SSDs: LBA Scrambler ersetzt TRIM-Befehl

Das Löschen von Dateien auf SSDs läuft seit jeher etwas anders ab als bei der klassischen HDD: Anstatt die freigegebenen Bereiche einfach zu überschreiben und so neu zu verwenden, kommt bei den Flash-Bausteinen einer Solid State Drive als erstes der TRIM-Befehl zum Einsatz, der die einzeln addressierten Speicherstellen an den Garbage Collector freigibt. Dann kann der Speicher neu mit Nullen und Einsen beschrieben werden.

Hier setzen die japanischen Forscher an, die den "Logical Block Address Scrambler" entwickelt haben. Dieser soll direkt in die Firmware der SSDs übernommen werden und dort TRIM und den Garbage Collector ersetzen.

Die Effekte sind an mehreren Stellen positiv: Es soll nicht nur der Stromverbrauch um bis zu 60 Prozent sinken, sondern gleichzeitig auch die Lebenserwartung durch die signifikant niedrigeren Schreibprozesse deutlich steigen. Denn jeder Trim-Befehl ist ein Zyklus - und von denen übersteht eine einzelne Flash-Zelle nur rund 40.000. Mit dem neuen Verfahren sollen bis zu 55 Prozent weniger Zyklen benötigt werden, was in einer Laufzeit von acht Jahren für Normalnutzer resultieren könnte.

Auch die Schreibgeschwindigkeit soll enorm wachsen, bis zu 300 Prozent Mehrleistung soll nach dem entsprechenden Firmware-Update möglich sein. Begrenzt werden aktuelle SSDs hier natürlich durch den SATA-Anschluss, der maximal sechs GBit/s zulässt. 

Ein solches Update soll sich laut den Entwicklern relativ einfach überspielen lassen, so dass auch derzeitige SSD-Speicher vom neuen Verfahren profitieren können. Die Fragen sind an dieser Stelle nur: Welche SSDs werden das Update noch erhalten, ab wann sind sie nicht mehr relevant und natürlich: Sollte aus Sicht des Herstellers das Update vielleicht gar nicht auf alte Speicher überspielt werden, damit brav die neuere Generation gekauft wird?

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7 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • jo-82
    Wie soll das technisch genau funktionieren? Wäre interessanter als 3 Absätze leere Worthülsen mit "könnte", "sollte", "würde" und "bis zu"-Angaben.

    Aktuelle MLC-Flashzellen verkraften zudem gerade mal noch 2000-3000 writes, keine 40k.
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  • fffcmad
    Effektiv waere es, wenn die SSD das Dateissystem selbst verwalten wuerde. So wie bei einem c64-Diskettenlaufwerk. Das OS muss einfach nur sagen: Gib mir die datei oder Formatiere dich aml: Und die SSD macht es sich selber. Und dann wuesste die SSD auch, welche Sektoren keine Daten enthalten und welche Dateein zusammmengehoeren.etc. Koennte sich selbst defragmentieren usw.
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  • Tesetilaro
    ich bin auch noch nicht überzeugt von dieser ankündigung... zu viele technische ungereimtheiten - und ich gehe mit fffcmad bezüglich der verwaltung der Dateisysteme - das wäre hilfreich... oder wegen mir ein Dateisystem das wirklich für flash zugeschnitten ist - das wäre schon mal ein anfang ;)
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