• Test: Eingabe mit Hingabe - Sweex Zeichentabletts

Schwarzweiße Brüder: Sweex Widescreen USB & Sweex USB

Es gibt Momente, da könnte man glatt aus der Maus fahren. Mal abgesehen von der eigenen Unterschrift - kurze Randnotizen oder eine persönliche kurze Widmung sind mit herkömmlichen Eingabegeräten kaum zu schaffen. Und wenn man es doch geschafft hat - wirklich professionell sieht das Ganze dann nicht aus. Viele Dinge enden schließlich in konventionellen Bahnen. Man nimmt ein Stück Papier, seine Stifte, macht seine Entwürfe, scannt dies alles ein und fertig. Mal abgesehen von vielen unnötigen Schritten und somit gestohlener Zeit - Kreativität will sich spontan entfalten und nicht stets stundenlang vorbereitet werden.

Widescreen oder 4:3 - Zwei Größen, je ein Tablett 

Wir haben beide Tabletts getestet. Als Erwachsene und natürlich auch mit Kindern. Das kleinere der Tabletts eignet sich auf Grund des Formates nur für Monitore im 4:3 oder 5:4 Format, das Widescreen bedient Anwender mit Breitbildmonitoren und bietet zugleich auch mehr Funktionen. Beide Tabletts wirken sauber verarbeitet, die Zeichenstifte sind recht stabil und wirken dabei auch nicht so zerbrechlich, wie so manches, was wir schon in der Hand gehalten haben. Die Zeichenfläche ist matt und haptisch angenehm zum Arbeiten. Jedoch ist das kleinere Tablett für größere Hände nicht sonderlich geeignet, will man mehr als nur seine Unterschrift digitalisieren. Hier können beide Testkandidaten auch bei den Kindern punkten - die Produkte wurden beide sofort angenommen. Doch dazu im Hands-On-Test gleich mehr.

Hands-On: Zeichenstunde für alle

Kommen wir zum praktischen Teil. Die Stifte beider Tabletts sind identisch. Der Druckpunkt ist fein abgestuft, so dass sich mit geeigneter Software auch unterschiedliche Linienstärken und Stile umsetzen lassen. Die rechte Maustaste wird durch einen Kontakt in der Griffmulde realisiert - anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, aber am Ende genau da, wo man diese Taste auch braucht. Viel Kraft wird nicht benötigt, die Empfindlichkeit ist ausreichend und die Zeichenfläche als solche auch. Wenn man das richtige Tablett passend zum Seitenverhältnis des Monitors gewählt hat, steht dem Freihandzeichnen nichts mehr im Wege. Sonst gibt es jedoch Irritationen mit dem Rand. Die zusätzliche Belegung von Funktionstasten ist praktisch, aber eigentlich schon fast zu viel des Guten. Das Widescreen-Tablett ist auf Grund der größeren Zeichenfläche für Erwachsene auf alle Fälle die bessere Wahl. Das kleiner Tablett kommt Linkshändern und Kindern sehr entgegen, das schwarze Widescreen-Tablett wird Linkshändern hingegen Kopfschmerzen bereiten, da man mit der Hand schnell mal unbeabsichtigt auf eine der links angeordneten Funktionstasten kommt. Dann gibts Fenstersalat gratis.

Für Linkshänder eine Frage von Übung und Aufmerksamkeit. Die Tasten sind schnell mal unbewusst mit gedrückt.Für Linkshänder eine Frage von Übung und Aufmerksamkeit. Die Tasten sind schnell mal unbewusst mit gedrückt.

Es funktioniert - wenn man übt und die richtige Software nutzt

Man sollte sich vom ersten Entwurf nicht gleich entmutigen lassen. Mit etwas Übung wird man sicher nicht gleich ein zweiter Dürer, aber die Hand nimmt die neue Freiheit der Aufzeichnung dankend an. Windows 7 hat mit den Tabletts überhaupt keine Berührungspunkte, die Installation der mitgelieferten Treiber war einfach und in wenigen Minuten erledigt. Einmal installiert, funktionieren Stift und Tablett parallel zur Maus. Egal, ob Paint oder ein professionelles Zeichenprogramm - man erlebt schnell erste Erfolge. Was wiederum Spaß auf mehr macht. Um jedoch den vollen Reiz zu erfahren, sollte man unbedingt Software nutzen, die auch den unterschiedlich ausübbaren Druck erkennt und grafisch richtig umsetzt. Hier fehlen im Lieferumfang jedoch brauchbare Programme, denn der Umfang beschränkt sich mehr oder weniger auf Tools zur Schrifteingabe. Wir würden dies jedoch in Anbetracht des für die gebotene Qualität günstigen Preises verzeihen, denn es gibt einerseits gute Freeware für den Einsatz und andererseits wird der Preis nicht durch Softwarebeigaben zusätzlich in die Höhe geschraubt. Als Empfehlung würden wir dem Interessenten auf alle Fälle Artweaver empfehlen, diese exzellente Software ist für die private Nutzung kostenlos im Internet herunterzuladen. Auch die ArtRage 2 Starter Edition ist kostenfrei nutzbar.

Preisfrage - oder die Kosten der Freiheit

Wobei am Ende immer die eigentliche Preisfrage z.B. über die Dreingabe als Geschenk entscheidet. Sweex ruft für das kleinere Sweex Graphics Tablet USB derzeit ca. 59,95 Euro auf, das größere und vielfältiger nutzbare Sweex Graphics Tablet Widescreen USB kostet aus unserer Sicht angemessene 79,95 Euro. Und da stets berechtigte Fragen nach der Verfügbarkeit neuer Produkte in Deutschland aufkommen und Google oft zu Unrecht als ungeliebter Stiefbruder betrachtet wird: beide Produkte sind momentan über Actebis Peacock erhältlich.

 

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13 Kommentare
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  • Anonymous
    Mich würde sehr interessieren wie das Tablett im direkten Vergleich zu einem Wacom, z.B. dem Bamboo abschneidet. Gibt es da schon Erfahrungswerte?
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  • FormatC
    Ein Wacom in der gleichen Größe ist einen ganzen Tacken teurer. Allerdings ist die Softwareausstattung besser - hier muss man erst selbst was downloaden. Die Qualität ist jedoch akzeptabel. Natürlich ist das Material nicht ganz auf Höhe des Wacom, aber gut. Unterm Strich wird sich das Brett wohl über den Preis ganz gut verkaufen. Wirkliche Schwächen habe ich nicht gefunden.
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  • Marius70
    Gut, wenn der Marktführer Wacom ein wenig Konkurrenz bekäme, denn die bsherigen Tablets von z.B. Aiptek sind Dank unausgereifter Treiber nicht wirklich empfehlenswert. Ein paar wichtige Fragen hätte ich aber noch: Funktioniert das Sweex auch unter Photoshop 7-CS1-CS5? Tablettechnologie von N-Trig z.B. funktioniert nicht (keine Druckerkennung). Benötigen die Stifte Batterien (Gewicht) oder sind sie induktiv? Haben die Stifte eine Radierer-Funktion?
    Vielen Dank für den Test, Tablets werden leider für ein Nieschenprodukt gehalten, dabei machen sie so viel Spass!
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