[UPDATE] Vergleichstest interne SSDs, Stand November 2016

Fazit

Mit mehr SSDs im Test füllt sich langsam auch die Fazit-Seite. Hier ordnen wir jede getestete Baureihe hinsichtlich Leistung und sonstigen herausstechenden Features ein, so dass sich konkrete Kaufempfehlungen oder auch -warnungen ablesen lassen.

Dank MLC-NAND ist Crucials BX100 (2,5 Zoll, SATA) nach wie vor eine gute SSD der unteren Mitteklasse. Das Angebot dünnt allerdings allmählich aus. Das ist schade, denn die BX100 ist schneller als ihr nomineller Nachfolger BX200. Gut fällt vor allem die Langzeit-Performance dieser Laufwerke aus.

Mit der RD400(A) (M.2 und PCIe-Add-in-Card, PCIe/NVMe) hat OCZ ein heißes Eisen im Feuer. Die SSD überzeugt vor allem in der A-Version mit zusätzlicher Add-in-Card durch ein Wärmeleitpad zum Schutz vor thermisch bedingtem Heruntertakten bei ausgelastetem Controller. Sogar an eine zusätzliche Low-Profile-Blende wurde gedacht.

Zwar reicht die RD400(A) nicht an die Leistung von Samsungs SSD 960 Pro heran und wurde als Konkurrent zur SSD 950 Pro platziert, aber nichtsdestotrotz handelt es sich um eine sehr leistungsstarke SSD. Als Alleinstellungsmerkmal bringt sie das Advanced Warranty Program mit: OCZ bietet im Problemfall deutschsprachigen Support und bei qualifizierten Problemen sogar die Möglichkeit zum Vorabtausch einer defekten SSD - top!

OCZs Trion 100 (2,5 Zoll, SATA) hat Toshiba-Gene und setzt auf dieselbe Kombination aus Controller und Flash-Bausteinen wie Toshibas Q300 in der älteren Ausstattungsvariante mit 19-nm-NAND-Flash. Geringe Unterschiede dürfte es hier lediglich im Hinblick auf die Firmware geben – und im Hinblick auf das von OCZ mitgelieferte SSD-Tool. Die Baureihe ist allerdings unter dem Strich doch etwas langsam. Wenn der Preis stimmt, kann sie aber als günstiges Upgrade für eine mechanische Festplatte in Erwägung gezogen werden.

Die OCZ Trion 150 (2,5 Zoll, SATA) ist der Nachfolger der Trion 100 und kann viel eher überzeugen. Die von uns getestete 480-GByte-Version punktet sogar mit ordentlichen Dauerleistungswerten und ist bei höherer Leistung günstiger als der Vorgänger. Was ihr gegenüber SSDs aus der gleichen Preis-Leistungs-Klasse einen handfesten Vorteil verschafft, sind die ungewöhnlich komfortablen Garantiebedingungen bzw. die Garantieabwicklung mit der Möglichkeit zum Vorabtausch der SSD im Falle eines Problemfalls. Das bietet derzeit kein anderer Hersteller.

Patriots 240 Gigabyte fassende Blast (2,5 Zoll, SATA) konnte im Test nicht wirklich überzeugen. Sie liefert derzeit fast durchweg die schwächsten Leistungsdaten in allen Benchmarks ab. Als Upgrade für ein älteres, HDD-basiertes System kann sie natürlich dennoch für einen Performance-Schub sorgen. Allerdings nur dann, wenn sie wirklich günstig zum Schnäppchenpreis angeboten wird.

Plextors M7V (2,5 Zoll, SATA) ist eine gute Mittelklasse-SSD und befindet sich als solche auf Augenhöhe mit der OCZ Trion 150 – abhängig vom verwendeten Benchmark mal ein wenig davor, mal ein wenig dahinter. In der getesteten 512-GByte-Version ist außerdem die Langzeit-Performance ganz in Ordnung. Interessant ist vor allem PlexVault, wodurch sich per Knopfdruck Daten vor anderen Nutzers desselben Systems verbergen lassen. Auch mehrere versteckte Bereich mehrerer Nutzer sind möglich, die dann füreinander unsichtbar sind.

