[Gamescom] State of Mind in der Preview

Wie sieht die Welt in 32 Jahren aus? Damit beschäftigt sich Daedalics dystopischer Sci-Fri-Thriller 'State of Mind', der auf der diesjährigen Gamescom vorgestellt wurde. Wir haben uns das Spiel näher angesehen und verraten, was euch erwartet.

Berlin im Jahr 2048

Daedalic Entertainment ist bekannt für aberwitzige Point&Click-Adventure wie Edna bricht aus, Harveys neue Augen, die vierteilige Deponia-Reihe, aber auch für Fantasiespektakel wie The Whispered World, Satinavs Ketten und Memoria.

Nun soll ein Science-Fiction-Thriller diese Riege erweitern. State of Mind heißt das Werk aus der Feder von Martin Ganteföhr, der sich mit außergewöhnlichen Spielen als Computerspielautor etabliert hat. Bereits seit 20 Jahren kreiert er Videospiele und war zwölf Jahre lang für den Spielehersteller House of Tales tätig, den er 1998 mitbegründet hat.

Nun hat Daedalic Entertainment ihn für das Projekt State of Mind engagiert. Das dystopische 3D-Abenteuer vereint zwei unterschiedliche und frei erkundbare Welten. Mehrere spielbare Charaktere sowie die Low-Poly-Optik lassen den Spieler in eine düstere, aber realistische Zukunftsvision eintauchen lassen.

Berlin im Jahr 2048

Wir schreiben das Jahr 2048 und befinden uns im Berlin der Zukunft: Knappe Ressourcen, Übervölkerung und Kriege – eine globale Katastrophe scheint unumgänglich.

Hinzu kommen die voranschreitende Digitalisierung und Überwachung sowie die Entwicklung von Robotern und Cybertechnologien. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, beanspruchen humanoide Roboter Menschenrechte, während Militär und Futuristen versuchen, den künstlichen Menschen zu kreieren.

In dieser dystopischen Welt versucht der Journalist Richard Nolan mit seiner Familie zu überleben.

Die Antwort auf all diese Probleme scheint die Industrie in einer neuen, virtuellen Welt gefunden zu haben. Mithilfe einer Bewusstseinsübertragung leben die Menschen in der friedlichen CITY 5 weiter. Doch etwas geht beim Hochladen von Richard Nolan schief: Er lebt nicht nur im realen Berlin weiter, sondern seine zweite, unvollständige Version von ihm existiert nun in der virtuellen Realität.

Sein virtuelles Pendant heißt Adam und weiß nichts davon, dass er nur ein digitales Abbild einer realen Person ist. Richard kann aber mit ihm in der virtuellen Welt kommunizieren (ohne diese jedoch selbst betreten zu können), indem er zum Beispiel Daten hochlädt. Auch bemerken beide schnell, dass sie unter neurologischen Problemen leiden, da sie eben nicht ganz vollwertig sind.

Doch erst einmal muss Nolan schrittweise herausfinden, was passiert ist. Nach dem Upload hat er nämlich Gedächtnislücken und erwacht in einem merkwürdigen unfallartigen Szenario. Teile seiner Erinnerungen scheinen seitdem zu fehlen.

Immer wieder durchlebt Nolan Flashbacks, die ihm dabei helfen können, seinem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Denn nicht nur seine Erinnerung fehlt, auch seine Familie ist plötzlich fort.  Und so bekommt der Protagonist die Aufgabe, sich mit seiner Familie und seinem virtuellen Selbst zu vereinen. Allerdings realisiert er schnell, dass seine Suche nach Erlösung nicht nur ihn, sondern die Zukunft der gesamten Menschheit betrifft.

Kritisch in die Zukunft blicken

Auf der Gamescom bemerkten wir schnell, dass das Story-getriebene Adventure State of Mind ein Herzensprojekt von Martin Ganteföhr ist. Er hat sich viele philosophische Gedanken um die Zukunft, virtuelle Welten und Identitäten gemacht.

"“Wie sähe ich in der virtuellen Realität aus? Ich kann mein Aussehen in der digitalen Welt ja beliebig anpassen. Wäre ich groß oder klein, dick oder dünn, ein Mann oder eine Frau? Denn auch das Geschlecht könnte ich ändern, alles lässt sich wechseln, so wie die Kleidung", gibt Martin Ganteföhr zu denken.

State of Mind ist übrigens kein Adventure im eigentlichen Sinne, davon möchte sich der Autor abgrenzen. "Der Schwerpunkt liegt klar auf der Story und weniger auf verrückten Rätseln. Es geht nicht darum, möglichst schräge Aufgaben mit unzähligen Gegenständen zu lösen, die sich im Inventar befinden, es geht ganz klar ums Geschichtenerzählen", erklärt uns Ganteföhr bei seiner Präsentation.

Dabei spielt er viel mit futuristischen Ideen und den Konsequenzen, die dadurch auf uns zukommen könnten. "Ein Mitarbeiter von Google ist der Auffassung, dass es uns im Jahr 2045 gelingen könnte, unser Gehirn ins Internet hochzuladen. Aber was bedeutet das für uns?", fragt der Spieleentwickler kritisch.

Sein Hauptcharakter, Richard Nolan, hasst die neuen Technologien und hinterfragt sie. Am liebsten würde er sie auch gar nicht verwenden, wird im Spielverlauf aber dazu gezwungen, um die Geschehnisse aufzuklären.

So muss er mit Robotern kommunizieren und diese steuern, Drohnen fliegen, Personen scannen und Daten hacken. "Es ist aber kein Action-Gameplay, sondern das Storytelling bleibt im Vordergrund", betont Ganteföhr nochmals. 

Interessant ist auch, dass die Hauptfigur weder ein weißer Ritter noch ein strahlender Held ist. Er betrügt seine Frau und ist scheinbar auch sonst kein besonders sympathischer Kerl. Näheres werden wir erfahren, wenn sich Richard nach und nach wieder zusammensetzt – sollte Adam dies zulassen.

Fazit

Mit State of Mind betritt Daedalic Entertainment mal wieder neue Gefilde. Dazu haben sie sich den erfahrenen Spieleentwickler Martin Ganteföhr ins Team geholt, aus dessen Feder das dystopische Zukunftsszenario stammt.

Man merkt, dass sich Ganteföhr viele Gedanken darum gemacht hat und auch viel für das Spiel recherchierte. Was könnte 2048 möglich sein, was wären die Konsequenzen? Inwieweit würde uns all die Technologie auch schaden?

Solche Gedanken kennt man natürlich schon aus zahlreichen bestehenden Science-Fiction Szenarien, wie zum Beispiel aus der Deus Ex-Reihe, Gattaca, I Robot, Equilibrium, die Matrix-Trilogie und dem Shadowrun-Universum – um nur ein paar wenige zu nennen. Umso gespannter sind wir, welche Ideen State of Mind noch hinzufügt und in welche Richtung die dystopischen Gedankenspiele noch geführt werden.

Die Spieldauer soll bis zu 20 Stunden betragen. Die Grafik ist in einem sehr hartkantigen und schemenhaften Low-Poly-Look gehalten.

Unserer Meinung nach klingt State of Mind sehr vielversprechend, das Team rund um Martin Ganteföhr scheint sich immens viele Gedanken darum gemacht zu haben, sodass wir auf eine spannende Story und zahlreiche interessante Zukunftsvisionen hoffen.

Wir freuen uns schon auf den Release, der für das erste Quartal 2017 angesetzt ist. State of Mind soll für PC, Mac, Linux sowie PlayStation 4 und Xbox One erscheinen.

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