SATA mit 3 Gb/s: Flaschenhals für SSD-Upgrades?

Bemerkt man in der Praxis einen Leistungsunterschied zwischen einer SATA-Schnittstelle mit 6 Gb/s oder nur 3 Gb/s? Hohe Bandbreiten von 500 MB/s und sind nur mit 6 Gb/s SATA möglich, doch unser Praxistest zeigt, dass das nicht wichtig ist.

Um einem Rechner mittels Tuning Beine zu machen, bieten sich mehrere Methoden an. Ein spürbaren Erfolg stellt sich oft aber nur dann ein, wenn man eine oder gleich mehrere Hardware-Komponenten des Rechners austauscht. Das speziell in der PC-Frühzeit sehr gern genommene und damals auch wirkungsvolle Übertakten einzelner PC-Bauteile wie CPU, RAM oder Grafikkarte bringt heute kaum noch einen sinnvollen Effekt (es ist oft genug CPU-Leistung vorhanden) und kann obendrein unerwünschte Nebenwirkungen provozieren. Je nachdem wie munter man an Stellschrauben wie dem CPU-Multiplikator, den Spannungseinstellungen, Latenzeinstellungen am Hauptspeicher und Taktfrequenzen dreht, lässt sich nicht gewährleisten, ob der Rechner danach kurz- oder langfristig noch stabil läuft.

Statt Software- und BIOS-Frickelei lässt sich das PC-Tuning deutlich einfacher erledigen, indem man beispielsweise die alte Grafikkarte durch eine neue ersetzt, dem PC mehr RAM zur Seite stellt oder – und das ist die mit Abstand beste, weil wirkungsvollste und inzwischen auch bezahlbare Methode – die integrierte Boot-Festplatte durch eine schnelle SSD ersetzt.

Ein aktuelles Flash-Laufwerk lässt einer Festplatte beim direkten Vergleich der Datentransferrate ohnehin keine Chance: bis zu 550 MB/s versprechen die Anbieter meist zurecht. Entscheidend sind in der Praxis jedoch nicht die Spitzenwerte beim Lesen und Schreiben, wenngleich sie sich eindrucksvoll lesen. An erster Stelle steht vielmehr die I/O-Performance, die bei einer SSD gleich um viele Größenordnungen über der einer Festplatte liegt: 15 bis zu 300 Mal schneller arbeiten SSDs und können somit sehr viel mehr einzelne Blockanfragen pro Sekunde lesend oder schreibend beantworten. Ein paar tausend I/O-Operationen pro Sekunde liefern SSDs in der Praxis immer; bei professionellen Systemen mit vielen gleichzeitigen Kommandos können dies im Idealfall bis zu 100.000 sein. Eine Festplatte stagniert dagegen bereits bei ca. 150-250 IOPS, was den Leistungsunterschied schnell verdeutlicht. Wichtig dabei ist: viele I/Os benötigen nicht zwangsläufig eine hohe Bandbreite.

Ein SSD-Update lohnt sich daher für jedermann, in dessen Rechner noch eine Festplatte arbeitet: Im Betrieb äußert sich das zum Beispiel in sehr kurzen Windows-Bootzeiten, viel schnelleren Starts von Anwendungen und dem generellen Eindruck eines rundum flüssig und nahezu verzögerungsfrei laufenden Systems.

Reicht SATA 3 Gb/s für eine SSD mit 6 Gb/s?

Vor dem Einbau einer SSD in einen vorhandenen PC stellen sich viele Anwender jedoch eine Frage: Was wenn die Schnittstelle auf der Hauptplatine den aktuellen SATA-Standard mit 6 Gb/s nicht unterstützt und nur eine Bandbreite von 3 Gb/s bietet? Funktionieren moderne SSDs damit? Und werden sie dann ausgebremst? Ist der Mehrwert dann noch spürbar? Lohnt es sich, einen SATA-Controller mit 6 Gb/s ebenfalls nachzurüsten?

Diesen Fragen sind wir im Testlabor nachgegangen und haben dazu eine aktuelle SSD zuerst mit SATA-6-Gb/s- und anschließend gedrosselt auf SATA-3-Gb/s-Bandbreite getestet. Stellvertretend dafür kommt die Samsung 840 Pro zum Einsatz, weil sie aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit derzeit eine gute Wahl ist und danke ihres relativ günstigen Preises für ein PC-Upgrade empfiehlt. Die Ergebnisse gelten aber nicht nur für das Samsung-Laufwerk, sondern sind weitgehend übertragbar auf alle SSD-Modelle, die ähnlich leistungsfähig sind. SATA mit 1,5 Gb/s haben wir übrigens bewusst außen vor gelassen, weil damit ausgerüstete Systeme einen Datumsstempel um das Jahr 2005 herum tragen und daher nicht mehr relevant sind.

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6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Habt ihr nun Windows 8 oder Windows 7 verwendet? In der Beschreibung und dem Index ist eindeutig Windows 8 zu lesen, aber in den Benchmarkbildern steht "nur" Windows 7.
    Schreibfehler?
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  • eine schande ist was sich da draussen 3G oder 6G controller nennen darf.mit einigen 6G krücken schafft man gerade eben die 3G.müsste dringend mal ein kontrollelement rein.
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  • "Braucht es wirklich eine SATA-Schnittstelle mit 6 Gb/s Bandbreite oder tut es auch SATA mit 3 Gb/s? Die eingangs gestellte Frage können wir ausgehend von unseren Testergebnissen mit einem klaren Ja beantworten."
    Oder-Fragen beantworte ich auch oft mit einem klaren Ja!

    Ansonsten decken sich die Ergebnisse mit meinen Erfahrungen, meine m4-SSD steckt auch nur ein einem SATA 3 GBs Port und steigert die gefühlte Leistung trotzdem enorm.
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  • Meine M4 hockt auch auf nem SA2 Anschluss, und das ist auch völlig in Ordnung, die zusätzliche Leseleistung brauche ich nicht wirklich, und ob mein Programm jetzt 20% länger braucht und dabei immer noch 3x so schnell ist wie jede HDD, ist mir völlig Banane. Einige von euren Werten sahen etwas merkwürdig aus, es ist für mich kaum verständlich, dass die Zugriffszeiten so variieren, auch dass die Übertragungswerte bei SATA2 so weit weg vom Limit liegen (teilw. 30MB bzw 10% zum Maximum), ist merkwürdig.
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  • Der Praxistest hätte ruhig noch erweitert werden können. Hier hätte ein Systemscan der Festplatte mit einem Virenscanner auch deutliche Praxisnähe gezeigt.
    Trotzdem halte ich es für übertrieben eine 840Pro an einer SATA2 Schnittstelle zu betreiben, um damit einen etwas in die Jahre gekommenen PC zu beschleunigen. Hier sollte jeder Anwender zu einer deutlich günstiegeren SSD greifen(z.B. der OCZ Vertex Plus). Gerade für Notebook's ist die günstigere Variante deutlich besser, da viele noch nicht einmal über einen SATA3 verfügen.
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  • Tippfehler auf Seite 2:
    .... derzeit für rund 195 Euro gehandelten 256-MB-Testexemplars beziffert Samsung .....
    Mit 256MB dürfte die SSD ein wenig knapp bemessen sein :)
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