Crucial ist ein Paradebeispiel für eine schnelle, ausgewogene SSD.

Derzeit haben im Consumer-Bereich für Desktop-PCs noch SSDs im 2,5-Zoll-Format für den Einsatz am SATA-III-Port (6 GBit/s) die Nase vorn und bieten das attraktivste Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer die kleinen Hochgeschwindigkeitslaufwerke am älteren SATA-II-Anschluss (3 GBit/s) betreibt, kann schon nicht mehr die volle theoretische Leistung abrufen.

Im Notebook-Bereich werden zudem noch einmal deutlich kleinere Modelle für den älteren mSATA- und den aktuellen M.2-Controller verbaut. Wird ein besonders hoher Datendurchsatz benötigt, bieten sich für den Einsatz in Desktop-PCs auch per M.2, SATA-Express- oder PCI-Express angebundene High-Performance-Modelle an. Für den Business-Bereich gibt es zudem eine ganze Reihe an per SAS-Schnittstelle angebundene SSDs.

Auf besondere Modelle aus diesen Sonderbereichen wollen wir jedoch nur in einem eigenen Kapitel am Ende dieses Artikels eingehen – an dieser Stelle geht es uns vornehmlich um die Empfehlung der jeweils performantesten sowie aus Preis-Leistungs-Sicht attraktivsten SSDs im 2,5-Zoll-Format für Normalanwender.

Unser Testfeld: Alle SSDs im alphabetischen Überblick

Wir haben im Rahmen dieses Artikels, der übrigens der erste seiner Art ist und künftig regelmäßig um neu getestete SSDs erweitert werden wird, zwei Größenklassen definiert: SSDs von 120 bis 256 Gigabyte Speicherkapazität dominieren aktuell die Verkaufs-Charts, aber auch größere Modelle mit 480 Gigabyte Speicherkapazität und mehr (bzw. ab 400 Gigabyte für Profimodelle mit Over-Provisioning) werden immer erschwinglicher und interessanter. 

In der Benchmark-Sektion dieses Dauerläufers bieten wir einen gestrafften Auszug der während unserer Einzel- und Vergleichstests erhobenen Messwerte. Dazu kommen noch unsere Empfehlungen der besten Laufwerke, 

Aber nachfolgend findet ihr zunächst einmal die getesteten SSDs bis 256 GByte und ab 400 Gigabyte im Überblick mit den wichtigsten Eckdaten (Controller, Schnittstelle, Datum der Markteinführung). Das Testfeld besteht vornehmlich aus Modellen, die frühestens ab Ende 2012 bei Geizhals gelistet waren und somit überwiegend auch aktuell noch erhältlich sind.

An älteren Modellen ziehen wir nur zum Zweck eines Generationanvergleichs SSD-Oldies wie Intels SSD 330 und SSD 520, OCZs Vertex und Vertex 2 und Samsungs SSD 470 und 830 heran, die allesamt zu ihrer Zeit als eine gute Wahl galten und in vielerlei Hinsicht Referenzcharakter hatten. Im Rahmen dieses Tests haben sie den auf jeden Fall, den sie sollen euch den Vergleich der Leistung moderner, aktueller Laufwerke mit der Performance von "alten", guten Modellen ermöglichen.

SSDs bis 256 GByte im Testfeld

SSDs ab 400 GByte im Testfeld

SSD-Oldies zum Vergleich

  • Intel SSD 330, 180 GB (SandForce SF-2281, SATA 6 Gb/s), 2012-Q1
  • Intel SSD 520, 240GB (SandForce SF-2281, SATA 6 Gb/s), 2012-Q1
  • OCZ Vertex, 120 GB (Indilinx Barefoot, SATA 3 Gb/s), 2010, Q1
  • OCZ Vertex 2, 100 GB (SF-1222, SATA 3 Gb/s), 2010-Q3
  • Samsung SSD 470, 128 GB (Samsung MAX, SATA 3 Gb/s), 2010-Q3
  • Samsung SSD 830, 256 GB (Samsung MCX, SATA 6 Gb/s), 2012-Q3

Zu Vergleichszwecken beinhalten die Charts zudem auch SSDs, die eigentlich für den Enterprise- bzw. Serverbereich konzipiert wurden; diese Modelle sind in der Regel jedoch für den Normalanwender preislich unerschwinglich.

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16 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Was ist denn mit der Crucial MX100er -Serie?
    Wieso wird noch die alte 550 getestet?

    Die MX100er hätten denen nochmal gezeigt, was Preis-Leistung bedeutet.
    Die 256GB-Version kostet unter 90,-€!!
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  • jetzt entspann dich mal fuchur, ich sehe in diesem Artikel eher die lange überfällige Aufarbeitung für die SSD-Charts 2014 - vermutlich weil endlich genug neue SSDs vorliegen um dieses Roundup und die Charts dann in den nächsten Wochen sinnvoll zu ergänzen ;)
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  • Für Power-User heißt es warten, bis es eine Auswahl von m.2 - SSDs gibt, die NVMHC (und natürlich die entsprechenden Mainboards mit vierfach PCIe-Anbindung des m.2-Slots).

