CES: Nvidia verrät weitere Einzelheiten zum Tegra K1

Die Informationen, die Nvidia während der Präsentation des Tegra K1 verlautbaren ließ, waren nicht gerade üppig. Nur wenige Folien gewährten einen Blick auf die Architektur des neuen SoCs; etwas ausführlicher wurde der Hersteller erst danach.

Dass bei der GPU die Kepler-Architektur zum Einsatz kommt, die auch für Desktop-PCs genutzt wird, war bereits vorab bekannt. Allerdings wurden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Strombedarf der Grafikeinheit in Grenzen zu halten - ansonsten wäre ein Einsatz in einem Phablet oder Tablet nicht denkbar gewesen: Der Kepler-Chip besteht aus einzelnen SMX-Einheiten, die jeweils 192 CUDA-Kerne umfassen, dementsprechend steckt im K1 eine Einheit. Im Gegensatz zu den Grafikchips der Geforce-600- oder -700-Modelle sind allerdings die Texture-Einheiten um die Hälfte reduziert. Auch die ROPs besitzen nur die halbe Leistungsfähigkeit: Während die Raster-Operation-Pipelines im Desktop-PC acht Pixel pro Takt liefern, sind es beim Tegra K1 nur vier.

Nicht zuletzt auf diesem Wege hat Nvidia den Strombedarf der GPU auf nur 2 W drosseln können. Unbekannt ist dabei mit welcher Taktfrequenz die Grafikeinheit arbeitet. Vermutlich ist sie mit 950 MHz getaktet, denn die 192 CUDA-Kerne sollen eine Leistungsfähigkeit von 365 GFLOPS erreichen. Insgesamt verspricht der Hersteller eine um das 1,5-fach höhere Performance pro Watt im Vergleich zu den aktuellen leistungsstärksten SoCs Apple A7 und Qualcomm Snapdragon 800. Für die Bewertung wurde der neuste GL Benchmark herangezogen.

Hinsichtlich des CPU-Teils bleibt sich Nvidia bei der ersten Version des Tegra K1 treu und setzt auf eine ähnliche Architektur wie beim Tegra 4: Das SoC besitzt vier ARM-Cortex-A15-Kerne mit einem 32-Bit-Befehlssatz. Auch der bereits mit dem Tegra 3 eingeführte fünfte Companion-Kern, der bei weniger anspruchsvollen Anwendungen genutzt wird, ist mit an Board. Im Vergleich zum Vorgänger soll jedoch die Performance um 40 Prozent gesteigert worden sein, während der Energiebedarf auf 45 Prozent reduziert wurde.

Dieser Entwicklungssprung soll zum einen durch eine verbesserte Implementierung der A15-Kerne und neues Produktionsverfahren seitens des Auftragsfertigers TSMC ermöglicht worden sein. Außerdem kommen die Kerne der dritten Überarbeitung zum Einsatz, beim Tegra 4 waren es noch die Kerne der zweiten Revision. Zudem wurde die Taktfrequenz von 1,9 GHz auf 2,3 GHz gesteigert.

Eine zweite Variante des Tegra K1 beherbergt zwei CPU-Kerne, die auf Nvidias selbstständig entwickelter Denver-Architektur aufbauen. Details zu dieser Entwicklung behält der Hersteller jedoch für sich.

Abzuwarten bleibt jedoch, ob sich die beiden SoCs am Markt durchsetzen können. Zwar sind die Pläne ambitioniert und versprechen gerade für mobile Gamer Grafikleistungen auf dem Tablet, die auf Niveau von Konsolen der vorangegangenen Generation liegen. Doch hat Nvidia nach dem Scheitern des Tegra 4 sichtlich Mühe Gerätehersteller zu überzeugen: Die Produktion des SoCs soll zwar schon mitte Dezember 2013 angelaufen sein, doch wenn es darum ging in welchem Phablet oder Tablet (für "normale" Smartphones ist der Prozessor aufgrund des Energiebedarfs nicht gedacht) hüllte man sich in Schweigen und deutet lediglich an, dass im noch im ersten Quartal mit ersten Geräten gerechnet werden kann. 

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1 Kommentar
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  • Elkinator
    ARMv7, lieb, kauft aber niemand.
    die kunden sind dumm, denen wird schnell ein anderer hersteller eintrichtern das man mit 64bit die doppelte leistung hat, dann kauft niemand mehr ein 32bit gerät.
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