Kaum einen Unterschied gibt es zwischen Samsungs SSD 850 Evo und der SSD 850 Evo v3 (beide 2,5 Zoll, SATA), die wir gleich in verschiedenen Größenklassen testen konnten. Die neuere v3 besitzt einen etwas schnelleren Cache und ist dank höherer Speicherdichte etwas günstiger und dabei geringfügig schneller als die Evos der vorherigen Generation.

Die SSDs sind etwas teurer, dafür aber eben auch schneller als viele andere Konkurrenten aus der gehobenen Mittelklasse im 2,5-Zoll-Bereich. Die Leistungswerte fallen in Relation zu vergleichbaren Laufwerken in allen Durchläufen sehr gut aus, wodurch die SSDs als sehr gute Allrounder punkten können.

Unter den Consumer-Laufwerken derzeit unerreicht ist die Leistung der Samsung SSD 960 Pro (M.2, PCIe/NVMe): Die getestete 1024-GByte-Version setzt sich mit spielender Leichtigkeit überall an die Spitze der Benchmark-Charts und ist dabei günstiger als der langsamere Vorgänger SSD 950 Pro. Unter synthetischen Idealbedingungen läuft die per PCIe 3.0 angebundene SSD auch bei voller 4-Lane-Anbindung ins Limit. Aber auch die reale Alltagsleistung ist einfach nur sehr gut.

Für Toshibas Q300 in der 19-nm-Version gilt dasselbe wie bereits für die Trion 100: Die SSD ist insgesamt ein wenig zu langsam und dafür etwas zu teuer. Die neuere 15-nm-Version haben wir bereits auf der Teststation und werden demnächst ein entsprechendes Test-Update bringen - die wird nämlich günstiger angeboten.

Was für Toshiba spricht: Controller und NAND-Flash werden selbst hergestellt. Dadurch kann der Käufer relativ sicher sein, dass die Komponentenbestückung sich im Laufe des Produktionszyklus nicht plötzlich ändert – auch das gab es bereits und nicht immer sorgen alternierende Komponenten für mehr Leistung. Hier gibt ein großer Hersteller mit eigenen Produktionskapazitäten wie Toshiba mehr Sicherheit.

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20 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • stefan00166
    Bitte könnt ihr vielleicht mal eine Festplatte dazunehmen 1 normale und ein 2 mal ne schnelle raid 0 verbund.
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  • ShieTar
    1 Festplatte als Referenzgröße wäre sicher nicht verkehrt, aber 2 Platten im Raid kann man sich dann selbst ausrechnen. Doppelte sequentielle Datenrate, und bestenfalls die gleiche IOPS.
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  • besterino
    Ich bin mal auf die angekündigten erläuternden Teile gespannt. Ich habe vor allem noch nicht verstanden, wie sich diese Cache-Systeme auswirken, vor allem je nach Anwendungsszenario. Also mal dumm als Beispiel: wenn ich möglichst schnell ein Renderfilmchen mit 500GB aus dem RAM auf die SSD schreiben möchte, ist das wahrscheinlich eine andere Last, als wenn die SSD gleichzeitig 3 VMs als primärer Datenspeicher (OS-Heimat + ggf. auch noch pagefiles/swap) dient. Daher würde mich halt insbesondere interessieren, wie viel "nackte" Geschwindigkeit bei einer SSD ohne Cache und sonstige Performance-Blender...äh, sorry, "Optimierungsmechanismen"... übrig bleibt.
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  • ShieTar
    Nackt im Sinne von nichtmal Windows Caches? Ich habs mit meiner 840 Pro mal messen wollen, da verlierst du 80% der Performance. Realitätsnah ist das aber nicht.

    Um die verschiedenen Anwendungszwecke einzuschätzen gibts in den detaillierten SSD-Tests ja nicht nur sequentielle und Random-Tests, sondern auch Mixed-Read/Write Tests.
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  • besterino
    Nein, nicht auf OS-Ebene sondern im Prinzip "nur" auf SSD-Ebene. Wenn ich zum Beispiel bei so einer billigen Transcend SSD große Files 20GB+ kopiere, sieht das erst ganz hübsch aus, bricht dann aber eben extrem ein. Dabei sind das ja sogar billige "sequentielle" read/write Anforderungen und sollten also nicht an etwaige IOPS-Grenzen stoßen. Naja, bin in dem Bereich sicherlich kein Guru, daher bin ich auf die Erläuterungen / Hintergründe dazu eben mal gespannt ob ich nach der Lektüre schlauer bin. =)
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  • derGhostrider
    EINE Datei zu schreiben trifft nie IOPS-Begrenzungen, da es exakt eine Input Operation ist.

