SSD-Verkäufe steigen, Engpass in Sicht

Wie die Quartalszahlen von WD und Seagate immer wieder beweisen, geht es dem Markt für Festplatten nicht gut - woran SSDs einen erheblichen Anteil haben. Gleichzeitig findet im SSD-Bereich aktuell der Übergang von NAND zu 3D-NAND statt, welcher auch Hersteller des klassischen NAND-Speichern zu schaffen macht.

Der neueste Trendfocus-Bericht zeigt auf, dass die Marktpenetration durch SSDs im Bereich der Desktop-PCs trotz des kleiner werdenden PC-Marktes selbst unvermittelt anhält. Allein im ersten Quartal erhöhte sich die Anzahl der ausgelieferten SSDs um vier Prozent, obwohl sich die Zahl der ausgelieferten PCs um 15 Prozent verringerte. Bezogen auf die Formfaktoren war das Wachstum bei den 2,5-Zoll-SSDs mit fünf Prozent wesentlich höher als bei den ultrakompakten M.2-SSDs.

Server-SSDs generierten dabei nur 20 Prozent des Gesamtumsatzes, jedoch legte insbesondere der Markt für PCIe-SSDs innerhalb nur eines Quartals um 16,3 Prozent auf absolut rund 164.000 verkaufte Exemplare zu. Der Absatz im Unternehmenseinsatz durfte aber erheblich von der höheren Speicherkapazität neuer SSDs profitieren - Samsung beispielsweise hat bereits ein Modell mit 15 Terabyte in petto.

Wenig überraschend: Samsung ist nach wie vor Marktführer, musste innerhalb eines Quartals bezogen auf die Anzahl der ausgelieferten Laufwerke aber einen Rückgang von 4,8 verbuchen, was wahrscheinlich im schwachen Notebook-Markt begründet ist. 

Engpass in Sicht

Für Tablets und Smartphone spielt NAND inzwischen eine immer wichtiger werdende Rolle: 60 Prozent aller Chips landeten letztendlich in den beiden Geräteklassen.

Genau das könnte in den nächsten Monaten einen echten Engpass für NAND-Chips bewirken: Durch die Umstellung auf 3D-NAND nimmt die Produktionskapazität von 2D-NANDs ab (oder zumindest nicht zu), während durch die zunehmenden Nutzung von SSDs in Notebooks und den stetig größeren Speicherkapazitäten von Smartphones gleichzeitig der Bedarf wächst.

Unsere amerikanischen Kollegen hatten diesbezüglich die Gelegenheit, Don Jeanette von Trendfocus zu befragen, welche eine Knappheit in greifbarer Nähe sieht. Das könnte unter Umständen auch zu einem Preisanstieg führen.

Der Analyst sieht die Möglichkeit, dass in diesem Fall weniger NAND-Chips auf dem Handelsmarkt landen könnten, was insbesondere Dritthersteller treffen würde. Langfristig sei die Lieferkapazität durch 3D-NAND allerdings gewährleistet.

In diesem Jahr soll die NAND-Gesamtproduktion um 25 Prozent, 2017 um 35 Prozent steigern. 

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1 Kommentar
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  • Bernard Sheyan
    Engpass? Hört sich für mich nach einem trefflichen Grund an, die SSDs wieder teurer zu machen. Man erinnere sich nur mal an den Vorfall in Fernost und die daraus resultierenden, gallopierenden Preisanhebungen bei den konventionellen HDDs
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