Stresstests im Detail: CPU und Gesamtsystem richtig testen (Tutorial - Teil2)

CPU Only: Temperaturen

Kommen wir nun zu den Temperaturen, die als direkte Folge der erzeugten Abwärme gemessen werden konnten. Da wir mit den einzelnen Testdurchläufen ja auch unterschiedliche Bereiche der CPU zum Teil auch sehr voneinander abweichend ausgelastet haben, ergeben sich serr interessante Erkenntnisse.

Beginnen wir mit den Kerntemperaturen, die mit den integrierten digitalen Messfühlern (DTS) in den Rechenwerken selbst gemessen werden und die fast in Echtzeit auch auf die tatsächlich anliegende Last reagieren. Unsere Kühlung mit dem Chiller und der auch unter Last immer exakt 20°C kalten Kühlflüssigkeit zeigt somit auch einen sehr realen Gradmesser der Auslastung. Wir errechnen das Mittel aus allen Kernen und über die gesamte Laufzeit:

Das, was man als Package-Temperatur oder auch Rückgabewert des PECI (PECI = Platform Environment Control Interface) liegt in etwa auf dem Niveau der mittleren Kerntemperatur. Auch hier haben wir den Mittelwert über die gesamte Laufzeit von 30-45 Minuten (bis zum Erreichen der stabilen Endtemperaturen) ermittelt, der meist auf dem Niveau der Kerntemperatur bzw. sogar in Einzelfällen etwas höher lag, je nach Art des Tests.

Wir werten nun einen zusätzlichen Sensor aus, der die Temperatur direkt unterhalb des Sockels erfasst. Da der CPU-Kühler die CPU über den Heatspreader und den Die nur von oben kühlt, ist dieser im Vergleich zu den DTS doch sehr träge Wert vor allem für die Stabilität und Kühlperformance sehr wichtig. Hier erreicht die CPU ohne jegliche Übertaktung bereits mit Prime95 satte 105°C, trotz des verwendeten Chillers!

Gerade dieses Ergebnis ist einer der Gründe, Prime95 mit AVX, wenn überhaupt, nur dann als Stabilitätstest über einen längeren Messzeitraum einzusetzen, wenn man mit einem geeigneten Programm auch in der Lage ist, alle relevanten Temperaturen überhaupt sicher auslesen zu können.

Was nutzt einem letztendlich eine vermeintlich einigermaßen gut gekühlte CPU (DTS), wenn der Sockel mit der Zeit dann unbemerkt im Abendwind verglüht?

Auch die Belastung des Arbeitsspeichers fällt von Test zu Test sehr unterschiedlich aus. Hier noch einmal alle Messergebnisse im direkten Vergleich als Balkendiagramm:

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6 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    und noch mal ein fettes Danke!!!
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  • 7664stefan
    Danke auch! Das wir sicher vielen helfen, ihre OC-Ambitionen in eine sinnvolle Perspektive zu setzen.
    Die Temps der 8700 sind...politisch korrekt...suboptimal. Ich habe schon von nicht geköpften K-Modellen gelesen, die - mit weniger potenter Kühlung - einige Kelvin kühler waren. Ich glaube, ich muss das mal am eigenen Leib erfahren.
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  • Tesetilaro
    ein bekannter von mir hat es getan und trotz geringeren Geräuschpegels unterm strich noch 10 K gespart - nicht das seine kiste jetzt leise wäre - aber was will man auch in einem DAN A4 erwarten...

    wobei es mir echt ein rätsel ist wie man potente Hardware in so einer kiste überhaupt kalt bekommt, geschweige denn wie der knoten wieder aus den fingern zu bekommen ist.
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  • FormatC
    Das wäre auch nix für mich. Dafür ist man ja schließlich verheiratet. Unter anderem natürlich :D
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  • alterSack66
    So ein i7 macht schon gut warm. Wie machen das die Leute die ohne köpfen übertakten?
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  • FormatC
    Die vertrauen auf Gott und Intels Throttling :D
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