    Kannst Du mir verraten, was Du von einem nicht realistischen Test erwartest?
    Ich sehe den Vorteil einfach nicht ALLE Caches (inkl in SSD integriertem Cache, nehme ich doch mal an) zu umgehen, da Di soetwas NIEMALS im Betrieb antreffen wirst.

    Das erinnert, man entschuldige den Vergleich, an eine solche Forderung:
    "Wie schnell ist ein Bugatti Veyron, wenn man die Reifen abmontiert?"

    Die Frage mag zu beantworten sein, ist aber auch dann nicht hilfreich für jemanden, der das komplette Fahrzeug // die SSD im normalen Einsatz verwenden möchte.
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  • besterino
    Du verstehst es nicht oder willst es nicht verstehen. Diese tollen Performance-Angaben stimmen hinten und vorne nicht, je nach Einsatzzweck. Ich hab auch nirgends gesagt, dass ich alle Caches "umgehen" will. Es geht darum herauszufinden, was übrig bleibt in Szenarien, in denen der Cache und sonstige Tweaks an ihre Grenzen stoßen verdammichnocheinsnocheinmal. Ist das so schwer nachzuvollziehen?

    Von den tollen 500+ lesen/schreiben bleiben in _meinen_ Anwendungsszenarien gerne mal magere 150 oder weniger übrig. Daher: will mal verstehen, warum. So. Genug rumdilletiert von mir, ich warte jetzt einfach mal auf die Artikel und lese mich in der Wartezeit mal woanders noch ein.
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  • Headyman
    Also der AS SSD Benchmark gibt doch schon mal ein gutes Bild, wo man typ. steht, das ist ja einem Anwendungsszenario nachempfunden, da sieht man aben nicht MAX-IO und MAX-Transfers...

    Na ja, und wenn die Caches absaufen, dann wirds halt langsamer, wie stark das hängt vom Anwendungsfall ab...

    Na ja und das Lesen eines Files besteht für ein OS eben nicht nur aus einem IO, da wird protokolliert, geloggt, gescannt und zig Sachen noch aussenrum erledigt, da kann nicht ein OS-neutraler Maximalwert mehr rauskommen.

    Im Übrigen bestehen heutezutage viele Performancezuwächse dem Einsatz von Caches und Optimierungen.
    Ohne derartige Booster, wäre es arg traurig...
    Schalte mal bei deiner CPU alle Caches aus oder eliminiere alle Tricks beim RAM, das ist zwar nicht mehr 70er Jahre, aber allzuviel mehr auch nicht (taktbereinigt).
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  • fffcmad
    Korrekt. Ohne Caches waere man beim RAM Zugriff weit ueber 70ns, eher ueber der 100ns. Viele normale PC System liegen ja gerade mal zwischen 80 - 60ns Speicherzugriff mit Cache. Nur gut getunte System oder welche mit Triple/ Quad Channel kommen in Regionen unter 50ns.
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  • Michalito
    Die Crucial MX 300 kommt noch? Kam ja in der US Schwester nicht gut weg.... Und Samsungs EVO Linie sollte zumindest mit der neuen Revision auch hier rein, oder finde ich die nur nicht, als Test..
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  • Michalito
    € Und die Sandisk Ultra II.. Die verkauft sich z.Z. wie bescheuert.
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  • Myrkvidr
    MX300 kommt noch - ich hab gerade alle 850 Evo und die neuen Evo v3 da und so gut wie durchgemessen. Sandisk Ultra II frage ich gern beim Hersteller an. Es kommen auch noch ein paar zusätzliche Benchmarks (Mixed Workloads), ich musste den Test nur erstmal irgendwie online bringen, bevor ich weitermachen kann ;)
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  • Michalito
    Anonymous sagte:
    MX300 kommt noch - ich hab gerade alle 850 Evo und die neuen Evo v3 da und so gut wie durchgemessen. Sandisk Ultra II frage ich gern beim Hersteller an. Es kommen auch noch ein paar zusätzliche Benchmarks (Mixed Workloads), ich musste den Test nur erstmal irgendwie online bringen, bevor ich weitermachen kann ;)


    Ja, super :D Die 1 TB Evo kommt die Woche bei mir an. Mehr praxisbezogene Benches bitte..
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  • derGhostrider
    Schickes Update!