    Erst dann wird es wieder einen fühlbaren Geschwindigkeitsfortschritt geben.
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  • @fuchur: Ich bin völlig deiner Meinung - aber der Release des Artikels war quasi Befehl von ganz oben. Und wir haben tatsächlich gerade einen Stapel an weiterem Material im Lab liegen, um ein Update folgen zu lassen.
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  • @derLord:
    Schon jetzige SSDs sind so schnell, dass man die Unterschiede zwar gut messen kann, aber im Desktop nicht mehr "merkt".
    HDDs waren ein eindeutiger Flaschenhals. SSDs haben diesen größtenteils eliminiert. Wenn eine Komponente keinen Flaschenhals mehr darstellt, sondern andere Komponenten bremsen, dann bringt auch die 10-fache Leistung nur marginale Gewinne.

    Bitte nicht falsch verstehen: Die neuen SSDs, egal ob SATA-Express oder m.2, können die bisherigen SATA-SSDs bestimmt hinter sich lassen und bringen bestimmt noch einen Gewinn. Aber ob das nun wirklich ein großer Sprung sein wird, also deutlich fühlbar, das steht noch ein wenig in den Sternen.
    Im Vergleich zu einer 850 Evo / 840 pro / 850 pro (oder einer vergleichbar schnellen SSD) wird der gefühlte Mehrwert m.E. im Normalfall recht begrenzt ausfallen.

    Natürlich nicht, wenn man ISOs rumkopiert... Geschenkt.
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  • ISO 227,93, Programm 129,55 und Game 172,79. Aber ich heul jetzt nicht rum. Ich denk mal Ghostrider liegt schon richtig. Der Normalanwender wird vermutlich wenig bis nix merken wenn man die die theoretisch schnellste SSD gegen die Nr. 30 austauscht oder so.
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  • Wurden die Samsung-SSDs im Test mit oder ohne RAPID getestet?
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  • ohne, mit rapid bringen die ja mal eben bis zu 6 GB/s einfach weil die sich dann bis zu 3 GB vom ramdrive genehmigen *g*

    Was glaubst Du wie ich privat geschaut habe - hatte was anderes messen müssen und habe dann zum gaudi meine ssds
    mit sdm mal laufen lassen - die evo dann mit lustigen 6,1 GB/s - bis mir einfiel rapid mode - hatte schon geschimpft weil samsung
    den test manipuliert, bis mir einfiel warum der wert so ausfällt...

    Aber da ich 16 GB ram drin habe, einfach weil sie mir in die hände fielen *g* so what ;)
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  • Die 6GB/s sollten aber nur bei schlecht implementierten Tests auftreten, AS-SSD sollte hier schon realitäts-nahe Ergebnisse liefern. Wäre zumindest interessant zumindest mal einen Vergleichswert mit RAPID in die Tabellen aufzunehmen, könnte man ja andersfarbig markieren um die unterschiedlichen Testbedingungen zu kommentieren.
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  • Jup, ist tatsächlich durchweg ohne RAPID, hab gerade nochmal im Testlab nachgefragt.
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  • Aufgrund der TLC Probleme mit "alten" Dateien halte ich es für etwas vermessen die EVO Serie (non Pro) von Samsung zu empfehlen.
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  • och mit regelmäßigem Backup stressfrei... Außerdem wird das Problem spätestens im Frühjahr alle hersteller betreffen, die dann entweder mit 19 & 16 nm TLC oder 14 / 15 / 16 nm MLC bauen...

    Wir wußten aber alle (die insider), daß es mit allem deutlich unter 20 nm diesbezüglich probleme geben wird - aber geiz ist geil und alle Kunden schreien nach billigen SSDs *seufz*
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  • 57712 said:
    @fuchur: Ich bin völlig deiner Meinung - aber der Release des Artikels war quasi Befehl von ganz oben. Und wir haben tatsächlich gerade einen Stapel an weiterem Material im Lab liegen, um ein Update folgen zu lassen.


    @ Myrkvidr: Na dann freue ich mich mal auf das Update! ;-)
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  • 8155 said:
    Aufgrund der TLC Probleme mit "alten" Dateien halte ich es für etwas vermessen die EVO Serie (non Pro) von Samsung zu empfehlen.

    Das Problem ist behoben. Was spricht also dagegen?
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  • Hab mal eine Crucial M550 256 bestellt.
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  • das ist schon fast wieder overkill und preislich etwas intensiver - aber sonst spricht absolut nichts gegen diese SSD - viel spaß damit ;)
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