    Da juckt es schonwieder in den Fingern die 960er 1TB zu kaufen. Allerdings bräuchte ich dazu dann auch gleich noch so eine PCIe-Karte, wie bei der OCZ.
    OCZ, auch wenn da nun Fujitsu draufsteht, ist irgendwie nicht meins. Vor allem, wenn ich den Graphen mit der hüpfenden Transferrate sehe.

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    Wenn die SSDs so einfach überhitzen, wie wäre es denn dann mal diese Kühlung zu testen (Amazon-Link):
    https://www.amazon.de/dp/B01H0BC8FG/ref=wl_it_dp_o_pC_nS_ttl?_encoding=UTF8&colid=2415T1TTOF6XW&coliid=I1L4H9U4S5903I

    kryoM.2 PCIe 3.0 x4 Adapter für M.2 NGFF PCIe SSD, M-Key mit Passivkühler

    Mir wäre es wohl lieber, wenn die SSD um 90° gedreht eingesteckt würde, aber der Kühler sieht vertrauenserweckend aus.
    Und 30 Euro für stabile(re) Leistung, sofern es funktionieren sollte, würde ich auch sofort ausgeben.
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  • Myrkvidr
    Ahh, danke für den Gedankenanstoß zum KryoM.2, hatte ich gar nicht auf dem Schirm! Sieht aber ordentlich aus, zumal sich der Kühlkörper selbst verschrauben lässt.

    Und für die ganz Wahnsinnigen dann noch ein Zusatzdurchlauf mit 90er-Jahre-Mainboard-Chipsatzlüfter auf dem kleinen Kühlkörper ;)
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  • derGhostrider
    Mir hat es auch gefallen, dass der Kühler nicht nur zum Aufkleben gedacht ist. Das erweckt den Eindruck, dass man es mehrfach verwenden kann.

    Deine zusätzliche Idee mit aktiver Kühlung wäre natürlich sehr edel. Zwar mehr Aufwand, aber dann wüsste man wohl hinterher, was theoretisch geht und ob das alles überhaupt etwas bringt. Nicht, dass es nur "Eyecandy" ist, letztendlich aber nichts an der Leistung verändert!
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  • Myrkvidr
    Das wird in jedem Fall etwas bringen.
    Nimm mal beispielsweise die OCZ RD400A, die ja "nur" über das zusätzliche Wärmeleitpad auf die PCIe-Add-in-KArte verfügt. Das steht noch nicht im Test, (wird noch nachgepflegt), weil ich nicht mehr dazu gekommen bin, alle Logs auszuwerten.

    Die RD400A bleibt mit Pad bei 71-72°C (21 °C Raum), der Controller bringt dadurch auch nach 30 Minuten immer noch volle Leistung. Dementsprechend dürfte ein kleiner Passivkühlkörper nochmal mehr Luft nach oben bieten.
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  • derGhostrider
    na dann: Bestellen & ausprobieren! :)
    Mich interessiert am meisten die Sausung 960er. Wenn man die so bei andauernder Belastung nochmal etwas beschleunigen könnte, wäre das schon ganz nett.
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  • McHunter
    Mich würde mal interessieren warum die SanDisk SSDs "SSD Plus", "Ultra II" und "Extreme Pro" nicht im Test auftauchen, zumal es sie in den Größen 120GB, 240GB, 248GB und 960 GB gibt...
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  • Myrkvidr
    Weil ein SSD-Test unglaublich viel Benchmark-Zeit frisst, ich zu viele Ressorts zu bedienen habe und mein Arbeitstag oft epische Zeitspannen umfasst ;)
    Alle genannten SanDisk Modelle sind aber vorhanden und auch fast komplett in fast allen Größenklassen durchgebencht. Sobald ich Fotos vom Innenleben, Texte und Chartsgrafiken fertig habe, kommt das Update. Spätestens Ende Februar/Anfang März.
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